Tiere in der Phantastik (2): Die Katze

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Tiere in der Phantastik (2): Die Katze


Endlich Cat-Content! In seinem großen Tierfantasy-Special nimmt Joachim Sohn sowohl die Fantasy als auch die Science-Fiction in Hinblick auf die beliebtesten Tierarten unter die Lupe – und heute darf die Katze ins Scheinwerferlicht treten ….

Ja, wer hätte das gedacht: In meinem ersten Artikel dieser Reihe hat der Hund gar nicht so schlecht abgeschnitten und es auf eine ganze Menge Titel, Erwähnungen und Rollen als Haupt- oder Nebendarsteller gebracht. Heute lest ihr, wie sich die Katze in der Phantastik schlägt.

Zunächst ist festzustellen, dass die Katze in den Erzählungen eine andere Rolle spielt als der Hund, und zwar allein schon aufgrund der Eigenschaften, die ihr zugeschrieben werden. Sie wird sich daher nicht in solche Kategorien einordnen lassen wie ‚treuer Begleiter‘, ‚Beschützer des Menschen‘, Wächter‘ oder Ausgestoßener‘, denn all das gehört weder zu den Aufgaben von Göttern noch zu ihrem Schicksal. Wenn sie also in einer Erzählung auftaucht, dann ist sie ihr Hauptdarsteller. Im Gegensatz zum Hund braucht sie den Menschen in ihren Geschichten höchstens als Nebenfigur. Ich erinnere nur an das reizende Gedankenspiel:

Hund: Der Mensch füttert mich und sorgt für mich. Er muss ein Gott sein.

Katze: Der Mensch füttert mich und sorgt für mich. Ich muss ein Gott sein.

Aufstieg zur Gottheit

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie der Katze dieser Aufstieg zur Göttin überhaupt gelingen konnte:

Mit dem Sesshaftwerden des Menschen und dem damit einhergehenden Ackerbau kamen auch die Katzen, um sich vom Abfall zu ernähren. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass keine Ratten und Mäuse den Siedlern das Korn wegfraßen. Rasch galten sie als Symbole für Anmut, Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Es dauerte nicht lange, und die Nager mussten sich in den Untergrund verkriechen, während die Katze zur Göttin ernannt wurde und an der Seite des Königs ihren Platz fand. (Hmmmm, ich überlege gerade, ob man daraus nicht eine Geschichte machen könnte, die irgendwie anders verläuft …)

So wurde die Katze, die einst nach Ägypten auszog, um die Mickey Mäuse und Ratatouilles das Fürchten zu lehren, kaum dass sie die Schwelle des Königspalastes übertrat, zu Bastet. Dargestellt als Katze oder Frau mit Katzen- oder Löwenkopf, galt sie als Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, der Freude, des Tanzes, der Musik und der Feste.

Und auch einige Jahrtausende später, im Islam, steht die Katze noch unter besonderem Schutz. Der Prophet Mohammed führte gar strenge Gesetze zum Schutze des Müßiggängers ein. So heißt es: „Wenn eine Katze von fremder Hand getötet wird, hat der Schuldige an den Eigentümer eine Getreidebuße zu bezahlen.“

Die arabische Sprache kennt insgesamt neunzehn Bezeichnungen für unseren Hausfreund. Von diesen neunzehn Namen sind nur drei aus anderen Sprachen entliehen; sechzehn hingegen sind arabischen Ursprungs. Sie ahmen entweder Katzenlaute nach oder sind von Bezeichnungen besonderer Eigenschaften der Katze abgeleitet.

Der Mythos um die Katze

Wie der Hund taucht die Katze aber auch in vielen weiteren Mythologien auf:

Als Sagengestalt Cait-Sith aus der keltischen Mythologie ist sie eine große schwarze Katze, die in den Highlands von Schottland lebt und dort noch ihrer Beute jagt. Es heißt, die Cait-Sith stehlen die Seelen verstorbener Menschen, indem sie vor dem Begräbnis über die toten Körper steigen. Deswegen gibt es Totenwachen, die dafür zuständig sind, die Feenkatze zu vertreiben.

In der nordischen Mythologie gilt Freyja als Herrin der Katzen, die ihren Streitwagen von den Katzen Bygul und Trjegul ziehen lässt. Eine eher undankbare und unangemessene Aufgabe, würde ich behaupten.

Im Christentum ist die Katze jedoch der Unheilbringer, eine Botschafterin des Bösen und des Teufels. Und so, wie sollte es anders sein, sitzt sie auf der Schulter einer ungehorsamen und sündigen Frau, die mit den magischen Kräften des Antichristen im Bunde ist. Die Katze ist in diesem Szenario Gestaltwandlerin, Täuscherin, und wer ihr aus der falschen Richtung begegnet, muss davon ausgehen, für den Rest seines Lebens verflucht zu sein.

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Schlau und gestiefelt

Mit der zunehmenden Überwindung des Aberglaubens erleben aber die guten Eigenschaften der Katze wieder eine Renaissance. Schnell wird sie zur treibenden Kraft in den Erzählungen und ist nicht nur den Menschen, sondern auch anderen Tieren überlegen – wie zum Beispiel im Märchen vom „Gestiefelten Kater“, das 1797 uraufgeführt wurde. Ausgerechnet der Kater Hinze – so sein Name in der deutschen Fabel – und nicht der schlaue Fuchs, wie man vermuten könnte, verschafft einem Müllersohn durch geschicktes Handeln einen Platz an der Seite der Königstochter. Für die damalalige Zeit ein revolutionärer Gedanke.

Diese Vorlage wurde schließlich von den Gebrüdern Grimm als Märchen unters Volk gebracht.

Ihre positiven Charaktereigenschaften konnte die Katze bis in die Gegenwart mitnehmen. Wenn sie Teil einer Geschichte ist, dann übernimmt sie das Handeln. Sie muss also nicht, wie bereits angedeutet, nach der Rolle ihres Auftretens kategorisiert werden. Sie ist ohnehin der Boss.

Die vorgestellten Tierfantasy-Titel sind daher wie folgt aufgeteilt:

1. Katzen in der Fantasy

2. Katzenkrimis

3. Katzen in der Science Fiction

4. Horrorkatzen

5. Und zuletzt gibt es noch einen Blick auf ein Katzengame.

Los geht’s!

 

1. Katzen in der Fantasy

Moritz in Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

In Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ haben der Kater Moritz – er stellt sich selbst mit Maurizio di Mauro vor – und der Rabe Jakob Krakel eine Menge zu tun. Es ist Silvester, und die Schwarzmagier Beelzebub Irrwitzer und Tyrannia Vamperl haben bis zum Jahresende noch nicht genügend Unheil angerichtet. Das wollen sie ändern und hecken, um nicht wegen Nichtpflichterfüllung ins ewige Feuer verbannt zu werden, einen teuflischen Plan aus: Sie wollen einen Punsch brauen, der alle guten Wünsche ins Gegenteil verkehrt. Eigentlich genial, hätte der Hohe Rat der Tiere nicht vorab den übergewichtigen Kater und den kränklichen Raben als liebe Haustiere getarnte Spione zu den Schwarzmagiern geschickt, um ihnen diesen Plan ordentlich zu vermiesen.

Krummbein in Harry Potter

Krummbein ist Hermines Kater, den sie sich in einer Tierhandlung in der Winkelgasse, der Magischen Menagerie, zugelegt hat. Der Kater ist groß, getigert, aufgrund seiner platten Nase nicht der schönste und natürlich ein magisches Wesen, ein Kniesel-Mischling sehr hohen Alters, der sofort merkt, wem er trauen kann und wem nicht. So spürt er zum Beispiel, dass es sich bei Rons Ratte Krätze um einen Betrüger handelt, was zu einem ständigen Streit zwischen Ron und Hermine führt. Andererseits erahnt der Kater sofort, dass Sirius Black sowohl in Hundegestalt als auch als Mensch zu den Guten gehört, und unterstützt ihn deshalb.

Katzen in der Scheibenwelt

„In früheren Zeiten wurden Katzen als Götter verehrt; das haben sie nicht vergessen.“ (Terry Pratchett)

Auf der Scheibenwelt gibt es nicht nur den Hund Gaspode, sondern auch eine Katze. Sie heißt Greebo, gehört zu Gytha (Nanny) Ogg und ist alles andere als ein liebes Kätzchen. Gefürchtet von den Tieren des Waldes, vernarbt und flohverbissen, scheut er nicht davor zurück, seinen Willen im Kampf durchzusetzen.  Einäugig versetzt er Wildschweine, Bären und Alligatoren in Angst und Schrecken. Selbst einen Vampir hat er schon aufgefressen..

Neben dem eher grantigen Greebo hat Pratchett aber noch einem anderen Kater ein Werk aus der Scheibenwelt gewidmet: Maurice in „Maurice, der Kater“ aus dem Jahre 2001.

Was zunächst wie eine Scheibenwelt-Version des Rattenfängers von Hameln daherkommt, entpuppt sich als das genaue Gegenteil. Denn der schlaue und geschäftstüchtige Maurice bringt den jungen Keith dazu, in die Rolle des Flötenspielers zu schlüpfen und gemeinsam mit einer Truppe intelligent gewordener Ratten die Rattenplage in den Städten bloß zu inszenieren, um den Bürgern für die Befreiung derselben wiederum Geld aus den Taschen zu ziehen. Das geht so lange gut, bis die Ratten beschließen, sich unabhängig zu machen und ihre eigene Stadt zu gründen.

Butterblume in Die Tribute von Panem

Butterblume wurde von Katniss Everdeens jüngerer Schwester Prim angeschleppt. Und obwohl es kaum für die Familie reicht, hat sich Katniss von Prim weichklopfen lassen, sie aufzunehmen. Prim kümmert sich fürsorglich um den Flohsack. Obwohl Butterblume aufgrund seiner Fellfarbe von Prim diesen Namen bekommen hat, wird er im Film durch einen schwarzen Kater dargestellt und hat auch nur einen kurzen Auftritt. Katniss kann mit Butterblume nicht sonderlich viel anfangen, aber nach Prims Tod rücken die beiden enger zusammen.

Jägermond und die Katzenwelt von Andrea Schacht

Die viel zu früh verstorbene Andrea Schacht hat gleich einen ganzen Stapel Katzenromane geschrieben. Bekannt ist sie durch ihre „Jägermond“-Reihe. Aus der Feder der Katzenliebhaberin gibt es aber eine Reihe weiterer Bücher, in denen die felinen Freunde eine Hauptrolle spielen, darunter „Die Lauscherin im Beichtstuhl“, „Ein Highlander auf Samtpfoten“, „Pantoufle – Ein Kater zur See“ oder „Die Spionin im Kurbad“.

Warrior Cats

Die Kriegerkatzen der Erin Hunters gehören zu den bekanntesten Titeln innerhalb der Tierfantasy überhaupt. In der Buchreihe, die inzwischen 6 Staffeln mit je 6 Büchern und zusätzliche „Special Adventures“ umfasst, geht es um wildlebende Katzen, die sich in verschiedenen Clans zusammengeschlossen haben und um ihr Überleben kämpfen müssen. Jeder Clan hat seine Hierarchien, und es gibt religionsähnliche Kulte. Obwohl die Kriegerkatzen also mit ihren vier Pfoten auf dem Boden bleiben, entwickeln sie eine menschenähnliche Kultur, ohne dabei den Menschen zu brauchen. Ein gutes Konzept.

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2. Der Katzenkrimi

Neben der bekannten „Felidae“-Reihe des mittlerweile verschwurbelten Autors Pirincci, in der der Kater Francis in seiner neuen Nachbarschaft über viele Leichen und Sex einen Tierversuchsskandal aufdeckt, gibt es weitere spannende Autoren, die sich diesem Genre angenommen haben.

Es ist tatsächlich zu betonen, dass der Katzenkrimi und damit der Tierkrimi an sich das einzige mir bekannte Genre ist (bei Widerspruch bitte Aufschrei!), das den Sprung von klassischer Nichtfantasy zu Fantasy geschafft hat und sich sogar in ein Fantasy-Subgenre eingeschlichen hat, die Tierfantasy. Und das mit großem Erfolg.

Lilian Jackson Braun hat sich diesem Genre schon lange vor Pirincci angenommen. In ihrer „Die Katze, die …“-Reihe, von der es 30 Bände gibt, erzählt sie Kriminalfälle um den Journalisten James Quilleran und seine beiden Siamkatzen Koko und Yum Yum, die ihn in der fiktiven Stadt Pickax fleißig bei seinen Ermittlungen unterstützen. Die eigentliche Reihe begann zwar erst 1991, aber bereits im Jahr 1968 hatte Jackson Kater Koko einer heißen Spur hinterhergeschickt. Damit ist also diese Autorin die Urmutter dieses felinophilen Genreswitches.

In „Kamikatze“ von Kerstin Fielstedde sind es die Agentin Indy und ihr Bruder Ian, die einen Skandal rund um geheime Regierungsgeschäfte aufdecken. Die Agentin wird entführt, worauf Ian ein iCats-Elite-Team aus einem arroganten Schoßhund, einer sprengstoffverliebten Ratte und einem halben Regenwurm auf die Pfoten stellt, um den Hintermännern rund um den schwergewichtigen Unterweltboss, Maulwurf Sumo, das Handwerk zu legen.

Und wenn ich von Katzenkrimis spreche, darf auch das Meisterdetektivpaar Sunnie & Polli, die Kater aus dem Pott (und aus meiner eigenen Feder), nicht unerwähnt bleiben. Ungewöhnlich an ihren Ermittlungsmethoden ist allerdings, dass sie aus reiner Faulheit die Auftraggeber dazu antreiben, den Fall selbst zu lösen. Dass sie dennoch so gefragt sind, ist zwar berechtigt, aber nicht ihr Problem.

3. Katzen in der Science-Fiction

Nach dem Blick auf das sehr erfolgreiche Genre des Katzenkrimis wenden wir uns nun der Science Fiction zu und beginnen mit Robert A. Heinlein. Sein Roman „Die Katze, die durch Wände geht“ handelt von einer Katze namens Pixel, die auf unerklärliche Weise immer dort auftaucht, wo es der Erzähler erwartet. Ganz ähnlich wie Schrödingers Katze in seinem quantenphysikalischen Gedankenexperiment.

Spot in Enterprise

Spot ist ein interstellarer Kater und Crewmitglied der USS Enterprise (NCC_1701-D). Data adoptierte den Kater, weil er im Umgang mit ihm mehr über Menschlichkeit erfahren wollte. Bei dem Versuch, Spot zu erziehen, muss Data jedoch feststellen, dass er es ist, der von dem Kater dazu erzogen wird, ihn auf Befehl zu füttern und zu streicheln.

Data hat für Spot eine wunderschöne Ode verfasst, die man hier nachlesen kann.

Orion in Men in Black

Orion ist der Kater des Arquilianers Gentle Rosenburg, von dem er königlich behandelt wird. Gleich im ersten Film spielt Orion eine bedeutende Rolle, trägt er in seinem Halsband doch nichts Geringeres als die gesamte arquilianische Galaxis mit sich, die, wie die MiBs nach Rücksprache mit dem Mops Frank feststellen, mitsamt seiner Millionen Sternen gerade mal die Größe einer Murmel hat.

Jonesy in Alien

Fellknäuel Jonesy, respektive Jones, bekommt in der klaustrophobischen „Alien“-Verfilmung einen prominenten Auftritt, da er mit verdammt viel Katzenglück und Geschick dem außerirdischen Monster stets einen Schritt voraus ist.

Gemeinsam mit Ripley ist Jonesy der einzig Überlebende an Bord. Mit einer Rettungskapsel fliehen sie vom Mutterschiff. Der Überlebenskünstler besteht also nicht nur eine 57-jährige Reise im Kälteschlaf, sondern bietet dem gefährlichsten Monster der Galaxie die struppige, getigerte Stirn.

4. Horrorkatzen

Nach dem Ausblick in die schauerliche Welt der Aliens, in drm die Katze wieder mal die Gute ist, stellt sich die Frage: Gibt es eigentlich auch Horrorkatzen? Ja! Die Horrorfans unter den Phantasten kommen auch bei den Katzen nicht zu kurz:

Katzenauge von Stephen King (1985)

Bei „Cat’s Eye“ handelt es sich um einen Episodenfilm, der auf drei unabhängig voneinander spielenden Kurzgeschichten von Stephen King basiert. Die Geschichten sind jedoch durch einen getigerten Kater lose verbunden. Dabei nimmt er in den ersten beiden Episoden eine eher beiläufige Rolle ein. Die dritte Episode ist hingegen dem Kater gewidmet, in der er sich einem bösartigen Kobold entgegenstellen muss, um das Mädchen Amanda zu retten und gegen den Willen ihrer Eltern einen Platz an ihrer Seite zu gewinnen.

Mr. Whiskers – The Voices (2014)

In der rasanten Komödie hört die Hauptfigur Jerry seinen Hund Bosco und seine Katze Mr. Whiskers sprechen, zumindest glaubt er das. Der Hund meint es gut mit ihm, aber die Katze flüstert ihm ständig ein, er müsse jemanden töten, was Jerry dann auch macht. Ein herrlicher Schlagabtausch zwischen einem Hund mit Sprachfehler, einer blutrünstigen, teuflischen Katze und einem trotteligen Jerry, der zwischen den beiden steht und um seinen Geisteszustand kämpft. 

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5. Katzen in Games

Zuletzt werfe ich noch einen Blick auf die Spieleindustrie. Hier haben der Autor Eddy Webb und der Illustrator Richard Thomas nach dem Erfolg mit dem Tabletop-Game „Pugmire“, in dem das Setting eine reine Hundewelt ist, mit „Monarchies of Mau“ nachgelegt und über Kickstarter ein weiteres Spiel erfolgreich finanziert bekommen. So wie die Hunde gehen auch die Katzen aufrecht, sind in mittelalterliche Kostümen gewandet und ihre Welt spielt in einer fernen Fantasy-Zukunft. Auch hier lohnt es sich allein wegen der großartigen Illustrationen, das Spiel genauer anzusehen.

Meine Auswertung

Tut mir leid, Hundefreunde. Die erste Runde geht an die Katze. Ihr Anteil als mythologisch-religiöse Figur ist mindestens genauso groß wie beim Hund. Da steht es schon mal 1:1.

Doch schon bei den Fabeln schneidet sie besser ab. Man kann getrost sagen, dass „Der gestiefelte Kater“ als eine der ersten erfolgreichen Tierfantasy-Geschichten anzusehen ist; dass ausgerechnet die Katze die Hauptrolle spielt und nicht der Hase, der Bär oder Hund, hat wohl seinen Grund. Sie ist einfach die Coolste! Da kann Hylax nicht mithalten – noch ein Punkt für die Katze: Es steht 1:2.

In der modernen Literatur gibt es zwar etliche Titel über Hunde (gibt einen Punkt – macht 2:2), aber locker doppelt so viele über Katzen, wofür sie gleich zwei Punkte von mir bekommt.

Macht insgesamt ein Ergebnis von 2:4 für die Katze.

Dass die Katze eine solch prominente Rolle spielen darf, liegt wohl einfach daran, dass sie als eine so interessante Figur wahrgenommen wird: Nah beim Menschen und doch fern in ihrem Wesen. Elegant, geschickt, schnell, eigensinnig, selbständig und geheimnisvoll, und aufgrund ihrer Körpergröße und Geschmeidigkeit in der Lage, an Orte vorzudringen, die dem Menschen und anderen größeren Tieren verschlossen bleiben. Das ergibt eine Menge Potential für gute Geschichten. Deswegen hat sie zunächst, und das sage ich nicht nur als Katzenfreund, den ersten Platz verdient. Doch das kann sich nach einem Blick auf die Maus in Teil 3 natürlich noch ändern. Wir dürfen gespannt sein!

 

Zum Schluss möchte ich mich für das Brainstorming und den geistreichen Einfällen zum Thema Katzen in Fantasy und Science Fiction, der am ersten Abend des PAN-Branchentreffens in geselliger Runde stattgefunden hat, bei Laura Dümpelfeld, Jenny Wood, Grit Richter und Janika Hoffmann bedanken. 

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