Schatten der Ewigkeit: Interview mit Carolin Wahl

INTERVIEW

Zwischen realistischen Geschichten und Phantastik: Interview mit Carolin Wahl


Gestaltenwandler, ein magisches Edinburgh und ein Schuss Humor: Im Interview verrät Autorin Carolin Wahl mehr über ihr Fantasy-Debüt "Schatten der Ewigkeit".

Darum geht es im Roman: Götter, Geister, Fabelwesen – das sind die Namen, die Menschen den Alias gegeben haben. Die Gestaltwandlerin Kit arbeitet bei der Alias Einheit, deren Aufgabe es ist, die Sterblichen vor abtrünnigen Alias zu schützen. Nach einer Katastrophe, bei der ihr Partner stirbt, wird sie nach Edinburgh versetzt, aber auch hier scheint der Tod Kit zu verfolgen: Eine grausame Mordserie erschüttert die Stadt, und die Opfer scheinen alle eng mit Kit verbunden zu sein. Gemeinsam mit ihrem menschlichen Partner Keagan versucht sie, den wahren Mörder zu finden und eine zweite große Katastrophe zu verhindern. Allerdings hat ein mächtiger Todesdaimon ihre Fährte aufgenommen, denn er ist der festen Überzeugung, dass Kit mehr über die Vorfälle weiß, als sie zugibt …

TOR ONLINE: Du schreibst nun schon sehr lange und bist in verschiedenen Genres unterwegs. Was genau ist für dich das Besondere an der Phantastik?

CAROLIN WAHL: Ich liebe die Mischung, die in der Phantastik möglich ist. Das Abtauchen in ganz fremde Welten, die nur entfernt Parallelen mit unserer Welt aufweisen, aber im Kern doch viel ähnlicher sind, als es im ersten Moment scheint. Urban-Fantasy ist etwas ganz Besonderes, weil man im Grunde immer damit spielt, dass diese Magie möglich ist. Dieses was-wäre-wenn-Spiel macht diese Art der Phantastik so reizvoll und hat mich persönlich immer daran fasziniert.

Mit welchem Genre möchtest du dich als nächstes beschäftigen?

Aktuell schreibe ich an meinem nächsten realistischen Jugendbuch, das ähnlich wie »Staat X – Wir haben die Macht« ein ernstes Thema hat. Ich möchte mich aber ungern festlegen, weil Ideen und die Leidenschaft für eine Geschichte sehr spontan auftreten können: vielleicht ist es Fantasy, vielleicht auch ein Liebesroman. Tendenziell bewege ich mich aber gerne zwischen realistischen Geschichten und phantastischen Abenteuern...

Welches Fantasy-Buch hat dich nachhaltig beeindruckt?

Da gibt es einige! Viele Fantasybücher haben mich in unterschiedlichen Lebensabschnitten abgeholt und berührt. Kai Meyers »Merle-Trilogie« war meine erster Fantasyroman und wird deswegen immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben; Trudi Canavans »Die Gilde der schwarzen Magier«-Reihe hat mich für die High Fantasy begeistert; »Der Nachtzirkus« von Erin Morgenstern hat mich nachhaltig beeindruckt, weil es so anders, magisch und schön erzählt war.

Kommen wir zu „Schatten der Ewigkeit“. Warum hast du dir Edinburgh als Handlungsort ausgesucht? 

Seit ich 2015 für ein Jahr in Edinburgh leben durfte, war es mein größter Wunsch, eine Geschichte zu schreiben, die dort spielt. Das Licht dort ist anders, der Regen riecht anders, selbst graue Wolken und trübes Wetter wirken dort einfach einzigartig und man schmeckt immer die Salzluft des Meeres. Überall gibt es kleine Cafés, die Menschen in Edinburgh sind sehr freundlich. Auch wenn es im Winter sehr früh dunkel und spät hell wird und man das Gefühl hat, nur nachts zu leben – diese Stadt ist einfach magisch!

Die Protagonistin Kit ist Gestaltwandlerin und verwandelt sich in einen Fuchs. Oft freiwillig, aber viel zu häufig auch dann, wenn sie sich erschreckt. In welches Tier würdest du dich verwandeln, wenn du die Wahl hättest?

Ich glaube, ich würde gerne ein Tier wählen, das fliegen kann. Ich finde, fliegen ist etwas unheimlich faszinierendes, auch wenn ich etwas Höhenangst habe. Das Gefühl von Freiheit in der Luft muss unglaublich sein.

Kit ist angelehnt an Kitsune, eine japanische Sagengestalt – was fasziniert dich an diesem Mythos?

Neben Schottland gehört Japan zu den Ländern, die mich am meisten faszinieren. Ich war bereits zweimal dort und liebe die Kultur, dieses Anderssein, das Fremde, die Geschichten von dort. Ich wollte mit Kit eine globale Heldin haben, diesen Mythos unbedingt aufgreifen und die zwei Kulturen verbinden, die ich so wahnsinnig spannend finde. Kit sollte eine Gestaltwandlerin sein, aber sich nicht einfach nur in einen Fuchs verwandeln können, sondern auch ein Stück japanischer Geschichte in sich tragen.

Und zu guter Letzt: Welchen (Schreib-)Tipp würdest du angehenden Autor*Innen mit auf den Weg geben?

Zu Ende schreiben – das ist mit Abstand das schwerste und einfachste Tipp zugleich.
Falls man nämlich Probleme mit der Handlung hat, sich in eine „Sackgasse“ geschrieben oder einfach nicht weiter weiß, muss man sich wirklich intensiv mit dem Text und seinen Schwächen auseinandersetzen und das kann mitunter schmerzhaft sein: eventuell muss man einiges löschen und/oder umschreiben, aber eine Geschichte wirklich zu Ende zu erzählen ist der erste Schritt, um ein gedrucktes Buch irgendwann in den Händen halten zu können.

Danke für das Gespräch!

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