H. P. Lovecraft und der moderne Okkultismus

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ESSAY

H. P. Lovecraft und der moderne Okkultismus


Andreas Fliedner
20.08.2018

Heute vor 128 Jahren wurde Howard Phillips Lovecraft geboren. Seine okkulten Schauergeschichten werden heute in Millionenauflagen gedruckt und gelesen. Welche Beziehung hatte Lovecraft zum Okkultismus, der in seinen Werken eine so essenzielle Rolle spielt? Andreas Fliedner, Lovecraft-Übersetzer und Phantastik-Experte, klärt auf.

Die Wirkung der erzählerischen Schöpfungen H. P. Lovecrafts ging stets über das rein Literarische hinaus. Schon Ende der 1920er Jahre, als seine Geschichten noch ausschließlich in den Spalten des Pulp-Magazins Weird Tales erschienen, erkundigte sich ein irritierter Leser mit Blick auf eine der berühmtesten Erfindungen Lovecrafts: »Ich würde gerne fragen, ob es nicht tatsächlich ein altes überliefertes Schriftwerk mit dem Titel Necronomicon gegeben hat …?«

Bei dieser einen Frage sollte es nicht bleiben. Die Bände von Lovecrafts verbotenen Bibliotheken, das Pantheon seiner »Götter« und kosmischen Wesenheiten und nicht zuletzt die halb-legendarische Gestalt ihres Schöpfers Howard Phillips Lovecraft selbst haben in der Imagination seiner Nachfolger, Leser und Nicht-Leser ein Eigenleben entwickelt, das sein literarisches Werk manchmal geradezu verdeckt. So konnte wohl nicht ausbleiben, dass man immer wieder versucht hat, Lovecraft zum Träger eines geheimen »Wissens« zu stilisieren, welches angeblich in seinen Erzählungen und der in ihnen entfalteten Pseudo-Mythologie zum Ausdruck gebracht wird.

Lovecrafts Nachleben berührt sich hier mit gewissen schattenhafteren Strömungen des modernen Okkultismus, wie sie beispielhaft von dem Aleister-Crowley-Schüler Kenneth Grant (1924-2011) verkörpert werden, der in Lovecrafts Werk Parallelen zu jenen Mitteilungen erkennen wollte, die Crowley aus »unbekannten Dimensionen« empfangen habe. Lovecrafts Erzählungen, so suggerierte Grant, seien ihm, auf dem Weg über seine Träume, von »außermenschlichen Intelligenzen« eingegeben worden, eine Behauptung, die natürlich ebenso unbeweisbar wie unwiderlegbar ist.

Die Beziehung zwischen Lovecraft und dem Okkultismus ist jedoch zunächst einmal eine wechselseitige: Nicht nur haben manche Okkultisten versucht, Lovecraft für sich in Anspruch zu nehmen, auch Lovecraft hat den modernen Okkultismus und einige seiner Protagonisten als Motiv in seine Erzählungen einfließen lassen.

Die Vorstellung eines geheimen oder verborgenen (lat. occultus) Wissens, das nur Eingeweihten zugänglich ist und diesen einen privilegierten Zugang zum Göttlichen oder zu einer höheren Realität verleiht, lässt sich in den europäischen Zivilisationen bis mindestens zu den Mysterienkulten des antiken Griechenland zurückverfolgen. Was heute mit dem Oberbegriff Okkultismus bezeichnet wird, umfasst eine Vielzahl durchaus widersprüchlicher Ideen und Praktiken, die sich ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts herausbilden und deren Ausläufer bis in die Esoterik-Szene unserer Tage reichen.

Ein verbindendes Element ist, dass auf ein eklektisches Repertoire von Symbolen und Ideen zurückgegriffen wird, das von der altägyptischen Religion über die neuplatonisch-gnostischen Spekulationen der Spätantike und die jüdische Kabbala bis hin zu fernöstlichen Weisheitslehren aus dem Umfeld des Hinduismus und Buddhismus reicht. Aus diesen Elementen wird ein mehr oder weniger kohärentes »Wissens«-System konstruiert, das sich wahlweise als Überwindung oder Vervollkommnung des seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vorherrschenden naturwissenschaftlich-positivistischen Weltbilds präsentiert.

Zu den Gründergestalten des modernen Okkultismus zählen der sich als »Kabbalist« stilisierende Éliphas Levi (Alphonse Louis Constant 1810-1875), Madame Blavatsky (Helena Petrovna Blavatsky 1831-1891), die Begründerin der sogenannten Theosophie, und der englische »Magier« Aleister Crowley (1875-1947). Levi und die Theosophie werden in Lovecrafts erzählerischem Werk direkt erwähnt, die Verbindung zu Crowley ist wohl eher indirekt.

Was die drei genannten Protagonisten des modernen Okkultismus gemein haben, ist, dass sie alle in mehr oder weniger hohem Maße Medienpersönlichkeiten waren, für die ihre öffentliche Wirkung zentraler Teil ihres Geschäftsmodells war. Blavatskys theosophisches Hauptwerk, die Geheimlehre, wurde in zahlreichen Auflagen und Übersetzungen weltweit vertrieben. Ihre beträchtliche persönliche Ausstrahlung ließ sie vermittels emblematischer Portraitphotographien auf ein breites Publikum wirken. Aleister Crowley war ein Meister der skandalösen Selbstinszenierung, für die er virtuos die Presse, das Massenmedium seiner Tage nutzte.

Mit anderen Worten: Jemand wie Lovecraft musste über kein geheimes Wissen verfügen, um sich mit einschlägigen »okkulten« Informationen und Anekdoten zu versorgen. Es reichte aus, eine öffentliche Bibliothek aufzusuchen oder die »Vermischtes«-Rubrik der Zeitung aufzuschlagen. Zudem war die Gestalt des Okkultisten zu Lovecrafts Zeit längst zur literarischen Figur, um nicht zu sagen zum literarischen Klischee geworden. Joris-Karl Huysmans hatte ihre satanistische Variante im Domherrn Docre seines Romans Là-bas (1891, deutsch: Tief unten) gezeichnet; William Butler Yeats ihr in seiner Schlüsselerzählung Rosa Alchemica (1913) in der Figur des Michael Robartes eine eher satyrhaft-pagane Gestalt verliehen. Aleister Crowley war die zweifelhafte Ehre widerfahren, als Vorbild für Oliver Haddo, die schurkische Hauptfigur von W. Somerset Maughams Roman The Magician (1908), zu dienen. Crowley selbst, so berichtet man, ließ es sich daraufhin nicht nehmen, The Magician unter dem Pseudonym Oliver Haddo in Vanity Fair zu rezensieren. Auch der von Lovecraft zu den »modernen Meistern« der unheimlichen Phantastik gezählte M. R. James hatte Crowley in seiner Erzählung »Casting the Runes« in Gestalt des Mr. Karswell in einem denkbar ungünstigen Licht portraitiert.

Ob Robert Suydam, der exzentrische holländische Okkultist, der in Lovecrafts 1925 entstandener New Yorker Erzählung »The Horror at Red Hook« ein schreckliches Ende findet und eine noch schrecklichere Auferstehung erlebt, mehr als eine »Familienähnlichkeit« mit Crowley hat, mag dahingestellt bleiben. Die Beschreibung, die Lovecraft von Suydam gibt – »ein merkwürdiger, korpulenter alter Mann, dessen ungepflegtes weißes Haar, stoppliger Bart, glänzend schwarze Garderobe und mit einem goldenen Knauf bewehrter Gehstock ihm amüsierte Blicke einbrachten« – und seine überraschende Heirat mit einer weit jüngeren Frau lassen vage an Crowley oder Maughams Oliver Haddo denken. Allerdings arbeitet Lovecraft diese Details zu wenig aus, als dass man jenseits des Klischees eine direkte Beziehung konstruieren könnte.

Konkreteres lässt sich über die Herkunft der »magischen Beschwörungen« sagen, die Lovecraft überreichlich in »The Horror at Red Hook« einfließen lässt. Sie sind wortwörtlich aus den Artikeln »Magic« und »Demonology« der Encyclopedia Britannica entnommen. Ein wenig zerknirscht kommentierte Lovecraft dieses Vorgehen in einem Brief an seinen Freund Clark Ashton Smith: »Ich würde gern weniger offensichtliche Quellen benutzen, wenn ich nur wüsste, welche ich anzapfen könnte.« Um seine Wissenslücken zu schließen, so fügt Lovecraft-Biograph S. T. Joshi hinzu, schaffte sich Lovecraft später Lewis Spences Encyclopaedia of Occultism (1920) an.

In Lovecrafts Meistererzählung »The Call of Cthulhu« (1927) ist es die von Madame Blavatsky begründete Theosophie, die gleichsam als zivilisiertes Gegenstück zum entsetzlichen Cthulhu-Kult dient. Dabei tritt zutage, was die von Lovecraft erdachten Geheimbünde und Kulte von den realen Okkultisten seiner Zeit unterscheidet: Während sich die Theosophie und der modernen Okkultismus an die gebildeten Angehörigen der angloamerikanischen und westeuropäischen Mittel- und Oberschichten richteten, setzen sich Lovecrafts geheime Kulte typischerweise aus Outcasts zusammen, denen er meist einen in seinen Augen zweifelhaften, nicht-europäischen ethnischen Hintergrund zuschreibt.

Hellhörig könnte ein Adept der dunkleren Seiten des Okkultismus angesichts dessen werden, was der Cthulhu-Kult seinen Anhängern für die Zukunft verspricht: »Die Menschen«, so heißt es, »würden wie die Großen Alten geworden sein, frei und wild und jenseits von Gut und Böse. Gesetze und Moral würden hinweggefegt, und alle Menschen würden jubilieren und morden und ihren Lüsten frönen. « Vermeint man nicht, in dieser Verheißung ein Echo jener berüchtigten Zeilen aus Aleister Crowleys Liber AL vel legis zu vernehmen, die fordern: »Erbarmen lasst beiseite: verdammt die, die Mitleid haben! Tötet und foltert; verschont nicht; kommt über sie«? Auch hier liegt die Verbindung jedoch wohl eher in einer gemeinsamen Quelle – die Lovecraft auch benennt: einer popularisierten, oder genauer: karikierten Form der Moralkritik Friedrich Nietzsches.

In Lovecrafts Kurzroman Der Fall Charles Dexter Ward von 1928, demjenigen seiner Werke, in dem die konventionelle Logik magischer Rituale und Beschwörungen die wohl größte Rolle spielt, ist es der französische Okkultist Éliphas Levi, dem der Part des magischen Stichwortgebers zufällt. Auch hier lässt sich die Herkunft der von Lovecraft angeführten Beschwörungsformeln exakt angeben: Er über nimmt sie Wort für Wort – samt Schreibfehler in dem aus der jüdischen Kabbala entliehenen Engelsnamen – aus The Mysteries of Magic, einem von dem englischen Okkultisten Arthur Edward Waite herausgegebenen und übersetzten Auswahlband von Schriften Levis.

Abschließend sei noch Lovecrafts späte Erzählung »Das Ding auf der Schwelle« (1933) angeführt, in der beiläufig erwähnt wird, dass der Protagonist Edward Derby – oder genauer: dasjenige, was seinen Körper bewohnt – »einen berüchtigten Sektenführer« trifft, »der vor kurzem aus England ausgewiesen worden war und sein neues Hauptquartier in New York aufgeschlagen hatte«. Auch bei dieser Formulierung könnte man wieder an Aleister Crowley denken, der zwar nicht aus seinem Heimatland England, jedoch aus Italien und Frankreich ausgewiesen wurde, oder, wie Lovecraft-Herausgeber Leslie S. Klinger es tut, an Crowleys ehemaligen Sekretär Israel Regardie, der sich in den 1930er Jahren in New York niederließ.

An dieser auf den ersten Blick unwichtigen und in ihrem erzählerischen Kontext beziehungslosen Anspielung lässt sich auch deutlich machen, welche Funktion das Okkultismus-Motiv in Lovecrafts Erzählkosmos hat. Wenn Lovecraft in Geschichten wie »Cthulhus Ruf« oder »Das Ding auf der Schwelle« Berührungspunkte zwischen den geschilderten fiktionalen Ereignissen und dem real existierenden Okkultismus seiner Tage einflicht, dann ist das Teil einer Erzähltechnik, die durch die Verwebung von faktisch-historischen und fiktiven Elementen der Erzählung und insbesondere ihren übernatürlich-unheimlichen Elementen Glaubwürdigkeit zu verleihen sucht. Der Literaturwissenschaftler Hans Richard Brittnacher bezeichnet solche Techniken, die Lovecraft in Erzählungen wie »Cthulhus Ruf« zu höchster Virtuosität treibt, als »Beglaubigungsstrategien« und identifiziert sie als zentrales Element phantastischen Erzählens. Dieselbe Beglaubigungsstrategie verfolgt Lovecraft höchst wirkungsvoll auch mit seiner halb realen, halb fiktiven Topographie Neuenglands und seinen aus tatsächlichen existierenden und erdachten Bänden zusammengestellten Bibliotheken »verbotener« Bücher.

Gerade im Hinblick auf den berühmtesten dieser Bände, das Necronomicon, lässt sich ebenfalls fragen, in welcher Beziehung es zum modernen Okkultismus steht. Dabei ist allerdings weniger an die zahlreichen vorgeblichen Necronomicon-Ausgaben gedacht, die seit den 1970er Jahren in die Randbezirke des Buchmarktes drängten, sondern daran, wie sich Lovecraft das Necronomicon vorstellte. Bezeichnenderweise hat Lovecraft zwar eine »Geschichte des Necronomicon« skizziert, sich jedoch gehütet, mehr als Andeutungen über seinen Inhalt zu machen.

Einerseits scheint das Necronomicon ein Repertoire an Zauberformeln, Beschwörungen und magischen Rezepten zu enthalten und lässt damit an ein klassisches Zauberbuch oder Grimoire denken. Andererseits scheint es eine Kosmogonie oder Theogonie der Lovecraft'schen »Götter« und außermenschlichen Wesenheiten zu entwerfen, die sich ob deren Entsetzlichkeit jedoch oft genug in furchtsamen Andeutungen ergeht.

In dieser zweiten Hinsicht könnte man sich das Necronomicon vielleicht auch als Parodie oder Horror-Version von Blavatskys theosophischer Geheimlehre vorstellen, die ja ebenfalls eine »Kosmogenesis« und eine »Anthropogenesis« – also eine Schilderung der Entstehung des Kosmos und der Entstehung des Menschen – entfaltet, die sich übrigens, was ihren Rückgriff auf merkwürdige Wesenheiten und ihre Verwickeltheit angeht, hinter Lovecrafts Pseudomythologie nicht zu verstecken braucht.

Das eigentlich verbindende Element zwischen dem Necronomicon und dem okkultistischen Schrifttum scheint allerdings die hochgradige Vagheit seines Inhalts zu sein. Wenn Lovecraft in »Cthulhus Ruf« von gewissen »doppeldeutige Stellen« im Necronomicon schreibt, »welche die Eingeweihten auffassen können, wie sie wollen«, dann lässt sich dies durchaus als ironischer Kommentar zu ganzen Bibliotheken okkultistisch-magischer Schriften der Epoche lesen.

Wie aber kommt es, dass Lovecraft, in dessen Werk der Okkultismus eher eine Nebenrolle spielt und dessen durch und durch materialistisches persönliches Weltbild ebenfalls kaum Berührungspunkte mit okkultistischen Vorstellungen aufweist, von manchen Okkultisten so hartnäckig als Referenz in Anspruch genommen wird?

Der Versuch, Lovecraft okkultistisch zu vereinnahmen, scheint sich in eine breitere Tendenz unter Lovecraft-Lesern einzuordnen, die man, in Anlehnung an den Philosophen William James und eine klassische Mystery-Serie der 1990er Jahre, als »Willen zum Glauben« bezeichnen könnte: den Impuls, dem von Lovecraft geschilderten Inventar von Wesenheiten, Büchern, Landschaften etc. Realität zuzusprechen oder nach deren Realität zu suchen – und, wer hätte bei der Lovecraft-Lektüre diesen Impuls nicht irgendwann einmal verspürt? In gewissem Sinne könnte man hier von einem Übererfolg, einer über das Ziel hinausschießenden Wirkung von Lovecrafts literarischer »Beglaubigungsstrategie« sprechen. Die Vermischung von Fiktion und Realität in der Literatur ist so erfolgreich, dass die Fiktion außerhalb der Literatur beginnt, Realität für sich zu beanspruchen.

Lovecraft registrierte dieses Phänomen übrigens bereits zu seinen Lebzeiten und nahm es mit amüsierter Verwunderung zur Kenntnis: »Wir denken vielleicht, dass wir phantastische Literatur schreiben, und glauben vielleicht auch nicht an das, was wir schreiben (absurder Gedanke!), aber im Grunde sagen wir, ohne es zu wollen, die Wahrheit: Wir dienen unwissentlich Tsathoggua, Crom, Cthulhu und anderer sympathischer Herrschaften von Außerhalb als Sprachrohr«, schrieb er 1933 an Clark Ashton Smith und kommentierte damit avant la lettre die bis heute von okkulten Lovecraft-Adepten verwendete Argumentationsstrategie.

Ein Briefpartner aus Lovecrafts letzten Lebensjahren, der Bibliothekar Stuart Martin Boland, weist auf den in dieser Hinsicht zutiefst ironischen Charakter von Lovecrafts »Mythologie« hin: »Ich hatte den Eindruck, dass die Lovecraft'sche Theologie für ihn eine Quelle beträchtlichen Amüsements und versteckten Humors war … Tief in seinem Inneren schien ein jupiterisches Gelächter darüber zu brodeln, dass die vermeintlich intelligenten Leser seiner Geschichten seine Götter für real existierende Mächte hielten.«

Und in der Tat lassen sich zahlreiche Lovecraft-Erzählungen wie »Cthulhus Ruf«, »Der silberne Schlüssel« oder »Der Schatten über Innsmouth« im Hinblick auf jene Suche nach einem verborgenen Wissen, die in ihnen so oft thematisiert wird und die einer okkultistischen Interpretation vermeintlich immer neue Anknüpfungspunkte bietet, mit gleichem Recht gegen den Strich lesen: Die Adepten des Okkultismus, so scheint es dann, wenden ihren Blick hartnäckig in die verkehrte Richtung. Das wirklich Verborgene muss nicht in den Tiefen arkaner Überlieferung gesucht werden, denn es liegt offen vor aller Augen, und die wahren Geheimnisse – gleich ob sie wunderbarer oder entsetzlicher Natur sind – finden sich nicht in den Seiten okkulter Bücher, sondern in uns selbst.

 

 

Bibliograhische Notiz

Kenneth Grant entwickelt seine okkultistische Lovecraft-Interpretation unter anderem in dem Aufsatz »Dreaming out of Space« (Man, Myth and Magic #84, 1971), dem auch die angeführten Zitate entnommen sind. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist Mary SanGiovannis Versuch in dem Magazin Apex, Lovecraft auf ähnlichen Umwegen für den Okkultismus zu reklamieren (https://www.apex-magazine.com/lovecraft-and-the-occult/).

Einen Überblick über die Verästelungen der Lovecraft-Rezeption im zeitgenössischen Okkultismus gibt John L. Steadman, H. P. Lovecraft and the Black Magickal Tradition. The Master of Horror's Influence on Modern Occultism (San Francisco, 2015). Vertieft wird das Thema historisch und theoretisch in einem fundierten Gespräch mit dem Religionswissenschaftler Friedemann Rimbach-Sator, dem sich auch der Hinweis auf Hans Richard Brittnachers Konzept der »Beglaubigungsstrategie« verdankt (https://www.remid.de/blog/2015/07/lovecraft-goes-magick-cthulhus-ruf-in-phantastik-und-neuer-religion/).

Die Angaben zu Lovecrafts »realer« Bibliothek und die Zitate aus seinen Briefen sind der großen Lovecraft-Biographie I Am Providence. The Life and Times of H. P. Lovecraft (2010) von S. T. Joshi entnommen (deutsch: H. P. Lovecraft. Leben und Werk, Berlin: Golkonda 2017/18).

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