Krachender Forest Doom und ein felliger Rock-’n’-Roll- Hobbit: Cornelius Zimmermann im Interview

INTERVIEW

Tiere, die den Wald rocken: Cornelius Zimmermann im Interview


Funny Fantasy aus Deutschland, das hat man nicht oft. Nicht nur deswegen ist der Fantasy-Roman »Rocking the Forest« ein ganz ausgefallenes Debüt: Solchen Gestalten, wie sie im Müützelwald herumstrolchen, seid Ihr noch nie begegnet, versprochen. Die Begegnung mit ihrem Autor Cornelius Zimmermann haben wir dennoch gewagt.

 

TOR ONLINE: Hallo, Cornelius. Das Wichtigste vorweg: Wer bist du und welchen Hintergrund bringst du mit?

Cornelius Zimmermann: Juhu. Ich bin 39 Jahre alt und arbeite auf Nordsee-Ölbohrplattformen als mobiler Brezelverkäufer. Nein, eigentlich bin ich gelernter Rechtsanwalt, arbeite derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter für einen Bundestagsabgeordneten der SPD, bin klassischer Hobbymusiker und tanze weniger Tango Argentino, als ich gerne würde.

Wenn du »Rocking the Forest« in einem Satz beschreiben müsstest, was würdest du sagen?

»Rocking the Forest« ist ein Rock-’n-Roll-Märchen über seltsame Kreaturen in einem großen Wald und ihre Musik.

Kannst du uns etwas zur Entstehungsgeschichte von »Rocking the Forest« erzählen?

Die Idee ist entstanden aus eigenen Geschichten aus einem großen Wald, die mir irgendwann aber zu niedlich waren. Da musste dann Iggy der Wolfmorf her, um den Wald mit ordentlichem, krachendem Forest Doom ein wenig aufzumischen. Viele Jahre vorher hatte ich das großartige »Die Elfen von New York« von Martin Millar gelesen, in dem »klassische« Fantasy-Motive (Elfen) mit dem modernen New York, Sex und Drogen verquickt werden. Das hatte mich sehr beeindruckt und deswegen mit hineingespielt.

Der Müützelwald, in dem dein Buch spielt, steckt voller ulkiger Gestalten: Es gibt Libellenpopper, Quacksilberquallen, Glockenbolde, einen Pfützengnom … Woher kommen dir die Ideen für dein Setting und deine Figuren?

Frag das mal meinen Kopf. Er wird Dir aber wahrscheinlich eh nur eine eher wirre Antwort geben.

Im Zentrum deiner Erzählung steht Iggy, der Wolfmorf. Was ist das für ein Kerl?

Iggy ist vielleicht im Wesentlichen so etwas wie ein felliger Rock-’n’- Roll-Hobbit. Er ist in Dingen seines persönlichen Musikgeschmacks verbohrt und intolerant, dabei aber hochmusikalisch, trinkfest und im Müützelwald vorkommenden halluzinogenen Substanzen keinesfalls abgeneigt. Er ist ein guter Freund, aber auch ein knurriger, oft übelgelaunter Geselle, der grundsätzlich selbst entscheidet, wann man sich auf ihn verlassen kann.

Wenn du eine Figur aus deinem Roman sein dürftest, welche wärst du dann?

Ich glaube, ich wäre gerne Gunnar. Dann könnte ich allen auf den Zeiger gehen. Das wäre super.

Welche Figur oder Szene war für dich am schwierigsten herauszuarbeiten? Welche ist dir besonders leicht gefallen?

Das kann ich so nicht (mehr) sagen. Klar, manche Stellen »flutschen« mehr als andere, aber über die Zeit wächst eine Geschichte ja auch immer mehr zusammen, wodurch dann gewisse anfängliche Schwierigkeiten auch immer mehr eingeebnet werden. Und weil es sich bei »Rocking the Forest« natürlich um ein singuläres Meisterwerk handelt, ist eh alles von gleichbleibend makelloser Qualität. Weisch. 

Welche Bedeutung hat Musik in deinem eigenen Leben? Hast du selbst schon mal an einem Band-Contest teilgenommen?

Eine sehr große sogar, sonst hätte ich diesen Roman auch nicht geschrieben, bzw. nicht schreiben können. Band-Contest? Nein. Ich bin hobbymäßig klassischer Musiker, spiele Bratsche-das-ist-wie-Geige-nur-ein-bisschen-tiefer, so richtig im Symphonieorchester und so. Unter meinen musikalischen Vorlieben befindet sich aber auch noch so einiges anderes, unter anderem Schwermetalliges. Das alles hat natürlich in »Rocking the Forest« reingespielt. Wer sich übrigens davon überzeugen will, dass die richtig coolen Jungs und Mädels nur in Symphonieorchestern zu finden sind, sollte sich die großartige Serie Mozart in the Jungle ansehen. Just saying.

Und zu guter Letzt: Welche fünf Songs geben deinen persönlichen »Rocking the Forest«-Soundtrack?

Die gibt’s nicht. Wenn ich gleichzeitig Musik höre, kann ich den »echten« »Rocking the Forest«-Soundtrack nicht hören.

Vielen Dank!

Hey. Gern. 

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