Fantasybücher für den Sommer

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BUCH

Diese 10 Fantasy-Bücher solltest du diesen Sommer unbedingt lesen


Bei mehr als 30 Grad im Schatten taucht man am besten in phantastische Geschichten ein. Das sind die Fantasy-Bücher, die du diesen Sommer auf keinen Fall verpassen solltest. 

Children of Blood and Bone – Goldener Zorn von Tomi Adeyemi

Ob Nnedi Okorafor oder Black Panther: Phantastik mit afrikanischen Wurzeln und Ausprägungen ist derzeit mehr als angesagt. „Children of Blood and Bone“, das Romandebüt der 1993 geborenen amerikanisch-nigerianischen Autorin Tomi Adeyemi, schaffte es sogar bis an die Spitze der „New York Times“-Bestsellerliste. Das Buch, bei dem es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt, folgt der jungen Protagonistin und Ich-Erzählerin Zélie, deren Heimat von einem machthungrigen König aller Magie beraubt wurde. Zélies Queste, die Magie zurückzugewinnen, ist nicht nur voller Gefahren und Abenteuer, sondern ferner ein faszinierender Streifzug durch die pulsierende westafrikanische Welt und Mythologie. Eine Blockbuster-Verfilmung fürs Kino ist bereits in Arbeit.

Hellboy: Eine offene Rechnung von Christopher Golden (Hrsg.)

Mike Mignola und sein Hellboy sind beide wahre Comic-Ikonen – und längst auch in anderen Medien zu Hause, wo sich der Höllenjunge den Schrecken aus Albträumen, der Folklore, dem Jenseits, der Geschichte und anderen Sphären stellt. Neben den starken Verfilmungen durch Guillermo del Toro gibt es so auch noch mehrere Prosa-Anthologien mit neuen Abenteuern und Missionen für den roten Monsterjäger zwischen Pulp und Anspruch, die Alleskönner und Vielschreiber Christopher Golden herausgibt und Mignola höchstpersönlich illustriert. Bei Golkonda erscheint im Sommer endlich die zweite Kurzgeschichtensammlung auf Deutsch, diesmal mit Hellboy-Erzählungen von u. a. del Toro („Shape of Water“), Tim Lebbon („Alien“), Frank Darabont („The Walking Dead“), Charles de Lint („Grünmantel“) und James L. Cambias („Meer der Dunkelheit“).

Das Labyrinth von London von Benedict Jacka (Juli)

Alex Versus gehört jener Welt der Magie an, die sich im modernen London vor aller Augen verbirgt. Er hat Einblick in die Zukunft, versucht das zu seinem Vorteil zu nutzen und betreibt einen Laden für Zauberei und Zaubergegenstände. Im Roman wird er mit finsteren Kollegen und einem mächtigen Artefakt konfrontiert, das alle für sich beanspruchen. Unterstützt wird Alex von einem vergesslichen Luftgeist und einem riesigen Monster. Im Original sind seit 2012 schon neun Bände der Urban-Fantasy-Serie von Benedict Jacka erschienen. Wenn die Leser von Ben Aaronovitch drauf anspringen, gäbe es also genügend Lesefutter zu übertragen. Harry Dresden-Schöpfer Jim Butcher war jedenfalls begeistert.

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Gork der Schreckliche von Gabe Hudson (August)

Gork ist ein Drache, und zwar kein besonders furchterregender. Wenn der schuppige Teenager nicht gerade in Ohnmacht fällt, wird er von den anderen Lindwürmern auf der Militärakademie WarWings deshalb böse gemobbt. Gork mit dem großen Herzen und den kleinen Hörnern hat allerdings ein viel ärgeres Problem: Findet er keine Partnerin für den Abschlussball, die dann als seine Königin mit ihm einen fremden Planeten versklaven will, droht Gork eine düstere Zukunft. So weit die Prämisse von Gabe Hudsons charmantem, witzigem Roman, der das Genre und seine reptilienhaften Archetypen mithilfe von Cyborg-Drachen und intelligenten Raumschiffen für Schuppenträger gehörig auf den Kopf stellt und dafür unter anderem von Dave Eggers gepriesen wurde.

Oberons blutige Fälle von Kevin Hearne (August)

In seiner Bestseller-Serie „Die Chronik des Eisernen Druiden“, die sich langsam aber sicher ihrem finalen Höhepunkt entgegenschraubt, vermengt Kevin Hearne seit 2011 Urban Fantasy mit keltischen Mythen und Legenden. Im Frühjahr erschien unter dem Titel „Aufgespießt“ der neueste Roman auf Deutsch, im Sommer folgt nun der Band „Oberons blutige Fälle – Der Hund des eisernen Druiden“. Der irische Wolfshund und tierische Publikumsliebling Oberon, der als treuer Begleiter des langlebigen Druiden Atticus in den Romanen Leserherzen markiert, ermittelt in zwei ihm gewidmeten Novellen, die hierzulande direkt in einem Buch zusammengefasst wurden. Verschwundene Pudel, menschliche Leichen und sinistere Eichhörnchen? Kein Problem für Oberon. Was würde Holmes sagen? Das Wild ist auf!

Heilige und andere Tote von Jess Kidd (September)

„Der Freund der Toten“ war ein wunderbares und beeindruckendes Romandebüt über eine kleine irische Dorfgemeinschaft und ihre Geister. „Heilige und andere Tote“ heißt das eigenständige zweite Buch von Jess Kidd, und entsprechend hoch sind die Erwartungen. Diesmal geht es um Bridlemere, ein altes herrschaftliches Anwesen im Westen Londons, wo ein greiser Sammler inmitten seiner Schätze residiert und sich dem Gang ins Altenheim verweigert. Sozialarbeiterin Maude, die als Einzige eine geisterhafte Horde Heiliger sehen kann und deren schräge Vermieterin gerne Detektivin spielt, stellt sich dem Unheimlichen, dem Unerfreulichen und den lange gehüteten, dunklen Geheimnissen in Bridlemere ...

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Erdsee von Ursula K. Le Guin (September)

Der „Erdsee“-Zyklus von Ursula K. Le Guin, den die Ausnahmeliteratin im Jahre 1964 initiierte, gehört zu den großen Klassikern der phantastischen Literatur. Patrick Rothfuss ist bei Weitem nicht der Einzige, der von einem Meilenstein der modernen Fantasy spricht und sich als glühender Fan bekennt. Umso schöner, dass Le Guins „Erdsee“-Meisterwerk nach vielen schnöden Sammelbänden eine gebundene Prachtausgabe erhält, die obendrein ein anderer Meister der phantastischen Künste illustriert hat: Charles Vess („Sandman“, „Der Sternwanderer“) arbeitete noch zu Lebzeiten mit der Anfang 2018 verstorbenen Le Guin an der Bebilderung ihres Evergreens über den Zauberlehrling Sperber und eine Welt der Magie, der Namen, der Inseln und der Drachen.

Das Gold der Krähen von Leigh Bardugo (September)

„Das Gold der Krähen“ ist Fortsetzung und Abschluss des Zweiteilers, der mit „Das Lied der Krähen“ begonnen hat, einem der besten Genre-Romane des Jahres 2017. Wer den Fantasy-Heist-Krimi – und Pageturner – der in Jerusalem geborenen, inzwischen in L. A. lebenden Autorin Leigh Bardugo verschlungen hat, freut sich garantiert nicht zu knapp auf den zweiten Teil um Kaz Dirtyhands Brekker und seine diebische Crew. Alle anderen können jetzt schnell noch „Das Lied der Krähen“ lesen, bevor es im Spätsommer weitergeht. Zumal mit „Die Sprache der Dornen“ im Oktober sogar noch ein Kurzgeschichtenband aus Bardugos düsterer vorindustrieller Fantasy-Welt ansteht, die skandinavische und slawische Einflüsse verarbeitet.

Blutschwur von Brian McClellan (September)

Ähnlich interessant und vorindustriell ist das Setting von Brian McClellans „Powder Mage“-Trilogie, die mit dem ersten Band „Blutschwur“ auf Deutsch startet. Die Umbrüche im Europa des 19. Jahrhunderts standen inspirierend Pate für eine phantastische Welt, in der mit Musketen und Magie gekämpft wird, während Pulvermagier und Scharfschützen zu den Hauptakteuren gehören. Das dürfte von der Kulisse, aber auch von der Action und den Intrigen her nicht bloß Warhammer-Fans ansprechen. 2014 wurde McClellans Auftaktband mit dem zu Ehren von David Gemmell verliehenen Morningstar Award für den besten Newcomer ausgezeichnet.

Große Worte von Terry Pratchett (September)

Die Sammlung „Große Worte“ enthält allerhand Kurzgeschichten, Kurztexte und Kuriositäten des schmerzlich vermissten Sir Terry Pratchett, der 2015 im Alter von gerade einmal 66 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist. Abgedeckt sind die Anfänge seiner Schreibkarriere in den 60ern, spätere Dekaden und natürlich die Scheibenwelt-Jahre des witzig-weisen Schlapphutträgers. Vieles kennt man als Deutschleser, einiges nicht, zwischen zwei Buchdeckeln sowieso nicht, und überhaupt: Als Fan holt man sich das Buch so oder so und denkt hoffentlich daran, was für kostbare Geschenke Sir Terry uns mit seinen Scheibenwelt-Romanen hinterlassen hat, die man immer wieder lesen kann.

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