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Fünf Fantasy-Bücher mit schwierigen Vater-Sohn-Beziehungen


Väter und Söhne – sie können sich sehr ähnlich sein oder grundverschieden. In beiden Fällen kommt es oft zu Konflikten. Und das ist der Stoff, aus dem Geschichten sind. Besonders im Fantasy-Genre, wo es viel um vererbte Titel oder Gaben geht: fünf Beispiele.

 

Der falsche Thronerbe ist ein gern gewähltes Motiv in Fantasy-Romanen, in denen schwierige Vater-Sohn-Beziehungen eine Rolle spielen; falsch hier allerdings in dem Sinne, dass der Erbe nicht den Idealen des Vaters entspricht. Für Söhne erfolgreicher Väter ist es wiederum schwer, aus deren Schatten zu treten und sich aus eigener Kraft einen Namen zu machen. Hinzu kommen schwierige Vater-Sohn-Beziehungen, in denen beide unterschiedliche Werte vertreten oder auf verschiedenen Seiten stehen.

Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin

Die bekannteste Vater-Sohn-Beziehung im Fantasy-Genre war in den vergangenen Jahren sicherlich die zwischen Tyrion Lannister und seinem Vater Tywin in Das Lied von Eis und Feuer. Bei Tyrions Geburt verstarb seine Mutter, Tywin gab seinem Sohn die Schuld. Nachdem dieser sich zudem als kleinwüchsig entpuppte, verachtet er seinen zweiten Sohn zudem auch noch. Doch anders als der Erstgeborene Jaime entwickelte Tyrion sein Talent für Politik und zeigte so, wie ähnlich er seinem Vater war. Tywin verweigert ihm jedoch jegliche Anerkennung und demütigt Tyrion immer wieder, vor allem in seinen Beziehungen zu Frauen.

Der Tiefpunkt ist erreicht, als Tywin seinen Sohn nicht nur des Mordes an König Joffrey anklagen lässt, sondern auch noch Tyrions Geliebte Shae gegen seinen Nachkommen aufbringt. Und so endet diese Vater-Sohn-Beziehung mit einem schlimmen Verbrechen: dem Vatermord.

Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien

George R. R. Martin griff in der Lannister-Familiengeschichte ein Motiv von J. R. R. Tolkien auf. Denn bereits im Herrn der Ringe gibt es eine ähnliche Konstellation. Auch in der Familie der Truchsesse von Minas Tirith kommt es zum frühen Tod der Mutter, nachdem diese ihrem Mann zwei Söhne geboren hat. Denethor II. zieht seine Söhne Boromir und Faramir allein auf.

Er bevorzugt dabei Boromir, da dieser den kriegerischen Idealen seines Vaters entspricht. Faramir mit seinem Durst nach Wissen, der von Gandalf gefördert wurde, empfand der Truchsess als zu weich. Doch anders als später bei Martin kommt es bei Tolkien noch zur Läuterung des Vaters. Denn nachdem Denethor Faramir auf ein Selbstmordkommando schickt und dieser schwer verwundet nach Minas Tirith zurückgebracht wird, trauert der Vater und bereut seinen Befehl. Er verfällt allerdings dem Wahnsinn und überlebt auch bei Tolkien nicht. Eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn bleibt so aus.

Der Winter naht
Hört mich brüllen
Der Herr der Ringe

Die Licht-Saga von Brent Weeks

Gleich zwei Vater-Sohn-Konflikte baut Brent Weeks in seine Licht-Saga ein. Der Strippenzieher in der Familie Guile ist Andross. Seine beiden Zwillingssöhne kämpfen im Krieg der Prismen gegeneinander, wobei er seinen Sohn Gavin unterstützt. Dieser triumphiert auch und wird zum mächtigsten Mann in den Sieben Satrapien. Doch das Verhältnis von Vater und Sohn ist getrübt. Denn Gavin ist nicht der echte – der Zwilling hat seinen Platz eingenommen. Der Konflikt zwischen Gavin und seinem Vater schwelt weiter und zieht sich durch die ganze Serie.

Gavin selbst ist ebenfalls Vater, wie er im Laufe des ersten Bandes erfährt. Dass er von Kip nichts wusste und ihn daher nicht aufwachsen sah, verzeiht dieser ihm nicht. Dennoch kommen sich die beiden näher und Gavin erkennt Kip als seinen Sohn an, wodurch er Teil der Familie Guile wird. Und sich dadurch auch mit seinem Großvater Andross auseinandersetzen muss.

Die Hexenholzkrone von Tad Williams

Ebenfalls um drei Generationen geht es in Die Hexenholzkrone von Tad Williams. Eine der Erzählstimmen in Der letzte König von Osten Ard ist Prinz Morgan. Seine Großeltern Simon und Miriamel ziehen ihn auf, nachdem sein Vater ums Leben kam. Und auch wenn Simon versucht, für seinen Enkel auch eine Vaterfigur zu sein, gelingt es ihm kaum, einen Zugang zu Morgan zu bekommen. Der Tod von Morgans Vater steht zwischen ihnen, ebenso die Angst von Simon und Miriamel, dass auch Morgan etwas passieren könnte. Nicht zuletzt der Altersunterschied sorgt dafür, dass Ersatzvater und Enkelsohn ein schwieriges Verhältnis haben.

Doch für  Morgan ist es auch problematisch, dass Simon so Großes vollbracht hat, sodass der Prinz immer in seinem Schatten stehen wird. Dieser Konflikt  führt dazu, dass sich diese Figur im Laufe der Reihe großartig entwickeln kann.

Der Pfad des Zorns von Antoine Rouaud

Nicht nur zwischen leiblichen Vätern und Söhnen gibt es konfliktreiche Beziehungen. In Der Pfad des Zorns von Antoine Rouaud geht es um einen Ziehvater und seinen Schützling. Dun-Cadal ist ein Ritter und als solcher einem vorgegebenen Verhaltenskodex unterworfen. Dazu gehört es, nicht auf den titelgebenden Pfad des Zorns zu geraten.

Der Franzose Antoine Rouaud ließ in seinem Debüt-Roman Dun-Cadal seine Werte an seinen Ziehsohn Grenouilles weitergeben. Die Vater-Sohn-Beziehung ist dabei nicht frei von Konflikten, sondern vielmehr von Liebe und Hass geprägt. Das hat viel mit Politik zu tun. Denn Dun hält an seinen ritterlichen Werten fest, um die alte Ordnung zu verteidigen, als vermeintliche Mitstreiter sie längst verraten. Grenouilles hingegen setzt auf andere Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – ein Generationenkonflikt.

Schwarzes Prisma
Die Hexenholzkrone
Der Pfad des Zorns

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