Fünf Fantasybücher, die über den Wolken spielen

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BUCH

Fünf Fantasybücher, die über den Wolken spielen


Der Traum vom Fliegen ist uralt. Er inspiriert nicht nur Wissenschaftler und Techniker, sondern auch AutorInnen. Die Protagonisten der folgenden Romane erleben aufregende Abenteuer in luftigen Gefilden. In ihre Welten über den Wolken gelangen sie aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise:

 

Stadt aus Wind und Knochen von Fran Wilde

Als ich begann, High Fantasy zu lesen, begeisterten mich die phantasievoll gemalten Settings des Genres. Ein Gefühl, das sich über die Jahre etwas verlor, weil sich viele Szenerien wiederholen. Fran Wildes Stadt aus Wind und Knochen löst beim Lesen wieder jenes wunderbare Gefühl aus, etwas Neues, Ungewöhnliches, Magisches zu entdecken. Das Buch spielt in einer Stadt, die aus immens hohen, aus Knochen geformten Türmen besteht. Sie ragen bis in die Wolken, zwischen ihnen klaffen gewaltige Abgründe. Diese überqueren die Bewohner mit Hilfe phantastischer Gleitflügel, die teilweise sogar mit Waffen ausgestattet und zum Kämpfen benutzt werden. Denn zwischen den Türmen lauern Gefahren wie die monströsen Himmelsschlünde. Beherrscht wird die Stadt von den magischen Sängern, deren Stimmen die beinernen Türme wachsen lassen. Stadt aus Wind und Knochen ist unter anderem auch deshalb hervorragend, weil es der Autorin nicht nur gelingt, uns eine wilde, völlig fremde Welt in all ihrer Schönheit zu schildern, sondern auch deren Gefahren und Schattenseiten.

Wolkenvolk-Trilogie von Kai Meyer

In seiner farbenprächtigen Wolkenvolk-Trilogie verwebt Kai Meyer zahlreiche asiatische Motive zu einem Abenteuer, in dem es Schwerter regnet und Götter auf gewaltigen Kranichen reiten. Das Wolkenvolk selbst allerdings, das dem Dreiteiler seinen Namen gibt, stammt aus Südeuropa. Im Zeitalter der Renaissance ist einem weltberühmten Wissenschaftler eine unglaubliche Erfindung geglückt. Er konnte den Stoff der Wolken so stark verdichten, dass diese zwar noch immer fliegen, Menschen jedoch nicht nur darauf gehen, sondern eine ganze Stadt mit soliden Häusern darauf bauen konnten. Jetzt, mehrere Generationen später, ist das einzigartige Gebilde vom Untergang bedroht. Um den langsamen Sinkflug seiner Heimat aufzuhalten, begibt sich der junge Niccolo auf die Suche nach den legendären chinesischen Drachen. Ihr Atem könnte das Schicksal wenden. Zur gleichen Zeit kommt Alessia de Medici, die Tochter des Herzogs der Wolkenstadt, in luftiger Höhe einem Geheimnis auf die Spur.

Der erste Band von Meyers farbenprächtiger Jugendbuchtrilogie trägt den Titel Seide und Schwert.

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Der Drachenjäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer von Bernd Perplies

In Bernd Perplies neuem Fantasy-Universum machen Menschen, Elfen und Vogelwesen an Bord von fliegenden Schiffen Jagd auf Drachen. Zumindest diejenigen, die den Mut und die Gelegenheit dazu besitzen. Eine solche zu bekommen, davon träumt der junge Lian. Er lebt in einer Stadt, die am Rand des Wolkenmeeres liegt: einem bodenlos scheinenden Abgrund, angefüllt nicht von Wasser, sondern von Nebel und Wolken. Vereinzelt treiben Felsformationen wie Inseln darin, die ebenso wie die Schiffe dank der Kraft besonderer Kristalle durch die Luft fliegen können. Lians Traum scheint in Erfüllung zu gehen, als er an der Seite einer Drachenjägercrew seine Heimat verlässt. Doch der Kapitän, dem er untersteht, ist besessen von einem persönlichen Rachefeldzug. Er will einen der mächtigen Urdrachen zur Strecke bringen – und zwar um jeden Preis. Lians Aufbruch wird deshalb für ihn ebenso wie für den Leser zu einem packenden Abenteuer.

Gerade ist ein zweiter Roman erschienen, der im Wolkenmeer spielt, das erste Buch ist jedoch in sich abgeschlossen und kann auch für sich stehend gelesen werden.

Fallende Stadt von Lauren DeStefano

Settings in luftiger Höhe gibt es nicht nur in der epischen Fantasy:

In Lauren DeStefanos dystopisch angehauchtem Serienauftakt Fallende Stadt beobachten die Bewohner der Stadt Internment mit Teleskopen nicht die Sterne, sondern das Land weit unter sich. Internment schwebt hoch über den Wolken – der Legende nach hat ein Gott einst ein riesiges, ovalförmiges Stück Erde aus dem Boden gerissen und in den Himmel versetzt. Jetzt leben die Menschen in einem System, das zwar von einem König regiert wird, aber dennoch modern daher kommt. Sie haben keinen Kontakt mehr zu den Bewohnern auf der Erdoberfläche. Es gibt Züge, Schulen und Regeln, die ein friedliches Miteinander gewährleisten sollen. Was es kaum gibt, ist Platz. Viele Menschen leben zusammengedrängt in kleinen Wohnungen. Von Geburt an steht nicht nur fest, wen man einmal heiratet, sondern auch, ob man Kinder bekommen darf – und wie lange man lebt. Wie totalitär ihr Zuhause ist, bemerkt die jugendliche Hauptfigur Morgan allerdings erst, als sie beginnt, Dinge zu hinterfragen …

Sturm über Windhaven von George R. R. Martin & Lisa Tuttle

Wasser und Stürme prägen das Erscheinungsbild der Welt Windhaven. Deren Bewohner – Nachkommen menschlicher Raumfahrer, die einst hier gestrandet sind – leben auf zahlreiche kleine Inseln verteilt. Miteinander in Kontakt treten können sie nur mit Hilfe der Fliegergilde. Aus den Trümmern des zerstörten Raumschiffs konnten einst simple Fluggeräte geschaffen werden. Doch die künstlichen Flügel, mit deren Hilfe man durch die Lüfte gleiten kann, sind selten und deshalb kostbar. Maris, die Protagonistin des Buches, ist die Ziehtochter eines Fliegers. Mit jeder Faser ihres Körpers spürt sie die Sehnsucht nach einem Leben in den Lüften. Alten Gesetzen zufolge stehen die Flügel aber nicht ihr, sondern ihrem Bruder zu. Doch Maris ist nicht bereit, das so einfach hinzunehmen. In drei Novellen, die in Sturm über Windhaven, zusammengefasst sind, beleuchten George R. R. Martin und Lisa Tuttle ruhig und atmosphärisch entscheidende Punkte in der Lebensgeschichte einer Frau, die den Traum vom Fliegen träumt.

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