Neue Science-Fiction-Bücher im Oktober: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland

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Neue Science-Fiction-Bücher im Oktober: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland


Jeden Monat geben euch die Jungs der Berliner Fantasy und Science Fiction Buchhandlung Otherland Tipps über die besten Neuerscheinungen aller Verlage. Hier ihre Buchtipps aus dem Bereich Science Fiction im Monat Oktober.

Jeff Vandermeer - Borne

Von Vandermeers Southern Reach Trilogy startet demnächst die Verfilmung - der Autor ist derweil längst schon in neuen fremdartigen Gefilden unterwegs. Borne enthält wieder mal, was ich an Vandermeer liebe: dichte, leise, Atmosphäre, biologische Seltsamkeiten und verstohlenen Humor. Das Setting ist noch mehr als bei der Southern Reach Trilogy irgendwie postapokalyptisch. Zombies sucht man trotzdem glücklicherweise vergeblich, dafür gibt es einen riesigen, fliegenden Bären. 

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Pierre Bordage - Die Sphären

Es ist immer wieder denkwürdig, wenn mal ein SF-Roman aus einer anderen Sprache als dem Englischen übersetzt wird - und französische Autoren tauchen dabei trotz der geographischen Nähe so gut wie nie auf. Pierre Bordage hält der Heyne-Verlag allerdings die Treue. Die Sphären ist im Gegensatz zu Bordages bisher auf Deutsch erschienen Far-Future-Space-Operas ein SF-Thriller, der in unserer Gegenwart ansetzt. Überall auf der Welt erscheinen rätselhafte weiße Kugeln, die Kinder verschlucken … und wachsen. 

George R.R. Martin und Lisa Tuttle - Sturm über Windhaven

Wird George R.R. Martin eigentlich immer noch auf Game of Thrones reduziert? Oder haben die Leute inzwischen mitbekommen, dass es nicht nur die von ihm herausgegebene Superhelden-Reihe Wild Cards gibt, sondern auch ein Science-Fiction Universum, in dem er zahlreiche Kurugeschichten und Romane seiner früheren Schaffensphase angesiedelt hat? Darunter auch den mit Lisa Tuttle zusammen verfassten Sturm über Windhaven, einen Roman über eine Menschheit, die sich auf einem sturmumtosten Wasserplaneten in eine eigenwillige Richtung weiterentwickelt hat … 

Andreas Brandhorst: Kantaki 3 - Der Zeitkrieg

Mit der Kantaki-Trilogie legt Piper eine durchaus ehrwürdige große Space Opera aus Brandhorsts Feder neu auf. Ich erinnere mich zugegebenermaßen nicht so genau an die Handlung; Es gab da eine vertrackte Liebesgeschichte um irgendeinen alten Weltraum-Haudegen, vor allem aber viel große Kosmik, gewaltige Strecken in Zeit und Raum und in Band 2 einen Planeten mit einer ziemlich eigenwilligen Ökologie. Nicht das wichtigste SF-Werk aller Zeiten, aber eines, das ich in schöner, warmer Erinnerung habe und das nun wieder vollständig lieferbar ist.                    

Andrew Bannister - Die Verlorenen

Bereits für Die Maschine hat Bannister sich ein abenteuerliches SF-Universum ausgedacht, den »Spin«, eine Mini-Galaxis, die vor Urzeiten von einer Schöpfungsmaschine künstlich erschaffen wurde. Heute tummeln sich hier mehr oder weniger kapitalistische, mehr oder weniger degenerierte Zivilisationen, die alle ein gewisses Faible für Gewalt zu haben scheinen, und hin und wieder tauchen Artefakte aus der Zeit der Konstruktion auf, die keiner so richtig versteht, die aber alle zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Hauen und Stechen. Der zweite Roman, der in dieser Welt spielt, beweist, dass es Bannister nicht an bizarren Ideen mangelt. Die Protagonisten abenteuern sich durch einen Parcours voller sense of wonder, da darf man keine großartige social fiction erwarten und auch nichts, was harten wissenschaftlichen Fakten standhalten würde, aber da Ganze soll ja auch einfach nur ein großer Spaß, eine planetary romance sein, und das ist es definitiv.


Geschrieben von Otherlander Jakob Schmidt und Simon Weinert.

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