Neue Fantasy-Bücher im März: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland

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Neue Fantasy-Bücher im März: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland


Neuer phantastischer Lesestoff: Caro, Charleen, Inci und Wolf aus der Berliner Fantasy- und Science-Fiction-Buchhandlung Otherland besprechen hier ihre liebsten Neuerscheinungen aus der Fantasy. 

Nicholas Eames: Könige der Finsternis

Ich habe den vor einiger Zeit im Englischen erschienenen Kings of the Wyld mal angelesen, weil ihn alle so gelobt haben. Und tatsächlich bin ich hängen geblieben - die Idee von Monsterjägern im Mittelalter-Setting, die in ihrer Art und Bewaffnung einer Band nachgestellt sind, fand ich knallig und unterhaltsam. Ratzfatz-Lesestoff ohne viel nachdenken zu müssen. (Tipp von Wolf)

Sarah Stoffers: Berlin: Rostiges Herz

aus unserer Indie-Selection

Der Amrun-Verlag beschreibt Rostiges Herz als “Dystopische Steampunk-Fantasy in einem zukünftigen Berlin.” und als ob es dies bestätigen wolle, strahlt das Cover voller Zahnräder (zwölf, um genau zu sein) und einem futuristisch geschminktem Gesicht in rostroter Farbe. Zum Glück wird es ab hier besser! Unter dem (meiner bescheidenden Meinung nach) missglückten Cover liegt nämlich eine tatsächlich spannende, fesselnde Geschichte mit liebenswürdigen Charakteren! Erfinderin Mathilda und Zauberlehrling Fidelio haben ein gemeinsames Ziel: das Herz der Tochter des mächtigsten Zauberers von Berlin, Rosa, zu erobern. Es kommt aber gänzlich anders und die beiden finden sich mitten in einem Konflikt wieder, an dem das ganze Gleichgewicht dieser Welt zu zerbrechen droht. Ich mag Stoffers’ Stil, die Welt die sie erschafft ist perfekt konzipiert, detailliert und lebendig. Steampunk-Fans, greift zu - dieses Lesevergnügen darf nicht verpasst werden! (Tipp von Inci)

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Überfallen - Stories aus der Chronik des Eisernen Druiden von Kevin Hearne bei Amazon bestellen

Kevin Hearne: Überfallen

Du kannst es nicht abwarten, bis endlich der neunte Teil der Chronik des Eisernen Druiden rauskommt? Du bist traurig, dass es der letzte Teil sein wird? Du willst mehr über Owen und Granuaile wissen? Dann ist dieser kleine, aber feine Band etwas für dich. Voller cooler Kurzgeschichten, die an verschiedenen Punkten der Hauptgeschichte ansetzen und dir so noch mehr Hintergrund geben. Geschrieben in Kevin Hearnes großartigem Stil und Humor, ist dieses Buch perfekt für deine Osterurlaub oder auch nur deine Bahnfahrt zur Arbeit. (Tipp von Charleen)

Naomi Novik: Das kalte Reich des Silbers

Rumpelstilzchen trifft auf die Weißen Wanderer aus Game of Thrones, und das Ganze in einer Schneelandschaft, die aus einem russischen Märchen springt. Wenn dich dieser Satz noch nicht überzeugt, wie wäre es mit zwei starken Protagonistinnen, die alles füreinander, ihre Werte und ihre Familien geben. Naomi Novik liefert wie schon mit "Das dunkle Herz des Waldes" ein tolles, für sich stehendes Buch, das dich traurig macht, weil es vorbei ist. Ein modernes und trotzdem aufregendes Märchen für Leser allen Alters. Einfach nur klasse! (Tipp von Charleen)

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Die Tochter der Hexe von Paula Brackston bei Amazon bestellen

Paula Brackston: Die Tochter der Hexe

Bess ist 384 Jahre alt und eine Hexe. Wir erfahren von ihrem Leben durch Tagebucheinträge in der Gegenwart (2007) und Flashbacks zu verschiedenen Epochen der Vergangenheit. Bess lebt mit ihrer Mutter, die schließlich am Galgen endet, absolviert ihr Hexen“training“ im Wald beim finsteren und skrupellosen Hexer Gideon Masters, der sie vor dem Schicksal, das ihrer Mutter widerfahren ist, rettet, sie aber später durch die ganze Welt und die Geschichte jagen wird, um den Preis für seine “gute” Tat einzutreiben.

Es geht schon sehr hexenmäßig zu, es werden Kräutergärten angelegt, etwas seltsame Klamotten getragen und Tierpakte eingegangen, aber: beim Reinlesen in die Geschichte ist mein Radar für Mittelalterkitsch und Esoterikanbahnungen erstaunlich ruhig geblieben! Brackston findet für ihren Erstling, der umstandslos in die New-York-Times-Bestsellerliste wanderte, eine sehr natürliche, niemals effekthascherische Sprache. Nichts wird romantisiert, alles wirkt sehr real. Hier werden wir vor Pest und Vergewaltigungen nicht verschont, da folgen wir Beschreibungen, die fast banal wirken und manchmal auch widersprüchlich sind. Aber so ist die menschliche Psyche nun mal. Und man lernt halt einfach nicht aus seinen Fehlern.

Dieses Buch wartet nicht mit schillernden Helden, romantisierten Bösewichten und einem von langer Hand geplanten Showdown auf und die meisten negativen Kritiken speisen sich, glaube ich, aus dieser falschen Erwartung. "Die Tochter der Hexe" ist für jene ein Genuss, die sich seiner langsamen Gangart und ihrer etwas eigenwilligen Hauptfigur anvertrauen, die in ein Hexenleben eintauchen wollen, das mit allen nötigen Essenzen aufwartet, aber trotzdem nicht in romantischen Kitsch abgleitet. (Tipp von Caro)

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