Die Hugo Awards 1972

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1972: Das waren die Gewinner


In diesem Jahr wurden die Hugos auf dem L.A.Con I in Los Angeles vergeben.

Toastmaster: Robert Bloch

Novel

Philip José Farmer: To Your Scattered Bodies Go

(Buchausgabe bei Putnam; dt. Die Flußwelt der Zeit, H 3639, Piper 6657)

Die Hugo Awards 1972
Die Hugo Awards 1972
Die Hugo Awards 1972

Neunzehn Jahre nachdem Farmer die erste Version dieser Geschichte geschrieben hatte, erschien schließlich das Buch, das noch heute zu seinen wichtigsten gezählt wird.

Obwohl man über die Qualität und Aussagekraft von Klappentexten geteilter Meinung sein kann, fasst der Umschlag der deutschen Heyne-Ausgabe diesen Roman überaus treffend zusammen:

Sir Richard Francis Burton, der englische Forschungsreisende, Literat und Abenteurer, hatte vergeblich versucht, die Quellen des Nils zu entdecken, hatte »Tausendundeine Nacht« ins Englische übersetzt und war der erste Europäer, der, als Mohammedaner verkleidet, Mekka und Medina besuchte.

Er war zeit seines Lebens kein gläubiger Mensch gewesen. Als er 1890 in Triest einer Herzattacke erlag, glaubte er gewiss nicht an ein Leben nach dem Tode. Er sollte sich getäuscht haben.

Wenig später erwacht er in einer »Wiederbelebungsanlage« in einem Raum fern der Erde, und kurze Zeit später findet er sich in einer Flusslandschaft wieder, in der alle Menschen, die seit dem Urbeginn der Rassen bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts existiert haben, nach ihrer Wiedererweckung angesiedelt wurden.

Burton gibt sich mit der bloßen Tatsache seiner Wiedergeburt nicht zufrieden. Er will herausfinden, wer ihn um seinen Tod betrogen hat und wer mit der menschlichen Rasse diese groteske Posse treibt. Zusammen mit einer ehrenwerten Lady, einem frühmenschlichen Kannibalen und weiteren Begleitern aus anderen irdischen Gegenden und Epochen macht er sich auf, der Sache nachzugehen.

Nach der seltsamen und unerklärlichen Wiedergeburt müssen die Menschen, die übrigens alle ihre Jugend wiedererlangt haben, einander natürlich erst einmal kennenlernen. Und so stellt sich heraus, dass die bereits oben erwähnte ehrenwerte Lady namens Alice Hargreaves eigentlich diejenige ist, für die Lewis Carroll sein Buch »Alice im Wunderland« geschrieben hat, auch wenn dies im Roman nicht explizit erwähnt wird. Mit dieser Anspielung hat Farmer eine seiner Inspirationsquellen angeführt. Schnell freundet sich Burton auch mit dem Amerikaner Peter Jarius Frigate an (beachten Sie die Initialen!).

Ein weiterer Begleiter, den Burton sehr schnell kennenlernt, ist gar kein Mensch, sondern ein Außerirdischer namens Monat Grrautut. Und dessen Erscheinen auf der Erde ist unter Umständen auch die Erklärung, warum keine Menschen, die nach dem 20. Jahrhundert gestorben sind, in der Flusswelt wiedererweckt wurden. Kurz nachdem er auf der Erde eingetroffen war, wurde bekannt, dass seine Spezies das Rätsel der Unsterblichkeit gelöst hat. Die Menschen wollten sein Raumschiff erobern, nachbauen und damit zu seiner Heimatwelt reisen, um der fremden Spezies das Geheimnis zu entreißen. Doch dazu ließ es Monat nicht kommen, und er musste sich mit Waffengewalt verteidigen. Wie die Auseinandersetzung ausgegangen ist, weiß er jedoch selbst nicht, denn er hat sie, wie so viele andere, nicht überlebt.

Bald müssen die Wiedererweckten feststellen, dass die höhere Macht, die sie in die Flusswelt versetzte, auch für ihr leibliches Wohl sorgt. Obwohl alle nackt und kahl sind, erhalten sie aus fremdartigen Maschinen Lebensmittel und sogar Drogen wie Alkohol, Zigaretten, Marihuana und Traumgummi.

Burton, der Zeit seines Leben ein unruhiger Mensch war, will mehr über die neue Welt erfahren. Da sie nicht fern der Flussufer von anscheinend unüberwindlichen Gebirgen umgeben ist, baut er gemeinsam mit seinen Gefährten ein Boot, um flussaufwärts zu fahren. Doch die Reise währt nicht lange, denn schon nach wenigen Tagen wird das Schiff überfallen und die Mannschaft von einem am Ufer des Flusses lebenden Sklavenhalterstaat teilweise getötet, teilweise gefangengenommen. Herrscher dieses Staates ist Hermann Göring.

Farmers Roman besteht zu weiten Teilen aus Dialogen zwischen den skurrilen Figuren. Die Missverständnisse zwischen unterschiedlichen Epochen und Kulturen sind unterhaltsam, allerdings leidet die Fortführung der Handlung darunter auch. Der Autor wollte wohl nicht schon am Anfang sein Pulver verschießen, folgten diesem Buch doch noch mehrere Fortsetzungen.

Die Grundidee der Geschichte wurde später von mehreren Autoren für eigene Texte aufgegriffen, wenn auch entsprechend abgewandelt. So schrieb Robert Silverberg 1986 seine Novelle »Gilgamesh in the Outback« (dt. »Gilgamesch im Outback«), die er 1990 zum Roman To the Land of the Living (dt. Das Land der Lebenden) erweiterte. Das Outback ist darin das Jenseits, in dem sich wie bei Farmer Personen verschiedener Kulturen und Epochen treffen. Silverberg wählte jedoch meines Erachtens mit Julius Cäsar, Gilgamesch, H. P. Lovecraft oder Robert Howard, um nur einige zu nennen, interessantere Protagonisten als Farmer.

Weitere Nominierungen:

Ursula K. Le Guin: The Lathe of Heaven

(2 Teile, März und Mai 1971 in AMAZING; dt. Die Geißel des Himmels, H 3373)

Anne McCaffrey: Dragonquest

(Buchausgabe bei Ballantine; dt. Die Suche der Drachen, H 3330)

Roger Zelazny: Jack of Shadows

(2 Teile, Juli und August 1971 in F&SF; dt. Jack aus den Schatten, H 3901)

Robert Silverberg: A Time of Changes

(3 Teile, März bis Mai/Juni 1971 in GALAXY; dt. Zeit der Wandlungen, Kn 5730)

Robert Silverberg: The World Inside

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Ein glücklicher Tag im Jahre 2381, H 3477; Nominierung zurückgezogen)

Novella

Poul Anderson: »The Queen of Air and Darkness«

(April 1971 in F&SF; dt. »Die Königin der Luft und der Dunkelheit« in Anderson: Zwischen den Milchstraßen, G 213; »Die Königin der Luft und Dunkelheit« in Biggle [Hrsg.]: Gute Nachrichten aus dem Vatikan, PSF 6721; »Herrin der Luft und der Dunkelheit« in Jeschke [Hrsg.]: Ikarus 2002, H 6390)

Auf einem fernen Planeten bei der Sonne Charlemagne leben die Kolonisten in der Siedlung Christmas Landing fast wie im Mittelalter. Sie sind von der Kommunikation mit anderen Siedlungen weitgehend abgeschnitten und müssen der ungewohnten Umwelt ihren Lebensunterhalt abtrotzen. So machen Gerüchte die Runde, und als immer wieder Kinder spurlos verschwinden, reden die Leute vom »Alten Volk«, den angeblichen Ureinwohnern des Planeten, die jedoch noch niemand zu Gesicht bekommen hat. Also wird aus der Hauptstadt des Planeten ein Detektiv gesandt, um herauszufinden, was es mit den Kindesentführungen auf sich hat. Und bald taucht eines der verschollen geglaubten Kinder auf und berichtet von der »Herrin der Luft und der Dunkelheit«, bei der die Menschen ihre eigentliche Bestimmung finden. Elfengleiche Wesen erscheinen, doch dem Detektiv gelingt es, die wahre Natur der Aliens zu entlarven, die die Vorstellung von Elfen und Geistern auf telepathischem Wege aus den Gedächtnissen der Menschen entnommen haben.

Der Anfang der Geschichte und die ersten Schilderungen der Ureinwohner sind altbekannt, jedoch benutzt Poul Anderson absichtlich Klischees für seine Erzählung. Erst am Ende der Geschichte erfährt der Leser, wieso auf einem fremden Planeten ausgerechnet typisch irdische Elfen und ähnliche Fabelwesen auftauchen. Auf diese Weise gelingt dem Autor eine hervorragende Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Detektivgeschichte.

Leider gibt es zu viele Protagonisten in der Erzählung, sodass die einzelnen Figuren wenig Kontur gewinnen. Das ist jedoch typisch für Poul Andersons Werke dieser Zeit, da der Autor meist mehr Wert auf Handlung und Schilderung der Umwelt als auf die Zeichnung der Charaktere seiner Figuren legte.

Die drei deutschen Übersetzungen weichen stilistisch und qualitativ enorm voneinander ab. Darum sei hier ausdrücklich die neueste Übersetzung von Michael Siefener (enthalten in Ikarus 2002) empfohlen.

Weitere Nominierungen:

Arthur C. Clarke: »A Meeting With Medusa«

(Dezember 1971 in PLAYBOY; dt. »Titanenkampf« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 43, UTB 3096; »Treffen mit Medusa« in Asimov [Hrsg.]: Das Treffen mit Medusa, PSF 6728; »Begegnung mit Medusa« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1984, H 4060)

Larry Niven: »The Fourth Profession«

(1971 in Delany/Hacker [Hrsg.]: Quark #4, Paperback Library; dt. »Der vierte Beruf« in Niven: Die Lücke im System, G 227)

John Brunner: »Dread Empire«

(April 1971 in FANTASTIC; dt. als Kapitel enthalten in Brunner: Reisender in Schwarz, H 3884)

Gardner Dozois: »A Special Kind of Morning«

(1971 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 1, Doubleday; dt. »Irgendwo ist immer ein wundervoller Morgen« in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 6, M 3575)

Short Story

Larry Niven: »Inconstant Moon«

(1971 in Niven: All the Myriad Ways, Ballantine; dt. »Der Mond scheint hell …« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 50, UTB 3153; »Wechselhafter Mond« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1982, H 3870 und in Jeschke [Hrsg.]: Fernes Licht, H 2100)

Mit dieser Erzählung ist Larry NIven eine der besten und eindrucksvollsten Katastrophengeschichten der siebziger Jahre gelungen. Protagonist und Ich-Erzähler der Geschichte ist ein Autor, der sein Geld mit wissenschaftlichen Publikationen verdient. Alles beginnt damit, dass der Mond viel heller scheint als normalerweise. Bald wird klar, dass die Sonne aus dem Gleichgewicht geraten sein muss. In den USA, wo sich der Protagonist aufhält, ist es gerade Mitternacht, aber über die andere Seite der Erde ist offenbar ein unglaublich starker Strahlungs- und Hitzesturm hinweggejagt. Der Protagonist ruft nacheinander mehrere Freundinnen an, um in dieser Nacht nicht allein zu sein. Ihm ist klar, dass sich die Welt für immer verändern, eventuell sogar vollständig vernichtet wird. Wenn nicht die gesamte Menschheit stirbt, so werden doch gewaltige Katastrophen die bisher unversehrten Teile der Erde verheeren. Es bleiben nur noch wenige Stunden bis zum Morgengrauen, die der Erzähler für einige letzte Vergnügungen nutzt.

Die Unausweichlichkeit der Katastrophe und die Hilflosigkeit der Menschen macht diese Geschichte so eindringlich. Vor allem vermeidet es Niven, die konkreten Auswirkungen der Sonnenaktivität zu beschreiben, und belässt es bei Vermutungen des Protagonisten. Vor allem konzentriert sich der Autor mehr auf seine Figuren, deren Gespräche und Reaktionen. So präsentiert sich Niven auf ungewohnt hohem literarischen Niveau, das man nach dem eindimensionalen Roman Ringworld nicht von ihm erwartet hätte.

Lars von Trier behandelte in seinem Spielfilm Melancholia (2011) eine ebenso unausweichliche Katastrophe und schildert, natürlich auf eine ganz andere Weise, wie seine Protagonisten mit der Gewissheit ihres Endes umgehen. Ebenso Neville Shute in seinem meisterhaften Roman On the Beach (1957; dt. Das letzte Ufer).

Weitere Nominierungen:

Ursula K. Le Guin: »Vaster Than Empires and More Slow«

(1971 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 1, Doubleday; dt. »Unermeßlich wie ein Weltreich – langsamer gewachsen« in Le Guin: Die zwölf Striche der Windrose, HSFB 25; in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 2000, H 6342)

Clifford D. Simak: »The Autumn Land«

(Oktober 1971 in F&SF; dt. »Ewiger Herbst« in Simak: Invasionen, G 23310)

Stephen Tall: »The Bear With the Knot on His Tail«

(Mai 1971 in F&SF; nicht auf Deutsch)

R. A. Lafferty: »Sky«

(1971 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 1, Doubleday; dt. »Himmel« in Biggle [Hrsg.]: Gute Nachrichten aus dem Vatikan, PSF 6721)

George Alec Effinger: »All the Last Wars at Once«

(1971 in Carr [Hrsg.]: Universe 1, Ace; dt. »Der letzte Krieg« in Carr [Hrsg.]: Die Welt, die Dienstag war, König-TB)

Dramatic Presentation

A Clockwork Orange

(Hawk Films/Polaris/Warner Brothers; Drehbuch und Regie Stanley Kubrick; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anthony Burgess; dt. Uhrwerk Orange)

Bereits 1969 erhielt Stanley Kubrick den Hugo für 2001 – A Space Odyssey. A Clockwork Orange basiert ebenfalls auf einem Werk der SF-Literatur, nämlich dem gleichnamigen Roman von Anthony Burgess.

Erzählt wird von einer Gruppe Jugendlicher, den Droogs, die in einem Londoner Vorort leben und sich ihre Zeit mit Schlägereien, Raubüberfällen und Vergewaltigungen vertreiben. Protagonist der Geschichte ist der autoritäre Anführer der Droogs namens Alex, der eine Vorliebe für Beethovens Musik hat. Nach einer besonders grausamen Gewalttat rebellieren die Mitglieder der Gang gegen Alex, weil ihrer Meinung nach zu wenig Geld bei den Raubzügen hereinkommt. Alex wird verhaftet und schließlich zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gefängnis wird er als Versuchtobjekt für die Ludovico-Technik ausgewählt, eine Aversionstherapie, mit deren Hilfe Gewaltverbrecher resozialisiert werden sollen, um die überfüllten Gefängnisse zu entlasten. Und so zwingt man Alex, sich stundenlang Bilder und Filme von Verbrechen anzusehen, wobei ihm vorher ein Medikament verabreicht wird, das starke Übelkeit hervorruft. Alex wird als geheilt aus dem Gefängnis entlassen, ist aber in der brutalen Außenwelt nun nicht mehr in der Lage, sich zur Wehr zu setzen. Nacheinander trifft er auf einige seiner früheren Opfer, die nun an dem Wehrlosen Rache üben können.

Kubrick führte nicht nur Regie, sondern schrieb für diesen sehr umstrittenen Film auch das Drehbuch. Nach seiner Veröffentlichung wurde der Film weniger wegen der künstlerischen Umsetzung seines Themas, sondern vielmehr wegen einiger drastischer Sex- und Gewaltszenen diskutiert. In der Encyclopedia of Science Fiction wird der Film als religiöse Allegorie auf das Frankenstein-Thema interpretiert. Obwohl es sich um eines von Kubricks Meisterwerken handelt, wirken die filmischen Stilmittel sehr ihrer Zeit verhaftet.

Weitere Nominierungen:

The Andromeda Strain

(Universal; Drehbuch Nelson Gidding; Regie Robert Wise; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michael Crichton; dt. Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All)

THX 1138

(Warner Brothers/Zoetrope; Drehbuch George Lucas & Walter Murch; Story George Lucas; Regie George Lucas; dt. THX 1138)

Los Angeles: A.D. 2017

(Fernsehfilm; Universall/NBC; Drehbuch Philip Wylie; Regie Steven Spielberg; nicht auf Deutsch)

I Think We’re All Bozos on This Bus

(Schallplatte; Sony; geschrieben und produziert von The Firesign Theater; nicht auf Deutsch)

Professional Magazine

Die Hugo Awards 1972
Die Hugo Awards 1972
Die Hugo Awards 1972

THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION (Edward L. Ferman)

Im Jahr 1972 wurde der Hugo in dieser Kategorie zum letzten Mal vergeben. Stattdessen wurde später der ›Best Editor‹, also der beste Herausgeber, gewählt.

F&SF brachte 1971 u. a. The Faceless Man (2 Teile; Februar und März 1971; dt. Der Mann ohne Gesicht) von Jack Vance, »The Queen of Air and Darkness« (April 1971, dt. »Die Königin der Luft und der Dunkelheit«)von Poul Anderson, Jack of Shadows (2 Teile; Juli und August 1971; dt. Jack aus den Schatten) von Roger Zelazny, »The Autumn Land« (Oktober 1971; dt. »Ewiger Herbst«) von Clifford D. Simak und »The Price of Pain Ease« (November 1971; dt. »Alles hat seinen Preis«) von Fritz Leiber.

Außerdem erschienen Storys und Artikel u. a. von Keith Roberts, James Blish, Ron Goulart, Isaac Asimov, Larry Niven, Harlan Ellison, A. E. van Vogt, Michael Bishop, Gene Wolfe, Ben Bova, Zenna Henderson und Barry N. Malzberg.

Weitere Nominierungen:

ANALOG (John W. Campbell, Jr.)
AMAZING (Ted White)
GALAXY (Ejler Jakobsson)
FANTASTIC (Ted White)

Professional Artist

Frank Kelly Freas

Neben vielen anderen Arbeiten war Frank Kelly Freas von Mitte der sechziger Jahre bis 1976 der Haupttitelbildkünstler des Magazins ANALOG und hat mit seinen dynamischen und atmosphärischen Bildern nicht nur das Aussehens dieses Magazins bestimmt, sondern auch Einfluss auf die Ideen der Autoren genommen. 1971 schuf er insgesamt neun Titelbilder für ANALOG, aber auch eines für F&SF sowie rund ein Dutzend Taschenbuchcover.

Weitere Nominierungen:

Jeff Jones
John Schoenherr
Jack Gaughan
Vincent Di Fate

Amateur Magazine

LOCUS (Charles N. & Dena Brown)

Ein weiteres Mal wurde Charles Brown für seine hervorragende Arbeit mit einem Hugo belohnt. 1971 erschienen 33 Ausgaben von LOCUS mit einem Umfang zwischen 6 und 18 Seiten. Die Ausgaben 90 vom 12. Juli 1971 und 91 vom 22. Juli 1971 enthielten anlässlich des Todes von John W. Campbell Nachrufe von Charles N. Brown, Lester del Rey, Poul Anderson, Hal Clement, Robert Silverberg, Gordon R. Dickson, Isaac Asimov, P. Schuyler Miller, James H. Schmitz, Algis Budrys, A. E. van Vogt, Frederik Pohl, Larry Ashmead, Clifford D. Simak, Harry Harrison, Frank Kelly Freas, Theodore Sturgeon, L. Sprague de Camp, Edmond Hamilton, Leigh Brackett, Vincent Di Fate, Jack Gaughan, Henry Morrison, Bjo Trimble und Gian Paolo Cossato.

Weitere Nominierungen:

ENERGUMEN (Michael & Susan Wood Glicksohn)
GRANFALLOON (Ron & Linda Bushyager)
SCIENCE FICTION COMMENTARY (Bruce Gillespie)

Fan Writer

Harry Warner jr.

Der Journalist und SF-Fan Harry Warner jr. schrieb weiterhin fleißig Artikel über die Geschichte des Fandoms für Fanzines. Er verfasste unter anderen eine Artikelserie zum Thema Musik und SF unter dem Titel »Music of the Spheres« im Fanzine der Washington Science Fiction Association.

Weitere Nominierungen:

Terry Carr
Susan Wood Glicksohn
Robert R. Vardeman
Rosemary Ullyot
Tom Digby

Fan Artist

Tim Kirk

Sein ausgeprägter Stil bei Fantasymotiven verschaffte Tim Kirk seinen zweiten von fünf Hugos. 1971 malte er insbesondere Cover für LOCUS und SCIENCE FICTION REVIEW.

Weitere Nominierungen:

William Rotsler
Alicia Austin
Grant Canfield
Wendy Fletcher

Special Awards

Harlan Ellison for excellence in anthologizing Again, Dangerous Visions

Die außergewöhnliche Anthologie Again, Dangerous Visions verdiente zweifellos einen Sonderpreis. Ellison setzte hier die Arbeit fort, die er bereits 1967 mit Dangerous Visions begonnen hatte. Diese zweite, sehr umfangreiche Ellison-Anthologie enthielt so wichtige Texte wie »The Word for World is Forrest« von Ursula K. Le Guin, »When It Changed« von Joanna Russ, »The Big Space Fuck« von Kurt Vonnegut jr., »In the Barn« von Piers Anthony und viele weitere bahnbrechende Texte wichtiger Autoren.

CLUB DU LIVRE D’ANTICIPATION (France) for excellence in book production

Dieser französische Buchklub brachte wunderschön gestaltete Hardcoverausgaben klassischer SF-Romane in französischer Übersetzung heraus; darunter Bücher wie The World of Null-A von A. E. van Vogt (mit einer Einleitung von Boris Vian), City von Clifford Simak und die Foundation-Trilogie von Isaac Asimov. Der erste Band erschien im Mai 1965, und die Buchreihe umfasste bis Mitte der 80er Jahre über hundert Bände.

NUEVA DIMENSION (Spain) for excellence in magazine production

In den 60er Jahren gab es den ersten SF-Boom in Spanien. Das einflussreichste spanische SF-Magazin, NUEVA DIMENSION, wurde 1968 gegründet und von Sebastian Martinez, Domingo Santos und Luis Vigil herausgegeben. Es enthält Geschichten spanischer Autoren sowie die beste SF aus anderen Ländern. Die letzte Ausgabe war die Nummer 148, sie erschien im Dezember 1983.

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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