Mehr davon – Welche Bücher kannst du lesen, wenn dir die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett gefallen haben?

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Diese Bücher kannst du lesen, wenn dir die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett gefallen haben


Terry Pratchett gilt gemeinhin als der Meister der lustigen Fantasy. Was auch immer man für eine Art von Humor bevorzugt, hier wird man bedient: Aber er hat auch Bücher geschrieben, die sehr feinsinnig Themen wie Rassismus, Religion und die Vor- und Nachteile des technischen Fortschritts auseinandernehmen.

Wozu also noch nach anderen Autoren Ausschau halten, die humorvolle Fantasy schreiben? Nun, wenn man es nicht tut, verpasst man den einen oder anderen Schatz.

 

„Die Chronik des eisernen Druiden“ von Kevin Hearne

Kevin Hearnes Chroniken des eisernen Druiden spielen nicht in einer Fantasy-Welt, sondern in unserer eigenen, aber es ist auch nicht der Schauplatz, sondern der Humor, der dafür sorgt, dass ich sie Pratchett-Fans ans Herz legen möchte.

Sein Held Atticus ist nicht direkt 21 Jahre alt, auch wenn er das den Kunden in seinem kleinen Buchladen gegenüber immer behauptet. Es sind mehr so um die 2100 Jahre. Er ist der letzte noch lebende Druide, der durch einen Pakt mit der Morrigan, der irischen Todesgöttin, Unsterblichkeit erlangt hat. Dummerweise war es Teil dieser Abmachung, dass er Aengus Og, dem eher weniger gemütlichen irischen Gott der Liebe, ein Schwert stehlen musste. Seitdem ist er auf der Flucht. In Tempe, Arizona, glaubt er sich vorerst sicher, bis ihn Aengus Ogs Schergen schließlich auch dort einholen. Diesmal allerdings will er nicht schon wieder weglaufen. Zusammen mit seinen beiden Anwälten (einem Vampir und einem Werwolf), seinem Hund (dem er beim Baden immer Geschichten über historische Persönlichkeiten erzählt) und mit diverser göttlicher Unterstützung nimmt er den Kampf auf.

Atticus bekommt es allerdings nicht nur mit den Angehörigen der irischen Mythologie zu tun, sondern nimmt es in späteren Bänden auch mit polnischen Hexen, nordischen und griechischen Göttern, Vampiren und ähnlichem Gezücht auf. Immer sind seine Abenteuer gespickt mit Popkultur-Witzen, Shakespeare-Zitier-Duellen und Geschichten darüber, wie diverse Figuren aus der Geschichte und verschiedenen Mythologien wirklich sind. Außerdem, wer liest schon nicht gerne einen Roman, in dem ein sprechender Hund vorkommt?

Robert Asprins Dämonen-Serie

Der inzwischen leider verstorbene Robert Asprin hat eine lange Autorenkarriere hinter sich, die unter anderem die siebzehn Bände der Dämonen-Serie beinhaltet. Beginnend mit dem Band „Ein Dämon zuviel“ erzählt sie die Geschichte des eher unfähigen Diebs und Magiers Skeeve und seines Mentors Aahz. Aahz ist ein Dämon (kurz für Dimensionsreisender) aus der Dimension Perv und damit ein Pervecter (man sollte ihn auf keinen Fall Perverser nennen). Während die beiden mit einer stetig wachsenden Truppe von Begleitern Abenteuer über Abenteuer erleben, begegnen sie jeder Menge seltsamer Wesen und einer unendlichen Anzahl an Wortspielen. Und jeder Menge Fantasy-Genre-Klischees, die auf den Kopf gestellt werden.

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Jonathan Strouds Barthimäus-Trilogie

Barthimäus ist ein Dämon, der seit Jahrtausenden immer wieder von mächtigen Magiern beschworen wurde. Die meisten davon hatten deutlich mehr auf dem Kasten als der junge Nathanel, der meint, zu Höherem berufen zu sein, und dabei seine eigenen Fähigkeiten das ein oder andere Mal ein wenig überschätzt. Für Barthimäus ist es schlimm genug, schon wieder einem Magier dienen zu müssen. Aber dass es ein solcher Rotzlöffel ist, macht es wirklich nicht besser.

Dem Leser allerdings beschert die Tatsache, dass der Ich-Erzähler Barthmiäus mit der Welt und seinem neuen Meister so überhaupt nicht zufrieden ist, einen Lesespaß voller sarkastischer Kommentare. Dazu kommen witzige Fußnoten zu historischen Persönlichkeiten, in denen Barthimäus wahlweise mit vergangenen Leistungen angibt oder von vergangenen Meistern erzählt, die sehr oft berühmte, historische Persönlichkeiten waren. Gleich drei spannende Abenteuer (und ein Prequel) lang kann man den aufmüpfigen Dämon begleiten.

„Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Walter Moers hat mehrere Bücher geschrieben, die in der Welt Zamonien spielen. Aber „Die Stadt der träumenden Bücher“ ist sicher das, das vielen Literaturliebhabern am meisten am Herzen liegt. Erzählt es doch gerade davon: von Büchern.

Der junge Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz wird von seinem im Sterben liegenden Dichterpaten nach Buchhaim, die Stadt der träumenden Bücher, geschickt, um den Autor eines besonders genialen Textes ausfindig zu machen. Dabei lernt er nicht nur selbst einiges über Literatur und das Schreiben, sondern wird auch schnell in eine perfide Verschwörung hineingezogen. Der Roman ist ein spitzfindiger Kommentar zur Literatur im Allgemeinen und ihrer verschiedenen Gattung im Besonderen und scheut sich auch nicht davor, Kritiker und Verlage aufs Korn zu nehmen.

Oliver Diersen: „Fledermausland“

Der Titel dieses Romans stammt aus dem Film „Fear and Loathing in Las Vegas“, in dem der den größten Teil der Handlung unter Drogen stehende Protagonist die Äußerung: „Wir können hier nicht anhalten! Das ist Fledermausland!“ von sich gibt. Warum ich das erwähne? Weil das einen recht guten Eindruck von dem Roman gibt. Er ist ähnlich abgedreht (auch wenn Drogen damit herzlich wenig zu tun haben).

Basti Schätz ist eigentlich zum Studieren in Hannover, eingeschrieben hat er sich aber noch nicht. Stattdessen lebt er zur Hälfte vom Geld seiner Eltern, und sein größtes Ziel besteht darin, endlich bei der schönen Kim zu landen. Dann allerdings begegnet er nachts einer Fledermaus, trifft auf der Toilette einen depressiven Vampir, ein Domowoj mit einem Putzfimmel zieht unter seiner Spüle ein, und die Zwerge von der GEZ sind hinter ihm her. Wenn er aus dem Schlamassel wieder herauskommen will, muss Basti sich endlich aufraffen und tatsächlich für das einstehen, was er will.


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Das Gefühl ist sicher keiner Leseratte unvertraut: „Ich brauche mehr davon!“ Am liebsten würde man noch mehr Zeit mit den Protagonisten verbringen, noch ein paar Winkel ihrer Welt besuchen. Aber das geht nicht. Die letzten Seiten sind verschlungen, das leere Gefühl stellt sich ein: Was lese ich als nächstes? Natürlich gibt’s noch ein halbes Dutzend ungelesene Bücher im Regal oder im Stapel neben dem Bett, aber die sollen es gerade alle nicht sein …

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