Das sind die besten Fantasy-Bücher des Jahres 2019

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Das sind die besten Fantasy-Bücher des Jahres 2019


Alte Söldner-Rockstars, Märchenhelden mit Fernweh, intrigante Elfen und afrikanische Gestaltwandler: Hier ist sie, unsere definitive Top-Liste der besten ins Deutsche übersetzten Fantasy-Bücher von 2019.

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Meta-Märchen: Der Atem einer anderen Welt (Seanan McGuire)

Deutsch von Ilse Layer • Fischer TOR, Hardcover, 464 Seiten • 19,99 Euro

Was geschieht mit den Kindern, die nach Abenteuern im Märchenland, einem Zauberreich, in einer Unterwelt oder im Schlaraffenland in ihre Normalo-Realität heimkommen? Wenn sie Glück haben, bringt man sie in Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen. Die jungen Bewohner des Internats stellen die Protagonisten der Novellen von US-Autorin Seanan McGuire, die sogar in eine Horrorfilmwelt und ins Candyland führen. Gerade die ersten Erzählungen im deutschen Sammelband sind beeindruckend gut geschriebene Geschichten voll kluger Gedanken, mutiger Entscheidungen und pfiffiger Meta-Betrachtungen zu Fantasy und Märchen. Dafür erhielt die 1978 geborene McGuire, die aktuell viele Marvel-Comics schreibt, zurecht alle wichtigen Genre-Preise.

Sprachgenuss: Witchmark (C. L. Polk)

Deutsch von Michelle Gyo • Klett-Cotta, Paperback, 384 Seiten • 16 Euro

Für ihren Debütroman „Witchmark“ wurde die kanadische Autorin C. L. Polk mit einer Nominierung bei den diesjährigen Nebula Awards bedacht und hat den World Fantasy Award 2019 als bester Roman gewonnen. Angesiedelt ist Polks Geschichte in einer historisch-fantastischen Welt, die einen schrecklichen Krieg erlebt und in der illegale Magie ein Todesurteil sein kann. Hier muss der Arzt Miles Singer, der selbst das Hexenmal trägt und seine Macht nur schlecht verbirgt, in einem Mordfall ermitteln – und wird mit Intrigen, Geheimnissen und Verrat konfrontiert. C. L. Polks „Witchmark“ tut sich als ein ungeheuer bedacht und fein geschriebener Roman mit eleganter Prosa hervor.

Söldner wie Rockstars: Könige der Finsternis (Nicholas Eames)

Deutsch von Michael Siefener • Heyne, Paperback, 640 Seiten • 16,99 Euro

Nicholas Eames’ Erstling „Kings of the Wyld“, auf Deutsch „Könige der Finsternis“, wurde bei den David Gemmell Awards als bestes Debüt mit dem Morning Star Award prämiert. Obwohl das Buch ein paar Kürzungen vertragen hätte, ist Eames’ Schwert-und-Magie-Fantasy-Geschichte über das Comeback von fünf gealterten Söldner-Rockstars insgesamt ein großer Spaß voller Monster und Gemetzel. Spirit, Sound, Humor, Dialoge und Action erfreuen Genre-Anhänger auf unkomplizierte Weise – in den besten Momenten liest sich das wie eine fetzige Mischung aus dem Witcher und Warhammer. Gut, dass Haudrauf-Fantasy, die es nicht zu ernst meint, zwischendurch noch einfach Spaß machen darf.

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Französische Fantastik: Die Verlobten des Windes (Christelle Dabos)

Deutsch von Amelie Thoma • Suhrkamp, Hardcover, 535 Seiten • 18 Euro

Französische Fantasy-Bestseller findet man in den Programmen der deutschen Verlage nicht gar so oft. Umso schöner, dass es Christelle Dabos’ Serie „Die Spiegelreisende“ auf den hiesigen Markt geschafft hat. Ihre Romane um den Auftaktband „Die Verlobten des Winters“ bieten genüssliche, sprachgewandte Fantasy zum Wohlfühlen und Sich-darin-verlieren. Hinzu kommt, dass die Geschichte der zurückhaltenden Orphelia in einer Welt riesiger Archen und Großfamilien angesiedelt ist, die sehr eigenständig daherkommt. Band zwei und drei sind alle noch 2019 erschienen.

Kein Druide: Das Spiel des Barden (Kevin Hearne)

Deutsch von Urban Hofstetter • Knaur, Paperback, 816 Seiten • 16,99 Euro

US-Autor Kevin Hearne wurde in den letzten Jahren mit seiner „Chronik des Eisernen Druiden“ zu einer festen Größe der modernen Fantasy. Nachdem er seine erfolgreiche Druiden-Serie zu einem Ende gebracht hat und zwischenzeitlich einen Roman über Luke Skywalker schrieb, legte er mit „Das Spiel des Barden“ 2019 den ersten Band zu einer neuen, epischen Fantasy-Saga vor. Hearne wirft seine Leser ohne viel Federlesen in eine High Fantasy-Welt, die von kriegerischen Riesen überrannt wird, und etabliert auf wenigen Seiten ein eigenes Magie-System, zu dem gestaltwandelnde Barden und Elementarzauberer gehören. Nicht so knackig wie der Druide, und daher für Fans von Atticus vielleicht befremdlich und für Hearne ein mutiger Schritt, aber nichtsdestotrotz gut gemacht.

Elfenhafte Intrigen: Die Schattenkönigin (Marie Brennan)

Deutsch von Andrea Blendl • Cross Cult, Paperback, 480 Seiten • 14 Euro

Marie Brennans fantastisch-historischer Roman „Die Schattenkönigin“, der abgeschlossene erste Band von „Der Onyxpalast“, nutzt die Mythen der britischen Feen, Elfen, Kobolde, Riesen und Wichte so schön und klug wie lange niemand mehr. Brennans Protagonisten und Statisten haben die Lebendigkeit des Feenvolks aus den besten Werken von Neil Gaiman, der ja seinerseits wiederum Shakespeare kanalisiert. Die politischen Intrigen und persönlichen Schicksale, die Brennan (bekannt für ihre Drachenroman-Serie „Lady Trents Memoiren“) zwischen dem Palast der grausamen Feenkönigin und den Thronen der Menschen spinnt, sind absolut packend. Fast könnte man vergessen, dass man Fantasy über die Tudor-Zeit liest.

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Klassiker-Fortsetzung: Die Tochter des Drachen (Robin Hobb)

Deutsch von Maike Claußnitzer • Penhaligon, Paperback, 976 Seiten • 16 Euro

Seit 1995 widmet sich die Amerikanerin Robin Hobb (eigentlich Margaret Lindholm Ogden) ihrem Protagonisten Fitz Chivalric. Sobald alle alten Bände neu aufgelegt waren, folgten 2019 drei neue Romane in deutscher Erstveröffentlichung: „Die Tochter des Drachen“, „Die Tochter des Propheten“ und „Die Tochter des Wolfs“. Und was soll man sagen? Fitz ist einer der größten Helden bzw. Antihelden der Fantasy, die Saga der Weitseher-Dynastie ein ewiges Meisterwerk der fantastischen Genreliteratur. Die jüngste Trilogie zeigt Robin Hobb abermals in Höchstform, während sie davon erzählt, wie der älter gewordene Fitz und seine Familie und Freunde einmal mehr vom Schicksal eingeholt werden. Da lesen sich 1000 Seiten pro Band weg wie nichts.

Viktorianische Düsternis: Die Ewigkeit in einem Glas (Jess Kidd)

Deutsch von U. Wasel u. K. Timmermann • DuMont, Hardcover, 400 Seiten • 22 Euro

Mit sprachlichem Überschwang erzählt Jess Kidd in ihrem dritten Roman eine spannende, andersartige und subtil-fantastische Krimigeschichte. „Die Ewigkeit in einem Glas“ setzt im viktorianischen London ein, wo die unangepasste Detektivin Bridie Devine im Fall eines verschwundenen monströsen Kindes ermittelt, das den Gerüchten nach aus dem Reich der Folklore stammt. Unterstützt wird Bridie von ihrer riesenhaften Haushälterin und dem Geist eines Boxers mit lebendigen Tätowierungen. Kidds neues Werk ist nicht ganz so gut wie ihr Erstling „Der Freund der Toten“, aber gut genug: Ein starker, gerne mal finsterer Gothic-Krimi über die groteske, brutale Welt der Chirurgen, Kriminellen, Leichenräuber und Kuriositätensammler des alten Londons.

Moderne Schauerliteratur: Melmoth (Sarah Perry)

Deutsch von Eva Bonné • Eichborn, Hardcover, 332 Seiten • 24 Euro

Bereits in ihrem international gefeiertem Roman „Die Schlange von Essex“ spielte die Engländerin Sarah Perry auf sensationelle Weise mit der Wirklichkeit sowie der Möglichkeit des Fantastischen darin. Ihrem Roman über das historische England folgte 2019 „Melmoth“, und wieder geht es um einen fantastischen Mythos, der in die Realität einbricht. Diesmal ist das die biblische Melmoth, die dazu verdammt wurde, alleine über die Erde zu wandeln, und die als Frau in Schwarz verlorene Menschen heimsucht. Im gegenwärtigen Prag sickert ihre Legende in die Welt der zurückgezogen lebenden Übersetzerin Helen. Perry inszeniert das mit historischen Bezügen und Texten, was angenehm meta wirkt, während sie einige gruselige Über-die-Schulter-Schau-Momente kreiert. Ein interessanter moderner Schauerroman, obwohl man für den Perry-Erstkontakt besser „Die Schlange von Essex“ nimmt.

Afrikanisch & Hardcore: Schwarzer Leopard, Roter Wolf (Marlon James)

Deutsch von Stephan Kleiner • Heyne Hardcore, Hardcover, 829 Seiten • 28 Euro

Gleich vorweg: Der erste Fantasy-Roman des jamaikanischen Man Bookerpreis-Gewinners Marlon James ist recht anstrengend und hat das Potential, Genre-Freunde zu verprellen (sowieso alle, die wegen Aussagen wie „Westeros meets Wakanda“ zum Buch greifen). Aber natürlich sollte man sich diesen unkonventionellen Fantasy-Wälzer, der von den Mythen des alten Afrikas inspiriert wurde, zum Jahresendspurt dennoch genauer ansehen. Immerhin bricht Marlon James in seinem hymnisch gefeierten Trilogie-Opener voller wundersamer Fabelwesen, unverbrauchter Ideen, gepfefferter Sprache, satter Gewalt und reichlich Sex mit allen weißen Stereotypen und westlichen Fantasy-Klischees.

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