Die Gewinner des Hugo Awards 1976

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1976: Das waren die Gewinner


Die Hugo-Verleihung fand 1976 auf dem MidAmeriCon in Kansas City statt. In diesem Jahr werden die Nominierungen in der Reihenfolge der Punktewertung angegeben.

Toastmaster: Wilson Tucker

Novel

Joe Haldeman: The Forever War

(Buchausgabe bei St. Martin’s Press; dt. Der ewige Krieg, H 3572, HSFB 2, H 8206, H 53164 und Mantikore)

Die Gewinner des Hugo Awards 1976
Die Gewinner des Hugo Awards 1976
Die Gewinner des Hugo Awards 1976

Der Vietnamveteran Joe Haldeman (*1943) setzt in seinem Roman, obwohl es sich um eine handfeste Space Opera handelt, seine Erfahrungen mit dem Krieg um. Haldeman verzichtet auf allzu belehrendes Moralisieren, sondern zeigt die Sinnlosigkeit eines kosmischen Krieges, der mit hypermoderner Technik ausgefochten wird und in dem der Mensch als Individuum gar nichts mehr auszurichten hat. Der Held der Geschichte ist der Soldat Mandella. Auf seiner ersten Mission wird er gleich mit dem Feind, den Tauranern, konfrontiert, wobei die fremden Wesen wie eine Herde Vieh einfach abgeschlachtet werden.

Doch die Tauraner sind intelligent; beim nächsten Zusammentreffen sind sie besser vorbereitet, haben ihre eigene Kriegstechnologie weiterentwickelt und sind nun gleichwertige Gegner. Allerdings wird jedes kriegerische Zusammentreffen auf einem anderen Himmelskörper ausgetragen. Um dahin zu gelangen, müssen lange Reisen unternommen werden, während derer aufgrund der Zeitdilatation im Schiff jeweils nur Monate vergehen, auf der Erde jedoch Jahrhunderte. Das bedeutet, dass der Krieg sich scheinbar endlos über viele Jahrhunderte hinzieht, und Mandella, im Laufe der Zeit zum Offizier befördert, besucht nur in großen Zeitabständen seinen Heimatplaneten Erde. Und dessen Entwicklung gestaltet sich unerwartet: Um das Problem der Überbevölkerung einzudämmen, befürworten die Regierungen die Homosexualität und fördern sie. Als Mandella zum zweiten Mal zur Erde zurückkehrt, ist gut ein Drittel der Weltbevölkerung homosexuell, in Indien und dem Mittleren Osten sogar noch mehr, in Südamerika und China etwas weniger.

Jahre, oder besser, Jahrhunderte später, nachdem Mandella mehrfach versucht hat, die Armee zu verlassen, ihm dies jedoch nicht gelingt, erhält er selbst das Kommando über ein Raumschiff. Zu seiner Verwunderung erfährt er, dass seine Besatzung vollständig aus Homosexuellen besteht und dass auf der Erde die Heterosexualität als Seltenheit und gar als Abnormität gilt.

Als Mandella von seinem letzten Kampfeinsatz, der viele Menschenleben gefordert hatte, zurückkehrt, stellt sich heraus, dass inzwischen Frieden geschlossen wurde. Der über tausendjährige Krieg zwischen Menschen und die Tauranern wurde nur aufgrund fehlender Kommunikation und zahlreicher Missverständnisse geführt. Der vermeintliche Held vieler Schlachten wird plötzlich zum Relikt einer barbarischen Vergangenheit. Viele der Rückkehrer können sich, sofern sie es wünschen, genetisch wieder zur Heterosexualität umpolen lassen, denn im Laufe der letzten Jahrhunderte hat die Menschheit ausreichend viele Planeten besiedelt, sodass das Problem der Überbevölkerung nicht mehr zur Debatte steht.

Von vielen Lesern und Kritikern wird The Forever War als Antwort auf Robert A. Heinleins Starship Troopers verstanden.

Weitere Nominierungen:

Roger Zelazny: Doorways in the Sand

(3 Teile, Juni bis August 1975 in ANALOG; dt. Tore in der Wüste, M 3525)

Larry Niven & Jerry Pournelle: Inferno

(3 Teile, August bis Oktober 1975 in GALAXY; dt. Das zweite Inferno, B 22005)

Alfred Bester: The Computer Connection

(Buchausgabe bei Berkley/Putnam; auch in 3 Teilen November 1974 bis Januar 1975 in ANALOG unter dem Titel The Indian Giver; dt. Der Computer und die Unsterblichen, TTB 276)

Robert Silverberg: The Stochastic Man

(3 Teile, April bis Juni 1975 in F&SF; dt. Der Seher, H 3590)

Novella

Roger Zelazny: »Home Is the Hangman«

(November 1975 in ANALOG; dt. »Der Henker ist heimgekehrt« in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 14, H 3737)

In Zelaznys Zukunftswelt gibt es nicht nur Roboter, sondern auch sogenannte »Telefaktoren«, eine Art ferngesteuerte Sklavenautomaten, die per Funk ihre Steuersignale erhalten. Der »Hangman« (auf Deutsch »Henker«) ist ein solcher Telefaktor; da er jedoch für die Raumfahrt eingesetzt werden soll, wird er nachträglich mit einer Künstlichen Intelligenz ausgestattet, damit er auf den Missionen zu den weiter entfernten Planeten des Sonnensystem eigenständig handeln kann.

Ein Mann, der sich John Donne nennt, wird beauftragt, die Vergangenheit des Henkers zu erforschen. Er gibt vor, sich um die Sicherheit der Wissenschaftler zu kümmern, die den Henker ausgebildet haben, fragt sie systematisch aus und erfährt allerlei Geheimnisse.

Die Pointe der langen Erzählung ist leidlich überraschend, hilft der trägen Handlung jedoch auch nicht mehr auf die Sprünge.

Weitere Nominierungen:

Lisa Tuttle & George R. R. Martin: »The Storms of Windhaven«

(Mai 1975 in ANALOG; dt. »Sturm über Windhaven« in Jeschke [Hrsg.]: Im Grenzland der Sonne, H 3592)

Larry Niven: »ARM«

(1975 in Elwood/Silverberg [Hrsg.]: Epoch, Berkley; nicht auf Deutsch)

Algis Budrys: »The Silent Eyes of Time«

(November 1975 in F&SF; dt. »Die schweigenden Augen der Zeit« in Jeschke [Hrsg.]: Der Tod des Dr. Island, H 3674)

Richard Cowper: »The Custodians«

(Oktober 1975 in F&SF; dt. »Die Wächter« in Kluge [Hrsg.]: F&SF 47 – Frankensteins Wiegenlied, H 3553)

Novelette

Larry Niven: »The Borderland of Sol«

(Januar 1975 in ANALOG; dt. »Im Grenzland der Sonne« in Jeschke [Hrsg.]: Im Grenzland der Sonne, H 3592 und in Pournelle [Hrsg.]: Black Holes, B 24012; »Das Grenzland von Sol« in Niven: Der kälteste Ort, B 24281)

Am Rande des Sonnensystems verschwinden regelmäßig Raumschiffe, hauptsächlich mit Warenlieferungen für die besiedelten Planeten. Man weiß sich keinen Rat, und deshalb werden zwei Spezialisten und altbekannte Niven-Helden – Carlos Wu und Beowulf Shaeffer – beauftragt, das mysteriöse Verschwinden aufzuklären. Sie erhalten ein speziell ausgerüstetes Raumschiff, die Hobo Kelly. Als sie selbst die Route der interstellaren Handelsschiffe abfliegen, verschwindet plötzlich und völlig unerklärlich der Hyperraumantrieb aus ihrem Schiff. Doch Schaeffer hat einen Verdacht, und so nähert man sich einer Forschungsstation im Grenzland der Sonne, die unter der Leitung von Dr. Julian Forward steht. Schließlich stellt sich heraus, dass Forward ein winzig kleines Schwarzes Loch entdeckt hat und sogar in der Lage ist, es zu bewegen. Dessen Auswirkungen auf Hyperraumantriebe sind fatal, und dadurch konnte Forward mit seinen Leuten die Handelsschiffe kapern. Natürlich machen ihm die Helden der Geschichte einen Strich durch die Rechnung.

Abgesehen davon, dass Niven die physikalischen Grundlagen der Handlung besser recherchiert hat, verwendet er doch alle Klischees der frühen Pulp-SF: Es gibt einen verrückten Wissenschaftler, der eine Bande von Weltraumpiraten angeheuert hat, es gibt unglaubliche Raumschiffe und natürlich auch strahlende Helden, die mit Verstand und der Kraft ihrer Fäuste die Rettung bringen. Niven ist offenbar wohlvertraut mit der Pulp-SF und setzt all diese Mittel bewusst ein. Ob dadurch seine Geschichte tatsächlich besser als die von George R. R. Martin, Ursula K. Le Guin oder Tom Reamy ist, sollte jeder Leser selbst entscheiden.

Weitere Nominierungen:

Ursula K. Le Guin: »The New Atlantis«

(1975 in Silverberg [Hrsg.]: The New Atlantis; dt. »Das neue Atlantis« in Silverberg [Hrsg.]: Das neue Atlantis, H 3755, in Asimov u. a. [Hrsg.]: Faszination der Science Fiction, B 24068 und in Le Guin: Die Kompaßrose, HSFB 47)

George R. R. Martin: »And Seven Times Never Kill Man«

(Juni 1975 in ANALOG; dt. »Das blasse Kind mit dem Schwert« in COMET 4/78, in Nagula [Hrsg.]: Der zeitlose Traum, UTB 31080, in Martin: Traumlieder 1, H 31611; »Teufel, die Engel heißen« in Martin: Lieder von Sternen und Schatten, G 23331)

Tom Reamy: »San Diego Lightfoot Sue«

(August 1975 in F&SF; dt. »San Siego Lightfoot Sue« in Kluge [Hrsg.]: F&SF 48 – Cagliostros Spiegel, H 3569)

Jerry Pournelle: »Tinker«

(Juli 1975 in GALAXY; dt. »Asteroidenroulette« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 82, UTB 31015)

Short Story

Fritz Leiber: »Catch that Zeppelin!«

(März 1975 in F&SF; dt. »Versäum nicht den Zeppelin!« in Kluge [Hrsg.]: F&SF 43 – Das Geschenk des Fakirs, H 3486 und in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Jubiläumsband – Das Lesebuch, H 4000)

Fritz Leiber entwirft in dieser kurzen Geschichte eine komplette utopische Alternativwelt, in der es nicht zum zweiten Weltkrieg und zum Hitlerfaschismus gekommen ist. Die Erzählung spielt im Jahr 1937. Bereits sehr frühzeitig wurden energiesparende und umweltschonende Technologien entwickelt, wie zum Beispiel starke Batterien für Elektromotoren. Die deutschen Zeppeline wurden mit amerikanischer Unterstützung nicht mit Wasserstoff, sondern mit Helium gefüllt, und es gibt eine ständige transatlantische Verbindung zwischen Deutschland und New York. Protagonist der Geschichte ist ein amerikanischer Zeppeliningenieur mit deutschen Vorfahren namens Adolf Hitler, der sich kurz vor seinem Abflug mit seinem Sohn trifft. Während eines Mittagessens erzählt der Sohn von seinen historischen Forschungen und erläutert seine Theorie, dass die Geschichte gänzlich anders verlaufen sein könnte.

Die Welt, die Leiber entwirft, ist zu schön um wahr zu sein. Vermutlich war dem Autor selbst klar, dass ein paar technische Entwicklungen zwar den Lauf der Geschichte beeinflussen, vermutlich aber nicht gänzlich ändern können. Deshalb erzählt Leiber die Geschichte wie einen Traum oder eine Vision. Am Ende nämlich verwandelt sich die Welt, und der Protagonist erfährt die Weltpolitik, so wie wir sie aus der Vergangenheit kennen. Und ganz am Schluss verwandelt er sich in den Autor selbst, der auf dem Broadway der 70er Jahre seinen Sohn Justin trifft.

Die Erzählung ist außergewöhnlich dicht, hervorragend erzählt und regt zum Nachdenken an. Mehr kann man von einem so kurzen Text kaum verlangen.

Weitere Nominierungen:

Harlan Ellison: »Croatoan«

(Mai 1975 in F&SF; dt. »Croatoan« in Kluge [Hrsg.]: F&SF 43 – Das Geschenk des Fakirs, H 3486 und in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 53315)

P. J. Plauger: »Child of All Ages«

(März 1975 in ANALOG; dt. »Ein Kind jeglichen Alters« in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 14, H 3737)

Richard A. Lupoff: »Sail the Tide of Mourning«

(1975 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 5, Harper & Row; dt. »Auf dem Strom der Trauer« in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 16, H 3818)

Michael Bishop: »Rogue Tomato«

(1975 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 5, Harper & Row; dt. »Als Tomate im Weltraum« in Bishop: Raumfahrer und Sternzigeuner, UTB 31063; »Die Verwandlung« in Anton [Hrsg.]: Willkommen in der Wirklichkeit, H 4713 und in Gunn [Hrsg.]: Von Malzberg bis Benford, HSFB 99)

Gregory Benford: »Doing Lennon«

(April 1975 in ANALOG; dt. nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

A Boy and His Dog

(LQ/JAF; Drehbuch L. Q. Jones & Wayne Cruseturner; Story Harlan Ellison; Regie L. Q. Jones; dt. In der Gewalt der Unterirdischen bzw. Der Junge und sein Hund bzw. Apocalypse 2024)

1970 war Harlan Ellison mit der Erzählung »A Boy and His Dog«, auf der dieser Spielfilm basiert, für den Hugo nominiert, wurde jedoch von Fritz Leibers »Ship of Shadows« übertrumpft.

Die Handlung spielt im Jahr 2024 in einer alternativen Zeitlinie. Die Erde ist durch den atomaren Holocaust verwüstet, denn 2007 ereignete sich der 4. Weltkrieg, der nur fünf Tage dauerte. Vic ist achtzehn Jahre alt und zusammen mit seinem Hund Blood in einer verwüsteten Gegend von Arizona unterwegs, um Nahrung und Frauen zur Befriedigung seiner Bedürfnisse zu finden. Blood ist nicht nur sehr begabt darin, Frauen aufzuspüren, sondern kann auch mit Vic telepathisch kommunizieren. Vic findet eine Frau namens Quilla, die ihn schließlich überredet, zu den »Unterirdischen« zu gehen, die angeblich keinen Mangel leiden, von denen aber auch bisher niemand zurückgekehrt ist. Diese unterirdische Gesellschaft ist eine Parodie des US-amerikanischen Mittelstands. Vic wird gefangen genommen und dazu verurteilt, als Samenspender den Genpool der Unterirdischen aufzufrischen. Doch das funktioniert nicht auf die Weise, die Vic sich erhofft hatte, stattdessen wird er an eine Art Melkmaschine angeschlossen. Ihm gelingt zusammen mit Quilla die Flucht, und die Geschichte endet damit, dass Vic Quilla tötet, um seinen Hund vor dem Verhungern zu retten.

Dieser Film unter der Regie von L. Q. Jones ist eine Low-Budget-Produktion eines kleinen Studios, weil sich die großen nicht an einen solch unkonventionellen Stoff herangewagt haben.

Der Hauptdarsteller Don Johnson – später durch MIAMI VICE berühmt geworden – wurde übrigens für diesen Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films mit dem Saturn Award als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Weitere Nominierungen:

Monty Python and the Holy Grail

(Monty Python Pictures; Drehbuch Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin; Regie Terry Gilliam & Terry Jones; dt. Die Ritter der Kokosnuß)

Dark Star

(USC; Drehbuch John Carpenter & Dan O’Bannon; Regie John Carpenter; dt. Dark Star – Finsterer Stern)

Rollerball

(Algonquin/UA; Drehbuch William Harrison; Regie Norman Jewison; dt. Rollerball)

The Capture

(Cartoon slide show von Phil Foglio; nicht auf Deutsch)

Professional Editor

Die Gewinner des Hugo Awards 1976
Die Gewinner des Hugo Awards 1976
Die Gewinner des Hugo Awards 1976

Ben Bova

Ben Bova erhielt 1976 den vierten Hugo in Folge. Er war noch immer Herausgeber von ANALOG und für die Auswahl der Erzählungen verantwortlich. Im Vorjahr brachte er u. a. Erzählungen von Larry Niven, Gordon R. Dickson, Robert Charles Wilson, Keith Laumer, Spider Robinson, James Gunn, Joe Haldeman, James White, Poul Anderson und Bob Shaw, die Novelle »Storms of Windhaven« von George R. R. Martin und Lisa Tuttle sowie die Romane Lifeboat von Gordon R. Dickson und Harry Harrison und Doorways in the Sand von Roger Zelazny.

Weitere Nominierungen:

Robert Silverberg
Edward L. Ferman
Jim Baen
Ted White

Professional Artist

Frank Kelly Freas

Freas schuf 1975 mehr als dreißig Cover, hauptsächlich für die beliebten Taschenbuchreihen bei DAW und Laser Books, sowie zwei Magazincover für ANALOG. Darüber hinaus zeichnete er rund drei Dutzend Innenillustrationen für ANALOG.

Weitere Nominierungen:

Rick Sternbach
George Barr
Stephen Fabian
Vincent Di Fate

Fanzine

LOCUS (Charles and Dena Brown)

LOCUS publizierte im betreffenden Jahr neben Überblicken und Berichten zum Buchmarkt auch Artikel von Michael Moorcock, A. E. van Vogt, Harlan Ellison, Charles Platt, Frederik Pohl und Theodore Sturgeon sowie jede Menge Rezensionen.

Weitere Nominierungen:

SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)
OUTWORLDS (Bill Bowers)
ALGOL (Andrew Porter)
DON-O-SAUR (Don C. Thompson)

Fan Writer

Richard E. Geis

Geis gab weiterhin die SCIENCE FICTION REVIEW heraus und schrieb seine Kolumnen »Alien Thoughs« und »Small Press Notes«, ganz neu »The Alter-Ego Viewpoint: A Dialogue« sowie über vierzig weitere Artikel. Seit Februar 1975 veröffentlichte er die Kolumne »The Alien Viewpoint« in GALAXY.

Weitere Nominierungen:

Susan Wood
Don C. Thompson
Charles N. Brown
Don D’Ammassa

Fan Artist

Tim Kirk

Kirk schuf sowohl Innenillustrationen als auch Cover für LOCUS und für einige Bücher von Kleinverlagen, u. a. mit Erzählungen von Ursula K. Le Guin, Robert E. Howard, Lin Carter und L. Frank Baum.

Weitere Nominierungen:

Phil Foglio
Grant Canfield
William Rotsler
Jim Shull

Campbell Award

Tom Reamy

Tom Reamy (1935–1977) hieß mit bürgerlichem Namen Thomas Earl Reamy und war Autor, Filmvorführer und Grafikdesigner. Bereits in den 60er Jahren gab er das Fanzine TRUMPET heraus. Sein Debüt als Autor war die bemerkenswerte Geschichte »Twilla« (September 1974 in F&SF; dt. »Twilla«). Für die Erzählung »San Diego Lightfoot Sue« (August 1975 in F&SF; dt. »San Diego Lightfoot Sue«) erhielt er den Nebula Award und eine Hugo-Nominierung. Fast alle seiner Erzählungen liegen in dem Band San Diego Lightfoot Sue and Other Stories vor. Reamys einziger Roman Blind Voices (1978; dt. Blinde Stimmen) erschien nach seinem frühen Tod 1977.

Weitere Nominierungen:

John Varley
Arsen Darnay
Joan D. Vinge
M. A. Foster
Arthur Byron Cover (zurückgezogen)
Tanith Lee (zurückgezogen)

Gandalf Award (Grand Master)

L. Sprague de Camp

L. Sprague de Camp (1907–2000) studierte Luftfahrttechnik am California Institute of Technology und erwarb den Master of Science. Als Autor debütierte er mit »The Isolinguals« (September 1937 in ASTOUNDING). Nachdem John W. Campbell Herausgeber von ASTOUNDING geworden war, machte er de Camp zu einem seiner Stammautoren, wodurch dieser zu einer zentralen Figur des Golden Age der Science Fiction wurde. Doch de Camp publizierte auch im Fantasy-Ableger UNKNOWN, insbesondere seine berühmten Erzählungen Lest Darkness Fall (Dezember 1939 in UNKNOWN, Buchausgabe 1941; dt. Das Mittelalter findet nicht statt bzw. Vorgriff auf die Vergangenheit), »None but Lucifer« (mit H. L. Gold, September 1939 in UNKNOWN), »The Wheels of If« (Oktober 1940 in UNKNOWN; dt. »Die Räder der Zeit«) und viele andere. Gemeinsam mit Fletcher Pratt schrieb er ab 1940 die INCOMPLETE ENCHANTER-Serie um die Hauptfigur Harold Shea, die später in Buchform in fünf Bänden erschien und auf Deutsch unter dem Titel Mathemagie bekannt ist.

Nach dem 2. Weltkrieg schrieb de Camp hauptsächlich Fantasy bzw. SF mit Fantasyelementen. Beliebt war seine KRISHNA-Serie, die mit »The Queen of Zamba« (August 1949 in ASTOUNDING; dt. Die Königin von Zamba) startete und bis 1992 auf neun Bände anwuchs.

Später beschäftigte er sich sehr ausführlich mit der Sword & Sorcery, insbesondere mit den CONAN-Erzählungen von Robert E. Howard, die er mitherausgab. Er vollendete einige Manuskriptfragmente Howards, schrieb eigene CONAN-Romane und verfasste eine Reihe von Sachbüchern zu diesem Thema. Aber auch eines der frühesten Sachbücher über Science Fiction stammt aus seiner Feder, das Science Fiction Handbook (1953 bei Hermitage House), das er zusammen mit seiner Frau schrieb. Außerdem publizierte er die Biografien Lovecraft: A Biography (1975) und Dark Valley Destiny: The Life of Robert E. Howard (1983). Mit insgesamt über einhundert Büchern hat er sich einen festen Platz in der Geschichte der phantastischen Literatur erschrieben.

Weitere Nominierungen:

Andre Norton
Poul Anderson
C. S. Lewis
Ursula K. Le Guin

Special Award

James E. Gunn for Alternate Worlds, The Illustrated History of Science Fiction

James E. Gunn war seit 1958 Direktor des Center for the Study of Science Fiction und ein profunder Kenner der SF. Sein nur 256 Seiten umfassendes, illustriertes Sachbuch über die Geschichte der Science Fiction legt einen besonderen Schwerpunkt auf die frühe Zeit der Pulp-Magazine. Gunn erhielt für dieses Buch 1976 auch den Locus Award. 

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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