Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: G.I. Joe

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: G.I. Joe


G.I. Joe lehrte uns – wie viele andere Zeichentrickserie der achtziger Jahre –, was Ironie ist. Jede Woche sahen wir zunächst einer Söldnertruppe dabei zu, wie sie Tausende Laser, Raketen und BFGs auf ihre Feinde feuerte, nur um anschließend darüber belehrt zu werden, wie wichtig es doch ist, Probleme gewaltfrei zu lösen. Wir sahen darin aber keinen wirklichen Widerspruch, schließlich neigen wir Geeks dazu, die Dinge getrennt voneinander zu betrachten: nicht nur die fiktionalen Bereiche (Fantasy, Science-Fiction, Rollenspiele), sondern auch Unterhaltung, Arbeit und Sozialleben. Wir Geeks können ganz nach Belieben in fiktionale Welten eintauchen, aber gleichzeitig sauber zwischen Phantasie und Realität trennen. Deshalb sind wir oft geradezu ungehalten darüber, wenn Nichtgeeks genau diese Fähigkeit abgeht oder – schlimmer noch – wenn sie uns abgesprochen wird. Ist dieser Unterschied vielleicht sogar der Grund, warum wir uns so für phantastische Welten begeistern, während Nichtgeeks sie oft fürchten und verachten?


Eine der erfolgreichsten Internetparodien ist das G.-I.-Joe-Tortendiagramm. Es klärt uns darüber auf, dass „die Schlacht“ zu fünfzig Prozent aus Wissen, zu fünfundzwanzig Prozent aus roten Lasern und zu fünfundzwanzig Prozent aus blauen Lasern besteht.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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