Nimue Alban: Auf Gefechtsstation

BUCH

Neuerscheinungen Science Fiction: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland


Es gibt wieder Büchernachschub aus der Science Fiction. Hier sind die aktuellen Lesetipps von der Berliner Fantasy-und Science-Fiction-Buchhandlung Otherland.

David Weber – Niue Alban: Auf Gefechtsstation

Teil 18 (im englischen Original At the Sign of Triumph, Teil 2) der Nimue Alban-Serie um die gleichnamige Lieutenant Commander aka Merlin, die den Kampf gegen die übermächtigen Gbaba und den totalitären Kirchenstaat auf Safehold anführt. Es kommt zur finalen Schlacht zwischen Charis und der Kirche.  (geschrieben von Wolf)

Jan Valetov – ZONE: Zu jung, um zu sterben

Puhhhh, ja, also was soll man sagen: verstrahlte Welt, militärischer Virus, der alle über 18 rapide altern lässt, Teenager, die sich in Banden/Stämmen sammeln und Einzelkämpfer, die sich dazwischen im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagen. Was vor 6 Wochen eventuell noch unterhaltsames Lesefutter war, fühlt sich heute ein bisschen komisch an. Oder auch nicht. Wer also grade noch einen Boost an Virus-Bedrohung braucht, um doch noch länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben, kann sich hier die Dröhnung geben. Kurzweilig und schnell geschrieben. Danach erscheint das Schlange stehen vor dem Supermarkt wie ein Karibik-Urlaub. (geschrieben von Wolf)

Tamsyn Muir – Ich bin Gideon

Kunde kommt ins Otherland: Gibts Neuheiten?
Wolf: Yo, Ich bin Gideon ist neu
Kunde: Um was gehts?
Wolf: Lesbische Nekormantin im Weltraum
Kunde: Habt ihr den auch zweimal da?
Okay, ich weiß ich mag es vereinfacht, und Ich bin Gideon (Gideon the Ninth) ist schon ein bisschen mehr, aber es ist eben genau auch das: frisch und zickig. Ich hab zwischendrin viel gelacht, weil viele Klischees der SF auf die Schippe genommen werden, weil es knallt und zappelt, wo andere Bücher cool und heldenhaft sind. Von mir aus gern mehr davon, und ich freu mich schon auf diejenigen, die sich im Otherland über “so’n Mist” beschweren werden. ;-) (geschrieben von Wolf)

Nimue Alban: Auf Gefechtsstation
Zone
Ich bin Gideon

Hans Frey – Aufbruch in den Abgrund - Deutsche Science Fiction zwischen Demokratie und Diktatur (Von Weimar bis zum Ende der Nazidiktatur 1918-1945)

Die Fortsetzung zu Hans Freys Fortschritt und Fiasko, in dem es um Die Ersten Hundert Jahre der Deutschen Science Fiction (Vom Vormärz bis zum Ende des Kaiserreichs) ging, ist zwar mit einem sehr viel kürzeren Zeitraum befasst, aber dafür deutlich dicker ausgefallen.

Richtig Lesefluss kommt bei der starken Zergliederung in kürzeste Unterkapitel zwar nicht auf, aber als ausführliche, solide recherchierte und kontextualisierte, chronologische Enzyklopädie ist es nicht zu überschätzen. Detaillierte Inhaltsangaben und zum Teil auch Abbildungen von Covern machen das Blättern darin dann doch zur Freude.

Außerdem positiv hervorzuheben: Hans Frey nimmt in der Beurteilung kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, esoterischen Nazidreck auch mal als “besonders abstoßendes Gebiet geistiger Verwirrung” zu bezeichnen. Soviel Polemik muss erlaubt sein, und man kann das auch durchaus als Hinweis darauf nehmen, dass auch gegenwärtige rechtsextreme Ideologie sich an vielen Stellen nicht durch übergroße Realitäts- und Logikaffinität auszeichnet.

Aber hier gehts ja noch um so viel mehr: neben den links- und rechtspolitischen Literaturen nämlich noch die wirklich avantgardistischen, utopischen, unterhaltsamen und einfach abgedrehten. Eine Fundgrube! (geschrieben von Sarah)

Patrick A. Tilley – Die Amtrak Kriege #2: Erste Familie

Teil zwei der sechsbändigen Serie, die bereits in den 90igern bei Heyne erschienen ist. Solide, postapokalyptische Erlösungs-SF auf der Erde, mit Zügen, Mutanten und einem Erlösermythos. Lockere Wegles-Post-Apo mit ein bisschen Mad Max rumsbums :) (geschrieben von Wolf)

Julia von Lucadou – Die Hochhausspringerin

Die Hochhausspringerin ist nicht wirklich eine Neuheit, erschienen 2018 und soweit ich mich erinnere, hatten wir das Buch auch schon mal im Otherland. Manchmal ist es aber auch interessant, mit etwas Abstand wieder auf ein Buch zu schauen, und so liegt Die Hochhausspringerin wieder bei uns in der Auslage.

Riva ist Hochhausspringerin, unter totaler Vertrags-und Gesellschaftskontrolle, eine Person, na, besser: ein Objekt des öffentlichen Lebens, auf das Ängste, Wünsche und Träume projiziert werden, ohne sich selbst mit ihnen konfrontieren und sie leben zu müssen. Als Riva nicht mehr springen will, wird Hitomi, eine Wirtschaftspsychologin auf sie angesetzt, die sie wieder auf normales, verwertbares Leistungsniveau bringen soll. Hitomi trifft Riva jedoch nie persönlich, beobachtet sie nur durch Kameras und Funktions-Trackings.

Der Science Fiction-Aspekt, die perfekte Selbstoptimierungsgesellschaft mit totaler gegenseitiger Kontrolle, dient Lucadou als Transportmittel, wie viele Autorinnen und Autoren, die sich der SF als Stilmittel bedienen, bezeichnet sie sich nicht als Science-Fiction-Autorin. Ihre Themen wie Leistung, Kontrolle und Abtreten der Verantwortung sind bereits heute sichtbar und Lucadous Dystopie-Warnung reiht sich in die von Eggers Der Circle ein, wird jedoch nie die Wucht und Energie haben, mit denen Science Fiction-Autoren wie Philip K. Dick oder Frederick Pohl die Themen schon Jahrzehnte zuvor vor uns ausschütteten. Aber jede Generation braucht ihre eigene Warnung, in ihrer eigenen Sprache und so ist Lucadous Die Hochhausspringerin ein klates Abbild eines Moments in einer Zukunft in der wir bereits leben.

“Als die Frau an den äußersten Rand des Flachdachs tritt, halten die Zuschauer den Atem an. In ihrem Flysuit™ glitzert sie überirdisch. Die Menschen am Boden wie in den Zuschauer-boxen des Gebäudes gegenüber, bis hinauf zur Skybox™, recken ihr die Arme entgegen.” (geschrieben von Wolf)

Aufbruch in den Abgrund
Erste Familie
Die Hochhausspringerin

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