Fünf Fantasy-Bücher, in denen Götter handelnde Figuren sind

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Fünf Fantasy-Bücher, in denen Götter handelnde Figuren sind


Für viele Fantasy-Welten haben ihre Schöpfer gleich passende Götter mit geschaffen. Mal sind ihre Pantheons an historische Vorbilder angelehnt, mal ziemlich frei gestaltet. Mal sind sie nur Teil des Worldbuildings, mal spielen sie eine zentrale Rolle. In diesem Fall agieren die Götter oftmals nur im Hintergrund – sie lassen die Sterblichen ihre Kämpfe austragen.

Doch es gibt auch Fantasy-Bücher, in denen Götter handelnde Figuren sind. Sei es, dass sie in Tier- oder Menschengestalt auftreten und mehr lenkende Funktion haben. Sie es, dass sie gewaltige Kräfte einsetzen, die die Macht der Menschen bei weitem übersteigen. Eine beliebte Konstruktion ist auch, dass sich die guten Götter zurückhalten, um die Welt nicht zu zerstören, ein böser Gott aber genau das möchte. Dann obliegt es einem Helden, zum Göttertöter zu werden. Fünf Beispiele für Fantasy-Bücher, in denen Götter handelnde Figuren sind.

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American Gods von Neil Gaiman

Einer der bedeutendsten Vertreter der Urban Fantasy ist American Gods. Nicht umsonst landete das Werk von Neil Gaiman auf der Tor-Online-Top-Ten auf Platz 6. Eine Vielzahl von Göttern tritt hier auf. Zum einen die alten Götter, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen stammen und durch Einwanderer nach Amerika gekommen sind. Zum anderen die neuen Götter der Medienwelt und Technologie. Dem Ex-Häftling Shadow Moon kommt in diesem Konflikt eine Schlüsselrolle zu. Aus seiner Perspektive bekommen Leser Einblick in die Welt der Götter – zugleich ist der Roman ein Porträt der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das große Spiel von Dave Duncan

Das große Spiel von Dave Duncan beginnt in der realen Welt. Während diese auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, wird der junge Edward unwissentlich in einen Konflikt einer anderen Welt gezogen. In dieser lebt die zweite Protagonistin Eleal. Im Laufe der Trilogie verknüpft Duncan das Schicksal seiner beiden Hauptfiguren und enthüllt den Konflikt zwischen den Göttern in der Fantasy-Welt.

Edward ist in Das Tor ins Gestern, Die Klippen des Heute und Der Preis der Zukunft das berühmte Kind der Prophezeiung, der aber einen Weg sucht, diese nicht erfüllen zu müssen. Dafür nimmt er es im großen Spiel der Götter mit mächtigen Gegnern auf. Duncan verliert die Parallelen zum Ersten Weltkrieg dabei nicht aus den Augen. Denn die Götter stehen in dieser Trilogie auch für die großen Mächte, deren Konflikt zu Millionen Toten führt.

Elenium-Trilogie von David Eddings

Bei David Eddings spielen die Götter immer eine wichtige Rolle. Und er bevorzugt das Schema, dass die guten Götter ihre Macht freiwillig begrenzen, während ein böser Gott sich dieser Fesseln entledigt. Mit ihm bekommen es der Held und seine Freunde zu tun. (Gut und böse unterscheiden sich bei Eddings auch dadurch, dass der Gute in einer Gruppe unterwegs ist.)

In der Elenium-Trilogie ist Ritter Sperber auserkoren, es mit mächtigen Feinden aufzunehmen, um seine Königin zu retten. Sein Feind ist der Gott Azash, der zunächst aber nicht Gestalt annimmt, sondern mächtige Schergen schickt. Dafür gelangt auch in Sperbers Gruppe eine Gottheit, wie sich im Laufe der Handlung zeigt. Und wem es gefällt, der erfährt in der Fortsetzung, der Tamuli-Trilogie, wie der Kampf weitergeht.

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Das Erbe der Götter von N.K. Jemisin

Auf einem ganz anderen Niveau ist die afro-amerikanische Autorin N.K. Jemisin unterwegs. Ihr „Erbe der Götter“ dreht sich um eine Götterfamilie. Wie in jeder Familie haben die Familienmitglieder ihre Rolle. Mit dieser sind sie nicht immer zufrieden, und es gibt Konflikte. Zudem geht es auch um ein Ungleichgewicht, das entsteht, wenn eine Gottheit dominiert. Im ersten Band, Die Erbin der Welt, geht es auch um den Weg, wie ein Mensch zur Gottheit wird. In Band 2, Die Gefährtin des Lichts, muss ein Gott lernen, als Mensch zurechtzukommen, um selbst geläutert zu werden. Welche Gefahr ein kindlicher Gott heraufbeschwören kann, der seine Macht nicht kontrolliert, ist das zentrale Thema von Band 3, Die Rivalin der Götter. Eine originelle Fantasy-Trilogie, bei der es sehr viel um Beziehungen geht.

Das Spiel der Götter von Steve Erikson

Zum Abschluss ein Blick auf eine der komplexesten Fantasy-Reihen überhaupt. Das Spiel der Götter trägt die Götter nicht nur im Namen. Sie treten auch immer wieder als handelnde Figuren auf. Das Haus der Ketten, das Haus Schatten, das Haus Tod – sie alle spielen ihre Rolle im Spiel der Götter. Zu den Häusern zählt nicht nur die oberste Gottheit, sondern auch Untergottheiten.

In den Drachenkarten werden sie als Figuren dargestellt, etwa der Ritter, die Königin oder der Assassine. Und als wäre das nicht genug, gibt es in dieser Reihe mit ihren verschiedenen zeitlichen Ebenen und parallel laufenden Handlungssträngen, auch noch ältere Götter und mächtige Magier und Kämpfer mit gottgleicher Macht. Wer Bücher mit Göttern als handelnde Figuren mag, kommt am Spiel der Götter nicht vorbei.

Extra-Tipps

Die Sturm-Reihe von Tom Lloyd hat im Original fünf Bände. Leider wurden nur drei davon übersetzt. Doch Sturmkämpfer, Sturmbote und Sturmauge sind dennoch die Lektüre wert. In diesem komplexen Kampf zwischen Göttern und Halbgöttern drohen die Menschen auf der Strecke zu bleiben. Lord Isak versucht das zu verhindern.

Bei Brandon Sanderson sind fast alle Werke irgendwie untereinander verbunden, auch wenn es zunächst nicht so scheint. Sturmklänge steht dennoch für sich, weil es sich um einen Einzelband handelt. Er spielt in der Welt Hallandren, in der die Götter auf Kosten der Menschen leben. Deren Lebensenergie nutzen sie als Magie. Ein Konflikt unter den Göttern droht die Verhältnisse zu kippen.

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