10 starke Science-Fiction-Bücher für diesen Sommer (mit Muskelgarantie)

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BUCH

Diese 10 Science-Fiction-Bücher solltest du diesen Sommer unbedingt lesen


Ob auf Reisen oder Daheim, im Freibad oder auf dem Balkon: Auf diese neuen Science-Fiction-Bücher dürfen sich Genre-Fans in diesem Sommer besonders freuen. 

Die beste meiner Welten von Elan Mastai bei Amazon bestellen
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Die beste meiner Welten von Elan Mastai 

Der Kanadier Elan Mastai schrieb Drehbücher für Filme wie „The F-Word“ und „Der Samariter“. Sein Romanerstling, in dem Mastai auf die logische Verknüpfung von Zeitreisen und Alternativwelten setzt, brachte ihm dann nicht nur einen fetten Vorschuss ein – ganz nebenbei brilliert „Die beste meiner Welten“ auch noch als der überzeugendste und unterhaltsamste moderne Zeitreise-Roman seit Audrey Niffeneggers „Die Frau des Zeitreisenden“. Sicherlich mainstreamtauglich, aber dennoch echte, exzellente Genre-Literatur, in welcher der Roman selbst sogar eine Meta-Rolle einnimmt. Kein Wunder, dass die Filmrechte längst weg sind.

Lovecraft Country von Matt Ruff 

Mit Werken wie „Fool on the Hill“ und „Bad Monkeys“ schrieb sich Matt Ruff in die Herzen von Lesern und Kritikern. Jetzt ist endlich sein neuester Roman „Lovecraft Country“ auf Deutsch erschienen, sprich, das Warten und Bibbern hat ein Ende. Der Titel lässt einen Lovecraft-Pastiche oder zumindest -Remix vermuten, doch der neue Ruff ist letztlich etwas ganz anderes. Opferrituale, Shoggothen, Zauberbücher, Geisterhäuser, Gestaltwandler und fremde Dimensionen gehören natürlich zum Konzept von Ruffs Weird-Fiction-Episodenroman, in erster Linie geht es jedoch um die Geschichte des Rassismus gegenüber Schwarzen in den USA, und damit ein leider brandaktuelles Thema. Die Adaption als HBO-Fernsehserie ist bereits in Vorbereitung.

Der Zwillingseffekt von Tal M. Klein 

Der israelisch-amerikanische Autor Tal M. Klein hat beruflich viel mit Wissenschaftlern zu tun, deren Erfindungen er als Marketingspezialist betreut. Das merkt man seiner coolen Zukunftsvision, die er in „Der Zwillingseffekt“ u. a. mit satten Fußnoten zur Quantenphysik Gestalt annehmen lässt, jederzeit an. Der Roman setzt im Jahr 2147 ein, wo Teleportieren wie Taxifahren ist. Doch das neumodische Transportwesen umgibt ein finsteres Geheimnis, wie der sympathische Ich-Erzähler Joel am eigenen Leib erfährt, als er bei einer fehlgeschlagenen Teleportation dupliziert wird. Regisseur James Bobin soll den launigen Techno-Thriller, der dem Doppelgänger-Subgenre viel Frische abgewinnt, verfilmen. 

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Annalee Newitz: Autonom

New York 2140 von Kim Stanley Robinson (Juni)

Bücher wie „Aurora“, „2312“ und „Roter Mars“ machten Kim Stanley Robinson zu einem der erfolgreichsten und meistbeachteten zeitgenössischen Science-Fiction-Autoren. Ein Einzelroman wie „New York 2140“, den Übersetzer, Buchhändler und Tor-Online-Kollege Jakob Schmidt ins Deutsche übertragen hat, erfüllt Fans mit Aufregung und bietet allen anderen eine gute Gelegenheit, es mal mit Robinson zu versuchen. Der entwirft im Buch ein gewohnt üppiges Panorama der Zukunft, in der New York geflutet wurde und die Wolkenkratzer wie Inseln aus dem Wasser ragen. Hat einen Hauch von Ballard. „New York 2140“ ist aktuell im Rennen für den Hugo Award.

Walkaway von Cory Doctorow (Juni)

Wenn jemand weiß, wie man sich im Angesicht der ständigen Updates für unseren Alltag verhält, dann ist das Cory Doctorow. Copyright, Digitalisierung, Überwachung, Internet of Things, Freiheit: Doctorow kennt sich bestens mit diesen Dingen aus und versteht es, seine Leser für die Schattenseiten des Fortschritts zu sensibilisieren. Obendrein macht er die Schnittstelle von Gegenwart und Zukunft zum Ausgangspunkt packender Romane wie „Little Brother“. Der neue Doctorow „Walkaway“ spielt in einem Morgen zwischen ökologischen Desastern und ökonomischen Extremen. Viele Menschen lassen ihr einerseits hochtechnisiertes, andererseits stark eingeschränktes Leben hinter sich und ziehen auf der Suche nach Glück und Unabhängigkeit los. Das ist jetzt kein Leak: Edward Snowden hat’s gefallen ...  

Annalee Newitz: Autonom

Annalee Newitz verdingte sich schon als Journalistin, Analystin, MIT-Absolventin und io9-Chefredakteurin. Geek-Kultur und Nerd-Technik sind also wirklich ihr Ding. Mit ihrem Romandebüt „Autonom“ riss die Amerikanerin schließlich Genre-Veteranen wie Cory Doctorow, William Gibson, Neal Stephenson oder Warren Ellis zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Ihre Cyberpunk-Geschichte über eine pharmazeutische Patent-Piratin strotz vor abgefahrenen Ideen und vor Energie, überdies lotet Newitz auf profundem Level die menschlichen, moralischen und juristischen Grenzen der Zukunft aus. Dafür gab es in Übersee zurecht eine Nominierung für den Nebula Award.

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Das sechste Erwachen von Mur Lafferty (Juni)

Die Kalifornierin Mur Lafferty arbeitete zunächst als Autorin für diverse Rollenspiele. Zudem machte sie mit Podcatsts über Rollenspiele und über ihr schwieriges Leben als angehende Autorin von sich Reden. 2013 wurde sie als beste neue Autorin mit dem John W. Campbell Award ausgezeichnet, da war’s wohl nicht mehr so schwierig. Nun erscheint erstmals eines ihrer Fiction-Bücher auf Deutsch: Ihr Science-Fiction-Krimi „Das sechste Erwachen“, in dem sechs Klone einen Mordfall auf einem riesigen Generationenraumschiff im All untersuchen müssen, bescherte ihr kürzlich Nominierungen sowohl für den Hugo als auch für den Nebula Award.

Zerrissene Erde von N.K. Jemisin (August)

Man wollte schon nicht mehr dran glauben, dass dieser geradezu hymnisch gelobte Bestseller aus den Vereinigten Staaten doch noch auf Deutsch erscheint: „Zerrissene Erde“ ist er Auftakt zur „Broken Earth“-Trilogie von N.K.Jemisin, für den die Amerikanerin 2016 den Hugo erhielt. Im Buch verbindet sie Fantasy und Science-Fiction auf höchst originelle und spannende Art und Weise. Denn Jemisins fantastische Welt wird vom Untergang bedroht, weshalb die Natur und die Menschen verrückt spielen. In dieser gefährlichen, quasi-endzeitlichen Fantasy-Landschaft jagt Essun den Mann, der ihren Sohn ermordete und ihre Tochter entführte. Hoffentlich schafft es die gesamte Trilogie zu uns.

Blackout Island von Sigríður Hagalín Björnsdóttir (August)

Der Exot, den man zumindest mal im Auge behalten sollte, stammt diese Saison aus Island. Geschrieben hat ihn die Journalistin Sigríður Hagalín Björnsdóttir, die in Salamanca und New York studierte und für den Iceland National Broadcasting Service tätig ist. Im schmalen Roman „Blackout Island“ schneidet sie ihre Heimatinsel von der Außenwelt ab. Das Ergebnis: Endzeitlicher Ausnahmezustand und Überlebenskampf vor rauer Kulisse.  

Keine Zeit verlieren von Ursula K. Le Guin (August)

Zum Schluss noch ein Sachbuch, das sich nicht allein Science-Fiction-Enthusiasten vormerken dürfen. Altmeisterin und Ausnahmeerscheinung Ursula K. Le Guin, die Anfang des Jahres im stolzen Alter von 88 Jahren verstarb, fütterte ihren Blog ab ihrem 81. Geburtstag mit Gedanken, Weisheiten, Essays, Gedichten, Reden und den unvermeidlichen Katzenbildern. Das Sachbuch „Keine Zeit verlieren. Über Alter, Kunst, Kultur und Katzen“ versammelt ihre weisesten und wichtigsten Blog-Posts, die seit dem Erscheinen des Bandes im englischen Original Ende 2017 übrigens größtenteils offline sind. Und es müsste schon mit Anti-Erdsee-Magie zugehen, wenn das Buch bei den Hugos 2018 keine weitere posthume Ehrung für Le Guin einfahren würde.

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