Die Verleihung des Hugo Awards 1981.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1981: Das waren die Gewinner


In diesem Jahr wurden die Hugos während Devention Two in Denver verliehen.

Toastmaster: Edward Bryant

Novel

Joan D. Vinge: The Snow Queen

(Buchausgabe bei Dial Press; dt. Die Schneekönigin, H 3950)

Die Verleihung des Hugo Awards 1981.
Die Verleihung des Hugo Awards 1981.
Die Verleihung des Hugo Awards 1981.

Dieser Roman ist eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy und lehnt sich sehr lose an das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen an. Handlungsort ist der Planet Tiamat, auf dem ungewöhnliche klimatische Bedingungen herrschen: Sommer- und Winterzeit dauern jeweils hundertfünfzig Jahre an, denn der Planet kreist auf einer komplizierten Bahn um Zwillingssonnen, die wiederum um ein Schwarzes Loch kreisen. Zum Beginn des Romans nähert sich die Winterzeit dem Ende, und noch hat das technikbegeisterte Wintervolk die Oberhand. Während des Winters können Raumschiffe der Hegemonie den Planeten anfliegen und bringen neue technische Errungenschaften. Zu Beginn der Sommerzeit werden die Raumschiffe der Hegemonie verschwinden und ihre Errungenschaften wieder mitnehmen. Der Sommer wird von der Sommerkönigin beherrscht, und die Menschen müssen sich von Ackerbau und Viehzucht ernähren. Die Schneekönigin Arenrhod will weiter an der Macht bleiben und verhindern, dass sie am Ende des Winters gemeinsam mit ihrem Geliebten bei einem großen Ritual ertränkt wird. Zu diesem Zweck hat sie mehrere Klone ihrer selbst herstellen lassen. Einer dieser Klone heißt Sparks und ist der Liebhaber der Schneekönigin. Doch Sparks war vorher mit Moon, einem anderen Klon, verlobt. Moon wiederum, die eine Sybille ist, geht auf die Suche nach Sparks und lernt bei vielen Abenteuern mehrere Menschen kennen, die ihr dabei helfen, die Pläne der Schneekönigin zu vereiteln. Am Ende wird Moon die neue Sommerkönigin. Und Moon erkennt, dass in ihrem Gehirn die Erkenntnisse der Hegemonie gespeichert sind, sodass die Technologie zur Zeit des Sommers nicht verloren ist. Schließlich wird Sparks ihr Gefährte auf dem Thron.

Zehn Jahre später setzte Vinge den Roman übrigens mit dem deutlich umfangreicheren The Summer Queen (dt. Die Sommerkönigin) fort. World’s End (bereits 1984 erschienen, dt. Die Spur der Schneekönigin) führt lediglich die Geschichte einer Nebenfigur weiter.

Weitere Nominierungen:

Robert Silverberg: Lord Valentine’s Castle

(4 Teile, November 1979 bis Februar 1980 in F&SF; dt. Krieg der Träume, Moewig Bibliothek SF, M 3646, M 3743; Lord Valentine, B 24193, Mantikore 28)

Larry Niven: The Ringworld Engineers

(4 Teile, Juli bis November 1979 und Januar 1980 in GALILEO; dt. Die Ringwelt-Ingenieure, B 24028)

Frederik Pohl: Beyond the Blue Event Horizon

(Buchausgabe bei Del Rey; dt. Jenseits des blauen Horizonts, G 23384)

John Varley: Wizard

(Buchausgabe bei Berkley/Putnam; dt. Der Magier, H 3987)

Novella

Gordon R. Dickson: »Lost Dorsai«

(Februar/März 1980 in DESTINIES; dt. »Der Dorsai-Pazifist«, in Dickson: Der Dorsai-Pazifist, M 3627)

Gordon R. Dickson (1923–2001) hatte sich selbst eine große Aufgabe gestellt, denn er wollte mit seinem CHILDE-Zyklus, der auch die Dorsai-Geschichten enthält, eine Geschichte der Menschheit von der Renaissance bis ins 23. Jahrhundert schreiben (siehe 1965).

In »Lost Dorsai« steht Michael de Sandoval im Mittelpunkt. Die Dorsai sind ein Kriegervolk, und ein »Lost Dorsai« ist jemand, der nicht seiner Bestimmung als Soldat folgt. De Sandoval ist Leiter ein Militärkapelle auf einem weit von Dorsai entfernten Planeten namens Ceta und musste noch nie eine Waffe zur Hand nehmen. Doch auf Ceta kommt es zu einem Aufstand, der von Machtbesessenen gesteuert wird. De Sandoval gerät in Gewissenskonflikt mit seiner pazifistischen Einstellung und muss eine schwere Entscheidung treffen.

Dicksons Prosa weist einige Parallelen zu Asimovs FOUNDATION-Zyklus auf, ohne dass man ihm vorwerfen könnte, ein Plagiat verfasst zu haben. Zum einen entwirft er eine Future History, zum anderen geht es im Verlauf des DORSAI-Zyklus ebenfalls um die Erstellung einer Enzyklopädie, die das gesamte Wissen der Menschheit enthält. Aber die augenscheinlichste Parallele ist der Stil: Es gibt nur sehr wenig konkrete Handlung, stattdessen werden die Entwicklung der Menschheit, die Figurencharakterisierung und die äußeren Konflikte in ausführlichen Dialogen dargestellt.

Weitere Nominierungen:

George R. R. Martin & Lisa Tuttle: »One Wing«

(2 Teile, Januar und Februar 1980 in ANALOG; nicht einzeln erschienen, enthalten in Kinder der Stürme, M 3669 und M 3681 und in Sturm über Windhaven, FanPro, Blanvalet)

George R. R. Martin: »Nightflyers«

(April 1980 in ANALOG; dt. »Die Expedition der Nachtfee«, in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 2, M 3514; »Nachtflieger«, in Carr [Hrsg.]: Die schönsten Science Fiction Stories des Jahres #1, H 4021)

Thomas M. Disch: »The Brave Little Toaster«

(August 1980 in F&SF; dt. »Tapferer kleiner Toaster«, in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1986, H 4262)

Harlan Ellison: »All the Lies That Are My Life«

(November 1980 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Novelette

Gordon R. Dickson: »The Cloak and the Staff«

(August 1980 in ANALOG; dt. »Mit Kutte und Stab«, in Fuchs [Hrsg.]: Das Fest des heiligen Dionysos, Kn 5790)

1981 war Dicksons Jahr, denn er gewann den Hugo gleich in zwei Kategorien. Diese Erzählung jedoch steht nicht im Zusammenhang mit Dicksons Hauptwerk, dem CHILDE-Zyklus.

Die zweieinhalb Meter großen außerirdischen Alaag haben die Erde erobert und die Menschheit unterjocht. Sie versorgen die Menschen, die sie als Tiere betrachten, halten sie jedoch an der kurzen Leine. Hauptfigur der Erzählung ist Shane Everts, ein Mann mittleren Alters, der als Bote im Dienst der Alaag steht und sehr sprachbegabt ist. Shane hat vor einiger Zeit mitansehen müssen, wie ein Alaag zwei Männer aus nichtigen Gründen getötet hat. Er selbst war es, der das Zeichen des Widerstands gegen die Alaag erfunden hat. Nun überbringt er im Auftrag seines Herren eine Nachricht an den Alaag-Kommandanten in Italien. Dort wird er zufällig Zeuge, wie eine Frau verdächtigt wird, gegen die Alaag zu arbeiten. Durch eine List lenkt er die Aufmerksamkeit von der Frau ab, sodass sie wieder in Freiheit gelangt. Als er wieder abreisen will, wird er von einer Widerstandsgruppe gefangen genommen, die ihn für einen Opportunisten hält. Shane kann den Leuten begreiflich machen, welche Auffassung er von den Alaag hat, und verspricht, sich dem Widerstand anzuschließen. Am Ende der Geschichte ist Shane durchaus bewusst, dass der Widerstand keine Chance gegen die außerirdischen Eroberer hat, und trotzdem beschließt er, den Menschen zu helfen, auch wenn es ihn das Leben kostet.

Weitere Nominierungen:

Barry B. Longyear: »Savage Planet«

(Februar 1980 in ANALOG; dt. »Der Planet der Barbaren«, in Longyear: Erbfeinde, M 6739)

John Varley: »Beatnik Bayou«

(1980 in New Voices III; dt. »Im Sumpf«, in Carr [Hrsg.]: Die schönsten Science Fiction Stories des Jahres #1, H 4021)

Keith Roberts: »The Lordly Ones«

(März 1980 in F&SF; dt. »Die Edlen«, in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 60. Folge: Das Zeitsyndikat, H 3845)

Michael Shea: »The Autopsy«

(Dezember 1980 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Howard Waldrop: »The Ugly Chickens«

(1980 in Universe 10; dt. »Die häßlichen Hühner«, in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 6, M 3575; »Die häßlichen Hühnchen«, in Carr [Hrsg.]: Die schönsten Science Fiction Stories des Jahres #1, H 4021)

Short Story

Clifford D. Simak: »Grotto of the Dancing Deer«

(April 1980 in ANALOG; dt. »Grotte des tanzenden Wildes«, in Fuchs [Hrsg.]: Grotte des tanzenden Wildes, Kn 5754; in Carr [Hrsg.]: Die schönsten Science Fiction Stories des Jahres #1, H 4021)

Boyd ist Höhlenforscher und beschäftigt sich ausführlich mit Höhlenmalereien aus grauer Vorzeit. Er lernt einen faszinierenden Mann namens Luis kennen, der in der Nähe der Höhlen lebt und mit dem er interessante Gespräche führen kann. Doch irgendetwas ist seltsam an Luis.

In der Nähe seiner Forschungsstätte entdeckt Boyd eine weitere Höhle, die äußerst ungewöhnliche Malereien aufweist. Im Gegensatz zu den sonst sehr ernsthaften und möglichst naturgetreuen Darstellungen findet er hier farbenprächtige Zeichnungen von tanzenden Wildtieren, einer Art Walt-Disney-Version der Höhlenmalerei. Boyd ist begeistert. Als er jedoch eine prähistorische Farbpalette mit versteinerten Fingerabdrücken findet, lässt er diese von einem Labor mit den Fingerabdrücken auf einer Weinflasche, die er mit Luis geleert hat, vergleichen. Der Verdacht bestätigt sich: Die Abdrücke sind identisch. So findet Boyd heraus, dass Luis 22.000 Jahre alt sein muss. Luis bestätigt diese Vermutung, und beide Männer unterhalten sich darüber, was es bedeutet, unsterblich zu sein.

Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die mit einem melancholischen Dialog endet. Luis ist der einsamste Mensch der Welt, und der Leser kann am Ende davon ausgehen, dass Boyd sein Geheimnis für sich behält.

Mit dieser Erzählung ist Simak ist ein stilles und trotzdem beeindruckendes kleines Meisterwerk gelungen. Das erkannten auch die Leser und Kritiker, denn Simak gewann mit der Geschichte die drei wichtigsten Preise für Science Fiction: Neben dem Hugo Award erhielt er den Nebula Award sowie den Locus Award. Und auch die Leser des Magazins ANALOG wählten den Text zur besten Kurzgeschichte des Jahres (›Analog Analytical Laboratory‹).

Weitere Nominierungen:

Robert Silverberg: »Our Lady of the Sauropods«

(September 1980 in OMNI; dt. »Unsere Liebe Frau von den Sauriern«, in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 4, M 3539; »Heilige Mutter des Mesozoikums«, in Bova [Hrsg.]: Das Beste aus Omni 1, G 23421)

Susan C. Petrey: »Spidersong«

(September 1980 in F&SF; dt. »Das Lied der Spinne«, in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 62. Folge: Gefährliche Spiele, H 3899)

Jeff Duntemann: »Cold Hands«

(Juni 1980 in ASIMOV’S SF; dt. »Kalte Hände«, in Reß-Bohusch [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 12. Folge, H 3853)

Jeff Duntemann: »Guardian«

(September 1980 in ASIMOV’S SF; dt. »Der Wächter«, in Reß-Bohusch [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 13. Folge, H 3873)

Non-Fiction Book

Carl Sagan: Cosmos

(Buchausgabe bei Random House; dt. Unser Kosmos, Knaur)

Der Pulitzer-Preisträger Carl Sagan (1934–1996) war nicht nur Astronom, Astrophysiker und Exobiologe, sondern nach Isaac Asimov einer der bekanntesten Publizisten über wissenschaftliche Themen. Er bereitete den Weg für die Exobiologie sowie für die Suche nach außerirdischer Intelligenz durch das Projekt SETI. Seine wissenschaftlichen Verdienste aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Sein illustriertes Sachbuch Cosmos ist in dreizehn umfangreiche Kapitel eingeteilt, in denen Sagan 15 Milliarden Jahre der kosmischen Entwicklung bis hin zur Entstehung der Zivilisation untersucht. Das Buch stand siebzig Wochen auf der Bestsellerliste der NEW YORK TIMES und war bis dahin das bestverkaufte Wissenschaftssachbuch. Die dreizehn Kapitel waren die Grundlage für eine dreizehnteilige Doku-Fernsehserie, die im Herbst 1980 ins amerikanische Fernsehen kam, moderiert von Carl Sagan selbst und mit einem für das Fernsehen bis dahin nur selten gesehenen tricktechnischen Aufwand produziert. Die Serie Cosmos: A Personal Voyage (dt. Unser Kosmos, 1983) wurde mit einem Emmy ausgezeichnet und in über sechzig Ländern von mehr als 500 Millionen Menschen gesehen.

Weitere Nominierungen:

Isaac Asimov: In Joy Still Felt

(Buchausgabe bei Doubleday; nicht auf Deutsch)

Charles Platt: Dream Makers

(Buchausgabe bei Berkley; dt. Gestalter der Zukunft, Hohenheim)

Vincent Di Fate & Ian Summers: Di Fate’s Catalog of SF Hardware

(Buchausgabe bei Workman; nicht auf Deutsch)

Richard Bergeron, ed.: Warhoon 28

(Selbstverlag Richard Bergeron; diese Ausgabe war auch als Best Fanzine nominiert und enthält Nachdrucke vieler Texte von Walt Willis; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

The Empire Strikes Back

(Lucasfilm; Drehbuch Leigh Brackett & Lawrence Kasdan; Story George Lucas; Regie Irvin Kershner; dt. Das Imperium schlägt zurück)

George Lucas hatte die STAR WARS-Serie ursprünglich auf neun Teile angelegt, was sich darin äußerte, dass der vollständige Titel dieses Films Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back lautet. Die hohen Erwartungen der Zuschauer, die durch den Erfolg des ersten Films geweckt wurden, konnte Lucas erfüllen. Es gab noch mehr Special Effects und Sense of Wonder-Momente, Eis- und Sumpfplaneten, beeindruckende Kampfroboter, ein Versteckspiel inmitten von Asteroiden und eine riesige Wolkenstadt. Luke Skywalker lernt von dem uralten Jedi-Meister Yoda mehr über die ›Macht‹, und auf dem Höhepunkt des Film kämpft er mit einem Lichtschwert gegen seinen Erzfeind Darth Vader, von dem der Zuschauer erfährt, dass er Lukes Vater ist.

George Lucas hatte die Autorin Leigh Brackett für den ersten Drehbuchentwurf verpflichtet, der allerdings von Lawrence Kasdan stark überarbeitet wurde, da Brackett das Script wegen einer Krebserkrankung, der sie kurze Zeit später erlag, nicht fertigstellen konnte. Von vielen Fans wird The Empire Strikes Back als der beste der drei ersten STAR WARS-Filme angesehen, nicht zuletzt, weil er ernsthafter und düsterer ist als die anderen beiden.

Weitere Nominierungen:

The Lathe of Heaven

(Fernsehfilm; WNET/PBS; Drehbuch Diane English & Roger Swaybill; Regie Fred Barzyk & David R. Loxton; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ursula K. Le Guin; nicht auf Deutsch)

Cosmos

(Fernsehdokumentation; KCET/PBS; Drehbuch und Regie Carl Sagan & Ann Druyan; dt. Unser Kosmos)

The Martian Chronicles

(Fernsehmehrteiler; BBC/NBC; Drehbuch Richard Matheson; Regie Michael Anderson; basiert auf dem gleichnamigen Erzählungsband von Ray Bradbury; dt. Die Mars-Chroniken)

Flash Gordon (Kino)

(20th Century Fox/De Laurentiis; Drehbuch Lorenzo Semple jr.; Adaptation Michael Allin; Regie Mike Hodges; basiert auf dem Comic Strip von Alex Raymond; dt. Flash Gordon)

Professional Editor

Die Verleihung des Hugo Awards 1981.
Die Verleihung des Hugo Awards 1981.
Die Verleihung des Hugo Awards 1981.

Edward L. Ferman

Nachdem in den Jahren zuvor die Konkurrenten den Hugo erringen konnten, wusste Edward L. Ferman mit dem von ihm bereits seit fünfzehn Jahren herausgegebenen The MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION zu überzeugen. 1980 brachte er unter anderem den Mehrteiler Lord Valentine’s Castle (dt. Krieg der Träume bzw. Lord Valentine) von Robert Silverberg, Kurzgeschichten von Barry N. Malzberg, Tanith Lee, Keith Roberts, Stephen King, John Shirley, Edward Bryant, Zenna Henderson, Harlan Ellison, Charles Sheffield und James P. Hogan sowie die bezaubernde Novelle »Brave Little Toaster« (dt. »Tapferer kleiner Toaster«) von Thomas M. Disch. Darüber hinaus erschienen in jeder Ausgabe eine Wissenschaftskolumne von Isaac Asimov sowie Buchrezensionen und Essays von Michael Bishop, Joanna Russ, Algis Budrys, John Clute, Thomas M. Disch und Barry N. Malzberg.

Außerdem gab Ferman 1982 die Anthologien The Best from Fantasy and Science Fiction 23th Series mit Erzählungen aus den Jahren 1976 bis 1978 und The Magazine of Fantasy & Science Fiction: A 30 Year Retrospective mit einer Auswahl der ersten dreißig Jahre heraus.

Weitere Nominierungen:

George Scithers
Jim Baen
Terry Carr
Stanley Schmidt

Professional Artist

Michael Whelan

Whelan hatte 1980 die Titelbilder für dreizehn Bücher gemalt, darunter The Faded Sun: Kutath von C. J. Cherryh, The Catalyst von Charles L. Harness, Firestarter von Stephen King, zwei Darkover-Bände von Marion Zimmer Bradley und Lore of the Witch World von Andre Norton.

Weitere Nominierungen:

Vincent Di Fate
Stephen Fabian
Don Maitz
Paul Lehr

Fanzine

LOCUS (Charles N. Brown)

LOCUS war bereits, nicht zuletzt durch seine Beständigkeit, eines der wichtigsten Fanzines in den USA. 1980 erschienen zwölf Ausgaben mit je 20 bis 32 Seiten. Neben den gewohnten Rezensionen enthielt es zum Beispiel einen Artikel von Jack Williamson über SF in Jugoslawien und Rezensionen von Fritz Leiber zu neuen Stephen-King-Romanen sowie Briefe von Autoren wie James Tiptree jr., Brian W. Aldiss, Norman Spinrad, Gene Wolfe, John Brunner, Thomas M. Disch, Ursula K. Le Guin, L. Sprague de Camp und Harry Harrison.

Weitere Nominierungen:

SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)
FILE 770 (Mike Glyer)
STARSHIP (Andrew Porter)
SCIENCE FICTION CHRONICLE (Andrew Porter)

Fan Writer

Susan Wood

Der vierte Hugo, den die kanadische Kritikerin Susan Wood erhielt, wurde ihr posthum verliehen. Sie hatte eine angegriffene Gesundheit, auf die sie wenig Rücksicht nahm, als sie sich mit voller Kraft für ihre Arbeit einsetzte. Sie starb 1980 im Alter von nur 32 Jahren.

Weitere Nominierungen:

Richard E. Geis
Mike Glyer
Dave Langford
Arthur D. Hlavaty

Fan Artist

Victoria Poyser

Bereits im Vorjahr zum ersten Mal nominiert, konnte Victoria Poyser (*1949) ihren ersten Hugo erringen. Sie hatte im Vorjahr unter anderem Illustrationen für das von Pat Cadigan herausgegebene Magazin SHAYOL angefertigt, vor allem aber das »Who’s Who« für das Programmbuch des Noreascon II. Darüber hinaus hatte sie auch das Buch The Fuzzy Papers von H. Beam Piper illustriert.

Weitere Nominierungen:

Alexis Gilliland
William Rotsler
Joan Hanke-Woods
Stu Shiffman

Campbell Award

Somtow Sucharitkul

Somtow Papinian Sucharitkul (*1952) ist ein thailändischer Autor, Komponist und Filmregisseur, der in Cambridge und Eton studierte und in den USA lebt. Seine Großtante war die Königin von Siam. Bis 1980 erschienen von ihm ein knappes Dutzend Erzählungen und Gedichte. Die wichtigsten waren der Auftakt der MALLWORLD-Serie »A Day in Mallworld« (Oktober 1979 in ASIMOV’S; dt. » Ein Tag in Mallwelt«) sowie der Auftakt der INQUESTOR-Serie »The Thirteenth Utopia« (April 1979 in ANALOG). Sein erster Roman war Starship and Haiku (1981 bei Timescape; dt. Das letzte Haiku verhallt). Erfolgreich waren seine INQUESTOR-Romane, von denen nur zwei auf Deutsch erschienen: Light on the Sound (1982 bei Timescape; dt. Singt dem Inquestor dunkle Lieder) und The Throne of Madness (1983 bei Timescape; dt. Der dunkle Thron der Inquestoren). Seit Mitte der achtziger Jahre veröffentlicht er unter dem Pseudonym S. P. Somtow und hat sich eher dem Horror und der Fantasy zugewandt. Bemerkenswert ist sein Roman Darker Angels (1997 bei Gollancz; dt. Dunkle Engel) über Zombies im US-amerikanischen Bürgerkrieg.

Weitere Nominierungen:

Robert L. Forward
Susan C. Petrey
Diane Duane
Robert Stallman
Kevin Christensen

Special Award

Edward L. Ferman, for his effort to expand and improve writing quality in the field

Edward L. Ferman (*1937) war von 1966 bis 1991 Herausgeber von THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION und hat diverse Anthologien herausgegeben, überwiegend Best-of-Sammlungen aus seinem Magazin. Er schaffte es nicht nur, dass F&SF neben ANALOG das marktführende Magazin blieb, sondern legte besonderen Wert auf die literarische Qualität der Texte. Dabei war ihm die Genrezugehörigkeit weniger wichtig, und so erschienen in F&SF alle Spielarten phantastischer Literatur, nicht nur die titelgebende Fantasy und Science Fiction.

Gandalf Award (Grand Master)

C. L. Moore

Catherine Lucile Moore (1911–1987) war die erste Frau unter den frühen Pulp-Autoren. Ihr Debüt war die Erzählung »Shambleau« (November 1933 in WEIRD TALES; dt. »Shambleau«). Da sie befürchtete, als Frau nicht ernstgenommen zu werden, verwendete sie als Autorenname nur die Initialen ihrer Vornamen. Sie publizierte zunächst fast ausschließlich in WEIRD TALES zwei erfolgreiche Kurzgeschichtenserien, die erste über den Weltraumreisenden Northwest Smith (1933–1940), die zweite über die Schwertkämpferin Jirel of Joiry (1934–1939), die erste weibliche Hauptfigur einer Fantasyserie. Diese ungewöhnlich atmosphärischen Erzählungen fanden schnell Bewunderer, unter anderem in den Autoren H. P. Lovecraft und Henry Kuttner, die Moore jedoch nur schriftlich kontaktieren konnten und sie für einen Mann hielten. 1938 traf sie Henry Kuttner persönlich, und zwei Jahre später heirateten die beiden, woraufhin sie das erste, sehr erfolgreiche Autorenehepaar in der US-amerikanischen Science Fiction wurden und fortan hauptsächlich unter den Pseudonymen Lewis Padgett und Lawrence O’Donnell veröffentlichten. Zu den Höhepunkten ihres gemeinsamen Schaffens gehören die Erzählungen »Mimsy Were the Borogoves« (Februar 1943 in ASTOUNDING; dt. »Mimsy Were the Borogroves« in Gotthard Günther [Hrsg.]: Überwindung von Raum und Zeit, Rauch Weltraum-Bücher 3 bzw. »Gar elump war der Pluckerwank« in Silverberg/Jeschke [Hrsg.]: Titan 9, H 3614 und weiteren Anthologien) und »Vintage Season« (September 1946 in ASTOUNDING; dt. »Traubenlese« in Moore: Der Kuss des schwarzen Gottes, H 3874 und Moore: Shambleau, HSFB 77) sowie der aus Erzählungen zusammengesetzte Roman Mutant (1953 bei Gnome Press; dt. Die Mutanten, H 3065) und der nur unter dem Namen Henry Kuttner erschienene Roman Fury (Mai bis Juli 1947 in ASTOUNDING; dt. Alle Zeit der Welt; Kn 5716). Nach Kuttners allzu frühem Tod im Jahr 1958 schrieb C. L. Moore nur noch sehr wenig, ihre besten Erzählungen werden aber bis heute immer wieder aufgelegt.

 

 

__

Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

Share:   Facebook