Die Hugo Awards 1986: Das waren die Gewinner

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1986: Das waren die Gewinner


Das Buch „Hugo Awards 1985-2000” gibt einen Überblick über die wichtigsten Gewinner des berühmten Hugo Awards. Welche Preisträger gab es 1986?

Die Verleihung der HUGO-Awards fand 1986 während der ConFederation in Atlanta (USA) statt.

Toastmaster: Bob Shaw

Novel

Orson Scott Card: Ender’s Game

(1985 bei Tor; dt. Das große Spiel, B 24089, Bertelsmann Club und H 8226; Enders Spiel, H 31420)

Die Hugo Awards 1986: Das waren die Gewinner

Orson Scott Card (*1951) hatte bereits 1978 den Campbell Award als bester neuer Autor erhalten, nicht zuletzt wegen seiner langen Erzählung »Ender’s Game« (August 1977 in ANALOG), die auch als ›Best Novelette‹ Platz 2 bei der Hugo-Verleihung 1978 erreichte. Fast ein Jahrzehnt später erweiterte er die Geschichte und sollte damit einen weltweiten Bestseller landen, der in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde.

Die Welt ist in keinem guten Zustand: Drei politische Großmächte stehen sich noch immer im Kalten Krieg gegenüber, die Ressourcen werden knapper, Überbevölkerung ist zu einem Problem geworden, und China wurde vernichtet. Außerdem wurde die Erde bereits zwei Mal von Außerirdischen angegriffen, und nur durch das strategische Geschick eines inzwischen legendären Mannes namens Mazer Rackham konnten die außerirdischen »Krabbler« (engl. »Buggers«) zwei Generationen zuvor zurückgeschlagen werden.

Andrew ›Ender‹ Wiggin ist ein Dritt. Wegen der Überbevölkerung ist es Eltern nur gestattet, zwei Kinder zu bekommen. Für ein drittes Kind – ein Dritt – bedarf es einer Sondergenehmigung, für die sich die Eltern bereiterklären müssen, das Kind später der I. F. – der Internationalen Flotte, die für den Kampf gegen die Krabbler gegründet wurde – zu überlassen. Ender wächst mit seinem tyrannischen und sehr intelligenten Bruder Peter und seiner ebenso intelligenten Schwester Valentine auf. Er gehört zu den Kindern, die ständig überwacht werden, und als sich Ender gegen einen Angriff anderer Kinder außergewöhnlich rücksichtslos und geschickt wehrt und dadurch seine militärische Eignung beweist, holt ihn die I. F. in die Kampfschule im Erdorbit, wo mit einem schonungslosen Trainingsprogramm Kinder zu Soldaten ausgebildet werden. Dort soll in einer sechsjährigen Ausbildung Enders taktisches und strategisches Geschick trainiert werden. Oberst Hyrum Graff, der für Ender verantwortlich ist, isoliert den Jungen von den anderen Kadetten, indem er ihn scheinbar bevorzugt. Es gibt in der großen Raumstation mehrere Trainingsräume, in denen Schwerelosigkeit herrscht und wo Mannschaften gegeneinander taktische Kampfspiele austragen. Ender ist der talentierteste von allen und ersinnt immer neue Tricks, um die Gegner zu schlagen. Als er selbst Kommandant einer eigenen Einheit wird, zieht er sich den Hass der anderen Kommandanten zu, weil er nie einen Kampf verliert. Bonzo Madrid, einer der anderen Kommandanten, ist einen Kopf größer als Ender und greift ihn an, als dieser schutzlos unter der Dusche steht. Ender setzt sich zur Wehr und schlägt Bonzo, wobei er ihn, ohne es zu wollen, tötet. Kurze Zeit später wird Ender, der inzwischen zehn Jahre alt ist, auf den Asteroiden Eros versetzt, wo er auf Mazer Rackham, den Helden der vergangenen Krabbler-Schlachten, trifft, der zu seinem gnadenlosen Lehrer wird. Schließlich bringt ihn Rackham zu einem angeblichen Abschlusstest, wo er in Anwesenheit vieler hochrangiger Militärs eine weitere Schlacht schlagen soll. Doch diese Schlacht ist unfair, weil Ender nur achtzig Jäger gegen fünftausend, vielleicht sogar zehntausend Feindschiffe zur Verfügung hat. Allerdings gibt es eine mächtige Waffe, den »kleinen Chirurgen«. Ender durchbricht die feindliche Front und greift ebenfalls zu einem unfairen Mittel: Er vernichtet mit dem »Chirurgen« den gegnerischen Planeten. Erst hinterher erfährt Ender von Rackham, dass es sich nicht um eine Simulation handelte, sondern dass er die echte Flotte der Erde befehligt hat und der Krabbler-Heimatplanet tatsächlich zerstört wurde. Ender wird das Ausmaß seiner Handlung klar, er weiß nun, dass er eine ganze Spezies ausgelöscht hat.

In der Folgezeit brechen die Konflikte auf der Erde wieder aus, und jede Militärmacht will Ender als General verpflichten. Doch Ender nimmt an einem Kolonialisierungsprogramm teil und fliegt zu einer ehemaligen Krabblerkolonie. Dort findet er das Ei einer Krabblerkönigin und beschließt, für sie eine neue Welt zu finden, um ihrer Spezies zum Überleben zu verhelfen. Um seine wahre Identität zu verbergen nennt er sich fortan »Sprecher für die Toten« und schreibt zwei Bücher, die zu Bestsellern werden: Die Schwarmkönigin über die Zivilisation der Krabbler und Der Hegemon über seinen inzwischen auf der Erde sehr mächtigen Bruder Peter. Gemeinsam mit seiner Schwester Valentine reist Ender inkognito von Welt zu Welt, um eine neue Heimat für die ungeborene Krabblerkönigin zu finden.

1991 erschien eine überarbeitete Version des Romans, in dem Card einige Fakten änderte und modernisierte; so berücksichtigte er dabei zum Beispiel den Zusammenbruch der Sowjetunion.

Damien Broderick und Paul Di Filippo haben Ender’s Game in ihr Buch Science Fiction: The 101 Best Novels 1985–2010 aufgenommen. Sie bezeichnen das Buch als Bildungsroman und stellen fest, dass weder Robert A. Heinleins Starship Troopers, James Blishs A Case of Conscience noch Philip José Farmers The Lovers so viel provozierenden, philosophischen Sprengstoff enthalten haben. Nicht umsonst ist das Buch seit seinem Erscheinen bis heute im Druck und wird vielerorts als Lektüre für unterschiedliche Arten von Unterricht benutzt.

Die Verfilmung von Gavin Hood, die 2013 in die Kinos kam, wurde dafür kritisiert, dass sie die Handlung allzu sehr vereinfacht, ist jedoch optisch hervorragend gelungen. Card selbst schrieb das Drehbuch für ein siebenstündiges Hörspiel, das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland umgesetzt wurde.

Enders weitere Erlebnisse werden in den Bänden Speaker for the Dead (1986; dt. Sprecher für die Toten), Xenocide (1991; dt. Xenozid) und Children of the Mind (1996; dt. Enders Kinder) erzählt. Card verfasste außerdem eine Serie mit bisher fünf Bänden, in denen Bean, eine Nebenfigur aus Ender’s Game, im Mittelpunkt steht. Der erste Band heißt Ender’s Shadow (1999; dt. Enders Schatten).

Weitere Nominierungen:

C. J. Cherryh: Cuckoo’s Egg

(1985 bei DAW; dt. Das Kuckucksei, H 4496)

David Brin: The Postman

(1985 bei Bantam Spectra; dt. Gordons Berufung, H 4594)

Larry Niven & Jerry Pournelle: Footfall

(1985 bei Del Rey; dt. Fußfall, H 4708)

Greg Bear: Blood Music

(1985 bei Arbor House; dt. Blutmusik, H 4480)

 

Novella

Roger Zelazny: »24 Views of Mount Fuji, by Hokusai«

(Juli 1985 in ASIMOV’S; dt. »24 Ansichten des Berges Fuji, von Hokusai« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Schöne nackte Welt, H 4380, »24 Ansichten des Fujiyama, von Hokusai« in James Turner [Hrsg.]: Spur der Schatten, B 15081)

Diese Geschichte erzählt von der Pilgerreise einer Frau namens Mari am Fuß des Berges Fuji. Oft erinnert sie sich an ihren einstigen Gefährten Kit und ihre Tochter Kendra. Mit sich führt sie ein kleines Buch, in dem sich vierundzwanzig Bilder des Berges Fuji von dem Maler Hokusai befinden, und sie versucht, die Orte aufzusuchen, an denen Katsushika Hokusai seine Bilder vor Jahrhunderten gemalt haben muss, um die gleichen Ansichten des Berges wie auf den Bildern erblicken zu können. Während dieser Reise denkt sie viel über östliche und westliche Kultur sowie Literatur nach und kommt auf Gedanken wie: »Ich war immer der Ansicht, dass Don Quijote einen verdammt guten Filmstoff für Kurosawa abgegeben hätte.« Gelegentlich hat sie Geistererscheinungen, die sie angreifen und die von ihr ›Epigonen‹ genannt werden. Ein Epigone hat die Form eines sechsbeinigen Hundes mit dem Kopf einer gigantischen Feuerblume. Auch träumt sie von alten Göttern und der versunkenen Stadt R’lyeh – eine Lovecraft-Anspielung, die aber mit dem restlichen Text in keinem Zusammenhang zu stehen scheint.

Erst im letzten Drittel der Geschichte erfährt der Leser den Grund für die einsame Pilgerreise, denn bei der beschaulichen Wanderung handelt es sich eigentlich um eine Flucht. Mari trifft einen alten Feind namens Kotusow, mit dem sie über ein Jahrzehnt zuvor eine Auseinandersetzung hatte und der sie nun auszufragen versucht. Offenbar waren beide als Agenten für gegnerische Organisationen tätig, bevor Mari in ihre US-amerikanische Heimat zurückgekehrt war. Jetzt verbringt sie die Nacht mit Kotusow.

Mari hatte damals den Dechiffrier-Experten Kit kennengelernt. Der hatte sich intensiv mit Computersystemen beschäftigt, bis er eines Tages leblos aufgefunden wurde. Offenbar war es ihm gelungen, sein Bewusstsein in das Computernetz zu transferieren, woraufhin er seine Frau Mari durch Nachrichten an Computerterminals, am Telefon und auf anderen elektronischen Wegen bedrängte, es ihm gleichzutun. Doch Mari ergriff die Flucht, nicht zuletzt, weil sie von Kit schwanger war. Nachdem sie ihre Tochter Kendra zur Welt gebracht hatte, zog sie sich aufs Land zurück. Doch selbst dorthin verfolgte sie Kits virtueller Geist, bis sie schließlich die Pilgerreise antrat. Am Ende der Reise geraten Kit und Mari doch aneinander, und es kommt zum Showdown.

Zelazny wurde von dem Buch Hokusai’s Views of Mt. Fuji (1965 bei Tuttle Publications) zu dieser Geschichte inspiriert. Die 24 Bilder dieses Buches gaben den 24 Kapiteln der zu großen Teilen sehr eleganten Geschichte ihre Titel. Die Lovecraft-Anspielungen sorgten dafür, dass die Erzählung auch in der Anthologie Cthulhu 2000: A Lovecraftian Anthology (1995 bei Arkham House, hrsg. von Jim Turner; dt. Spur der Schatten) nachgedruckt wurde. Vielleicht ist der Text darin auch gut aufgehoben, denn der Bewusstseinstransfer von Kit passt eher zu einer Geistergeschichte als zum Mitte der achtziger Jahre beliebten Cyberpunk.

Weitere Nominierungen:

Robert Silverberg: »Sailing to Byzantium«

(Februar 1985 in ASIMOV’S; dt. »Meerfahrt nach Byzanz« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Langsame Apokalypse, H 4325, in Donald A. Wollheim & Arthur W. Saha [Hrsg.]: World’s Best SF 5, B 22092, in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Ikarus 2002, H 6390)

James Tiptree jr.: »The Only Neat Thing to Do«

(Oktober 1985 in F&SF; dt. »Das einzig Vernünftige« in Tiptree: Sternengraben, Septime)

Kim Stanley Robinson: »Green Mars«

(September 1985 in ASIMOV’S; dt. »Der grüne Mars« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1998, H 5935)

C. J. Cherryh: »Scapegoat«

(1985 in Elizabeth Mitchell [Hrsg.]: Alien Stars, Baen; dt. »Der Sündenbock« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1988, H 4477)

 

Novelette

Harlan Ellison: »Paladin of the Lost Hour«

(Dezember 1985 in TWILIGHT ZONE; dt. »Die Wächter der verlorenen Stunde« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Wassermans Roboter, H 4513; »Der Wächter der verlorenen Stunde« in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 53315)

Ein sehr alter Mann namens Caspar wird auf einem Friedhof von zwei jungen Rowdys angegriffen und zusammengeschlagen. Der Ex-Soldat Billy Kinetta geht dazwischen, rettet den alten Mann und vertreibt die Rowdys. Caspar ist im Besitz einer außergewöhnlichen Taschenuhr, die in der Hand eines der Rowdys zu leuchten und schließlich zu schweben begonnen hat, was Billy jedoch nicht sehen konnte. Caspar will seinen Retter näher kennenlernen und so nimmt ihn Billy in seine Wohnung mit. Die beiden unterhalten sich und Caspar erzählt, dass er das Grab seiner vor zwanzig Jahren verstorbenen Frau besucht hat. Billy muss zur Nachtschicht und gestattet dem alten Mann, in der Wohnung zu bleiben. Als er von der Arbeit zurückkehrt, hat Capar Essen zubereitet, und Billy findet heraus, dass der alte Mann eigentlich obdachlos ist und nicht mehr lange zu leben hat. So lässt Billy Caspar forthin bei sich wohnen, und die beiden werden schließlich Freunde. Billy erzählt erst später, dass er auf dem Friedhof war, um das Grab eines Kriegskameraden zu besuchen, der ihm damals in Vietnam das Leben gerettet hat. Eines Nachts entdeckt Billy, während Caspar schläft, die geheimnisvolle Taschenuhr, die 11 Uhr anzeigt. Sie scheint kaputt zu sein, und er will sie reparieren lassen, um Caspar eine Freude zu machen. Doch die Uhr beginnt wieder zu leuchten und in der Luft zu schweben. Caspar bleibt ihm eine Erklärung schuldig. Billy erfährt schließlich, was der Name Caspar bedeutet, nämlich »Schatzmeister, Bewahrer der Geheimnisse, Paladin, Hüter des Palastes«. Caspar spürt seinen Tod nahen und geht am nächsten Tag zusammen mit Billy zum Friedhof. Dort erzählt er den Rest seiner Geschichte.

Als Papst Gregor im Jahr 1582 den Kalender korrigierte, blieb eine einzige Stunde übrig. Diese Stunde darf niemals schlagen, denn dann ist das Ende der Menschheit erreicht, und diese Stunde ist in der magischen Taschenuhr konserviert. Bevor Caspar nun stirbt, will er eine Minute dieser kostbaren Stunde nutzen, um seine verstorbene, geliebte Frau wiederzusehen. Doch er entscheidet sich, Billy diese eine Minute zu schenken, damit er herausfinden kann, warum der tote Soldat ihm damals in Vietnam das Leben gerettet hat. Als Billy dadurch seinen Frieden gefunden hat, übergibt ihm Caspar die Uhr und stirbt. Er hat seinen Nachfolger gefunden.

Es handelt sich bei Ellisons Erzählung, für die er den letzten seiner acht Hugos erhielt, keineswegs um Science Fiction, aber er schuf eine großartige Geschichte über Weisheit, Freundschaft und Verantwortung.

»Paladin of the Lost Hour« erschien nicht nur als Erzählung, gleichzeitig entstand auch das Drehbuch der gleichnamigen Folge der Serie THE TWILIGHT ZONE, die erstmals am 8. November 1985 ausgestrahlt wurde. Der Schauspieler Danny Kaye als Caspar (im Englischen »Gaspar«) war hier in einer seiner letzten Rollen zu sehen. Ellison erhielt für das Drehbuch 1987 den Writers Guild of America Award in der Rubrik ›Anthology Episode/Single Program‹.

Weitere Nominierungen:

George R. R. Martin: »Portraits of His Children«

(November 1985 in ASIMOV’S; dt. »Bilder seiner Kinder« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: Second Hand Planet, H 4470, Martin: Traumlieder III, H 31672, in Martin: GRRM 2, FanPro)

Orson Scott Card: »The Fringe«

(Oktober 1985 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Michael Bishop: »A Gift from the Graylanders«

(September 1985 in ASIMOV’S; dt. »Ein Geschenk aus dem Grauen Land« in Friedel Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 28. Folge, H 4366)

William Gibson & Michael Swanwick: »Dogfight«

(Juli 1985 in OMNI; dt. »Luftkampf« in Gibson: Cyberspace, H 4468, in Gibson: Vernetzt. Johnny Mnemonic und andere Geschichten, Rogner & Bernhard)

 

Short Story

Frederik Pohl: »Fermi and Frost«

(Januar 1985 in ASIMOV’S; dt. »Fermi und Frost« in Donald A. Wollheim/Arthur W. Saha [Hrsg.]: World’s Best SF 5, B 22092)

Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ausbruch des Atomkrieges zwischen den USA und der Sowjetunion auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen. Zweitausendachthundert Menschen drängen sich dort, um einen Platz in einem der wenigen Flugzeuge zu ergattern, die New York verlassen. Einer dieser Menschen ist der neunjährige Timothy Clary, der an diesem Tag Geburtstag hat. Im Gedränge wird er von seiner Mutter getrennt. Der SETI-Astronom Harry Malibert ist ebenfalls unter den Flüchtlingen. Er kümmert sich um den erkrankten Timothy, und als er plötzlich einen Platz im Flugzeug bekommt, gibt er den Jungen als seinen Sohn aus und nimmt ihn mit. Das Flugzeug fliegt, während der Atomkrieg ausbricht, nach Keflavik in Island. In den ersten Stunden werden achtzig Millionen Leben ausgelöscht. Auch für Keflavik ist eine Atombombe vorgesehen, weil sich dort ein Stützpunkt der US-amerikanischen Streitkräfte befindet, doch durch einen Fehler wird stattdessen Reykjavik getroffen und vernichtet.

In den folgenden Wochen verhungern die meisten Menschen auf der Erde. Der nukleare Winter setzt ein und vernichtet auch den größten Teil der Vegetation. In Island ist man jedoch auf ewiges Eis vorbereitet, und die heißen Quellen versorgen die Menschen mit Wärme, sodass es eine Gruppe in Keflavik gibt, die – mehr schlecht als recht – überleben kann. Malibert unterhält sich mit Timothy über seine frühere Arbeit für das SETI-Projekt, wobei sie auf das Fermi-Paradoxon zu sprechen kommen. Wenn es so viele Sterne im Universum gibt, warum haben wir dann keine Signale von anderen Zivilisationen aufgefangen? Malibert sagt, es gäbe drei Erklärungen: 1. Es gibt kein weiteres höherentwickeltes Leben außerhalb der Erde. 2. Die Anderen wollen nichts mit uns Menschen zu tun haben. 3. Sobald eine Spezies weit genug entwickelt ist, um Raumfahrt zu betreiben, hat sie auch hochentwickelte Waffensysteme, die sich irgendwann nicht mehr kontrollieren lassen und die Spezies vernichtet.

Pohl stellt dem Leser zwei Enden der Geschichte zur Wahl. Im ersten Ende dauert der nukleare Winter so lange, bis auch die letzten Menschen in Island schließlich sterben. Im zweiten Ende kommt die Sonne wieder zum Vorschein, die Welt erholt sich sehr langsam, die Menschheit kann sich wieder entwickeln und schließlich eines Tages die Bewohner anderer Welten treffen.

Nach David Brins Erzählung »The Crystal Spheres« (Januar 1984 in ANALOG; dt. »Die Kristallhüllen«; siehe 1985) ist dies bereits der zweite Hugo-Sieger, der sich explizit mit Fermis Paradoxon beschäftigt.

Frederik Pohl (1919–2013) gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der US-amerikanischen Science Fiction. Er war nicht nur Autor zahlreicher SF-Klassiker, sondern auch Herausgeber, Agent, Anthologist und Fan. Für »Fermi and Frost« erhielt er seinen dritten Hugo als Autor.

Weitere Nominierungen:

Howard Waldrop: »Flying Saucer Rock & Roll«

(Januar 1985 in OMNI; nicht auf Deutsch)

John Crowley: »Snow«

(November 1985 in OMNI; dt. »Schnee« in Wolfgang Jeschke [Hrsg.]: An der Grenze, H 4610)

Bruce Sterling: »Dinner in Audoghast«

(Mai 1985 in ASIMOV’S; dt. »Abendmahl in Audoghast« in Sterling: Zikadenkönigin, H 4709)

William F. Wu: »Hong’s Bluff«

(März 1985 in OMNI; dt. »Hongs Bluff« in ALIEN CONTACT 7)

 

Non-Fiction

Tom Weller: Science Made Stupid

(1985 bei Houghton Mifflin; nicht auf Deutsch)

Es handelt sich hierbei um eine Parodie auf ein Schullehrbuch für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Weller hat das 80 Seiten umfassende Buch selbst reich illustriert und in jedem Schaubild Witze untergebracht. Die fünf Hauptkapitel beschäftigen sich mit dem Universum, Materie und Energie, der Erde, der Evolution und der Herkunft des Menschen. Einige Beispiele für Wellers Humor: Im »Rumpsprung-Hustle Diagramm« werden die unterschiedlichen Arten der Sterne erklärt und abgebildet, und es tauchen neben Schwarzen Löchern und Wurmlöchern auch Donutlöcher auf. Bei der Erläuterung des Sonnensystems gibt es eine Grafik zu den Weltbildern: Neben dem geozentrischen und dem heliozentrischen gibt es auch das ethnozentrische (die USA steht im Mittelpunkt) und das egozentrische Weltbild (ein Mensch steht im Mittelpunkt). Besonders gelungen ist das Kapitel zur Evolution, in dem Weller eine Reihe lustiger Saurier abgebildet hat, wie zum Beispiel eine Säbelzahnente oder eine Giraffenschildkröte. Im Kapitel »The Descent of Man« nimmt er vor allem den Kreationismus auf die Schippe. Am Ende des Buches gibt es eine Reihe lustiger Werbeanzeigen und selbst das Impressum des Buches enthält Scherze.

1987 veröffentlichte Weller einen zweiten Band mit dem Titel Cvltvre Made Stvpid, in dem es in ähnlicher Weise um Philosophie, Musik, darstellende Künste, Literatur und alle möglichen Arten von Kultur geht.

Weitere Nominierungen:

Perry Chapdelaine, Tony Chapdelaine & George Hay, eds.: The John W. Campbell Letters Volume I

(1985 bei AC Projects Inc.; nicht auf Deutsch)

Harlan Ellison: An Edge in My Voice

(1985 bei Donning; nicht auf Deutsch)

Algis Budrys: Benchmarks: Galaxy Bookshelf

(1985 bei Southern Illinois University Press; nicht auf Deutsch)

Brian W. Aldiss: The Pale Shadow of Science

(1985 bei Serconia; nicht auf Deutsch)

Douglas E. Winter: Faces of Fear: Encounters with the Creators of Modern Horror

(1985 bei Berkley; nicht auf Deutsch)

 

Dramatic Presentation

Back to the Future

(Amblin/Universal; Drehbuch Robert Zemeckis & Bob Gale; Regie Robert Zemeckis; dt. Zurück in die Zukunft)

Marty McFly wird von seinem Freund Doc Brown zum Parkplatz des örtlichen Einkaufszentrums beordert, weil dieser ihm die gerade fertiggestellte Zeitmaschine, die in einen Sportwagen vom Typ DeLorean eingebaut ist, vorführen will. Die Zeitmaschine gewinnt ihre Energie aus einem plutoniumbetriebenen Kernreaktor. Eigentlich sollte Doc Brown aus dem Plutonium eine Bombe für libysche Terroristen bauen, und als die Libyer auf dem Parkplatz auftauchen und auf Doc Brown schießen, gerät Marty in Panik und fährt mit dem DeLorean los, wodurch er die Zeitmaschine aktiviert und rückwärts in der Zeit zum 5. November 1955 reist. Dort rettet er seinen zukünftigen Vater George McFly vor einem Auto, wird selbst angefahren und bringt somit die Vergangenheit durcheinander. Denn der Vater seiner zukünftigen Mutter Lorraine bringt ihn in sein Haus, und diese verliebt sich in Marty anstatt in George. Marty findet den Doc Brown des Jahres 1955, erklärt ihm die missliche Lage und bewegt ihn dazu, ihm bei der Rückkehr ins Jahr 1985 zu helfen. Doch zuvor muss Marty noch dafür sorgen, dass sich Lorraine in George McFly verliebt, was mit einigen Hindernissen verbunden ist. Wieder zurück im Jahr 1985 sieht Marty sich selbst, wie er gerade die Zeitreise antritt und auf welche Weise Doc Brown die Schüsse der Libyer überlebt. Im Haus seiner Eltern angekommen muss Marty feststellen, dass seine Zeitreise Spuren hinterlassen hat, denn seine Familie hat sich – durchaus zum Vorteil – verändert. Offenbar hat er eine alternative Zeitlinie geschaffen. Am Ende des Films reist Doc Brown in die Zukunft, und obwohl ursprünglich keine Fortsetzung geplant war, bot sich hier schon der Aufhänger für Zurück in die Zukunft II, der 1989 in die Kinos kam.

Die unglaublich unterhaltsame Handlung basiert auf einem ausgeklügelten Originaldrehbuch von Robert Zemeckis und dessen ehemaligem Kommilitonen Bob Gale. Nicht zuletzt die Mischung aus SF und romantischer Komödie sorgte dafür, dass Zurück in die Zukunft in den USA der erfolgreichste Film des Jahres 1985 wurde. Und seither wissen nicht nur SF-Fans, dass man für die Reise durch die Zeit einen Fluxkompensator benötigt.

Ernest Mathijs schrieb in 101 Science-Fiction-Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist: »Kein Science-Fiction-Film ist typischer für die 1980er Jahre als Zurück in die Zukunft, auch wenn (oder vielleicht gerade weil) er teilweise in den 1950er Jahren spielt. Die Achtziger waren das erste Jahrzehnt, in dem es schicker war, in die Vergangenheit zu blicken, als sich die Zukunft auszumalen.«

Weitere Nominierungen:

Ladyhawke

(20th Century Fox/Warner Brothers; Drehbuch Edward Khmara, Michael Thomas, Tom Mankiewicz & David Webb Peoples; Story Edward Khmara; Regie Richard Donner; dt. Der Tag des Falken)

Cocoon

(20th Century Fox/Zanuck/Brown; Drehbuch Tom Benedek; Regie Ron Howard; basiert auf dem gleichnamigen Roman von David Saperstein; dt. Cocoon)

Brazil

(Embassy/Universal; Drehbuch Terry Gilliam, Charles McKeown & Tom Stoppard; Regie Terry Gilliam; dt. Brazil)

Enemy Mine

(20th Century Fox/King’s Road; Drehbuch Edward Khmara; Regie Wolfgang Petersen; basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Barry Longyear; dt. Enemy Mine – Geliebter Feind)

Professional Editor

Judy-Lynn Del Rey

Die Hugo Awards 1986: Das waren die Gewinner

Judy-Lynn Del Rey (1943–1986) war mit Lester Del Rey befreundet und heiratete ihn nach dem Tod seiner dritten Frau. Sie arbeitete eine Zeit lang bei Ballantine und rief dort die zuvor eingestellte SF-Reihe wieder ins Leben. Danach startete sie eine Fantasy-Reihe und gründete 1977 gemeinsam mit ihrem Mann bei Ballantine das Imprint Del Rey Books. Darüber hinaus gab sie von 1974 bis 1981 die Originalanthologienreihe STELLAR bei Ballantine heraus (sieben Ausgaben), in der Kurzgeschichten von älteren, aber auch sehr jungen Autoren erschienen. Drei dieser Erzählungen waren für den Hugo nominiert, die bekannteste ist »The Bicentennial Man« von Isaac Asimov (1976 in Stellar #2, Hugo-Gewinner 1977).

Im Oktober 1985 erlitt sie eine Hirnblutung und starb wenige Monate später. Lester Del Rey lehnte den Hugo Award in ihrem Namen ab, mit der Begründung, dass sie nur wegen ihres frühen Todes gewählt worden wäre.

Weitere Nominierungen:

Terry Carr
Edward L. Ferman
Shawna McCarthy
Stanley Schmidt

 

Professional Artist

Michael Whelan

Whelan erhielt bereits seinen siebten Hugo als ›Best Professional Artist‹ (siehe 1980 bis 1985) und bat darum, ihn im nächsten Jahr nicht zu berücksichtigen, damit auch andere die Chance hätten zu gewinnen.

1985 gab es rund ein Dutzend neue Titelbilder zu SF-Büchern von Whelan, so unter anderem zu Chanur’s Venture und Cuckoo’s Egg von C. J. Cherryh, Black Star Rising von Frederik Pohl, Footfall von Larry Niven und Jerry Pournelle, Days of Grass von Tanith Lee und The Cat Who Walks Through Walls von Robert A. Heinlein. Besonders gelungen ist das Titelbild zu Elric at the End of Time von Michael Moorcock.

Weitere Nominierungen:

Frank Kelly Freas
Rowena Morrill
Don Maitz
Barclay Shaw

 

Semiprozine

LOCUS (Charles N. Brown)

1985 erschien monatlich eine Ausgabe dieses SF-Fachmagazins, und der Umfang stieg auf jeweils 56 bis 68 Seiten. Enthalten waren Interviews mit Robert Silverberg, Somtow Sucharitkul, Tim Powers, Brian W. Aldiss, Larry Niven und Jerry Pournelle, Chad Oliver, Robert Holdstock, Barry Hughart und Karel Thole. Fritz Leiber verfasste seine Rubrik »Moons & Stars & Stuff«, Vladimir Gakov schrieb weiterhin über sowjetische SF, Jaroslav Olša und Peter Holan berichteten über »SF in Czechoslovakia«, und es gab kürzere Artikel aus anderen Ländern wie Jugoslawien und China. Auf Theodore Sturgeon erschienen mehr als ein Dutzend Nachrufe von Isaac Asimov, Samuel R. Delany, Arthur C. Clarke, Betty Ballantine und anderen. Zahllose Rezensionen wurden von Faren Miller, Dan Chow, Pascal J. Thomas und Debbie Notkin geschrieben, und es gab Briefe von Anne McCaffrey, Somtow Sucharitkul, George R. R. Martin, Stephen King, Ramsey Campbell, Arthur C. Clarke, Michael Moorcock, Harry Harrison und vielen anderen.

Weitere Nominierungen:

SCIENCE FICTION CHRONICLE (Andrew I. Porter)
SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)
FANTASY REVIEW (Robert A. Collins)
INTERZONE (Simon Ounsley & David Pringle)

 

Fanzine

LAN’S LANTERN (George Laskowski)

George »Lan« Laskowski (1948–1999) war ein engagierter Fan, der auch mehrfach als Fanehrengast zu Conventions eingeladen wurde. Sein Fanzine LAN’S LANTERN erschien erstmals im April 1976. Die einzelnen Ausgaben hatten einen Umfang von 30 bis 120 Seiten, und der Autor beschäftigte sich pro Ausgabe meist mit dem Werk eines einzelnen Autors. So war Nummer 9 Jack Williamson und Nummer 11 Clifford D. Simak gewidmet. Aber es gab auch Interviews mit und Artikel über neuere Autoren wie Joe Haldeman oder Joan D. Vinge. 1985 erschienen die drei Ausgaben 16 bis 18, wobei Nummer 16 eine Andre-Norton-Sonderausgabe war, inklusive einem Andre-Norton-Quiz, einer Bibliographie und einiger Rezensionen.

Weitere Nominierungen:

No Award
ANVIL (Charlotte Proctor)
UNIVERSAL TRANSLATOR (Susan Bridges)
HOLIER THAN THOU (Mary & Robbie Cantor)
GREATER COLUMBIA FANTASY COSTUMERS GUILD NEWSLETTER (Bobby Gear)

 

Fan Writer

Mike Glyer

Mike Glyer konnte durch seinen inzwischen vierten Hugo bestätigen, dass sein Fanzine FILE 770 nach wie vor die Fans begeisterte. Er schrieb 1985 aber nicht nur für sein eigenes Fanzine, sondern auch für den SCIENCE FICTION CHRONICLE von Andrew I. Porter und einige andere.

Weitere Nominierungen:

Richard E. Geis
Dave Langford
Arthur Hlavaty
Don D’Ammassa
Patrick Nielsen Hayden

 

Fan Artist

Joan Hanke-Woods

Nach jährlichen Nominierungen seit 1980 erhielt die US-Amerikanerin Joan Hanke-Woods (1945–2013) ihren ersten Hugo. Obwohl sie hauptsächlich als Fan bekannt war, arbeitete sie auch professionell als Künstlerin und illustrierte Bücher u. a. von Philip José Farmer, Mike Resnick, Theodore Sturgeon und A. E. van Vogt. Bereits 1977 und 1978 konnte sie mehrere Illustrationen an GALAXY verkaufen.

Sie war ab 1978 im Fandom aktiv und malte zahlreiche Fanzine-Titelbilder, die sich großer Beliebtheit erfreuten (unter anderem für FILE 770), und wurde eine der bekanntesten Fan-Zeichnerinnen.

Joan Hanke-Woods, die auch als Delphyne Woods bekannt war, gewann 1979 und 1980 den Fanzine Activity Achievement Award.

Weitere Nominierungen:

Brad Foster
William Rotsler
Stu Shiffman
Steve Fox

 

Campbell Award

Melissa Scott

Die US-Amerikanerin Melissa Scott (*1960) studierte Geschichte am Harvard College und debütierte 1984 mit dem Roman The Game Beyond, einer Space Opera, die ähnlich Asimovs FOUNDATION-Zyklus Anleihen bei der Geschichte des Römischen Imperiums nimmt. Das Buch tauchte in der LOCUS-Liste der ›best first novels‹ des Jahres auf. 1985 folgte der Auftakt der Space-Opera-Trilogie um die Raumpilotin Silence Leigh, Five-Twelfths of Heaven, die maßgeblich für Aufmerksamkeit bei den Wählern des Campbell Award sorgte. Fortgesetzt wurde dieser Roman mit Silence in Solitude (1986) und The Empress of Earth (1987). Interessant ist ihr Roman The Kindly Ones (1987, dt. Die Freundlichen), in dem sie die Handlung eines Stückes von Aischylos in eine interstellare Geschichte transponiert. Bis heute schrieb sie dreißig Romane und ein gutes Dutzend Erzählungen, darunter auch drei Romane gemeinsam mit ihrer bereits 2006 verstorbenen Lebenspartnerin Lisa A. Barnett. In vielen ihrer Bücher spielen homosexuelle Figuren eine Rolle, weshalb sie mehrfach den Lambda Award (gay and lesbian literature) und den Gaylactic Spectrum Award (SF, Fantasy and Horror on GLBT themes) erhalten hat, insbesondere für Trouble and Her Friends (1994 bei Tor), Shadow Man (1995 bei Tor), Point of Dreams (2001 bei Tor, mit Lisa A. Barnett), »The Rocky Side of the Sky« (2008 in Lynne Jamneck [Hrsg.]: Periphery: Erotic Lesbian Futures, Lethe Press) und Death by Silver (2013 bei Lethe Press, mit Amy Griswold). Bis auf Die Freundlichen erschienen nur zwei STAR TREK-Romane von ihr auf Deutsch.

Weitere Nominierungen:

Guy Gavriel Kay
Carl Sagan
Karen Joy Fowler
Tad Williams
David Zindell


 

 

__

Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1985-2000” (erschienen 2016 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2016 by Hardy Kettlitz

Share:   Facebook