Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: 28 Days Later

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: 28 Days Later


Das Leben in unserer postmodernen Welt kann unangenehm sein. Zum Beispiel denkt jeder, man müsse für den Fall einer Zombieapokalypse oder eines Monsterangriffs einen witzigen Spruch auf Lager haben. (Falls du keinen hast, dann denk dir jetzt einen aus. Wir warten solange. Es ist wichtig.) Man erwartet von uns zudem, dass wir den Angriff so souverän abwehren, wie das diese Filmstars mit Halbglatze immer tun. Die Wahrheit ist aber: Wenn grässliche Gestalten im Rudel auf uns zustürmen, wenn sie ihre Krallen schwingen und fauchen, dann sieht das nicht nur furchtbar aus – dann ist es das auch. Im Zeitalter des Internets verdient man sich besonders viele Coolness-Punkte, wenn man möglichst abgebrüht über wirklich schreckliche Dinge witzelt; tatsächlich entstehen viele Internet-Meme aus menschlichen und anderweitigen Katastrophen. Humor ist natürlich eine bewährte Strategie, mit solchen Dingen fertig zu werden, es kann aber auch nicht schaden, sich mal wirklich über etwas aufzuregen. Sag Leuten klar und deutlich, wenn sie Ignoranten sind. Und wenn dann Kontra kommt, kannst du die Lage immer noch durch einen Witz entschärfen (den wir Geeks uns natürlich für den Notfall zurechtgelegt haben).


Der Zombie-Film 28 Days Later (2002) war schlichtweg großartig. Zusätzliche Geekpunkte geben wir ihm dafür, dass Christopher Eccleston mitspielt – der übernahm drei Jahre später im triumphalen Doctor-Who-Relaunch die Hauptrolle.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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