Die Weisheit der Nerds - eine Kolumne von Stephen H. Segal

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Aldous Huxley


Menschen sind sehr gut im Verleugnen der Realität. Es gab eine Renaissance und ein Zeitalter der Aufklärung, aber im Großen und Ganzen sind wir doch eine abergläubische, irrationale Spezies geblieben. Schuld daran ist die Macht unserer Gewohnheiten. Viel zu oft klammern wir uns an veraltete Ideale und an Methoden, von denen wir längst wissen, dass sie unsinnig oder sogar schädlich sind. Selbst wenn es erdrückende Beweise dafür gibt, dass wir mit unseren hehren Absichten nur Schaden anrichten – die Prohibition in Amerika ist ein perfektes Beispiel –, leugnen wir das hartnäckig und wiederholen unsere Fehler. Vielleicht können wir auch einfach nicht zugeben, wenn wir im Unrecht sind. Vielleicht sind wir alle nur schreckliche Besserwisser, die verbissen eine einmal eingenommene Position verteidigen. Vielleicht werden wir viel stärker von unseren Gefühlen beeinflusst, als wir uns eingestehen. Immerhin, eine Gewissheit bleibt: Fakten sind unsere Freunde. Je länger wir unangenehme Tatsachen ignorieren, desto unwahrscheinlicher wird es, dass wirklich Großes entsteht.

 

Schöne neue Welt, Aldous Huxleys Roman von 1932, ist ein früher Science-Fiction-Klassiker und nach wie vor eine beliebte Schullektüre. Allerdings stammt Huxleys tiefste Geek-Wahrheit, die wir hier zitieren, aus der Essaysammlung Proper Studies von 1927.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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