Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1977: Das waren die Gewinner


Die Hugo-Verleihung 1977 fand auf dem Suncon in Miami Beach statt.

Toastmaster: Robert Silverberg

Novel

Kate Wilhelm: Where Late the Sweet Birds Sang

(Buchausgabe bei Harper & Row; dt. Hier sangen früher Vögel, H 3600 und HSFB 1)

Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach
Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach
Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach

Es ist absehbar, dass die ganze Welt durch drohende Umweltkatastrophen verändert wird. Die wohlhabende Familie Sumner jedoch bereitet sich vor und errichtet in ihrem Tal irgendwo in Virginia ein Forschungszentrum, das das Überleben der Menschheit sichern soll. Als dann ein Atomkrieg, Seuchen und Hungersnöte die Menschheit fast ausrotten und die Überlebenden steril werden lassen, ziehen die Sumners in ihrem versteckten Tal Klone von sich selbst auf. Doch das gestaltet sich schwierig, denn die Klone sind zunächst kaum fruchtbar und haben nur eine geringe Lebenserwartung, bis sich im Laufe der Jahre Erfolge einstellen. Jahrzehnte später – im zweiten Teil des Romans – sterben die »Originale« langsam aus, und in dem Tal existieren nur noch Klone, die sich sehr ähnlich sind und jegliche Art der Weiterentwicklung vermissen lassen. Allerdings werden auch wieder Kinder auf natürliche Weise geboren, damit sich die Gene neu mischen können. Diese Kinder sind im Gegensatz zu den Klonen kreativer und durchsetzungsfähiger, werden aber als Außenseiter behandelt. Die Klongemeinschaft stagniert schließlich und wird dadurch ähnlich steril wie Generationen zuvor die von der Umweltzerstörung betroffenen Menschen. In dritten Teil des Buches schließlich brechen einige natürlich geborene aus der Gemeinschaft der Klone aus und gründen eine neue Kolonie in der Wildnis, um im Einklang mit der Natur zu leben.

Es ist erstaunlich, dass dieser Roman so erfolgreich geworden ist, denn leider ist er zu weiten Teilen sehr unglaubwürdig. Zum einen ist es mehr als unwahrscheinlich, dass eine einzige Familie – auch wenn sie sehr groß ist – die Forschungsleistung vollbringen kann, eine komplette Klonkultur herzustellen. Zum anderen widmet die Autorin der untergehenden Menschheit außerhalb des Tals wenig Aufmerksamkeit, sondern handelt in wenigen Sätzen ab, dass alles zum Teufel geht und alle möglichen Katastrophen gleichzeitig geschehen: Umweltzerstörung, Ende der natürlichen Ressourcen, Unfruchtbarkeit und so weiter, und das innerhalb kürzester Zeit.

Wenig originell ist auch das Thema, denn Katastrophenromane gab es bereits zuhauf, das Schreckensgespenst der zerstörten Umwelt war bereits seit Jahren in Mode, und Kate Wilhelm war bei Weitem nicht die erste Autorin, die das Kloning thematisierte.

Im Reclams Science Fiction Führer kann man zunächst die Botschaften des Romans nachlesen und sodann das Resümee: »Diese Botschaften sind in eine spannende, jedoch nie auf reine Action absinkende Handlung eingebettet und in schöner, lyrischer Sprache verfasst. Diese positiven Eigenschaften machten den Roman zu einer der wichtigsten SF-Publikationen der siebziger Jahre.«

Allerdings darf man durchaus auch anderer Meinung sein. Zum Beispiel, dass es Kate Wilhelm (*1928) aufgrund der oberflächlichen Charakterzeichnung nicht gelingt, dem Leser ihre Protagonisten tatsächlich nahezubringen.

Man Plus von Frederik Pohl oder Shadrach in the Furnace von Robert Silverberg, die ebenfalls nominiert waren, sind zumindest auch sehr gute Romane.

Weitere Nominierungen:

Joe Haldeman: Mindbridge

(Buchausgabe bei St. Martin’s Press; dt. Die Denkbrücke, G 23283)

Frank Herbert: Children of Dune

(4 Teile, Januar bis April 1976 in ANALOG; dt. Die Kinder des Wüstenplaneten, H 3615 und weitere)

Frederik Pohl: Man Plus

(3 Teile, April bis Juni 1976 in F&SF; dt. Der Plus-Mensch, G 23266 und Mensch +, HSFB 76)

Robert Silverberg: Shadrach in the Furnace

(3 Teile, August bis Oktober 1976 in ANALOG; dt. Schadrach im Feuerofen, H 3626 und in H 4337)

Novella

James Tiptree jr.: »Houston, Houston, Do You Read?«

(1976 in McIntyre/Anderson [Hrsg.]: Aurora: Beyond Equality, Fawcett; dt. »Houston, Houston, hört ihr mit?« in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 4, M 3539 und Alpers [Hrsg.]: Die Sterne sind weiblich, M 3874; »Houston, Houston, bitte melden!« in Tiptree: Sternenlieder eines alten Primaten, H 4459, »Houston, Houston, bitte kommen!« in Tiptree: Houston! Houston!, Septime)

Das NASA-Raumschiff Sunbird Eins mit drei Mann Besatzung hat die Mission, die Sonne zu umfliegen und danach zur Erde zurückzukehren. Als das Schiff der Sonne relativ nahe ist, kommt es zu starken Protuberanzen. Auf dem Rückflug zur Erde gelingt es dem Kommandanten nicht, mit der Flugzentrale in Houston Kontakt aufzunehmen. Stattdessen melden sich per Funk mehrere Frauenstimmen, und man findet heraus, dass das Schiff unerklärlicherweise einen Zeitsprung von mehreren hundert Jahren gemacht haben muss.

Auf der Erde gab es eine große Seuche, bei der die Zeugungsfähigkeit aller Menschen verloren ging. Nach und nach erfahren die Astronauten, dass auf der Erde und dem Mond angeblich nur noch rund zwei Millionen Menschen leben. Tatsächlich überlebten nach der Seuche nur ca. 11.000 Menschen, hauptsächlich in Australien. Und es waren alles Frauen, die sich durch Klonen vermehrt haben. Den Astronauten wird klar, dass sie die letzten drei Männer der Menschheit sind.

Die weitgehend handlungsfreie Erzählung beschäftigt sich auf rund neunzig Seiten im Wesentlichen mit der Diskussion der neuen Gesellschaftsordnung. Dass die weibliche Gesellschaft einfach besser sein muss, unterstreicht die Autorin damit, dass sich einer der Astronauten schließlich wie ein Höhlenmensch benimmt und eine der Frauen vergewaltigt.

James Tiptree jr. war das Pseudonym von Alice Sheldon (1915–1987), und im Jahr 1977 war noch nicht bekannt, dass es sich um einen weiblichen Autor handelt. Das feministische Thema der Geschichte begeisterte und überzeugte die Leser damals ebenso wie heute.

punktgleich:

Spider Robinson: »By Any Other Name«

(November 1976 in ANALOG; dt. »Nur nicht beim wirklichen Namen« in Jeschke [Hrsg.]: Der Tod des Dr. Island, H 3674)

Diese längere Erzählung spielt in naher Zukunft. Ein genialer, aber verrückter Wissenschaftler namens Carlson, wie er dem Leser aus den Geschichten der Pulp-Ära bekannt vorkommt, erfindet zunächst ein Heilmittel gegen den gewöhnlichen Schnupfen und bekommt dafür den Nobelpreis. Doch er hat seltsame und naive Vorstellungen von der Weltpolitik, und schließlich will er die Menschheit durch seine kruden Ideen befreien. Der menschliche Geruchssinn wird von allen anderen Sinnen überlagert und in der modernen Zivilisation kaum noch gebraucht. Carlson erfindet einen Hyperosmie-Virus, der den Geruchssinn unglaublich sensibilisiert, und bringt ihn in Umlauf. Die Folgen sind katastrophal – bereits innerhalb des ersten Monats nach Freisetzung des Virus sterben weltweit 1,5 Milliarden Menschen, vor allem die Großstädte werden entvölkert, weil niemand die furchtbaren Gerüche aushält. Die Menschen drehen durch und töten sich selbst oder andere. Schließlich gibt es nur noch wenige Überlebende, die sich mit Geruchsfiltern schützen. Die Geschichte erzählt vom Leben der Übriggebliebenen.

Die Idee, die der Geschichte von Spider Robinson (*1948) zugrunde liegt, ist originell, aber auch reichlich skurril. Der ständige Wechsel der Hauptfiguren zeigt die unterschiedlichen Facetten der Idee, die man vermutlich auch auf weniger Seiten überzeugend erzählen könnte.

Weitere Nominierungen:

Michael Bishop: »The Samurai and the Willows«

(Februar 1876 in F&SF; dt. »Tod eines Samurai« in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 46. Folge: Tod eines Samurai, H 3537)

Richard Cowper: »Piper at the Gates of Dawn«

(März 1976 in F&SF; dt. »Morgendämmerung« in Carr/Greenberg [Hrsg.]: Traumreich der Magie, H 4254)

Novelette

Isaac Asimov: »The Bicentennial Man«

(1976 in Judy-Lynn del Rey [Hrsg.]: Stellar #2, Ballantine; dt. »Der Zweihundertjährige« in Asimov: Der Zweihundertjährige, H 3621, in Asimov: Meine Freunde, die Roboter, HSFB 20 und H 8219, in Asimov: Die Asimov-Chronik: Die Menschheit wird gerettet, H 8358, in Asimov: Alle Robotergeschichten, B 28101, in Asimov: Opus 200, Band 1, M 3658, in Asimov: Roboter-Visionen, B 28204)

Ein Roboter der Baureihe NDR lebt bei der Familie Martin. Da die beiden Töchter sich die Bezeichnung NDR nicht merken können, nennen sie ihn Andrew. Bald stellt sich heraus, dass Andrew über künstlerische Talente verfügt, und so gibt das Familienoberhaupt Gerald Martin dem Roboter in seiner Freizeit die Möglichkeit, Schnitzereien und schöne Holzmöbel herzustellen. Die Einkünfte dafür werden auf ein Konto eingezahlt, das auf Andrews Namen registriert ist, und er bestreitet auch seine eigenen Ausgaben. Andrew ist offensichtlich eine Ausnahmeerscheinung, denn kein anderer Roboter verfügt über ähnliche Talente.

Rund dreißig Jahre später bittet Andrew seinen Herrn, ihm die Freiheit zu schenken, was sogar durch einen Gerichtsbeschluss besiegelt wird, wobei er natürlich weiterhin an die Robotergesetze gebunden ist. Im Laufe der Jahrzehnte, in denen Andrew immer eng mit der Familie Martin und deren Nachkommen verbunden ist, entwickelt der Roboter eine ganz individuelle Persönlichkeit, trägt Kleidung und lässt nach und nach seine mechanischen Komponenten durch biologische ersetzen, bis er schließlich sogar eine neue Wissenschaft begründet, die Prothetologie, durch die nicht nur er selbst biologische Körperteile und Organe erhält, sondern auch verletzten oder alten Menschen geholfen werden kann.

Andrews größter Wunsch ist es, dass er als Mensch anerkannt wird und die Menschenrechte erhält. Doch dieser Wunsch wird ihm erst erfüllt, als er sein unsterbliches positronisches Gehirn so verändert, dass er selbst sterblich wird.

Die Novelle zählt zu Isaac Asimovs (1920–1992) gelungensten Texten. Der Autor erzählt nicht nur die berührende Entwicklungsgeschichte des Roboters Andrew, sondern damit auch ein Gleichnis auf die Befreiung aus der Sklaverei.

Trotz einer Textlänge von über fünfzig Buchseiten ist die Handlung stark komprimiert und konzentriert sich ohne unnötige Abschweifungen auf das Wesentliche. Dabei verzeiht man Asimov, dass die von ihm geschilderte Zukunft recht eindimensional ist und eine etwas muffige Provinzialität ausstrahlt.

Ähnliche Gedanken, wie sie Asimov zum Thema der Menschwerdung einer Maschine vorbringt, wurden über zehn Jahre später in Bezug auf den Androiden Data in der Fernsehserie STAR TREK – THE NEXT GENERATION verarbeitet.

Die Erzählung wurde 1999 von Chris Columbus, der kurz darauf durch die ersten beiden Harry-Potter-Filme bekannt wurde, als etwas süßlicher »Familienfilm« adaptiert. Die Hauptrolle spielt auf sehr überzeugende Weise Robin Williams. Der Film spielte seine Produktionskosten nicht ein, was hoffentlich nicht an dem entsetzlichen deutschen Titel Der 200 Jahre Mann lag.

Weitere Nominierungen:

Ursula K. Le Guin: »The Diary of the Rose«

(1976 in Future Power; dt. »Das Tagebuch der Rose« in Le Guin: Die Kompaßrose, HSFB 47 und in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1984, H 4060)

John Varley: »Gotta Sing, Gotta Dance«

(Juli 1976 in GALAXY; dt. »Triade« in Alpers [Hrsg.]: Countdown, Kn 5711 und in Varley: Mehr Voraussichten, G 23382; »Ich muß singen, ich muß tanzen« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1985, H 4183)

John Varley: »The Phantom of Kansas«

(Februar 1976 in GALAXY; dt. »Das Phantom von Kansas« in Varley: Noch mehr Voraussichten, G 23383 und in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1980, H 3729)

Short Story

Joe Haldeman: »Tricentennial«

(Juli 1976 in ANALOG; dt. »Tricentennial« in Haldeman: Unendliche Träume, H 4177; »Dreihundertjähriges« in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96)

Im Jahr 2075 werden aus der Richtung des Sterns 61 Cygni Signale empfangen, die eindeutig künstlichen Ursprungs sind. Wissenschaftler sind bestrebt, selbst ein Signal auf den Weg zu schicken, doch die dafür benötigten Energiemengen werden durch die Politiker nicht genehmigt, weil dadurch eine größere Region auf der Erde (genauer gesagt die USA) für zwölf Stunden ohne Strom wäre. Einige Jahre zuvor wurde entdeckt, dass unsere Sonne von zwei anderen Sternen begleitet wird, sogenannten »Schwarzen Zwergen«, die einander in einem Intervall von 40 Sekunden umkreisen und für eine Umkreisung der Sonne 35000 Jahre benötigen. Einer dieser beiden Sterne besteht aus Antimaterie. Es existiert ein riesiges Sternenschiff namens Dädalus, das vor einiger Zeit gebaut und nicht in Betrieb genommen wurde. Die Wissenschaftler verkünden, dass sie die Schwarzen Zwerge erforschen wollen, bemannen die Dädalus aber heimlich mit 4000 Personen. Als man bei dem Antimateriestern ankommt, wird kurzerhand der Antrieb umgebaut, Antimaterie als Treibstoff aufgenommen und Richtung 61 Cygni durchgestartet.

Hard-SF-Leser werden diese Geschichte aufgrund der Menge unglaublich dämlicher Ideen für eine Satire halten. Doch Joe Haldeman (*1943), der durchaus über genug wissenschaftliche Kenntnisse verfügt, hatte hier offenbar anderes im Sinn und wollte wohl eher auf Vernesche und Wells’sche Traditionen anspielen. So zumindest interpretiert es Prof. James Gunn in einem Anthologievorwort.

Weitere Nominierungen:

C. L. Grant: »A Crowd of Shadows«

(Juni 1976 in F&SF; dt. »Tödliche Schatten« in Jeschke [Hrsg.]: Im Grenzland der Sonne, H 3592)

Damon Knight: »I See You«

(November 1976 in F&SF; dt. »Ich seh dich« in Kluge [Hrsg.]: F&SF 50 – Die Cinderella-Maschine, H 3605)

James White: »Custom Fitting«

(1976 in Judy-Lynn del Rey [Hrsg.]: Stellar 2, Ballantine; dt. »Kleider machen Leute« in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story-Reader 19, H 3944 und in Gunn [Hrsg.]: Von Ballard bis Stableford, HSFB 101)

Dramatic Presentation

No Award

Obwohl zumindest drei der vier nominierten Spielfilme durchaus sehenswert sind, konnten sie die Abstimmungsberechtigten nicht überzeugen, den Preis zu vergeben. Und so entschied man sich für die immer zur Wahl stehende Variante »No Award«.

Weitere Nominierungen:

Carrie

(Redbank/UA; Drehbuch Lawrence D. Cohen; Regie Brian De Palma; besiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King; dt. Carrie – Des Satans jüngste Tochter)

Futureworld

(AIP; Drehbuch George Schenk und Mayo Simon; Regie Richard T. Heffron; dt. Futureworld – Das Land von Übermorgen)

Logan’s Run

(MGM; Drehbuch David Zelag Goodman; Regie Michael Anderson; basiert auf dem gleichnamigen Roman von William F. Nolan & George Clayton Johnson; dt. Flucht ins 23. Jahrhundert)

The Man Who Fell to Earth

(British Lion; Drehbuch Paul Mayersberg; Regie Nicolas Roeg; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Walter Tevis; dt. Der Mann, der vom Himmel fiel)

Professional Editor

Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach
Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach
Hugo-Verleihung 1977 in Miami Beach

Ben Bova

Ben Bova erhielt bereits den fünften Hugo, was auch weiterhin mit seiner Herausgebertätigkeit bei ANALOG zu tun hatte. 1976 brachte er die Romane Children of Dune von Frank Herbert und Shadrach in the Furnace von Robert Silverberg sowie u. a. Erzählungen von Greg Bear, Isaac Asimov, Keith Laumer, George O. Smith, Joe Haldeman, A. Bertram Chandler, Joan D. Vinge und Spider Robinson.

Weitere Nominierungen:

Jim Baen
Terry Carr
Edward L. Ferman
Ted White

Professional Artist

Rick Sternbach

Der Illustrator Rick Sternbach (*1951) hat seine erste SF-Illustration 1972 für die Oktober-Ausgabe von ANALOG angefertigt. Insgesamt schuf er 14 Cover für ANALOG, neun für GALAXY und acht für F&SF. Außerdem zeichnete er viele Schwarzweiß-Illustrationen für ASIMOV’S sowie Farbbilder für Astronomiezeitschriften. 1976 war er einer der Gründer der Association of Science Fiction/Fantasy Artists (ASFA). Ab 1977 arbeitete er auch für die Disney Studios und Paramount Pictures und wurde einer der Grafiker für STAR TREK: THE NEXT GENERATION. Sternbachs beste Arbeiten zeichnen sich durch eine perfekte Airbrush-Technik aus.

Weitere Nominierungen:

George Barr
Vincent Di Fate
Stephen Fabian

Fanzine

SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)

Obwohl Geis selbst zahlreiche Rezensionen zu aktuellen Büchern und mehrere Kolumnen schrieb, hatte er in den vier Ausgaben des Jahres 1976 auch viele prominente Gastautoren in seinem Fanzine, so unter anderem Richard A. Lupoff, Barry N. Malzberg, Isaac Asimov, George R. R. Martin, Robert Bloch, Harlan Ellison, Charles Platt, David Gerrold, John Brunner, John Shirley und Larry Niven.

Weitere Nominierungen:

LOCUS (Charles & Dena Brown)
MYTHOLOGIES (Don D’Ammassa)
OUTWORLDS (Bill Bowers)
THE SPANISH INQUISITION (Suzanne Tompkins & Jerry Kaufman)

Fan Writer

Susan Wood

Die kanadische SF-Kritikerin Susan Wood erhielt für ihre fundierten SF-Kritiken sowie Sachtexte, in denen sie sich gegen Sexismus in der SF positionierte, bereits ihren dritten Hugo. Außerdem publizierte sie 1976 Kolumnen in LOCUS und AMAZING STORIES und verfasste für LOCUS Rezensionen zu Büchern hauptsächlich von weiblichen Autoren.

punktgleich:

Richard E. Geis

Richard E. Geis war auch 1976 fleißig. In seinem Fanzine SCIENCE FICTION REVIEW erschienen weiter seine Kolumnen »Alien Thoughts« und »Small Press Notes«, außerdem 27 weitere Artikel und 43 einzelne Rezensionen. Für GALAXY schrieb er insgesamt fünf Rubriken »The Alien Viewpoint«.

Weitere Nominierungen:

Don D’Ammassa
Mike Glicksohn
Don C. Thompson

Fan Artist

Phil Foglio

Phil Foglio (*1956) zeichnete vor allem Cartoons und Fantasymotive für Fanzines. In den 1990er Jahren begann er sich gemeinsam mit seiner Frau vor allem mit Steampunk-Motiven zu beschäftigen.

Weitere Nominierungen:

Grant Canfield
Tim Kirk
William Rotsler
Jim Shull

Campbell Award

C. J. Cherryh

C. J. Cherryh ist das Pseudonym von Carolyn Janice Cherry (*1942). Sie debütierte im Jahr 1976 gleich mit zwei Romanen. Zunächst mit Gate of Ivrel (1976 bei DAW, dt. Das Tor von Ivrel, H 3628), dem ersten Band der Morgaine-Trilogie. Kurz darauf mit Brothers of Earth (1976 bei DAW, dt. Brüder der Erde, H 3648), das sie ein Jahr später mit Hunter of Worlds (1977 bei DAW, dt. Weltenjäger, H 3772) fortsetzte. Die Abstimmenden hatten dabei den richtigen Riecher, denn Cherryh sollte in den folgenden Jahrzehnten eine überaus erfolgreiche und produktive Romanautorin werden. Sie hat bis heute mehr Romane als Erzählungen produziert, über sechzig an der Zahl. Sie schreibt sowohl Space Operas als auch Fantasy, und mehr als dreißig ihrer Bücher liegen auch auf Deutsch vor.

Weitere Nominierungen:

Jack L. Chalker
M. A. Foster
Carter Scholz

Gandalf Award (Grand Master)

Andre Norton

Andre Norton ist das Pseudonym der Autorin Alice Mary Norton (1912–2005), die einen männlichen Autorennamen wählte, weil am Anfang ihrer Karriere in den 50er Jahren nur Männer Science Fiction und Abenteuerliteratur schrieben. Sie begann ihre Karriere bereits in den 30er und 40er Jahren mit Abenteuergeschichten für Jugendliche; bekannt wurde sie jedoch durch zahlreiche SF-Romane in den 50er Jahren, die sich zum großen Teil mit der Besiedelung anderer Planeten und der Errichtung galaktischer Imperien beschäftigen. In ihrer zweiten Schaffenphase ab den späten 60er Jahren wandte sie sich der Fantasy zu und wurde mit ihrer HEXENWELT-Serie bekannt. Im Laufe ihres Leben schrieb sie, zum Teil auch gemeinsam mit anderen Autoren, rund 130 Romane, die zum überwiegenden Teil zu 23 unterschiedlichen mehr oder weniger langen Serien oder Zyklen gehören.

Viele ihrer frühen Romane erschienen beim Taschenbuchverlag Ace, zu dessen Stammautoren Norton bald gehörte, zum Beispiel Star Rangers (1953 bei Ace; dt. Weltraum-Ranger greifen ein, UGB 41), Star Guard (1955 bei Ace, dt. Die Rebellen, UGB 81; Die Rebellen von Terra, TTB 210), Star Born (1957 bei Ace; dt. Flammen über Terra, T 343) oder Plague Ship (1959 bei Ace; dt. Gefährliche Landung, UGB 69). Erfolgreich wurde auch der Parallelweltroman The Crossroads of Time (1956 bei Ace; dt. Am Kreuzweg der Zeit, AiW 9, TE 55, UTB 3203). Ihr Roman The Beast Master (1959 bei Harcourt Brace; dt. Der letzte der Navajos, TSB 73/74) wurde 1982 als The Beastmaster verfilmt, von 1999 bis 2002 gab es eine 66-teilige kanadische Fernsehserie mit dem Titel BeastMaster.

Nortons wichtigster Zyklus war jedoch die HEXENWELT-Serie, zu der über 30 Romane gehören, beginnend mit Witch World (1963 bei Ace; dt. Gefangene der Dämonen, TF 2 und Andre Norton TB 7). Sie teilt sich in mehrere Unterzyklen auf. In Deutschland sind die meisten ihrer späten Werke nicht mehr erschienen, wohl aber der größte Teil ihrer Romane aus den 50er und 60er Jahren, hauptsächlich in Heftromanreihen und im TERRA TASCHENBUCH bzw. der Reihe TERRA FANTASY. Der Moewig-Verlag widmete ihr sogar eine eigene Reihe, ANDRE NORTON TASCHENBUCH, mit insgesamt elf Bänden.

Weitere Nominierungen:

Poul Anderson
Ursula K. Le Guin
C. S. Lewis

Special Award

George Lucas for giving us Star Wars and bringing back the sense of wonder to the movies

Nun, die Bezeichnung dieses Preises sagt bereits alles: George Lukas wurde ausgezeichnet, weil er uns Star Wars schenkte und den Sense of Wonder ins Kino zurückbrachte. Fans der literarischen Science Fiction werden bemängeln, dass Star Wars für die SF einen Rückschritt in die Pulp-Ära bedeutete. Als popkultulerelles Phänomen jedoch machte der Film überall auf der Welt so viele Menschen auf die Science Fiction aufmerksam, dass diese eine regelrechte Renaissance erlebte. Alleine in Deutschland startete fast jeder große Taschenbuchverlag eine eigene Science-Fiction-Reihe, und die Space Opera wurde wieder salonfähig. 

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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