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Mit flatterndem Cape: Superhelden im Roman


Einst als Comichelden erdacht, sind sie spätestens seit „Batman“ oder dem Start des Marvel Cinematic Universe (aktuell „Avengers: Infinity War“) Ikonen der Mainstream-Popkultur: Superhelden. Aber gibt es auch Superhelden in Romanen? Und ... Kann man das überhaupt lesen? Wir haben fünf Tipps für lesenswerte Superheldenaction zusammengestellt, die (fast) ohne bunte Bildchen und Dolby-Atmos-Geballer auskommen.

 

Wonder Woman

DTV bringt im Young-Adult-Bereich die Romane der Reihe DC Icons heraus. Den Auftakt bildete im vergangenen Jahr „Wonder Woman“, „Batman“ und „Catwoman“ stehen aber schon in den Startlöchern. Mit Leigh Bardugo hat man für die Geschichte von Diana, der Tochter der Amazonenkönigin, gleich einen der Shootingstars der vergangenen Jahre als Autorin gewinnen können. Während ihre „Grischa“-Trilogie derzeit verfilmt wird, fand sich ihr letztes Werk „Das Lied der Krähen“ im letzten Jahr wochenlang auf den deutschen Bestsellerlisten.

Auch in „Wonder Woman“ beweist Bardugo ihr Geschick für Spannung und humorvolle Dialoge: Während Diana eigentlich ein Wettrennen gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel gewinnen will, muss sie unversehens das Mädchen Alia vor dem Ertrinken retten, dessen Schiff am Horizont untergeht. Doch die Gerettete bringt großes Unheil mit sich, denn das Orakel enthüllt Diana, dass Alia Krieg und Unglück über die Welt bringen wird. Diana reist mit ihr nach New York und wird mit einer Welt konfrontiert, die ihr völlig unbekannt ist.

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Hellboy

Zwei Kinoverfilmungen kann Hellboy aufweisen, der erst seit 1993 sein Unwesen in Comic-Heften treibt und nicht ganz dem üblichen Superheldenstandard entspricht. Er wurde von Rasputin beschworen, sollte eigentlich den Antichrist geben und den Nazis dienen. Stattdessen bekämpft er aber mit seinen übermenschlichen Fähigkeiten das Böse – die meist aus Nazis und artverwandten Höllenmonstern bestehen. 2012 legte Golkonda den auf Englisch bereits 1999 erschienenen ersten Band „Hellboy – Medusas Rache“ mit Kurzgeschichten aus dem Hellboy-Universum auch in Deutschland auf. Die Geschichten werden von Christopher Golden herausgegeben und enthalten ganzseitige Illustrationen von Hellboy-Schöpfer Mike Mignola. Die zweite Geschichtensammlung „Hellboy 2 - Eine offene Rechnung“ ist gerade frisch herausgekommen. Auch darin wird der Kampf des Höllenjungen gegen das Böse geschildert – ein netter Vorgeschmack auf den Kino-Reboot des Franchises, der mit „Hellboy: Rise Of The Blood Queen“ im kommenden Jahr ansteht.

 

 

Wearing the Cape

Bei Feder & Schwert erscheint derzeit mit „Wearing the Cape“ eine Reihe der amerikanischen Autorin Marion G. Harmon, die bereits als Selfpublisherin große Erfolge in den USA feiern konnte. Irgendwo zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur angesiedelt, erzählt die Reihe die Geschichte von Hope, die nach einem Anschlag plötzlich Superkräfte erlangt und sich in ihrer neuen Rolle erst einmal zurechtfinden muss.

Im vergangenen Dezember erschien bei uns der erste Band „Karriere: Superheldin“ rund um Hope, die sich nun Astra nennt. Als Teil des Superheldenteams der Sentinels ist sie mit dem Schutz der Stadt Chicago betraut und muss in einer Welt, in der Heldinnen wie sie in der Öffentlichkeit als Stars gelten, einen Ausgleich zwischen ihren Existenzen als Privatperson und Superheldin finden. Der zweite Band mit dem Titel „Kampf gegen die Zukunft“ erschien im März, und im Juli geht es mit „Astras Bewährungsprobe“ weiter. Vor allem für Fans von Serien wie „Supergirl“ dürfte die Trilogie interessant sein.

 

 

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Wayne of Gotham

An etwas ältere Leser richtet sich „Wayne of Gotham“ (Panini), das sich wenig überraschend mit Batman bzw. der Person dahinter befasst. Das Geheimnis seiner Identität wird ja vom Dunklen Ritter gut gehütet (außer uns weiß praktisch niemand, dass Bruce Wayne hinter der Maske steckt *hust* …), doch immer wieder gerät er in die Gefahr, dass eben jene enthüllt wird. Erst recht, da es so lange gutgegangen ist und er sich sicher fühlt. Ja, Bruce Wayne ist alt geworden, und der Mord an seinen Eltern, der ihn erst zum Fledermausmann machte, liegt lange zurück und bei den Akten. Doch plötzlich rührt jemand an seiner Vergangenheit, deckt Geheimnisse auf, die das Ansehen des so noblen Vaters Thomas Wayne beschmutzen, und Bruce/Batman kommt dahinter, dass seit Jahrzehnten ein unglaubliches Geheimnis vor ihm bewahrt wird. „Wayne of Gotham“ stammt aus der Feder von Bestsellerautor Tracy Hickman (u. a. „Vergessene Reiche“, „Drachenlanze“), der hier einen spannenden Blick in die Vergangenheit von Bruce Waynes Eltern wirft und daneben eine ganze Kanonade an prominenten Figuren des Batman-Universums auftreten lässt.

Civil War – Ein Marvel-Roman

Im Kino tobt der Infinity War, in Romanform hat man zumindest den Civil War nacherleben können. „Civil War – Ein Marvel-Roman“ erschien in Deutschland im Jahr 2014, also noch vor dem Kinofilm im Rahmen des MCU, und basiert demzufolge auf der Comic-Originalvorlage von Mark Millar. Der Krieg zwischen den Avengers wird daher etwas anders geschildert, als die Kinogänger ihn kennen, wenngleich der Grundkonflikt der Gleiche ist. Statt in Sokovia bekämpft man hier in der US-amerikanischen Stadt Stamford ein paar Schurken und hinterlässt Hunderte unschuldige Tote. Tony Stark (Iron Man) gibt den Forderungen der US-Regierung nach, sich zu demaskieren und registrieren zu lassen, um künftig der Kontrolle der Exekutive zu unterstehen. Steve Rogers (Captain America) will diese Entscheidung jedoch nicht akzeptieren und begehrt dagegen auf. Er und seine Mitstreiter können lediglich von der regierungstreuen Fraktion um Tony Stark und Miss Marvel besiegt werden, also entbrennt ein Kampf zwischen den ehemaligen Freunden. Viele Details, die im Comic nicht erwähnt werden, werden hier vertieft, und man bekommt einen etwas anderen Blick auf die Ereignisse präsentiert, wenngleich man am Ende des Standalone-Romans ein wenig in der Luft hängen gelassen wird, wie es denn nun weitergeht – dazu muss man dann eben wieder zu den Comics greifen.

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