Queer*Welten

BUCH

Queer*Welten – das erste deutschsprachige queer-feministische Science-Fiction- und Fantasy-Magazin


Gerade ist die allererste Ausgabe des Magazins "Queer*Welten" erschienen, das euch ab sofort regelmäßig mit phantastischen Kurzgeschichten, Debattenbeiträgen und Buchtipps versorgen will. Hier erzählt euch Judith Vogt, was euch in dem Zine erwartet. 

Ich freue mich sehr, dass ich euch hier kurz das von mir, Lena Richter und Kathrin Dodenhoeft im Ach je Verlag herausgegebene Zine „Queer*Welten“ vorstellen kann! Im Juni erschien die erste Ausgabe, ab jetzt ist es quartalsmäßig angedacht, euch mit Kurzgeschichten, Debattenbeiträgen und Buchtipps zu versorgen.

Was meinen wir mit queer-feministisch?

Das Wort „Feminismus“ muss ich vermutlich nicht erklären – wir möchten, dass in den Geschichten, die wir in „Queer*Welten“ veröffentlichen, geschlechterspezifische Machtdynamiken thematisiert oder in Frage gestellt werden und dass Frauen eine Rolle spielen. Dass sie Protagonistinnen sind, ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, eine Identität haben, die nicht von Männern oder heterosexistischen Weltbildern geprägt ist (oder, wenn doch, von der Rebellion gegen solche erzählen). „Queer-feministisch“ ergänzt das, um neben der Geschlechter­ebene andere Ebenen der Diskriminierung zu berücksichtigen und Verhältnisse hinterfragen wollen:

„Queer“ steht für das Aufbrechen und Dekonstruieren normativer Gesellschaftsstrukturen, die patriarchal, heterosexistisch und rassistisch geprägt sind. Wir möchten nicht, dass alle unsere Geschichten von weißen hetero cis Frauen handeln, die die Welt retten. Wir möchten stattdessen, dass die Geschichten verschiedene Lebensrealitäten abbilden, auch wenn sie in fernen Welten spielen. Wir möchten, dass darin Enbys, Women of Color und trans Frauen genauso sichtbar sind wie asexuelle cis Frauen oder ältere Frauen mit Behinderung. Unser Feminismus ist intersektional, das heißt, er berücksichtigt die Überschneidungen von mehreren Diskriminierungsebenen. So kann eine Frau neben ihrem Geschlecht auch für ihr Schwarzsein, ihre Homosexualität und/oder ihre Behinderung diskriminiert werden. Diese verschiedenen Ebenen wirken immer zusammen, auch wenn die einzelnen Dimensionen in verschiedenen Kontexten unterschiedlich stark zum Tragen kommen. Dabei möchten wir ganz besonders auch Own Voices berücksichtigen.

Wer ist die Zielgruppe?

Wenn ihr Kurzgeschichten lesen wollt, in denen der Status Quo in Frage gestellt wird, in denen Utopien und Dystopien geschaffen und gesellschaftliche Normierung ausgehebelt werden, in denen es um Empowerment geht, aber auch um Marginalisierung, um nicht-heteronormative Konzepte von Leben und Überleben, Familie und Partnerschaft, wenn ihr Menschen als Protagonist*innen lesen wollt, die sonst eher am Rand von Geschichten stehen, wenn ihr Autor*innen lesen wollt, deren Perspektive ihr bislang eher nicht auf Bestsellerlisten gefunden habt – dann ist Queer*Welten was für euch.

Was ihr nicht in Queer*Welten finden werdet, sind Texte mit Hate Speech, Beleidigungen, übermäßig brutalen oder rein erotischen Inhalten.

Außerdem könnt ihr bei „Queer*Welten“ mitmachen! Wir haben eine ständige Ausschreibung, denn wir möchten ja noch viele weitere Ausgaben des Zines herausbringen. Unter https://queerwelten.de/wir-suchen-dich/ findest du die Einzelheiten inklusive der Einreichungsadresse.

Own voices gesucht!

Wir bevorzugen bei unserer Auswahl Own-Voices-Autor*innen (Nicht-Männer, Queers, BIPoC, Autor*innen mit Behinderung oder Neurodivergenz), aber eine Veröffentlichung in Queer*Welten bedeutet nicht automatisch ein „Outing“ – du wirst nicht genötigt, Details zu dir als Person offenzulegen. Gerne kannst Du bei uns auch unter Pseudonym veröffentlichen. Und natürlich kannst du auch einreichen, wenn du nicht own voice bist oder dich dazu nicht äußern möchtest.

Auch Gedichte, Geschichten in Drehbuchform, Comics (max. eine Seite) oder ganz andere Formen sind uns willkommen! Wir veröffentlichen pro Ausgabe auch einen nonfiktionalen Debattenbeitrag zur Science-Fiction und Fantasy, wenn du dazu Ideen hast, kannst du uns diese auch sehr gern pitchen. Auch sie sollten einen queer-feministischen Fokus haben.

Für unsere erste Ausgabe haben wir einen rassismuskritischen Essay von James Mendez Hodes zu Orks und dem Mythos der „Kriegerrassen“ übersetzt, außerdem findet ihr Geschichten von Anna Zabini, Annette Juretzki und Lena Richter, eine Ballade von Jasper Nicolaisen sowie aktuelle Romantipps. Lenas Geschichte „Feuer“ wird es am kommenden Freitag auf Tor Online zu lesen geben. Wir sind ein kleines Projekt und freuen uns über alle, die danach Lust haben, uns mit dem Kauf von „Queer*Welten“ zu unterstützen. Ihr könnt das Projekt auch darüber hinaus unterstützen, wenn ihr möchtet: https://queerwelten.de/unterstuetzen/

Bad feminists

Wir werden es niemals schaffen, allen Menschen in ihrer unglaublich komplexen Lebensrealität gerecht zu werden. Nicht alle werden sich (immer) in unseren Texten wiederfinden können. Wir sind auf die Einsendungen angewiesen, die wir erhalten, und können nur aus diesem begrenzten Pool auswählen. Wir werden uns bemühen, auch aktiv möglichst viele Texte von Own Voices zu akquirieren, aber uns ist von vornherein bewusst, dass wir auch an unserem eigenen Anspruch scheitern können. Wir möchten, dass ihr wisst: Wir sind keine perfekten (Queer-)Feministinnen. Wir versprechen euch nicht, dass wir die Welt verstanden haben und ihr in unserem Magazin alle Antworten finden werdet, die ihr sucht. Auch wir sind lediglich auf einer Suche und möchten frei nach dem Prinzip des „messy learning“ versuchen, einen Beitrag zu mehr Vielfalt und Sichtbarkeit von Diskriminierten in der Phantastik zu leisten.

Wenn wir euch neugierig gemacht haben, lest einfach weiter oder klickt hier und holt euch die erste Ausgabe von Queer*Welten: https://ach.je/produkt/queerwelten-01-2020/

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