BUCH

Die interessantesten Horrorbücher des Jahres 2019


Für Fans der Horrorliteratur gab es auch dieses Jahr wieder viel Lesestoff. Hier eine Zusammenstellung der interessantesten Horrorbuch-Neuerscheinungen 2019.

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Das hier ist natürlich eine subjektive Auflistung von Titeln, die mir persönlich als besonders interessant aufgefallen sind, oder von denen ich zumindest glaube, dass sie für eine Horrorleserschaft besonders interessant sein könnten. Titel die hier fehlen, halte ich entweder nicht für interessant genug, oder habe sie in der Flut an Neuerscheinungen einfach übersehen. Mir ist kein Onlineportal oder Magazin bekannt, das wirklich alle Horrorneuerscheinungen des Jahres auflistet, aber die Listen des Vincent Preis für Roman national und Horrorwerk international sind ganz gute Anlaufpunkte, wenn auch gerade bei den internationalen Werken nicht ganz vollständig. Von den hier vorgestellten Büchern gelesen habe ich bereits Die Geborgenheit der Fremden Stadt und Melmoth, jeweils im Original.

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Die Geborgenheit der fremden Stadt (von Lucy Taylor)

Erzählt von Val, die als moderne Nomadin von Stadt zu Stadt reist, immer auf der Suche nach neuen Liebschaften, Gelüsten und erotischen Abenteuern. Als sie von der ominösen "Stadt" hört, einem Ort unvergleichlicher sexueller Ausschweifungen, begibt sie sich auf die Spur des geheimnisvollen "Türken", der den Schlüssel zur Stadt besitzen soll. Verfolgt wird sie dabei vom psychopathischen Mörder Arthur Breen, der sich für ihre Zurückweisung revanchieren will und dabei über Leichen geht. Die Einflüsse Clive Barkers sind unverkennbar, und in der Extrem-Reihe von Festa ist das Buch mit seinen brutalen Gewaltspitzen und expliziten Sexdarstellungen richtig aufgehoben, aber besser geschrieben als das Meiste, was in dieser Reihe erscheint. Eine brutale Allegorie auf die hedonistischen Auswüchse der menschlichen Gesellschaft, aber auch über Einsamkeit und die Unerfüllbarkeit geheimer Sehnsüchte.

Erschien am 17.10 bei Festa in der Übersetzung von Thomas Schichtel (ist nur beim Verlag direkt erhältlich). Das englischsprachige Original erschien bereits 1996 unter dem Titel The Safety of Unknown Cities und gewann den Bram Stoker Award für den besten Debütroman.

Melmoth (von Sarah Perry)

Melmoth ist eines jener Werke unheimlicher Phantastik, die an der Schwelle zur Unwirklichkeit operieren und die Leserinnen dabei auf subtile Weise im Unklaren lassen, ob die unheimlichen Vorkommnisse wirklich übernatürlichen Ursprungs sind: Die englische Übersetzerin Helen Franklin lebt seit 20 Jahren unter asketischen Bedingungen in Prag und hat nur wenige Freunde. Einer davon ist Karel, der sie mit einigen Manuskripten und Texten auf die Spur von Melmoth der Zeugin bringt, die seit Jahrtausenden immer dann auftauchen soll, wenn Unheil naht. Melmoth ist langsamer Grusel, der mehr Wert auf eine detaillierte Ausarbeitung der Figuren und ihrer Beziehungen zueinander legt und mit atmosphärisch dichten Beschreibungen Prags für eine unheimliche Stimmung sorgt. Geschrieben in einem ausgezeichneten, eleganten Stil. Ein Roman, der selbst aus dieser Liste noch herausragt. Der Titel ist natürlich eine Anspielung auf Melmoth the Wanderer von Charles Robert Maturin (einem der Klassiker der Gothic Literature).

Erschien am 30. September bei Eichborn in der Übersetzung von Eva Bonné.

Geister der Vergangenheit (herausgegeben von Sarina Wood)

Ist eine Anthologie mit Geistergeschichten, die sich auf deutsche Legenden beziehen (wie die Loreley z. B.). Erschienen im Verlag Torsten Low, jenem rührigen und bissigen Kleinverleger, der auf keinem Con fehlen darf und sich eine ganz eigene Nische auf dem deutschsprachigen Phantastikmarkt erarbeitet hat. Von den in der Anthologie vertretenen Autorinnen kenne ich ehrlich gesagt nur Vincent Voss, aber sie scheint mir eine willkommene Abwechslung neben all den Lovecraft- und Ekelgrütze-Anthologien zu bieten.

Erschienen am 21. Oktober im Verlag Torsten Low, hier gibt es Infos zu allen AutorInnen.

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Das ewige Spiel (Andreas Laufhütte)

Erster Pluspunkt ist schon mal die Länge von nur 200 Seiten. Novellen erscheinen viel zu wenige auf dem deutschsprachigen Markt. Über einen Ich-Erzähler mit Hirntumor, bei dem irgendwann die Frage aufkommt, ob die Halluzinationen vielleicht doch gar keine sind. Soll ein wilder Mix aus Horror, Thriller und Science Fiction sein. Ich bin ja immer dankbar, wenn sich Romane nicht auf den ersten Blick (und auch nicht auf den zweiten) klar kategorisieren lassen. Stand auf der Phantastik Bestenliste im September 2019, was mich zumindest schon mal auf das Buch aufmerksam gemacht hat.

Erschien am 31. Juli im Eldur Verlag.

Die Elementare (Michael McDowell)

Hier habe ich ehrlich gesagt gezögert, das Buch in die Liste aufzunehmen. Nicht, weil es im Original schon 1981 erschienen ist, sondern weil die deutsche Erstausgabe von Festa eine auf 999 Exemplare limitierte Sonderausgabe ist, die 35 Euro kostet, veröffentlicht in der Reihe Pulp Legends. Ich bin kein Fan von solchen limitierten Ausgaben, aber sämtliche Kritiken, die ich zu diesem Buch gelesen habe, machen mich neugierig darauf, auch wenn ich dann auf die englischsprachige Fassung zurückgreifen werde. Ist ja eigentlich eine schöne Sache, wenn ältere Bücher nicht für immer der Vergessenheit anheimfallen, sondern in späteren Jahrzehnten von einer neuen Lesergeneration wiederentdeckt werden. Es geht um zwei Familien, die die Ferien an der Küste verbringen und mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert werden. Coming of Age, Spukhaus und Southern Gothic in einem Roman.

Erschien am 22. September bei Festa in der Übersetzung von Patrick Baumann in limitierter Auflage, die fast vergriffen ist und nicht über den Buchhandel erhältlich.

Kill Creek (Scott Thomas)

Man stecke vier Horrorautoren in ein Spukhaus und schaue, was passiert. Mehr muss ich eigentlich nicht wissen, um auf dieses Buch neugierig zu werden. Horrorautoren, die wohl nach realen Vorbildern gestrickt wurden und für Genrekenner erkennbar sein sollten.

Erschien am 12. August in der Übersetzung von Kristof Kurz bei Heyne.

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Klunga und die Ghule von Köln (Adam Hülseweh)

Das Buch ist mir in meiner sozialen Netzwerkfilterblase immer wieder bei Leuten begegnet, deren Literaturgeschmack ich sehr schätze. Der Historiker und Religionswissenschaftler Hülseweh erzählt von Ghulen in Köln und Kölscher Geschichte im Stile moderner Schauerliteratur. Wenn ich das richtig sehe, ist es im Eigenverlag erschienen, scheint aber eine sehr schön aufgemachte und illustrierte Ausgabe zu sein.

Erschien am 30. August mit Illustrationen von Daniel Bechthold.

Hinter den Gesichtern (Richard Lorenz)

Über eine Krankenschwester mit angeblich zweitem Gesicht, die als Kind ihren Schuldirektor als grausamen Serienmörder enttarnte. So steht es im Klappentext und mehr weiß ich auch nicht über den Inhalt. Doch Richard Lorenz' Debütroman Amerika Plakate fand ich so außergewöhnlich und so gut geschrieben, dass sein neuestes Werk automatisch auf meinem Radarschirm landet. Auch wenn der Roman dieses Mal deutlich konventioneller daherzukommen scheint.

Erschien am 31. Oktober im Luzifer Verlag.

Ihr Körper und andere Teilhaber (Carmen Maria Machado)

Dieser Erzählband der amerikanischen Autorin Carmen Maria Machado hat nicht nur den Shirley Jackson Award gewonnen, sondern stand auch auf der Shortlist für den National Book Award und vieler anderer Preise. Die hier versammelten Kurzgeschichte erzählen wohl von einem Horror, der nah an unserer Realität ist und viel mit Sex und Sexualität zu tun hat. Sprachgewaltig und radikal, heißt es.

"In acht Kurzgeschichten mischt sie Horrormärchen, Groteske, Pornografie, Realität und Science-Fiction. Das ist drastisch, irre, manchmal anstrengend - und ziemlich unterhaltsam", schreibt Jana Felgenhauer auf Spiegel Online.

Erschien im Januar 2019 bei Tropen in der Übersetzung von Anna-Nina Kroll

Ein paar Anmerkungen zur Liste ...

Auffällig an dieser Liste ist natürlich, dass auf ihr nur Bücher aus Deutschland oder dem englischsprachigen Raum stehen. Horror aus anderen Sprachen hat es bei uns leider schwer, übersetzt zu werden. Ab und zu mal was aus Japan oder dem spanischsprachigen Raum, das war es dann meist auch schon. Selbst ein niederländischer Horrorroman wie Hex von Thomas Olde Heuvelt wird lieber aus der amerikanisierten Fassung übersetzt.

Doch was fehlt auf der Liste? Welche Horrorbücher erschienen oder werden dieses Jahr noch erscheinen, die auf jeden Fall mit dabei sein sollten? Gibt es vielleicht etwas aus anderen Sprachen, das ich übersehen habe? Immer her mit den Empfehlungen!

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