Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner


Die Buchreihe „Die Hugo Awards 1985-2000” gibt einen Überblick über die wichtigsten Gewinner des berühmten Hugo Awards. Welche Preisträger gab es 1993?  

Die Verleihung der HUGO-Awards fand 1993 während ConFrancisco in San Franscisco statt.

Toastmaster: Guy Gavriel Kay

Novel

Vernor Vinge: A Fire Upon the Deep

(1992 bei Tor; dt. Ein Feuer auf der Tiefe, H 5299, H 8322 und H 52285)

Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner

Nachdem eine Gruppe von Menschen im Straumli-Sektor der Milchstraße ein Milliarden Jahre altes Datenarchiv gefunden hat, erschafft sie in ihrem »Hochlabor« in bester Absicht eine Künstliche Intelligenz, die schon bald darauf alle Völker der Milchstraße in ihrer Existenz bedroht. Sie wird »Pest« oder auch »Perversion« genannt.

Vinges Konzept ist faszinierend: Die Milchstraße besteht aus konzentrisch angeordneten Zonen, den »Zonen des Denkens«, in denen unterschiedliche Naturgesetze wirken. Im Zentrum der Galaxis liegen die »Gedankenleeren Tiefen«, wo keine Intelligenz existieren kann. Dann folgt die »Langsame Zone«, in der sich auch die Erde befindet, wo man sich nur mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und nur in begrenztem Maße intelligent werden kann. Weiter draußen am Rand der Milchstraße gibt es das »Jenseits«, in dem Reisen schneller als das Licht möglich sind. Und ganz weit draußen schließlich ist das »Transzens«, wo die superintelligenten künstlichen und auch natürlichen »Mächte« herrschen. Die Pest ist nun zu einer solchen Macht geworden.

Die Menschen aus dem Hochlabor fliehen mit zwei Raumschiffen vor der Pest in die Langsame Zone. Das technisch besser ausgestattete Schiff wird vernichtet, das zweite jedoch, das ein Elternpaar und deren Kinder Jefri und Johanna sowie alle anderen Kinder des Hochlabors in Kälteschlafkammern an Bord hat, kann entkommen. Dieses Schiff landet auf einem Planeten, auf dem hundeähnliche Rudelwesen leben. Diese greifen das Schiff an, töten die Eltern und verschleppen die Kinder in unterschiedliche Siedlungen. Sowohl der achtjährige Jefri als auch seine ältere Schwester Johanna halten sich gegenseitig für tot. Ihnen bleibt nichts weiter übrig, als mit den Rudelwesen zusammenzuarbeiten, die sich auf einer mittelalterlichen Kulturstufe in einer feudalen Gesellschaftsordnung befinden. Lord Stahl, der Anführer der Flenser, erlangt mit Hilfe eines Welpenrudels Jefris Vertrauen. Er überredet den Jungen, mittels der Raumschifftechnik Kontakt zu anderen Menschen in der Galaxis aufzunehmen. Lord Stahl hofft auf Erkenntnisse über Technologien, mit denen er das gegnerische Reich der Holzschnitzer angreifen und besiegen kann.

Johanna ist bei den Holzschnitzern gefangen. Mittels eines kleinen, portablen Computers für Kinder, dem Datio, lernen die Rudelwesen Johannas Sprache und auch einfache Kriegstechnologien, wie zum Beispiel die Herstellung von Schwarzpulver.

Jefris Hilferuf wird auf einer Welt im mittleren Jenseits namens Relais aufgefangen. Relais ist eine Relaisstation des galaxisweiten Netzes, in dem hauptsächlich Textnachrichten verzögerungsfrei übertragen werden können. Ravna Bergsndot ist unter vielen anderen Spezies der einzige Mensch auf Relais. Sie trifft auf Pham Nuwen, einen rätselhaften Mann, der sich als genetische Rekonstruktion eines Raumfahrers aus grauer Vorzeit herausstellt. Nuwen wurde als Werkzeug einer Macht aus dem Transzenz erschaffen, die die Völker der Milchstraße beim Kampf gegen die Pest unterstützen will. Ravna und Nuwen werden mit dem Raumschiff Aus der Reihe II ausgeschickt, um das Raumschiff der Hochlabor-Flüchtlinge zu suchen, weil man darin ein Gegenmittel gegen die Pest zu finden hofft. Kaum sind die beiden abgereist, vernichtet die Pest Relais und in der Folge noch einige weitere Welten sowie schließlich sogar die Macht, die Pham Nuwen erschaffen hat. Die Reise der Aus der Reihe II wird mehrere Monate dauern, während dieser Ravna Kontakt zu Jefri hält und ihm Informationen zukommen lässt, die dem Rudelwesen Lord Stahl dabei helfen, Waffen gegen die Holzschnitzer zu bauen.

Im Laufe der Handlung wird die Aus der Reihe II von mehreren Flotten verfolgt: zum einen von einer Allianz, die alle Menschen vernichten will, weil diese die Pest erschaffen haben, zum anderen von einer Flotte der Pest, die das Ziel der Reise des Schiffes erahnt. Mit einem Vorsprung von nur 48 Stunden erreichen Ravna und Nuwen den Planeten der Rudelwesen. Dort ist bereits der kriegerische Konflikt zwischen Lord Stahls Flensern und den Holzschnitzern ausgebrochen. Pham entdeckt Johanna und findet heraus, dass Lord Stahl der eigentliche Aggressor ist, der Jefri in seinen Absichten getäuscht hatte. Jefri wird gerettet und Lord Stahl besiegt.

Durch die Informationen, die sich an Bord des Flüchtlingsraumschiffes befinden, erlangt Nuwen Wissen über das Gegenmittel gegen die Pest und die Beschaffenheit der Zonen des Denkens. Er kann eine gigantische Flutwelle entfesseln, bei der die Langsame Zone in einem Teil der Milchstraße bis weit über den Rand der Galaxis ausgedehnt wird. Nicht nur die verfolgenden Flotten sitzen im Langsam fest, sondern auch die Pest wird vernichtet. Nuwen stirbt bei diesem Kraftakt, Ravna und die Kinder sitzen auf dem Planeten der Rudelwesen fest und können ihn nicht mehr verlassen.

Vinge hat neben den bereits erwähnten »Zonen des Denkens« eine ganze Reihe interessanter Konzepte in seinem Roman untergebracht. Die gottähnlichen Mächte im Transzenz am äußeren Rand der Milchstraße bleiben zwar in der Schilderung eher diffus, treten jedoch durch ihre Handlungen auf.

Großen Raum im Roman nimmt die Schilderung der Rudelwesen und ihrer Gesellschaftsform ein. Vier bis sechs der Hundewesen schließen sich auf telepathische Weise zusammen und bilden damit eine Intelligenz, die ungefähr der eines Menschen gleicht. Ein einzelnes Rudelfragment hingegen ist nur so intelligent wie ein höherentwickeltes Tier. Da auch neue Wesen in das Rudel aufgenommen werden können, wenn ein Fragment stirbt, wird das Rudel dadurch quasi unsterblich. Aber es kommt auch zu Inzest innerhalb der Rudel und damit zu einer genetischen Degeneration. Vinge durchdenkt die zahlreichen Konsequenzen einer solchen Lebensform in einer bisher in der Science Fiction einmaligen Ausführlichkeit.

Im Gegensatz zu den hochentwickelten Technologien der Völker der Milchstraße steht jedoch die rückschrittliche Kommunikationstechnik, die der Autor an das Usenet der späten neunziger Jahre angelehnt hat und auf die er in seinem Nachwort »Aus der Space Opera schlau werden« näher eingeht.

Erik Simon, der den Roman auch übersetzt hat, schrieb in Das Science Fiction Jahr 2004: »… spürt man bei Vinge, dass sein Universum echt ist, ewig und Ehrfurcht gebietend, eine Leere, die nur das Denken zu füllen vermag – und seine Helden können sich dieser Empfindung ebenso wenig entziehen wie seine Leser.«

Vernor Vinge (*1944), der in den siebziger Jahren mit der Schriftstellerin Joan D. Vinge verheiratet war, ist ein US-amerikanischer Mathematiker und Informatiker und lehrte lange Zeit als Professor an der San Diego State University. Bekannt wurde er bereits durch die beiden für den Hugo nominierten Romane The Peace War (1984 bei Bluejay; dt. Der Friedenskrieg) und Marooned in Realtime (1986 bei Bluejay; dt. Gestrandet in der Realzeit). Zu den Romanen um die »Zonen des Denkens« gehören auch A Deepness in the Sky (1999 bei Tor; siehe Hugo Award 2000; dt. Eine Tiefe am Himmel) und The Children of the Sky (2011 bei Tor).

punktgleich (Best Novel):

Connie Willis: Doomsday Book

(1992 bei Bantam Spectra; dt. Die Jahre des Schwarzen Todes, H 5013 und H 52712)

Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner

Connie Willis erhielt ihren vierten Hugo für den sehr umfangreichen Zeitreiseroman Doomsday Book, der, wie schon die Erzählung »Fire Watch« (Hugo 1983), zur OXFORD TIME-TRAVEL-Serie gehört. Hauptfigur ist die neunzehnjährige Studentin Kivrin Engle, die ihr Zeitreisepraktikum unbedingt im bisher wenig erforschten 14. Jahrhundert absolvieren will. Es bedarf großer Überzeugungsarbeit, um den Leiter des Zeitreiseinstituts, Mr. James Dunworthy, zur Einwilligung zu überreden, doch schließlich gelingt es ihr. Kivrin wird gut vorbereitet: Sie wird gegen die Beulenpest und eine Reihe weiterer Krankheiten immunisiert, lernt die altertümlichen Sprachen und erhält zusätzlich einen implantierten automatischen Dolmetscher sowie ein Aufzeichnungsgerät, das verborgen unter der Haut ihrer Handgelenke eingesetzt wird und das sie aktivieren kann, indem sie die Hände zum Gebet faltet. Auch ihr Äußeres wird entsprechend verändert, angefangen von zeitgemäßer Kleidung bis hin zu verfilzten Haaren und abgebrochenen Fingernägeln. Natürlich erhält Kivrin auch eine Tarnidentität: Sie wird sich Isabel de Beauvrier nennen, Tochter eines Edelmannes aus East Riding. Als Zielort wird die Hauptstraße von Oxford nach Bath gewählt, mitten in Oxfordshire, als Zielzeit der 13. Dezember 1320. Sie soll nur rund zwei Wochen in der Vergangenheit bleiben und darf sogar das Weihnachtsfest miterleben.

Nachdem die junge Frau im Dezember 2054 ins Mittelalter startet, geht fast alles schief. Kivrin landet irgendwo im dunklen Wald und wird kurz darauf von einem Fieberanfall geschüttelt. Sie ist nicht in der Lage, sich selbst zu helfen, und wird glücklicherweise von einem Mann gefunden, der sie in das nahegelegene Dorf bringt. Dort wird sie von einer Familie aufgenommen und gepflegt, bis sie einige Tage später wieder halbwegs gesund ist.

Doch auch im Jahr 2054 passiert Unerwartetes. Der Techniker, der Kivrin im Mittelalter abgesetzt hat, wird ebenfalls schwer krank, fällt ins Delirium und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Eine Influenza-Epidemie bricht aus, und ganz Oxford wird unter Quarantäne gestellt, als die Leute plötzlich dutzendweise erkranken. Wie sich erst viel später herausstellt, stammt der Erreger, ein Myxovirus vom Typ A, aus einer Ausgrabungsstätte aus dem Sarkophag eines Ritters, der im Jahr 1318 oder 1319 begraben wurde. Gegen diesen Virus gibt es zunächst keinen Impfstoff.

Mr. Dunworthy macht sich große Sorgen um seinen Schützling Kivrin, weil ihm schnell klar wird, dass etwas schiefgegangen sein muss. Die beim Zeittransport auftretende Verschiebung sollte nur maximal 6,4 Stunden betragen. Doch Kivrin ist nicht dort, wo sie sein sollte, und kein Techniker steht zur Verfügung, um Kivrins Verbleib aufzuklären.

Währenddessen hat Kivrin im Mittelalter anfangs Verständigungsprobleme, lebt sich jedoch in der großen Familie, die sie gepflegt hat, ein. Sie versucht herauszubekommen, an welchem Ort genau sie aufgefunden wurde, damit sie zum richtigen Zeitpunkt dorthin zurückkehren kann, um wieder in die Zukunft reisen zu können. Doch plötzlich wird ein Mann im Dorf schwer krank und Kivrin wird klar, dass es sich bei dessen Krankheit nur um die Pest handeln kann. Sie findet endlich heraus, dass sie sich nicht im Jahr 1320 befindet, sondern im Jahr 1348, als das »Blaue Fieber« – wie die Pest damals genannt wurde – halb England verwüstet hat. Gemeinsam mit dem Geistlichen der Gemeinde, Pater Roche, kümmert sie sich um die Kranken, deren Zahl stetig steigt.

Mr. Dunworthy, der inzwischen die zeitliche Verschiebung ermitteln konnte, sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, Kivrin zu retten, und begibt sich selbst ins Mittelalter, um seine verschollene Studentin zu suchen, was ihm am sehr berührenden Ende des Romans auch gelingt.

Die einzelnen Kapitel wechseln zwischen den beiden Zeitebenen der Handlung, sodass der Leser nicht nur verfolgt, was Kivrin im Mittelalter erlebt, sondern auch erfährt, dass eine Grippeepidemie im Jahr 2054 ebenfalls verheerende Folgen haben kann. Ganz offensichtlich hat die Autorin nicht nur außerordentlich sorgfältig über das Mittelalter recherchiert, sondern auch über Krankheiten und Epidemien. Der Roman lebt jedoch nicht nur von der Schilderung der genannten Gegebenheiten, sondern vor allem von den außergewöhnlich gelungenen und zum Teil sehr skurrilen Figuren. In der Encyclopedia of Science Fiction ist zu lesen: »Dies ist ein düsterer, aber wundervoll geschriebener Roman, voller sorgfältig gezeichneter Figuren und faszinierender historischer Details. Es ist eine der besten Zeitreisegeschichten, die jemals geschrieben wurden.« Obendrein handelt es sich um einen der wenigen bedeutenden Zeitreiseromane, in denen eine Frau die Hauptrolle spielt.

Doomsday Book wurde übrigens auch mit dem Nebula Award und mit dem Kurd-Laßwitz-Preis als bestes ausländisches Werk ausgezeichnet.

Weitere Nominierungen:

Kim Stanley Robinson: Red Mars

(1992 bei Bantam Spectra; dt. Roter Mars, H 5361, H 31696)

Maureen McHugh: China Mountain Zhang

(1992 bei Tor; dt. ABC Zhang, H 5271 und Argument Social Fantasies 2053)

John Varley: Steel Beach

(1992 bei Ace/Putnam; dt. Stahl-Paradies, B 24184)

 

Novella

Lucius Shepard: »Barnacle Bill the Spacer«

(Juli 1992 in ASIMOV’S; dt. »Muschelkratzer-Bill« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1997, H 5648)

Die Erzählung spielt in der Raumstation Solitaire jenseits der Marsumlaufbahn, wo sich die lichtschnellen Schiffe sammeln und wo sie gestartet werden, um andere Sternensysteme zu erreichen. Erzähler ist einer der Sicherheitsmänner der Station, der mit seiner Frau auch einen kleinen Laden für Luxusartikel wie zum Beispiel Süßigkeiten betreibt. Der titelgebende Muschelkratzer-Bill, ein etwas zurückgebliebener Arbeiter, der von anderen Stationsbewohnern wegen seiner Dummheit verspottet wird, ist einer ihrer Kunden. Der Erzähler hilft ihm, weshalb Bill weiter bei ihm Schutz sucht und sogar für eine Zeit lang in dessen Unterkunft wohnen darf. Der Erzähler kommt einer Terror-Organisation auf die Spur, die sich »Unbekannte Herrlichkeit« nennt und deren Anführer ein Mann namens Samuelson zu sein scheint. Die Unbekannte Herrlichkeit sorgte bereits auf der Erde durch brutale Gewaltakte für Angst und Schrecken.

Samuelson strebt nach der Macht auf Solitaire und hetzt seine Anhänger auf, jene Leute beiseitezuschaffen, die ihm im Weg sind. Dabei muss sogar der Sicherheitschef sein Leben lassen. Als es zu einer finalen Konfrontation kommt, löst Muschelkratzer-Bill die Station in einzelne Segmente auf, und den Protagonisten gelingt es, die Anhänger der Unbekannten Herrlichkeit vernichtend zu schlagen.

Ganz nebenbei berichtet der Autor von der trostlosen Zukunftswelt, die auf der Erde existiert. Die Menschen leben in wirtschaftlicher Not und ständiger Angst vor Terror. Die Zukunftsaussichten sind mehr als schlecht, seit die Großkonzerne alle Macht an sich gerissen haben. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass die interstellaren Schiffe mit einer Erfolgsmeldung zurückkehren, ist nicht besonders hoch.

Doch am Ende der Geschichte kommt das Schiff Perseverance wider Erwarten von einer interstellaren Reise zurück. Der Erzähler plant mit den verbliebenen Bewohnern der Station an Bord von drei startbereiten Schiffen zum neu entdeckten Planeten aufzubrechen. Sie wollen die Solitaire-Station hinter sich zerstören, damit die Konzerne ihnen erst Jahre oder Jahrzehnte später folgen können und sie zumindest die Chance haben, sich auf der neuen Welt ein Leben in Frieden und Freiheit aufzubauen.

Obwohl Lucius Shepard (1947–2014), der 1985 bereits den Campbell Award als bester neuer Autor erhalten hatte, insgesamt acht Mal für den Hugo nominiert war, blieb »Barnacle Bill the Spacer« sein einziger Gewinner, für den er auch den Locus Award erhalten hat. Offenbar war Shepard bei den LOCUS-Lesern beliebter als bei den Hugo-Wählern, denn beim Locus Award konnte er insgesamt acht Mal den 1. Platz erringen.

Weitere Nominierungen:

Frederik Pohl: Stopping at Slowyear

(1992 bei Axolotl Press; nicht auf Deutsch)

Maureen McHugh: »Protection«

(April 1992 in ASIMOV’S; dt. »Schutzhaft« in Friedel Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 42. Folge, H 5085)

Jonathan Carroll: »Uh-Oh City«

(Juni 1992 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Bradley Denton: »The Territory«

(Juli 1992 in F&SF; nicht auf Deutsch)

 

Novelette

Janet Kagan: »The Nutcracker Coup«

(Dezember 1992 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Marianne Tedesco arbeitet seit fast einem Jahr in der irdischen Botschaft auf dem rund dreißig Lichtjahre von der Erde entfernten Planeten Rejoicing. Die Bewohner des Planeten sind intelligent, aber nur entfernt menschenähnlich. Marianna hat Schwierigkeiten, in den unbeweglichen Gesichtern der Aliens Emotionen zu erkennen. Sie hat sich mit Tatep angefreundet, dem sie versucht, die Bedeutung des Weihnachtsfestes für die Menschen zu erklären. Zwischendurch hat sie Zweifel, ob eine christliche Tradition einen falschen Einfluss auf die Kultur der Planetenbewohner haben könnte. Schließlich besorgt sie doch einen Weihnachtsbaum und schmückt ihn mit Tateps Hilfe. Am Weihnachtsabend gibt es auch Geschenke: Marianna bekommt von Tatep eine selbstgeschnitzte Statue ihres Freundes Nick, den sie vermisst. Sie wiederum schenkt Tatep einen Nussknacker, der ihm viel Freude bereitet. Tatep und sein Freund Chronian beginnen mit der Produktion von Nussknackern. Einige Zeit später feiert Marianna mit den Rejoicern den Martin-Luther-King-Tag und vermittelt ihnen dessen Ideale über Menschenrechte. Es werden sogar einige Reden von King in die Sprache der Aliens übersetzt. Das bleibt nicht ohne Folgen, und die Rejoicer beginnen sich gegen ihre repressiven Herrscher aufzulehnen.

Janet Kagan (1946–2008) war als Fan aktiv und hat rund zwei Dutzend Kurzgeschichten sowie zwei STAR TREK-Romane und den Roman Hellspark (1988) verfasst. »The Nutcracker Coup« war ebenfalls für den Nebula Award nominiert.

Weitere Nominierungen:

Pamela Sargent: »Danny Goes to Mars«

(Oktober 1992 in ASIMOV’S; dt. »Danny fliegt zum Mars« in Friedel Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 41. Folge, H 5018)

Pat Cadigan: »True Faces«

(April 1992 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Susan Shwartz: »Suppose They Gave a Peace…«

(1992 in Alternate Presidents; nicht auf Deutsch)

Barry N. Malzberg: »In the Stone House«

(1992 in Alternate Kennedys; nicht auf Deutsch)

 

Short Story

Connie Willis: »Even the Queen«

(April 1992 in ASIMOV’S; dt. »Sogar die Königin« in Jonathan Gates [Hrsg.]: Die 20 besten SF-Stories, G 25029)

Die Protagonistin Traci ist Richterin und erhält im Büro einen aufgeregten Anruf ihrer Mutter, die vollkommen empört darüber ist, dass ihre Enkeltochter Perdita den Zyklistinnen beitreten will. Sie ruft alle Frauen der Familie zusammen, um Perdita von ihrer Enscheidung abzubringen. Die Zyklistinnen sind eine Gruppe von Frauen, die sich entschlossen haben, bewusst die Menstruation zuzulassen. Seit der ›Umfassenden Gleichberechtigung‹ und der Erfindung eines entsprechenden Medikaments haben alle Frauen die Möglichkeit, die Menstruation zu unterdrücken, es sei denn, sie entschließen sich dazu, ein Kind zu bekommen. Doch wie es in einer Demokratie gegeben ist, kann jeder selbst über sein Leben und seinen Körper entscheiden. Einige emanzipierte Frauen sehen das Medikament allerdings als ein Machtmittel der Männer an und wollen ihre Weiblichkeit auch mit allen unangenehmen Konsequenzen erleben. Als die zwanzigjährige Perdita jedoch erfährt, dass die Menstruation mit Blut und Schmerzen verbunden ist, nimmt sie Abstand von ihrem Vorhaben. Sie empfindet die Zyklistinnen offenbar nur als Modeerscheinung, da sie in der aufgeklärten und gleichberechtigten Welt nicht die Notwendigkeit eines Geschlechterkampfs erkennt.

Diese Geschichte dürfte die erste SF-Story sein, die sich hauptsächlich mit Menstruation beschäftigt und dabei gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zur Emazipationdiskussion darstellt.

Der Titel der Geschichte bezieht sich darauf, dass der kleineren Tochter erklärt werden muss, dass »sogar die Königin« von England die gewissen Tage im Monat ertragen musste, bevor die Medikamente erfunden wurden, die dies verhindern.

Weitere Nominierungen:

Nancy Kress: »The Mountain to Mohammed«

(April 1992 in ASIMOV’S; dt. »Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt« in Friedel Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 43. Folge, H 5141)

Mike Resnick: »The Lotus and the Spear«

(August 1992 in ASIMOV’S; nicht auf Deutsch)

Martha Soukup: »The Arbitrary Placement of Walls«

(April 1992 in ASIMOV’S; dt. »Die gespenstische Willkür der Wohnhausarchitektur« in Friedel Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 44. Folge, H 5196)

Nicholas A. DiChario: »The Winterberry«

(1992 in Alternate Kennedys; nicht auf Deutsch)

 

Non-Fiction Book

Harry Warner jr.: A Wealth of Fable: An Informal History of Science Fiction Fandom in the 1950s

(1992 bei SCIFI Press; nicht auf Deutsch)

Bereits 1969 erschien Warners Buch All Our Yesterdays, in dem er sich mit Fans, Fandom-Organisationen sowie Fanzines der 40er Jahre beschäftigt. Später setzte er seine Arbeit fort und schrieb 1976 einen zweiten Teil mit dem Titel A Wealth of Fable, der in drei dünnen Bänden erschien. 1992 schließlich erweiterte er A Wealth of Fable deutlich (auf über 450 Seiten) und schuf damit eine der aufschlussreichsten Dokumentationen des Fandoms in den 1950er Jahren. In den ersten Kapiteln dokumentiert er das reichhaltige US-amerikanische Fanleben mit all seinen Facetten: Conventions, Clubs und Fanzines, aber auch das Verhältnis zwischen Fans und Profis sowie die Tätigkeiten der Profis in Fanzines und auf Conventions. Die nächsten Kapitel sind besonders wichtigen und einflussreichen Fans wie Walter A. Willis oder Lee Hoffman gewidmet. Man erfährt, wie Marion Zimmer Bradley zu einem Big Name Fan wurde, was Harlan Ellison, Robert Silverberg oder Robert Bloch im Fandom getrieben haben und welchen Einfluss Bill Rotsler auf die Szene hatte. Besonders interessant wird es ab Kapitel 17, denn darin schildert er das Fandom in Deutschland, inklusive einiger Auszüge aus Briefen von Herbert Häußler, dem einzigen bekannten Fan aus der DDR. Aber es gibt auch viele Seiten über Fans der damaligen Zeit in anderen Ländern wie Frankreich, Belgien, der Schweiz, Holland, Schweden, Italien, Israel, Griechenland, der Türkei, Portugal, der Sowjetunion und Japan. Selbst über afrikanische und südamerikanische Fans wird berichtet. Ein langes Kapitel widmet sich den Fanaktivitäten der englischsprachigen Länder wie Großbritannien, Kanada und Australien.

Man merkt dem Buch an, dass Warner den größten Teil der geschilderten Fakten nicht recherchiert, sondern selbst erlebt hat, so lebendig und interessant sind seine Ausführungen. A Wealth of Fable ist eine unschätzbare Quelle für alle, die sich mit der Geschichte des Fandoms auseinandersetzen wollen.

Weitere Nominierungen:

Dave Langford: Let’s Hear It For The Deaf Man

(1992 bei NESFA Press; nicht auf Deutsch)

Virgil Finlay: Virgil Finlay’s Women of the Ages

(1992 bei Underwood-Miller; nicht auf Deutsch)

Thom Boswell (Hrsg.): The Costumemaker’s Art

(1992 bei Lark; nicht auf Deutsch)

Camille Bacon-Smith: Enterprising Women: Television Fandom and the Creation of Popular Myth

(1992 bei University of PA Press; nicht auf Deutsch)

Damon Knight (Hrsg.): Monad Number Two

(1992 bei Pulphouse; nicht auf Deutsch)

 

Dramatic Presentation

Star Trek – The Next Generation: »The Inner Light«

(Paramount; Drehbuch Morgan Gendel & Peter Allan Fields; Story Morgan Gendel; Regie Peter Lauritson; dt. »Das zweite Leben«)

STAR TREK – THE NEXT GENERATION (dt. RAUMSCHIFF ENTERPRISE: DAS NÄCHSTE JAHRHUNDERT) lief als Fernsehserie von 1987 bis 1994 in sieben Staffeln mit insgesamt 178 Folgen. Von den meisten Fans wurde die Serie heiß ersehnt, viele Zuschauer waren aber dann von der drögen Handlung der ersten Folgen enttäuscht. So wurde zwar 1988 die Pilotfolge »Encounter at Farpoint« für den Hugo nominiert, in den nachfolgenden vier Jahren reichte es aber noch nicht einmal für die Nominierung einer Folge. Im Gegensatz zu vielen anderen Fernsehserien wurde STAR TREK im Laufe der Jahre allerdings immer besser und interessanter, und spätestens ab der fünften Staffel lohnte es sich, keine einzige Folge zu verpassen.

»The Inner Light« ist die 25. Folge der fünften Staffel und hat ein ungewöhnliches Drehbuch, das sich fast vollständig auf Captain Picard konzentriert. Die Enterprise begegnet einer unbekannten Sonde, die eine Strahlung abgibt, durch die Captain Picard ohnmächtig wird. Er kommt in einem Dorf wieder zu Bewusstsein, wo man ihn Kamen nennt. Er durchlebt mehrere Jahrzehnte, wird ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft, hat zwei Kinder und einen Enkel. In der realen Zeit ist jedoch weniger als eine halbe Stunde vergangen. Die Sonde hatte die Aufgabe, den Menschen der Zukunft von der Kultur der Planetenbewohner durch telepathische Projektion zu berichten, denn die Zivilisation des Planeten ist  durch eine Supernovaexplosion bereits vor über tausend Jahren untergegangen.

Diese Folge wurde nicht zufällig für die Nominierungsliste des Hugo ausgewählt, sondern gehört tatsächlich zu den besten Folgen der gesamten Serie.

Weitere Nominierungen:

Aladdin

(Disney; Drehbuch Ron Clements & Ted Elliott & John Musker & Terry Rossio; Regie Ron Clements & John Musker; dt. Aladdin)

Bram Stoker’s Dracula

(American Zoetrope/Columbia; Drehbuch James V. Hart; Regie Francis Ford Coppola; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bram Stoker; dt. Dracula)

Batman Returns

(PolyGram/Warner Brothers; Drehbuch Daniel Waters; Story Daniel Waters & Sam Hamm; Regie Tim Burton; basiert auf den Figuren von Bob Kane; dt. Batmans Rückkehr)

Alien³

(20th Century Fox/Brandywine; Drehbuch David Giler & Walter Hill & Larry Ferguson; Story Vincent Ward; Regie David Fincher; dt. Alien³)

Professional Editor

Gardner Dozois 

Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner
Die Hugo Awards 1993: Das waren die Gewinner

Im November 1992 wurde ISAAC ASIMOV’S SCIENCE FICTION MAGAZINE umbenannt in ASIMOV’S SCIENCE FICTION und Gardner Dozois war weiterhin Herausgeber. Er brachte zum Beispiel Lucius Shepards »Barnacle Bill the Spacer« (dt. »Muschelkratzer-Bill«), Maureen McHughs »Protection« (dt. »Schutzhaft«), Janet Kagans »The Nutcracker Coup«, Pamela Sargents »Danny Goes to Mars« (dt. »Danny fliegt zum Mars«), Connie Willis’ »Even the Queen« (dt. »Sogar die Königin«), Nancy Kress’ »The Mountain to Mohammed« (dt. »Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt«), Martha Soukups »The Arbitrary Placement of Walls« (dt. »Die gespenstische Willkür der Wohnhausarchitektur«) und Frederik Pohls »Outnumbering the Dead« (dt. Die Unsterblichen und die Toten).

Außerdem stellte Dozois die Anthologien Unicorns II (Ace Books, gemeinsam mit Jack Dann), The Year’s Best Science Fiction: Ninth Annual Collection (St. Martin’s Press) und Isaac Asimov’s Earth (Ace Books, gemeinsam mit Sheila Williams) zusammen.

Weitere Nominierungen:

Kristine Kathryn Rusch (Pulphouse, F&SF)
Ellen Datlow (OMNI, various anthologies)
Beth Meacham (Tor)
Stanley Schmidt (ANALOG)

 

Professional Artist

Don Maitz

Seinen zweiten Hugo konnte Maitz für Titelbilder zu Büchern wie Hellburner von C. J. Cherryh, Mistress of the Empire von Raymond E. Feist und Janny Wurts und einigen weiteren Romanen von Raymond E. Feist erringen. Besonders schön ist sein rund 100-seitiger Bildband Dreamquests: The Art of Don Maitz, der 1993 erschienen ist und seine Fans begeisterte.

Weitere Nominierungen:

David A. Cherry
Thomas Canty
Bob Eggleton
James Gurney

 

Original Artwork

James Gurney: Dinotopia

(1992 bei Turner; dt. Dinotopia. Das Land jenseits der Zeit, Heyne)

James Gurneys (*1958) Bilderbuch erzählt die Geschichte der Insel Dinotopia, auf der Dinosaurier und Menschen gleichberechtigt und in friedlicher Harmonie miteinander leben. Die Saurier sind intelligent und können sich mit den Menschen verständigen, sie haben sogar eine eigene Schriftsprache. Die Geschichte erzählt von Arthur und Will Denison, die 1962 Schiffbruch erleiden und die Insel Dinotopia mit ihren friedlichen Bewohnern entdecken und erkunden.

Das Besondere an diesem Buch sind jedoch die schönen und detailverliebten Illustrationen, die dafür sorgten, dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene das Buch lieben. Es wurde in achtzehn Sprachen übersetzt und erschien in mehr als dreißig Ländern.

Weitere Nominierungen:

Cover of Aristoi by Jim Burns (Tor)
Cover of Asimov’s, Nov by Michael Whelan
Cover of F&SF, Oct-Nov, illustrating »Bridges« by Ron Walotsky
Cover of Illusion by Michael Whelan (Bantam)

 

Semiprozine

SCIENCE FICTION CHRONICLE (Andrew Porter)

Nachdem LOCUS neun Jahre in Folge in dieser Rubrik den ersten Platz blockiert hatte, gelang es Porter endlich einmal, den Sieg zu erringen. SCIENCE FICTION CHRONICLE erschien bereits seit 1979. Der Herausgeber Andrew Porter (*1946) war seit 1960 im Fandom aktiv und hatte bereits die Fanzines ALGOL und S. F. WEEKLY herausgeben. Seit 1963 hatte er hunderte Conventions und fast jeden WorldCon besucht. Auch war er mehrfach Fan Guest of Honor und wurde 2009 mit dem Big Heart Award ausgezeichnet.

Der SCIENCE FICTION CHRONICLE erschien monatlich, später zweimonatlich und war, ähnlich wie LOCUS, hauptsächlich ein Nachrichtenmagazin, unterschied sich jedoch in einigen Details von seinem Konkurrenten. Es enthielt Fantexte, eine Filmkolumne (bis 1990 von Ed Naha, später von Jeff Rovin), den »London Report« von Stephen Jones und Jo Fletcher und sehr kurze Buchvorstellungen von Don D’Ammassa.

Weitere Nominierungen:

LOCUS (Charles N. Brown)
INTERZONE (David Pringle)
THE NEW YORK REVIEW OF SCIENCE FICTION (David G. Hartwell, Donald G. Keller, Robert K. J. Kilheffer, and Gordon Van Gelder)
PULPHOUSE (Dean Wesley Smith)

 

Fanzine

MIMOSA (Dick and Nicki Lynch)

Der zweite Hugo in Folge für MIMOSA bestätigte das Interesse der Fans an ihrer eigenen Geschichte, denn weiterhin berichtete das Fanzine über Conventions, Klubs und Fanaktivitäten der Vergangenheit. Nummer 12 von MIMOSA (Juli 1992) war ein Themenheft mit dem Titel »Past Influences«.

Weitere Nominierungen:

FILE 770 (Mike Glyer)
LAN’S LANTERN (George J. Laskowski, Jr.)
STET (Leah Smith)
FOSFAX (Timothy Lane and Janice Moore)

 

Fan Writer

Dave Langford

Langford erhielt bereits seinen achten Hugo. Sein Fanzine ANSIBLE lieferte Information für das Fandom, aber ganz sicher sorgte auch seine Artikelsammlung Let’s Hear It for the Deaf Man (1992 bei NESFA Press) für die entsprechende Aufmerksamkeit bei den Wählern. Dabei handelt es sich um ein 64-seitiges Heft in einer Auflage von 300 Exemplaren.

Ab August 1992 erschien in INTERZONE (Ausgabe 62) Langfords Kolumne »Ansible Link«, in der er Nachrichten über die SF-Szene zusammenfasste.

Weitere Nominierungen:

Harry Warner jr.
Mike Glyer
Evelyn C. Leeper
Andy Hooper

 

Fan Artist

Peggy Ranson

Peggy Ranson war von 1991 bis 1998 achtmal für den Hugo nominiert und hat ihn einmal gewonnen. Sie zeichnete romantische, technisch sehr perfekte Farb- und Schwarzweißillustrationen, die in semiprofessionellen Magazinen, Fanzines und Conventionmagazinen abgedruckt wurden. 1992 erschienen ihre Bilder zum Beispiel in TALES OF THE UNANTICIPATED von der Minnesota Science Fiction Society und in ABORIGINAL SCIENCE FICTION. Darüber hinaus malte sie die Titelbilder für The NESFA Index to Short Science Fiction for 1989 (NESFA Press), Candles on the Pond von Sue Ellen Sloca (Pulphouse Publishing) und Unmasking von Nina Kiriki Hoffman (Axolotl Press/Pulphouse Publishing).

Weitere Nominierungen:

Teddy Harvia
Stu Shiffman
Diana Harlan Stein
Linda Michaels
Merle Insinga

 

Campbell Award

Laura Resnick

Die US-Amerikanerin Laura Resnick (*1962) ist die Tochter des Autors Mike Resnick. Sie studierte Linguistik und verschiedene Sprachen und verbrachte einige Jahre in England, Israel und Italien. Sie begann 1989 unter dem Pseudonym Laura Leone Liebesromane zu schreiben und wurde 1989 und 1993 mit dem ›Romantic Times Magazine Award‹ ausgezeichnet. In der SF debütierte sie mit der Erzählung »Avant Vanguard« (1991 in Martin H. Greenberg [Hrsg.]: The Fantastic Adventures of Robin Hood), bis Ende 1992 folgten sieben weitere Erzählungen in Anthologien.

Von 1993 bis heute wurden von ihr über sechzig phantastische Erzählungen in sehr unterschiedlichen Anthologien und Magazinen veröffentlicht, von denen nur eine Handvoll auf Deutsch vorliegt. 1998 erschien der Fantasy-Roman In Legend Born (1998 bei Tor; dt. in zwei Büchern, Feuerbringer und Flammenherz), den sie mit den Bänden The White Dragon und The Destroyer Goddess (beide 2003 bei Tor) fortsetzte.

Von 2005 bis 2014 erschienen sieben Bände der Urban-Fantasy-Serie um die Heldin Esther Diamond, beginnend mit Disappearing Nightly (2005 bei Luna; dt. Verzaubert).

Weitere Nominierungen:

Nicholas A. DiChario
Barbara Delaplace
Michelle Sagara
Holly Lisle
Carrie Richerson

 

Special Award

Takumi Shibano – For building bridges between cultures and nations to advance science fiction and fantasy

Takumi Shibano (1926–2010) war Autor, Übersetzer und eine der zentralen Figuren des japanischen SF-Fandoms. Durch seine stetige Arbeit half er entscheidend dabei, die japanische SF zu etablieren. Seine erste Kurzgeschichte erschien 1951. Ab 1957 gab er zeitweise monatlich das Fanzine UCHUJIN (›Kosmischer Straub‹) heraus, das bis 2009 erschien und bei Shibanos Tod mit Ausgabe 202 eingestellt wurde. Viele der Autoren des Fanzines wurden später professionelle Autoren, wie zum Beispiel Shin’ichi Hoshi, Sakyo Komatsu, Ryu Mitsuse und Yasutaka Tsutsui. Shibano organisierte 1962 die erste japanische Science-Fiction-Convention und half bei der Gründung eines landesweiten Fanclubs. Ab 1977 wurde er Vollzeitautor und Übersetzer. Er schrieb unter dem Pseudonym Rei Kozumi ein Theaterstück und drei Kinderbücher und übersetzte mehr als sechzig SF-Romane aus dem Englischen ins Japanische. Ab 1979 besuchte er regelmäßig die Worldcons und war später Fan-Ehrengast der Worldcons in den Jahren 1996 und 2007.

Seit 1982 gibt es den Takumi Shibano Award, der in Japan an besonders aktive Fans verliehen wird. 

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1985-2000” (erschienen 2016 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2016 by Hardy Kettlitz

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