Die Verleihung des Hugo Awards 1980.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1980: Das waren die Gewinner


Die Hugos wurden in diesem Jahr auf dem Noreascon II in Boston verliehen. Alle Nominierungen sind ab hier in der Reihenfolge der Punktevergabe sortiert.

Toastmaster: Robert Silverberg

Novel

Arthur C. Clarke: The Fountains of Paradise

(Buchausgabe bei Harcourt Brace Jovanovich; dt. Fahrstuhl zu den Sternen, Moewig HC und B 13012)

Die Verleihung des Hugo Awards 1980.
Die Verleihung des Hugo Awards 1980.
Die Verleihung des Hugo Awards 1980.

Das Buch spielt in der Mitte des 22. Jahrhunderts. Der Protagonist des Romans heißt Vannevar Morgan und ist ein außergewöhnlicher Ingenieur, der bereits eine Brücke über die Meerenge von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko konstruiert hat. Sein nächstes Projekt ist die ehrgeizigste Ingenieurleistung, die je in Angriff genommen wurde. Dieses Bauwerk soll als eine Art Fahrstuhl in den Erdorbit dienen, um die ineffektive und viel zu teure Raketentechnologie überflüssig zu machen. Der ideale Standort ist die (imaginäre) Insel Taprobane, für die Clarkes selbstgewählte Heimat Sri Lanka als Vorbild diente. Im Gegensatz zu Sri Lanka liegt Taprobane direkt auf dem Äquator. Zur Verwirklichung des Projektes gilt es jedoch nicht nur technische Probleme zu lösen, sondern auch finanzielle und politische.

Da diese Handlung allzu geradlinig und simpel wäre, fügte Clarke zwei weitere Handlungsfäden hinzu. Zum einen wird von einem Bauherren aus dem antiken Taprobane berichtet, der für damalige Verhältnisse eine grandiose Meisterleistung vollbracht hat, zum anderen taucht in der Gegenwart der Handlung unerwartet ein Sendbote einer über fünfzig Lichtjahre entfernten Zivilisation auf, der »Starglider« genannt wird. Starglider ist eine Sonde mit einer künstlichen Intelligenz, die mit den Menschen kommuniziert, gleichzeitig lernt und in beschränktem Maße Auskünfte gibt.

Clarke wurde für das Konzept des Weltraumfahrstuhls weit über die Grenzen der SF-Literatur hinaus bekannt; der Fairness halber erwähnt er jedoch im Nachwort, dass das Prinzip nicht von ihm, sondern bereits 1960 von den russischen Ingenieur Y. N. Artsutanow erfunden und als »himmlische Seilbahn« in einem Zeitungsartikel beschrieben worden war.

Der Stil des Romans ist typisch für das Spätwerk von Arthur C. Clarke: kurze Kapitel, emotionslose Schilderung der Figuren, aber dafür großartige wissenschaftliche Ideen. Dem Autor gelingt es, nicht nur die technische Leistung seiner Figuren zu thematisieren, sondern einen Einblick in seine Vorstellung von der Zukunft zu gewähren und den Leser an seinen Gedanken über Gott und Religion teilhaben zu lassen.

Von vielen Kritikern ist The Fountains of Paradise als Clarkes bestes Buch bezeichnet worden, obwohl das von Rendezvous with Rama und Childhood’s End auch oft behauptet wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die tatsächliche Zukunft nicht so blutleer wird wie Clarkes Prosa.

Weitere Nominierungen:

John Varley: Titan

(4 Teile, Januar bis April 1979 in ANALOG; dt. Der Satellit, H 3986)

Frederik Pohl: JEM

(Buchausgabe bei St. Martin’s; dt. JEM – Die Konstruktion einer Utopie, G 23360)

Patricia McKillip: Harpist in the Wind

(Buchausgabe bei Athenum; dt. Harfner im Wind, G 23807)

Thomas M. Disch: On Wings of Song

(3 Teile, Februar bis April 1979 in F&SF; dt. Auf Flügeln des Gesangs, Hohenheim und HSFB 40)

Novella

Barry B. Longyear: »Enemy Mine«

(September 1979 in ASIMOV’S SF; dt. »Du, mein Feind«, in Reß-Bohusch [Hrsg.]: Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 7, H 3761)

Zwei Kampfpiloten verfeindeter Flotten, ein Mensch und ein Drak, stürzen nach einem Zweikampf im Orbit auf den lebensfeindlichen Planeten Fyrine-4 ab. Sie können sich auf eine kleine Insel retten, aber ihnen ist lediglich die Rettungskapsel des Drak verblieben. Um zu überleben, müssen sie zusammenarbeiten, auch wenn sie sich hassen. Sie lernen die Sprache des jeweils anderen Volkes und teilen die Notrationen, die jedoch bald zur Neige gehen. Rettung ist nicht in Sicht, eine Funkverbindung zur Außenwelt ist nicht möglich. Der Mensch Willis E. Davidge erfährt, dass der Drak namens Jeriba Shigan, den er Jerry nennt, ein Hermaphrodit ist und ein Kind erwartet. Gemeinsam gelingt es den beiden, das Festland zu erreichen, wo sie sich häuslich einrichten. Aus anfänglichem Hass wird Vertrautheit, Freundschaft und schließlich beinahe eine Art platonische Liebe. Davidge und Jeriba lehren sich gegenseitig die Sprache, Kultur und Philosophie ihres Volkes. Als Jeriba bei der Geburt des kleinen Zammis stirbt, ist Davidge am Boden zerstört, zieht das Kind aber schließlich wie sein eigenes auf und lehrt ihm alles, was ein junger Drak wissen muss, vor allem auch die Geschichte seiner Vorfahren. Zammis nennt Davidge »Onkel«, auch als er fast erwachsen ist – denn er wächst viel schneller als ein Menschenkind. Lange Zeit später finden die beiden einen Stützpunkt und werden voneinander getrennt. Davidge kehrt nach vier Jahren Zwangsaufenthalt auf dem namenlosen Planeten zur Erde zurück, denn der Krieg mit den Drak ist inzwischen beendet. Trotzdem wird er als »Drak-Freund« diskriminiert und fliegt schließlich zum Drak-Planeten, um Zammis zu suchen, der als »Menschenfreund« in einer Heilanstalt sitzt.

Das Ende dieser großartigen Geschichte darf nicht verraten werden, jedoch kann man es als wunderbar gelungen bezeichnen.

Longyears Robinsonade ist hervorragend erzählt, emotional und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Die Figuren sind glaubhaft, der Wandel von Feindschaft zur Freundschaft der Figuren miterlebbar. Longyear hat den Hugo dafür mehr als verdient.

1985 wurde die Geschichte übrigens unter dem Titel Enemy Mine (dt. Enemy Mine – Geliebter Feind) von Wolfgang Petersen in den USA verfilmt. Die Hauptrolle spielte Dennis Quaid. Longyear arbeitete seine Geschichte aus diesem Anlass zum Roman um; allerdings fügte er nicht viel Neues zur Handlung hinzu, sondern verlängerte sie einfach nur.

Weitere Nominierungen:

Orson Scott Card: »Songhouse«

(September 1979 in ANALOG; nicht auf Deutsch, aber enthalten in dem Roman Meistersänger, B 24018)

Donald Kingsbury: »The Moon Goddess and the Sun«

(Dezember 1979 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Ted Reynolds: »Ker-Plop«

(Januar 1979 in ASIMOV’S SF; dt. »Quaak-Plop«, in Reß-Bohusch [Hrsg.]: Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 4, H 3695)

Hilbert Schenck: »The Battle of the Abaco Reefs«

(Juni 1979 in F&SF; dt. »Die Schlacht am Abaco Riff«, in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction – 60. Folge: Das Zeitsyndikat, H 3845)

Novelette

George R. R. Martin: »Sandkings«

(August 1979 in OMNI; dt. »Sandkönige«, in Martin: Sandkönige, UTB 31107, in Jeschke [Hrsg.]: SF Story Reader 18, H 3897, in Jeschke [Hrsg.]: Heyne SF-Jahresband 2000, H 6342)

Erzählt wird von Kress, einem Sammler fremder Lebensformen, der diese wie Haustiere behandelt. Allerdings interessiert er sich nicht für die sanften, sondern ausschließlich für die wilden Tiere. Nach einer längeren Reise jedoch muß er feststellen, daß einige Tiere den langen Zeitraum seiner Abwesenheit nicht überlebt haben. Also macht er sich auf in die Stadt, neue Tiere zu besorgen. In einem ihm bis dahin nicht bekannten Laden erwirbt er vier Stämme halbintelligenter, insektengroßer, beschränkt psi-begabter Sandkönige. Diese bewahrt er in seinem Wohnzimmer in einem geschlossenen Terrarium auf. Die Wesen sind abhängig von ihrer Königin, der Maw, für die jeder Stamm jeweils eine Burg baut. Kress projiziert ein Holobild seines Gesichtes ins Terrarium, und bald darauf ziert sein Gesicht als Skulptur die Front jeder der vier Burgen. Er wird von den Sandkönigen offenbar als ihr Gott verehrt. Doch Kress wird der Wesen schnell überdrüssig, weil sie viel zu friedfertig sind. Daher gibt er ihnen zwei Tage kein Futter, und sie werden aggressiv und beginnen sich gegenseitig zu bekriegen.

Die Sandkönige sind unter Kress’ Freunden natürlich die Sensation. Man trifft sich häufig zu Partys, und seine Freunde bringen andere Tiere – so zum Beispiel Sandspinnen und Schlangen – mit, um sie gegen die Sandkönige kämpfen zu lassen. Die Abbilder von Kress’ Gesicht auf den Burgen verändern sich, die Gesichtszüge eines gütigen Gottes werden härter und bösartiger. Doch Kress stört dies nicht, bis er, ausgelöst durch seine Ex-Freundin, wegen Tierquälerei angeklagt wird. Als die Ex-Freundin am nächsten Tag bei ihm aufkreuzt, geraten sie aneinander, die Frau zerschlägt das Terrarium, und Kress tötet sie im Affekt. Dann bekommt er es mit der Angst zu tun und lässt zunächst den Gleiter der Frau verschwinden. Als er zum Haus zurückkehrt, ist das Terrarium leer, und die Leiche der Frau ist verschwunden. Er findet sie schließlich im Weinkeller, wo die Sandkönige zwischenzeitlich eine neue Burg gebaut haben. Kress ist entsetzt und vernagelt die Kellertür. Doch die anderen Sandkönige beweisen, daß sie schlauer als ein Mensch sind. Kress lädt Freunde ein, die er den Sandkönigen als Futter opfert, nachdem seine Vorräte aufgebraucht sind. Schließlich versucht er mit Gewalt, sich seiner neuen Peiniger zu entledigen, doch auch das überleben sie. Auch der letzte Fluchtversuch missglückt, und am Ende wird aus dem einstigen Gott der Sandkönige ein letztes Opfer.

Weitere Nominierungen:

Barry B. Longyear: »Homecoming«

(Oktober 1979 in ASIMOV’S SF; dt. »Die Heimkehr«, in Longyear: Sie kommen aus Schenectady, H 4598)

Larry Niven & Steven Barnes: »The Locusts«

(Juni 1979 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Vonda N. McIntyre: »Fireflood«

(November 1979 in F&SF; nicht auf Deutsch)

John Varley: »Options«

(1979 in Universe 9; dt. »Optionen«, in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 16, H 3818)

Christopher Priest: »Palely Loitering«

(Januar 1979 in F&SF; dt. »Grenzstreifzüge«, in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 58. Folge: Grenzstreifzüge, H 3792)

Short Story

George R. R. Martin: »The Way of Cross and Dragon«

(Juni 1979 in OMNI; dt. »Der Weg von Kreuz und Drachen«, in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 1, M 3501, in Martin: Sandkönige, UTB 31107, in Martin: Traumlieder 1, H 31611)

Die Geschichte erzählt von Pater Damien Her Varis, einem Groß-Inquisitor des Kampfordens der Ritter Jesu Christi der Einzig Wahren Interstellaren Katholischen Kirche der Erde und der tausend Welten. Er fliegt im Auftrag der Kirchenführung mit seinem Raumschiff Wahrheit Christi durch das Universum, um Häresie zu bekämpfen. Von seinem Erzbischof erhält er den Auftrag, nach Arion zu fliegen und die dort entstehende Irrlehre auszumerzen. Auf dem Wege nach Arion liest er das heilige Buch der Ketzer mit dem Titel Der Weg von Kreuz und Drachen, das von Judas Iskariot erzählt, der zum Heiligen erhoben wurde. Obwohl dieses Buch der Bibel widerspricht, muß Varis zugeben, das es eine gewisse Faszination ausübt.

Auf Arion angekommen, sucht er Pater Lukyan Judasson auf, den ehemaligen Priester der Einzig Wahren Interstellaren Katholischen Kirche. Dieser gesteht bereits nach kurzem Gespräch, das Buch selbst geschrieben zu haben. Und er wurde dabei nicht von Gott erleuchtet, sondern habe sich alles ausgedacht. Außerdem weiht er Varis in sein Geheimnis ein, Mitglied eines Geheimbundes der Lügner zu sein, die Religionen erfinden, um den Menschen einen auf ihre Lebensumstände abgestimmten Glauben zu geben, denn nicht auf jedem Planeten sei die Katholische Kirche die geeignete Religion. Die Bibel lehrt das Leben nach dem Tod, doch Der Weg von Kreuz und Drachen ist bei Weitem nicht so streng wie die Bibel, lässt mehr Hoffnung auf das Leben. Die Lügner sind überzeugt, dass das Leben hart und unfair ist, und wenn man nur irgendeinen Glauben hat, ist alles leichter zu ertragen. Varis versteht diese Ansichten durchaus, trotzdem muss er den Glauben auf Arion ausmerzen, was ihm schließlich unter Schwierigkeiten gelingt.

Weitere Nominierungen:

Orson Scott Card: »Unaccompanied Sonata«

(Juni 1979 in OMNI; dt. »Solo-Sonate«, in Card: Play Cosmos, B 22043; auch: »Sonate ohne Begleitung«, in Bova [Hrsg.]: Das Beste aus OMNI 1, G 23421)

Ted Reynolds: »Can These Bones Live?«

(März 1979 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Edward Bryant: »giANTS«

(August 1979 in ANALOG; dt. »Das New-Mexico-Projekt«, in Fuchs [Hrsg.]: Visum für die Ewigkeit, Kn 5743)

Connie Willis: »Daisy, in the Sun«

(November 1979 in GALILEO; dt. »Daisy in der Sonne«, in Willis: Brandwache, SL 660)

Non-Fiction Book

Peter Nicholls: The Science Fiction Encyclopedia

(Buchausgabe bei Doubleday; nicht auf Deutsch)

Peter Nicholls (*1939) war von 1974 bis 1978 Mitherausgeber des Magazins FOUNDATION: THE REVIEW OF SCIENCE FICTION und ist einer der führenden Spezialisten zur Geschichte des Genres. Sein 672 Seiten starkes Sachbuch ist eine illustrierte Enzyklopädie der Science Fiction, an der unter anderem auch John Clute, Malcolm Edwards und Brian Stableford mitgearbeitet haben.

Gemeinsam mit John Clute arbeitete er in den Jahren danach weiter an den Texten für ein Nachschlagewerk, woraus die noch heute maßgebliche The Encyclopedia of Science Fiction (1993) entstand, für die beide einen Hugo erhielten.

Weitere Nominierungen:

Isaac Asimov: In Memory Yet Green

(Buchausgabe bei Doubleday; nicht auf Deutsch)

Wayne Douglas Barlowe & Ian Summers: Barlowe’s Guide to Extraterrestrials

(Buchausgabe bei Workman; nicht auf Deutsch)

Michael Whelan: Wonderworks

(Buchausgabe bei Donning; nicht auf Deutsch)

Ursula K. Le Guin: The Language of the Night

(Buchausgabe bei Putnam’s; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

Alien

(20th Century Fox; Drehbuch Dan O’Bannon; Story Dan O’Bannon & Ronald Shusett; Regie Ridley Scott; dt. Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)

Die düstere Weltraumhorrorvision Alien war in mehrerer Hinsicht ein Meilenstein der Filmgeschichte und des SF-Genres. Während das Innere von Raumschiffen in früheren Science-Fiction-Filme eher sauber und hell dargestellt wurde, ist die Nostromo ein dunkler, rostiger, aus Rohrleitungen tropfender Kasten, und die Mitglieder der Besatzung sind keinesfalls strahlende Helden, sondern normale Techniker, die dem fremden Ungeheuer nichts entgegenzusetzen haben. Die eigentliche Geschichte dreht sich um ein außerirdisches Wesen, das auf einem entlegenen Mond einen Mann der Besatzung anspringt und Eier in ihm ablegt, die zu einem Parasiten heranwachsen, der schließlich aus dem Mann hervorbricht und zu einem gefährlichen Monstrum wird, das die Besatzung dezimiert. Die Handlung funktioniert als Horrorgeschichte hervorragend, weist jedoch so starke Parallelen zu der Erzählung »Discord in Scarlet« (Dezember 1939 in ASTOUNDING; dt. »Ungeheuer an Bord«, in van Vogt Ungeheuer an Bord, TTB 195; »Misston in Scharlach« in van Vogt: Die Expedition der Space Beagle, HSFB 83) von A. E. van Vogt auf, dass dem Autor nach einem Rechtsstreit 50.000 US-Dollar zugesprochen wurden. Der Schweizer Künstler HR Giger entwarf das beängstigende Alien, was ihm einen Oscar einbrachte. Aber auch zwei andere bekannte SF-Künstler waren an dem Film beteiligt, nämlich Moebius und Chris Foss.

Ein wichtiger Verdienst des Films ist die Einführung der starken Frauenfigur Ellen Ripley, verkörpert von Sigourney Weaver, die damit zur ersten Actiondarstellerin der Filmgeschichte wurde.

Weitere Nominierungen:

Time After Time

(Warner Brothers; Drehbuch Nicholas Meyer; Story Karl Alexander & Steve Hayes; Regie Nicholas Meyer; dt. Flucht in die Zukunft)

Star Trek – The Motion Picture

(Century/Paramount; Drehbuch Harold Livingston; Story Alan Dean Foster & Gene Roddenberry; Regie Robert Wise; dt. Star Trek – Der Film)

The Muppet Movie

(Henson/ITC; Drehbuch Jack Burns & Jerry Juhl; Regie James Frawley; dt. Muppet Movie)

No Award

The Black Hole

(Disney; Drehbuch Jeb Rosebrook & Gerry Day; Story Jeb Rosebrook, Bob Barbash & Richard H. Landau; Regie Gary Nelson; dt. Das schwarze Loch)

Professional Editor

Die Verleihung des Hugo Awards 1980.
Die Verleihung des Hugo Awards 1980.
Die Verleihung des Hugo Awards 1980.

George H. Scithers

Scithers erhielt seinen zweiten Hugo für sein drittes Jahr als Herausgeber von ISAAC ASIMOV’S SCIENCE FICTION MAGAZINE. Eine seiner Neuentdeckungen war Barry B. Longyear, von dem 1979 in jeder Ausgabe ein Text in ASIMOV’S erschienen ist. Aber er brachte auch Erzählungen von Larry Niven, Isaac Asimov, George Alec Effinger, Tanith Lee, Michael Bishop, Alan Dean Foster, Gene Wolfe und vielen jungen, unbekannten Autoren. Höhepunkte des Jahres waren »The Cool War« von Frederik Pohl, »Enemy Mine« von Barry B. Longyear und die INQUESTOR-Erzählung »The Web Dancer« von Somtow Sucharitkul.

Weitere Nominierungen:

Edward L. Ferman
Ben Bova
Stanley Schmidt
James Baen

Professional Artist

Michael Whelan

Michael Whelan (*1950) gilt heute als einer der profiliertesten und besten Titelbildkünstler innerhalb des Genres. Seine erste Nominierung zum Hugo erhielt er ein Jahr zuvor, 1979.

Bereits während der Schulzeit nahm Whelan an Kursen am Rocky Mountain College of Art and Design teil. Später studierte er an der San Jose State University, wo er vieles über die menschliche Anatomie lernte, sowie am Art Center College of Design in Pasadena. Bereits 1974 auf dem WorldCon in Washington stellte er seine Bilder aus, wo er von Thomas Schlück entdeckt und für europäische Publikationen unter Vertrag genommen wurde. 1975 erschien sein erstes Cover auf einem US-amerikanischen Taschenbuch. Das war der Beginn einer atemberaubenden Karriere; allein 1975 malte er zehn Buchcover, und ähnlich ging es in den folgenden Jahren weiter. 1979 erschien bereits Whelans Buch Wonderworks, was auch der Grund für seinen ersten Hugo gewesen ist. Bis heute ist Whelan der Künstler, der mit den meisten Hugo Awards ausgezeichnet wurde.

Weitere Nominierungen:

Vincent Di Fate
Stephen Fabian
Boris Vallejo
Paul Lehr

Fanzine

LOCUS (Charles N. Brown)

1979 erschienen elf Ausgaben von LOCUS mit einem Umfang von 20 bis 24 Seiten. Algis Budrys führte seine Kolumne »On Writing« weiter, Fritz Leiber rezensierte unter anderem Stephen Kings The Shining, Alice Sheldon schrieb den Artikel »Tiptree to Friends«, Arthur C. Clarke berichtete aus Sri Lanka, und zahlreiche prominente Autoren schrieben Leserbriefe an Charles N. Brown.

Weitere Nominierungen:

SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)
FILE 770 (Mike Glyer)
JANUS (Janice Bogstad & Jeanne Gomoll)
THRUST (D. Douglas Fratz)

Fan Writer

Bob Shaw

Bob Shaw erhielt nach 1979 nun seinen zweiten Hugo als Best Fan Writer. Es ist schade, dass er für seine Romane und Erzählungen nie einen Preis erhalten hat, denn immerhin wurde er dafür auch zweimal nominiert. Zumindest konnten seine Reden und Artikel die Mehrheit der Fans überzeugen, ihm den Preis ein zweites Mal zu verleihen.

Weitere Nominierungen:

Richard E. Geis
Mike Glyer
Dave Langford
Arthur Hlavaty

Fan Artist

Alexis Gilliland

Alexis Gilliland (*1931) war seit Mitte der 60er Jahre im Fandom aktiv und veranstaltete von 1967 bis 2006 monatliche Fantreffen bei sich zu Hause. Er wurde vor allem für seine Cartoons bekannt, die ab Ende der 70er Jahre regelmäßig zunächst in Fanzines und später in AMAZING, FANTASY REVIEW und anderen Magazinen erschienen.

Weitere Nominierungen:

William Rotsler
Joan Hanke-Woods
Victoria Poyser
Stu Shiffman
Jeanne Gomoll

John W. Campbell Award

Barry B. Longyear

Barry B. Longyear (*1942) studierte in Detroit, betrieb zunächst gemeinsam mit seiner Frau eine Druckerei und wurde 1977 freiberuflicher Schriftsteller. Sein Debüt war die Erzählung »The Tryouts« (November/Dezember 1978 in ASIMOV’S). Allein im darauf folgenden Jahr erschienen mehr als ein Dutzend Kurzgeschichten, und zwar alle in ASIMOV’S. Viele dieser frühen Texte sind in seinem Erzählungsband It Came From Schenectady (1984 bei Bluejay; dt. Sie kommen aus Schenectady, H 4598) enthalten. Die erinnerungswürdigste seiner Geschichten ist zweifellos »Enemy Mine« (September 1979 in ASIMOV’S SF; dt. »Du, mein Feind«). Longyears Gesamtwerk umfasst ein gutes Dutzend Romane und drei Erzählungsbände, die hauptsächlich in den 80er Jahren erschienen sind. Seit Ende der 80er Jahre sind seine Veröffentlichungen seltener geworden.

Weitere Nominierungen:

Somtow Sucharitkul
Diane Duane
Lynn Abbey
Karen G. Jollie
Alan Ryan

Gandalf Award (Grand Master)

Ray Bradbury

Ray Bradbury (1920–2012) ist zweifellos eine Ausnahmeerscheinung und einer der großen Meister der phantastischen Literatur, auch wenn er nie einen Hugo gewonnen hat. Neben Robert A. Heinlein gehörte er bereits in den fünfziger Jahren zu den wenigen amerikanischen Phantastik-Autoren, deren Werke auch außerhalb des Fandoms gelesen wurden. Zu Bradburys zeitlosen Meisterwerken zählen der Episodenroman The Martian Chronicles (1950 bei Doubleday; dt. Die Mars-Chroniken), der Erzählungsband The Illustrated Man (1951 bei Doubleday; dt. Der illustrierte Mann), die Dystopie Fahrenheit 451 (1953 bei Ballantine; dt. Fahrenheit 451), der Horrorroman Something Wicked this Way Comes (1962 bei Simon & Schuster; dt. Das Böse kommt auf leisen Sohlen) und die beiden Episodenromane Dandelion Wine (1957 bei Doubleday; dt. Löwenzahnwein) und From the Dust Returned (2001 bei William Morrow/HarperCollins; dt. Vom Staub kehrst du zurück). Bradbury hat nicht nur Dutzende literarische Auszeichnungen erhalten, sondern wurde auch für sein Lebenswerk bei der Pulitzer-Preisverleihung geehrt und hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Dietmar Dath bezeichnete Bradburys Erzählungen in der FAZ im Nachruf auf den Autor als »einen einzigartigen Klangfarbenkosmos singender Raketen, orangeroter Windwirbel auf dem Nachbarplaneten, lebendiger Tätowierungen, Sommeraufbruchsstimmung, Turnschuhlebhaftigkeit und manchmal leicht süßlicher, nicht immer kitschferner nostalgischer Sehnsucht nach einer harmonisch-sozialnaturalistischen Welt unschuldiger Americana«.

Weitere Nominierungen:

Marion Zimmer Bradley
Anne McCaffrey
Patricia A. McKillip
Jack Vance
Roger Zelazny
Michael Moorcock (Nominierung zurückgezogen)

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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