Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner

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KOLUMNE

Die Hugo Awards 2011: Das waren die Gewinner


Die Buchreihe „Die Hugo Awards 2001–2017” gibt einen Überblick über die wichtigsten Gewinner der berühmten Hugo Awards. Welche Preisträger gab es 2011?  

Die Verleihung der HUGO-Awards fand 2011 auf der Renovation in Reno statt.

Toastmaster: Jay Lake & Ken Scholes

Novel

Connie Willis: Blackout/All Clear

(2010 bei Ballantine Spectra; dt. Dunkelheit und Licht, CrossCult)

Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner

Blackout und All Clear ist mit über 1200 Seiten im englischen Original ein sehr umfangreicher Roman, der in zwei Bänden erschienen ist – die erste Hälfte Anfang 2010, die zweite Hälfte Ende 2010. Der Roman gehört zur OXFORD TIME-TRAVEL-Serie, zu der bislang die Erzählung »Fire Watch« (Hugo 1983) und die Romane Doomsday Book (Hugo 1993) und To Say Nothing of the Dog (Hugo 1999) zählen.

Auch in diesem Roman werden Historiker aus dem Oxford des Jahres 2060 als Beobachter in die Vergangenheit geschickt. Die Zeitreise ist bereits seit dem frühen 21. Jahrhundert bekannt und für die Historiker zu einer Art Routine geworden. Die Autorin geht auf die Funktionsweise des »Netzes«, das die Reisen ermöglicht, nicht weiter ein, doch es gibt einige Gesetzmäßigkeiten der Zeitreise. So kann sich ein Historiker nicht zweimal in derselben Zeit aufhalten, und sollte die Gefahr bestehen, dass ein Bewohner des angepeilten Zeitpunkts das Übergangsportal entdeckt, öffnet es sich gar nicht erst. Es gibt auch das Phänomen der »Gleitung«, das dafür sorgt, dass ein Zeitreisender nicht genau an seinem gewünschten Zeitpunkt ankommt, sondern erst Minuten oder Tage später, um ein Zeitparadoxon zu vermeiden. Leider lässt sich diese Gleitung nicht vorher berechnen. Die Auswirkungen einer sehr massiven Gleitung kennen die Leser bereits aus dem Roman Doomsday Book (dt. Die Jahre des schwarzen Todes).

Die Geschichte von Blackout beginnt mit den ausführlichen Vorbereitungen mehrerer Historiker, die sich für die Erforschung des Zweiten Weltkriegs bereit machen. Sie haben jedoch diverse Probleme dabei, die entsprechende Kleidung und Ausrüstung rechtzeitig zu bekommen. Zum Glück gibt es inzwischen Hirnimplantate, die das Lernen großer Mengen historischer Daten, wie zum Beispiel Datums- und Uhrzeittabellen mit Bombeneinschlägen in der Londoner Innenstadt während des Krieges, ermöglichen. Doch Mr. Dunworthy, der Leiter des Zeitreiseinstituts, bringt alles durcheinander, als er die Abreisedaten der Historiker und ihre vorgesehenen Ziele im letzten Moment ohne Angabe von Gründen ändert. So hatte sich Michael Davies darauf vorbereitet, die Geschehnisse in Pearl Harbor zu beobachten, und dafür bereits einen amerikanischen Akzent erhalten, wird nun aber zunächst zu der Schlacht von Dünkirchen geschickt, wo er sich, um nicht aufzufallen, als amerikanischer Reporter ausgeben muss. Polly Churchill wiederum erhält nicht rechtzeitig die korrekte Kleidung, die sie als Warenhausverkäuferin während des Kriegs in London benötigt, doch sie weiß sich zu helfen, als sie an ihrem Ziel im September 1940 anlangt. Merope Ward hat es einfacher, weil sie für ihren Job als Bedienstete ab Dezember 1929 in Warwickshire nicht allzu viel benötigt, denn sie soll in einem Landhaus aus London evakuierte Kinder betreuen. Ihr größtes Problem sind zunächst die beiden unerzogenen Straßenkinder Binnie und Alf Hodbin, die sich einen Streich nach dem anderen ausdenken und die Betreuerinnen mehr als einmal in Bedrängnis bringen. Als im September 1940 das Kinderheim aufgelöst wird, bringt Merope – vor allem weil sich ihr Zeitportal nicht geöffnet hat – die beiden Kinder Binnie und Alf nach London, wo sie eine angeblich sichere Passage auf einem Überseedampfer nach Kanada erhalten sollen. Merope verhindert jedoch, dass die Kinder das Schiff erreichen, weil sie sie lieb gewonnen hat und weiß, dass das Schiff von den Deutschen versenkt werden wird. Schließlich findet Merope nach langer Suche ihre Freundin Polly in einem Kaufhaus in der Oxford Street im West End von London. Schließlich stößt auch Michael zu den beiden Frauen, der schreckliche Erlebnisse hinter sich hat und fürchtet, dass er womöglich den Kriegsverlauf verändert haben könnte, weil er einem Soldaten unverhofft das Leben gerettet hat. Alle drei sind in großer Sorge, weil sich ihre Portale nicht mehr öffnen und sie nicht nach Oxford zurückkehren können.

Der zweite Roman All Clear schließt direkt an die Handlung an. Polly stellt fest, dass ihr ein schwerwiegendes Paradoxon droht, denn sie hat während einer früheren Reise schon einmal London während des Jahres 1943 besucht. Das bedeutet, sie muss rechtzeitig vor dem Jahr 1943 in die Zukunft zurückkehren, sonst wird sie sterben. Aber es kommt noch schlimmer, denn alle drei haben die Befürchtung, dass sie in der Zeit gefangen sind, weil sie unabsichtlich Veränderungen vorgenommen haben, wodurch der Ausgang des Krieges beeinflusst und die Möglichkeit der Zeitreise niemals erfunden wird.

Neben den Erzählsträngen über Polly, Merope und Michael gibt es noch einige mehr, zum Beispiel über einen weiteren Historiker namens John Bartholomew, der zwar nicht aus dem Jahr 2060 stammt, aber vielleicht helfen könnte, und nach dem in Bletchley Park gesucht wird, wobei auch Alan Turing in der Handlung eine Rolle spielt.

Mr. Dunworthy hat herausgefunden, dass etwas schiefgelaufen sein muss, und begibt sich selbst auf eine Rettungsmission in die Vergangenheit. Aber natürlich ist alles noch viel komplizierter, als es zunächst den Anschein hat – immerhin bedarf es rund 500 Seiten, um die verworren erscheinenden Zustände zu durchschauen und zumindest einen Teil der Historiker zu retten. Dabei spielen auch die beiden Kinder Binnie und Alf Hodbin eine nicht unwichtige Rolle, und es werden weitere Zeitreisen in andere Jahrzehnte notwendig.

Es gibt in diesem opulenten Roman eine fast unübersichtlich große Anzahl von Figuren und zahlreiche Zeitlinien; der faszinierendeste Aspekt ist jedoch der Detailreichtum der Schilderungen des »normalen« Lebens in England während des Zweiten Weltkriegs. Der Leser erfährt alles Mögliche über die Sorgen und Nöte der Bevölkerung, die Verwüstungen durch V-1- und V-2-Raketen in London, die britische Armee und deren weibliche Hilfskräfte, die Mathematiker in Bletchley Park, Shakespeare-Aufführungen in Luftschutzbunkern, die Romane von Agatha Christie und vieles mehr. Man merkt dem Roman durchaus an, dass die Autorin acht Jahre daran gearbeitet und ausführlich recherchiert hat. Allerdings sollte sich der Leser unter Umständen mehr für die Zeit des Zweiten Weltkriegs als für Zeitreisen interessieren, die über Hunderte von Seiten kaum eine Rolle spielen.

Connie Willis ist zweifellos eine der begabtesten und besten Erzählerinnen der SF-Literatur und hatte ganz offensichtlich eine große Freude am Verfassen des Buches. Ob alle Leser diese Freude angesichts des Umfangs des Werkes teilen, wage ich jedoch zu bezweifeln.

Weitere Nominierungen:

Mira Grant: Feed

(2010 bei Orbit; dt. Feed – Viruszone, Egmont LYX)

Lois McMaster Bujold: Cryoburn

(2010 bei Baen; nicht auf Deutsch)

N. K. Jemisin: The Hundred Thousand Kingdoms

(2010 bei Orbit; nicht auf Deutsch)

Ian McDonald: The Dervish House

(2010 bei Gollancz und Pyr; nicht auf Deutsch)

Novella

Ted Chiang: The Lifecycle of Software Objects

(2010 bei Subterranean; dt. »Der Lebenszyklus von Software-Objekten« in Chiang: Das wahre Wesen der Dinge, Golkonda)

Ted Chiangs The Lifecycle of Software Objects ist der bislang längste Text des Autors und wurde als eigenständiges Buch erstveröffentlicht. Erzählt wird darin die Erfindung und Weiterentwicklung einer bestimmten Art künstlicher Intelligenz durch die Firma Blue Gamma. Es handelt sich um sogenannte Digis, empfindungs- und lernfähige digitale Organismen, die von dem Softwareentwickler Derek Brooks auf Grundlage der Neuroblast-Engine mit einem niedlichen Aussehen designt wurden und in der virtuellen Welt Erde 2 leben. Die Digis haben die Gestalt knuddeliger Haustiere mit ausdrucksvollen Gesichtern und das Sprachvermögen und die Intelligenz von Kleinkindern. Eine der Hauptfiguren ist Ana Alvarado, eine ehemalige Tierpflegerin, die von Blue Gamma eingestellt wurde, um die Digis zu testen und zu trainieren. Die Digis fordern viel Aufmerksamkeit von ihren Besitzern und wollen ständig lernen und spielen, weshalb sie sich schnell großer Beliebtheit bei den Kunden erfreuen.

Die Handlung erstreckt sich über rund zwei Jahrzehnte, in denen die Entwicklung der digitalen Welt natürlich rasant fortschreitet. So gibt es bald Digis von weiteren Anbietern, die in anderen virtuellen Welten angesiedelt sind, wie zum Beispiel auf Dimension V mit der Origami-Engine und auf Irgendwo mit der Fabergé-Engine. Als nach Jahren die Neuroblast-Digis von Blue Gamma für viele Kunden langweilig werden, werden viele der Tierchen »stillgelegt«. Ein paar Freiwillige eröffnen Auffangheime für ungeliebte Digis, doch das ist natürlich keine ausreichende Lösung. Schließlich wird eine ganz neue, viel attraktivere virtuelle Plattform namens Weltenraum eröffnet, doch Blue Gamma stellt den Betrieb ein, bevor die Neuroblast-Engine auf Weltenraum angepasst werden konnte. Immer weniger Nutzer besuchen Erde 2, und es besteht sogar die Gefahr, dass die Plattform endgültig abgeschaltet wird, was das Ende der Digis bedeuten würde, von denen einige inzwischen so weit entwickelt sind, dass ihre Intelligenz mit der von erwachsenen Menschen vergleichbar ist.

Am Ende haben die Digi-Freunde jedoch eine Idee, wie sie den Fortbestand der Digis sichern können, auch wenn zunächst längst nicht alle damit einverstanden sind …

Ted Chiang erhielt für den Kurzroman bereits den vierten Hugo sowie eine Nominierung für den Nebula Award. Als studierter Informatiker und späterer Softwareentwickler gelang ihm eine besonders glaubhafte Schilderung zukünftiger digitaler Welten.

Weitere Nominierungen:

Alastair Reynolds: »Troika«

(2010 in Strahan [Hrsg.]: Godlike Machines, SFBC; nicht auf Deutsch)

Rachel Swirsky: »The Lady Who Plucked Red Flowers beneath the Queen’s Window«

(Sommer 2010 in SUBTERRANEAN MAGAZINE; nicht auf Deutsch)

Geoffrey A. Landis: »The Sultan of the Clouds«

(September 2010 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Elizabeth Hand: »The Maiden Flight of McCauley’s Bellerophon«

(2010 in Gaiman/Sarrantonio [Hrsg.]: Stories: All-New Tales, William Morrow; nicht auf Deutsch)

Novelette

Allen M. Steele: »The Emperor of Mars«

(Juni 2010 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Der Erzähler ist der General Manager der Arsia Station, der ersten und größten Kolonie auf dem Mars. Er berichtet vom Schicksal eines Technikers namens Jeff Halbert, der den Job auf dem Mars angenommen hatte, weil man in drei Jahren Dienstzeit genug Geld verdient, um davon ein Haus auf der Erde zu kaufen oder eine Firma zu gründen. Er war der Typ junger Mann, die ein Jahrhundert zuvor vermutlich auf einer Ölbohrplattform auf dem Meer gearbeitet hätte, zum Teil aus Abenteuerlust, zum Teil um Geld zu verdienen. Jeff hatte eine Verlobte auf der Erde, die er heiraten wollte, sobald er zurückkehrt. Kurz vor dem Abflug sagte sie ihm, dass sie schwanger sei.

Nur kurze Zeit später erfährt Jeff, dass es einen Verkehrsunfall auf der Erde gab, bei dem seine Verlobte, das Kind und seine Eltern ums Leben gekommen sind. Er hatte noch nicht einmal die Möglichkeit, an der Beerdigung teilzunehmen, denn das nächste Raumschiff zur Erde flog erst zwei Jahre später. Die Trauer isoliert Jeff, er will nur allein sein und mit niemandem sprechen. Der Psychologe der Station schlägt vor, ihn bei einer Expedition einzusetzen, damit er etwas zu tun hat und auf andere Gedanken kommt. Bei dieser Expedition findet Jeff eine alte Marssonde, in der die NASA viele Jahrzehnte zuvor eine DVD platziert hat, auf der 84 Romane, Kurzgeschichten, Artikel und Reden enthalten sind, die frühesten aus dem 18. Jahrhundert von Autoren wie Voltaire und Swift, die spätesten aus dem 20. Jahrhundert von Autoren wie Asimov, Niven und Benford. Außerdem sechzig Bilder von Künstlern wie Bonestell, Emshwiller und Whelan. Nach seiner Rückkehr in die Kolonie vertieft sich Jeff in die Lektüre und isoliert sich noch mehr. Schließlich erklärt er den anderen, er sei »Kaiser Jeffery der Erste, regierender Monarch des Großen Marsianischen Imperiums, Kriegsherr und Beschützer des Roten Planeten«, und lässt niemanden in seine Unterkunft. Erst nach Jeffs Abreise zur Erde betritt der Erzähler Jeffs Unterkunft und findet den Raum bedeckt mit Bildern, die aus den Geschichten von Burroughs, Bradbury und anderen Autoren stammen. Auf dem Wandregal findet er handgemachte Bücher, die Jeff aus dem Computer abgeschrieben hat: Edisons’s Conquest of Mars von Garrett P. Serviss, Omnilingual von H. Beam Piper, The Martian Crown Jewels von Poul Anderson und andere.

Jeffs Raum wird danach nicht mehr als Unterkunft benutzt, sondern als Erholungsraum und Bibliothek. Zum Scherz wird er »Imperial Martian Library« genannt, und im Laufe der Jahre wächst die Sammlung um viele neue Bücher. Der Schlusssatz der Erzählung lautet: »It’s never too late to catch up on the Classics.«

Diese tragische und gleichzeitig liebenswerte Geschichte ist eine tiefe Verbeugung vor den klassischen Marsgeschichten und ihren Autoren, die im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Tatsachen ein romantisches und abenteuerliches Bild des Mars geschaffen haben, das tief im Bewusstsein der SF-Leser verankert ist.

Allen M. Steele erhielt für diese Erzählung bereits seinen dritten Hugo (siehe 1996 und 1998).

Weitere Nominierungen:

Sean McMullen: »Eight Miles«

(September 2010 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

James Patrick Kelly: »Plus or Minus«

(Dezember 2010 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Eric James Stone: »That Leviathan, Whom Thou Hast Made«

(September 2010 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Aliette de Bodard: »The Jaguar House, in Shadow«

(Juli 2010 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Short Story

Mary Robinette Kowal: »For Want of a Nail«

(September 2010 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Ähnlich wie in Ted Chiangs Kurzroman geht es auch in dieser Erzählung um künstliche Intelligenz, allerdings in ganz anderer Form und an Bord eines Generationenraumschiffs. Hauptfigur ist die junge Rava, deren Aufgabe es ist, sich um den Computer bzw. die KI namens Cordelia zu kümmern. Eine der Aufgaben der KI wiederum ist es, die Erlebnisse der Familie zu dokumentieren, indem sie alle Ereignisse aufzeichnet, die durch die VR-Brillen der Familienmitglieder wahrgenommen werden. Ravas Familie ist nur eine von vielen an Bord des Kolonisationsraumschiffs. Durch einen Zwischenfall verliert die KI Cordelia jedoch eines Tages die Verbindung zu ihrem »Gedächtnisspeicher«, und Rava muss gemeinsam mit ihrem Bruder versuchen, diese Verbindung wiederherzustellen. Dummerweise kann sich Cordelia nur an Ereignisse der jüngsten Vergangenheit erinnern und ist nicht sehr hilfreich bei der Behebung des Problems, doch schließlich stoßen Rava und ihr Bruder auf ein Familiengeheimnis, das die Geschichte in eine ganz andere Richtung lenkt …

Die im Grunde einfache Erzählung ist elegant ausgeführt, und die künstliche Intelligenz Cordelia wird nicht wie ein Computer, sondern wie eine echte Person behandelt.

Der Titel der Geschichte bezieht sich auf einen alten Spruch über das Prinzip »kleine Ursache, große Wirkung«: »Weil ein Hufnagel fehlte, ging das Hufeisen verloren; weil das Hufeisen fehlte, ging das Pferd verloren; weil das Pferd fehlte, ging der Reiter verloren; weil der Reiter fehlte, ging die Schlacht verloren; weil die Schlacht verloren war, ging das Königreich unter; und alles nur, weil ein Hufnagel fehlte.«

Mary Robinette Kowal hat bereits 2008 den John W. Campbell Award als beste neue Autorin erhalten (siehe dort).

Weitere Nominierungen:

Carrie Vaughn: »Amaryllis«

(Juni 2010 in LIGHTSPEED; nicht auf Deutsch)

Peter Watts: »The Things«

(Januar 2010 in CLARKESWORLD; nicht auf Deutsch)

Kij Johnson: »Ponies«

(17. November 2010 auf TOR.COM; nicht auf Deutsch)

Related Work

Lynne M. Thomas & Tara O’Shea [Hrsg.]: Chicks Dig Time Lords: A Celebration of Doctor Who by the Women Who Love It

(2010 bei Mad Norwegian; nicht auf Deutsch)

Bei diesem Sachbuch handelt es sich um eine Essaysammlung mit zwei Dutzend Beiträgen und Interviews von weiblichen, sehr begeisterten DOCTOR WHO-Fans, die diverse Aspekte der britischen Fernsehserie beleuchten. Carole Barrowman zum Beispiel berichtet darüber, wie sie mit ihrem Bruder John Barrowman aufgewachsen ist, einem der beliebtesten Schauspieler der Serie. Jackie Jenkins erzählt von ihrer Tätigkeit für das DOCTOR WHO MAGAZINE. Die Autorin Lloyd Rose untersucht die Veränderung der Figur Rose als Begleiterin des neunten und des zehnten Doktors. Als Verfasser der Beiträge treten eine ganze Reihe prominenter Autorinnen in Erscheinung, wie zum Beispiel Elizabeth Bear, Mary Robinette Kowal, Jody Lynn Nye und Catherynne M. Valente.

Weitere Nominierungen:

William H. Patterson jr.: Robert A. Heinlein: In Dialogue with His Century, Volume 1: (1907–1948): Learning Curve

(2010 bei Tor; nicht auf Deutsch)

Mike Resnick & Barry N. Malzberg: The Business of Science Fiction: Two Insiders Discuss Writing and Publishing

(2010 bei McFarland; nicht auf Deutsch)

Brandon Sanderson, Jordan Sanderson, Howard Tayler, Dan Wells: WRITING EXCUSES, Season 4

(www.writingexcuses.com; nicht auf Deutsch)

Gary K. Wolfe: Bearings: Reviews 1997–2001

(2010 bei Beccon; nicht auf Deutsch)

Graphic Story

GIRL GENIUS, Volume 10: Agatha Heterodyne and the Guardian Muse

(Text Phil & Kaja Foglio; Zeichnungen Phil Foglio; Farben Cheyenne Wright; Airship Entertainment)

Mit drei Hugos in drei aufeinanderfolgenden Jahren (siehe 2009 und 2010) ist die Serie GIRL GENIUS bei den Hugo Awards der erfolgreichste Comic aller Zeiten. Bis 2014 erschienen neben den Webcomics insgesamt 13 Ausgaben in Albumform. Seit 2015 setzt das Ehepaar Foglio die Geschichte als The Second Journey of Agatha Heterodyne fort.

Weitere Nominierungen:

FABLES: Witches

(Text Bill Willingham; Zeichnungen Mark Buckingham; Vertigo; dt. Hexen, Panini)

SCHLOCK MERCENARY: Massively Parallel

(Text und Zeichnungen Howard Tayler; Farben Howard Tayler and Travis Walton; Hypernode)

Grandville Mon Amour

(Bryan Talbot; Dark Horse; dt. Grandville: Mon Amour, Schreiber & Leser)

THE UNWRITTEN, Volume 2: Inside Man

(Text Mike Carey; Zeichnungen Peter Gross; Vertigo; dt. The Unwritten – Oder das wirkliche Leben: Inside Man, Panini)

Dramatic Presentation, Long Form

Inception

(Warner; Drehbuch und Regie Christopher Nolan; dt. Inception)

Der Film basiert auf einer faszinierenden Idee: die Beeinflussung des Bewusstseins durch gemeinsames Träumen, das sogenannte Traum-Sharing. Hauptfigur des Films ist Dominick Cobb (dargestellt von Leonardo DiCaprio), der sich mit seinem Team darauf spezialisiert hat, aus dem Unterbewusstsein seiner Zielperson wertvolle Informationen zu stehlen, was ›Extraction‹ genannt wird. Doch nun wird er für einen neuen Auftrag angeheuert, der zunächst unmöglich erscheint. Es geht um eine ›Inception‹, also das Einpflanzen eines Gedankens oder einer Idee in das Unterbewusstsein eines Opfers. Als Belohnung für dieses schwierige Unterfangen soll Cobb in die USA einreisen dürfen, um nach langer Zeit endlich seine Kinder wiederzusehen.

Doch den Beteiligten des Unternehmens drohen zahlreiche Gefahren, während sie sich durch unterschiedliche Traumebenen bewegen. So besteht die Möglichkeit, dass sie sich im ›Limbo‹ verlieren, der tiefsten Ebene ihres Unterbewusstseins, und damit nicht mehr aufwachen können. Und Cobb hält vor seinen Kameraden geheim, dass Erinnerungen an seine verstorbene Frau zu bedrohlichen Störfaktoren werden können.

Umgesetzt wird diese außergewöhnliche Handlung durch überwältigende Bilder, die den Zuschauer ähnlich staunen lassen wie gut ein Jahrzehnt zuvor der Film Matrix. Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan versteht sein Handwerk, intelligentes Action-Kino zu schaffen. Andreas Borcholte schrieb im SPIEGEL: »Nolans Traumwelten sind so nüchtern und rational wie ein Michael-Mann-Film, so rasant wie ein Bourne-Abenteuer oder – im Falle der Schneefestung – Hommage an die Bond-Filme der Siebziger.« Mehrere Kritiker bemängeln allerdings, dass die surrealen Bilder, die einem in Traumwelten begegnen, in diesem Film leider fehlen. Vielleicht hätte aus diesem bemerkenswerten Action-Film unter einem Regisseur wie David Lynch sogar ein echtes Meisterwerk werden können.

Weitere Nominierungen:

How to Train Your Dragon

(DreamWorks; Drehbuch William Davies, Dean DeBlois & Chris Sanders; Regie Dean DeBlois & Chris Sanders; dt. Drachenzähmen leicht gemacht)

Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1

(Warner; Drehbuch Steve Kloves; Regie David Yates, nach dem gleichnamigen Roman von J. K. Rowling; dt. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1)

Toy Story 3

(Pixar/Disney; Drehbuch Michael Arndt; Story John Lasseter, Andrew Stanton & Lee Unkrich; Regie Lee Unkrich; dt. Toy Story 3)

Scott Pilgrim vs. the World

(Universal; Drehbuch Michael Bacall & Edgar Wright; Regie Edgar Wright; dt. Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt)

Dramatic Presentation, Short Form

DOCTOR WHO: »The Pandorica Opens« und »The Big Bang«

(BBX; Drehbuch Steven Moffat; Regie Toby Haynes; dt. »Die Pandorica« und »Der große Knall«)

DOCTOR WHO war weiterhin die beliebteste Fernsehserie der SF-Fans und erhielt den Hugo bereits zum fünften Mal. »Die Pandorica« und »Der große Knall« sind die zwölfte und dreizehnte Folge der fünften Staffel und damit auch das Staffelfinale. Hauptdarsteller war Matt Smith als der elfte Doktor. Er ist mit Amy Pond und River Song im Jahr 102 unterwegs und entdeckt unter Stonehenge die Pandorica, vor der schon mehrfach gewarnt wurde. Schließlich tauchen Mitglieder der Pandorica-Allianz auf und sperren den Doktor in der Pandorica ein, weil sie glauben, dass der Timelord für die Zerstörung der Zeitlinie verantwortlich sei. Allerdings ist das genaue Gegenteil der Fall, natürlich ist der Doktor der Einzige, der die Katastrophe verhindern könnte.

Die Drehbuchautoren dachten in möglichst großen Dimensionen, um die Zuschauer zu beeindrucken, und das ist ihnen offenbar auch gelungen, denn es geht in der weiteren Handlung um nichts Geringeres als die Rettung des ganzen Universums und das Auslösen – wie der Titel der zweiten Folge bereits vermuten lässt – eines Urknalls. Dass für das Erzählen einer solch großen Geschichte eine einzelne Folge nicht ausreicht, versteht sich von selbst. Ohne allzu viel verraten zu wollen: Diesmal steht das Leben des Doktors auf dem Spiel, und nur Amy ist vielleicht in der Lage, ihn zu retten.

Weitere Nominierungen:

DOCTOR WHO: »Vincent and the Doctor«

(BBC; Drehbuch Richard Curtis; Regie Jonny Campbell; dt. »Vincent und der Doktor«)

DOCTOR WHO: »A Christmas Carol«

(BBC; Drehbuch Steven Moffat; Regie Toby Haynes; dt. »Fest der Liebe«)

Fuck Me, Ray Bradbury

(Musikvideo; Drehbuch und Sängerin Rachel Bloom; Regie Paul Briganti)

The Lost Thing

(Kurzfilm Animation; Passion Pictures; Drehbuch Shaun Tan; Regie Andrew Ruhemann & Shaun Tan; nicht auf Deutsch)

Editor, Long Form

Lou Anders

Die Hugo Awards - Das waren die Gewinner
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Lou Anders (*1967) begann seine Karriere 1994 bei Titan Publishing, wo er ab 1995 für das Magazin STAR TREK MONTHLY schrieb und auch Sachbücher über STAR TREK verfasste. Bis 1999 schrieb er rund 500 Artikel hauptsächlich über SF-Fernsehserien für ein halbes Dutzend Magazine. Ab 2000 arbeitete er als Herausgeber beim Online-Verlag Bookface.com, 2003 startete er das kurzlebige ARGOSY MAGAZINE. Ab 2005 schließlich wurde er Cheflektor bei Pyr, dem SF-Imprint von Prometheus Books, die Autoren wie Michael Moorcock, Alan Dean Foster, Adam Roberts, Mike Resnick, Justina Robson, Joe Abercrombie und Ian McDonald herausbringen. Anders war für die Tätigkeit bei Pyr siebenmal für den Hugo nominiert. 2010 erschienen dreißig Titel bei Pyr, Höhepunkt des Programms war zweifellos The Dervish House von Ian McDonald.

Weitere Nominierungen:

Ginjer Buchanan | Beth Meacham | Liz Gorinsky | Moshe Feder | Nick Mamatas | Juliet Ulman

Editor, Short Form

Sheila Williams

Sheila Williams (*1956) war bereits seit 1982 Mitarbeiterin bei ASIMOV’S und hat gemeinsam mit Gardner Dozois die Anthologiereihe ISAAC ASIMOV’S SCIENCE FICTION MAGAZINE ANTHOLOGIES (17 Bände von 1991 bis 2001) herausgegeben. Als Gardner Dozois die Leitung des Magazins Ende 2004 abgab, war es nur folgerichtig, dass Sheila Williams ab Januar 2005 die neue Herausgeberin wurde und es bis heute ist. Schaut man die Nominierungslisten des Hugo an, so ist sie vielleicht nicht ganz so erfolgreich wie ihr Vorgänger, aber auch unter Williams konnte ASIMOV’S im Jahr 2011 gleich zwei Hugo-Gewinner verbuchen: »The Emperor of Mars« von Allen M. Steele und »For Want of a Nail« von Mary Robinette Kowal.

Darüber hinaus erschienen in den zehn Ausgaben des Jahres 2010 in ASIMOV’S Erzählungen von Geoffrey A. Landis, Steve Rasnic Tem, Carol Emshwiller, Damien Broderick, Bruce McAllister, Aliette de Bodard, Stephen Baxter, James Patrick Kelly, Kristine Kathryn Rusch, Barry B. Longyear, Robert Reed, Kij Johnson, Mike Resnick, Kate Wilhelm, Michael Swanwick und anderen.

Weitere Nominierungen:

Stanley Schmidt | John Joseph Adams | Jonathan Strahan | Gordon Van Gelder

Professional Artist

Shaun Tan

Shaun Tan wurde mit seinen zweiten Hugo ausgezeichnet (siehe 2010). Dies hatte er vor allem der Verfilmung seines Kinderbuches The Lost Thing (dt. Die Fundsache) zu verdanken, für die er den Oscar als ›Bester animierter Kurzfilm‹ erhalten hat.

2011 wurde er auch den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis geehrt, die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinderliteratur.

Weitere Nominierungen:

Stephan Martiniere | John Picacio | Daniel Dos Santos | Bob Eggleton

Semiprozine

CLARKESWORLD (Neil Clarke, Cheryl Morgan, Sean Wallace; Podcast-Regie Kate Baker)

Zum zweiten Mal in Folge konnte das Online-Magazin CLARKESWORLD, zu dem auch der gleichnamige Podcast und E-Book-Ausgaben gehören, den Hugo erringen. Mit der Oktoberausgabe 2010 ist Sean Wallace als Mitherausgeber ausgeschieden, um sein eigenes Magazin LIGHTSPEED zu betreuen, sodass Neil Clarke alleinverantwortlich war, unterstützt bei den Sachtexten von Cheryl Morgan. 2010 erschienen dort Erzählungen unter anderem von Peter Watts, Jay Lake, Lavie Tidhar, Tobias S. Buckell, Nina Kiriki Hoffman, Catherynne M. Valente, Robert Reed, Eric Brown, viele Sachartikel sowie Interviews mit Lucius Shepard, Jeffrey Ford, Kij Johnson, Elizabeth Bear, Jay Lake, Mary Robinette Kowal, Lois McMaster Bujold, Cherie Priest und anderen.

Die erfolgreichste Erzählung war »The Things« von Peter Watts (Januar 2010), die für den Hugo nominiert wurde.

Weitere Nominierungen:

LOCUS (Liza Groen Trombi & Kirsten Gong-Wong)
INTERZONE (Andy Cox)
LIGHTSPEED (John Joseph Adams)
WEIRD TALES (Ann VanderMeer & Stephen H. Segal)

Fanzine

THE DRINK TANK (Christopher J. Garcia & James Bacon)

Das US-amerikanische THE DRINK TANK erscheint seit 2005 als elektronisches Fanzine. Herausgeber ist von Anfang an Christopher J. Garcia, der bei vielen Ausgaben von James Bacon unterstützt wird. Der größte Teil der Texte stammt von den Herausgebern selbst, aber es gibt auch gelegentlich Gastautoren. So schreibt Garcia über wichtige Fanzines des 20. Jahrhunderts, bespricht Bücher und Filme und berichtet von Conventions und aus dem Fandom.

Von THE DRINK TANK erscheinen bis zu drei Dutzend Ausgaben pro Jahr, meist mit einem Umfang von rund 20 Seiten. Das Fanzine war von 2007 bis 2010 jedes Jahr für den Hugo nominiert. Als Garcia schließlich 2011 den Hugo gewann, ging sein Auftritt bei der Verleihung als der »Garcia Moment« in die Geschichte des Fandoms ein und wurde 2012 sogar als »The Drink Tank’s Hugo Acceptance Speech« in der Kategorie ›Best Dramatic Presentation Short Form‹ für den Hugo nominiert.

Weitere Nominierungen:

FILE 770 (Mike Glyer)
STARSHIPSOFA (Tony C. Smith)
CHALLENGER (Guy H. Lillian III)
BANANA WINGS (Claire Brialey & Mark Plummer)

Fan Writer

Claire Brialey

Die Britin Claire Brialey ist eine fleißige Fanzine-Autorin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Mark Plummer gibt sie das vielfach Hugo-nominierte Fanzine BANANA WINGS heraus. Die beiden Herausgeber haben ihre vorherigen Fanzines BANANA SKINS und WAXEN WINGS in den 90er-Jahren vereinigt, wodurch der Name BANANA WINGS entstand. Zwar hat das Fanzine den Hugo bisher nicht gewonnen, wohl aber fünfmal den Nova Award for Best Fanzine und zweimal den FAAn Award for Best Fanzine. Brialey gibt außerdem gemeinsam mit Chris Garcia und James Bacon das vierteljährlich erscheinende, ebenfalls preisgekrönte Fanzine JOURNEY PLANET heraus. Darüber hinaus ist sie an einem halben Dutzend anderer Fanzines beteiligt.

Weitere Nominierungen:

Christopher J Garcia | Steven H Silver | James Bacon | James Nicoll

Fan Artist

Brad W. Foster

Fosters Illustrationen und Cartoons erschienen weiterhin in ANSIBLE und anderen Fanzines wie BANANA WINGS, EXHIBITION HALL und SPACE AND TIME. Dieser anhaltende Fleiß, gepaart mit Witz und Originalität, brachte ihm schließlich bereits den achten Hugo ein.

Weitere Nominierungen:

Randall Munroe | Maurine Starkey | Steve Stiles | Taral Wayne

John W. Campbell Award

Lev Grossman

Der US-Amerikaner Lev Grossman (*1969) ist in erster Linie Journalist und schreibt für Magazine und Zeitschriften wie THE NEW YORK TIMES, WIRED, ENTERTAINMENT WEEKLY, THE WALL STREET JOURNAL und THE VILLAGE VOICE. So hat er auch namhafte Persönlichkeiten wie Bill Gates, Steve Jobs, Salman Rushdie, Neil Gaiman, J. K. Rowling und Johnny Cash interviewt. Sein erster Roman Warp (1997) spielte in der Gegenwart, ließ aber bereits Grossmans Interesse für Phantastik erkennen. Sein zweiter Roman, Codex (2004; dt. Die Macht des Codex), wurde ein internationaler Bestseller. Sein drittes Buch, der Fantasy-Roman The Magicians (2009 bei Viking; dt. Fillory – Die Zauberer), war bisher sein erfolgreichster Roman.

Seither sind zwei Fortsetzungen erschienen: The Magician King (2011 bei Viking; dt. Fillory – Der König der Zauberer, Fischer) und The Magician’s Land (2014 bei Viking).

Weitere Nominierungen:

Lauren Beukes | Saladin Ahmed | Dan Wells | Larry Correia

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 2001-2017” (erschienen 2018 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2018 by Hardy Kettlitz

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