Hugo Award 1968

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1968: Das waren die Gewinner


Dieser Hugo wurde auf dem Baycon in Oakland vergeben. Erstmals wurden auch Platzierungen bekannt gegeben, allerdings nur für die ersten Plätze.

Toastmaster: Robert Silverberg

Novel

Roger Zelazny: Lord of Light

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Herr des Lichts, H 3500 und HSFB 45)

Hugo Award 1968
Hugo Award 1968
Hugo Award 1968

Die technische Überlegenheit der Menschen ermöglicht es ihnen, sich einen fernen Planeten zu unterwerfen und eine Hindu-Kultur zu erschaffen, in der die Menschen die Rolle von Göttern übernehmen. Alle Hindu-Gottheiten sind vertreten: Brahma, Krishna, Buddha, Kali, Schiwa und weitere. Sie können künstliche Körper züchten und ihren Geist transferieren, wodurch Reinkarnation auf technische Weise Wirklichkeit wird. Und wie es sich für Götter gehört, intrigieren sie gegeneinander, schmieden Ränke, lieben und bekämpfen sie sich. Lediglich Mahasamatman, einer der ersten Kolonisten, der auch unter anderen Namen bekannt ist, meist jedoch Sam genannt wird, will sich am Spiel der Götter nicht beteiligen und stellt sich als Herr des Lichts auf die Seite der Unterdrückten.

Der Autor bemüht sich, wie auch bereits in seinen beiden ersten Romanen, um bedeutungsvolle Bezüge zur Mythologie und hat eine recht vielschichtige Handlung geschaffen. Allerdings wird der Lesegenuss durch die bombastisch überladene Sprache erschwert. Brian W. Aldiss urteilt in Der Milliarden Jahre Traum:

Die Geschichte ließe sich am besten als Abenteuererzählung charakterisieren, als Abhandlung über Ordnung und Chaos. Durch das flotte Tempo und die Verwicklungen wirkt sie eher wie ein Comic in Prosa als wie ein echter Roman. … Aber trotz des überaus reizvollen Glanzes bleibt Lord of Light reine, wenn auch recht unterhaltsame Konfektionsware, auch wenn einige Kritiker darin ein komplexes und homogenes Kunstwerk erkannt haben wollen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weitere Nominierungen:


Samuel R. Delany: The Einstein Intersection

2. Platz – (Buchausgabe bei Ace; dt. Einstein, Orpheus und andere, Marion von Schröder und B 22076)

Piers Anthony: Chthon

3. Platz – (Buchausgabe bei Ballantine; dt. Chton oder Der Planet der Verdammten, Marion von Schröder)

Chester Anderson: The Butterfly Kid

(Buchausgabe bei Pyramid; dt. Schmetterlingskind, M 3664)

Robert Silverberg: Thorns

(Buchausgabe bei Ballantine; dt. Der Gesang der Neuronen, Lichtenberg, H 3392 und H 4572)

Novella

Philip José Farmer: »Riders of the Purple Wage«

(1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Reiter der Purpurnen Sozialhilfe« in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 8, M 3599 und Farmer: Jenseits von Raum und Zeit, H 4387)

Philip José Farmer (1918–2009) gibt einen kaleidoskopisch-experimentellen Einblick in die Zukunft einer vernetzten Gesellschaft, erzählt aus dem Blickwinkel eines in Südkalifornien lebenden Künstlers. Farmers Experiment läuft darauf hinaus, dass die von ihm beschriebene Zukunft für uns heutige Leser nicht verständlich ist und auch nicht sein kann, denn uns fehlen die Erfahrungen und Informationen einiger zukünftiger Jahre. Aus heutiger Sicht sind Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte nicht vorhersehbar, und somit bleiben die Verhaltensweisen der Protagonisten unverständlich. Daher ist es auch vollkommen unmöglich, den Inhalt der Erzählung wiederzugeben. Gleich zum Anfang des Textes verdeutlicht der Autor dies mit den Worten: »Wenn Jules Verne wirklich in die Zukunft hätte schauen können, sagen wir bis ins Jahr 1966, dann hätte er wahrscheinlich in die Hosen geschissen. Und erst 2166 – o Mann!«

Es handelt sich um die mit Abstand längste Erzählung in Harlan Ellisons spektakulärer Anthologie Dangerous Visions. Brian W. Aldiss schrieb in Der Milliarden Jahre Traum: »In ›Riders of the Purple Wage‹ gibt es einen offenen Angriff auf den passiven Eskapismus, der von der Bevölkerung seiner vorgestellten Zukunftswelt praktiziert wird.«

 

punktgleich:

Anne McCaffrey: »Weyr Search«

(Oktober 1967 in ANALOG; dt. »Die Suche« in Weis [Hrsg.]: Drachen füttern verboten, B 20256)

Der Planet Pern kreist um den Stern Rukbat im Sternbild des Schützen. Lange Zeit, nachdem er von den Menschen kolonisiert wurde, ist er nun in Vergessenheit geraten. Die Bewohner müssen sich gegen Fäden von einem Wanderstern, die durch das All treiben, zur Wehr setzen. Man hat auf gentechnische Weise Drachen erschaffen, die sowohl kämpfen als auch Feuer speien können. Jedem Drachen ist auf Lebenszeit ein Drachenreiter zugeordnet.

Die Geschichte erzählt von Lessa, der Angehörigen einer Herrscherfamilie, die als Magd verkleidet den Eroberer Fax stürzen möchte, um ihre Burg Ruath zurückzuerhalten. Als Fax ein Fest auf Ruath geben will, kommt es zum durch Lessa provozierten Kampf mit dem Helden F’lar, der Fax tötet. Lessa erhält ihre Burg zurück, und am Ende der Geschichte wird sie sogar Drachenreiterin.

Obwohl die Handlung auf einem anderen Planeten spielt und die Drachen gentechnisch erschaffen wurden, kann man die Erzählung getrost der Fantasy zuordnen, denn die Autorin verwendet fast ausschließlich Versatzstücke und Klischees der Fantasyliteratur. Hervorzuheben ist vielleicht, dass die Protagonistin weiblich ist und mit »den Waffen der Frauen« ihre Ziele erreicht.

Anne McCaffrey (1926–2011) entwickelte aus der Novelle eine umfangreiche Romanserie, deren erster Band Dragonflight (dt. Die Welt der Drachen) im Jahr 1968 erschien und dem bis heute mehr als zwanzig weitere Bände folgten. Die Serie wird seit McCaffreys Tod von ihrem Sohn Todd weitergeführt.

 

Weitere Nominierungen:

Roger Zelazny: »Damnation Alley«

3. Platz – (Oktober 1967 in GALAXY; dt. »Die Straße der Verdammnis« in Zelazny: Die Insel der Toten u. a., H 4335)

Samuel R. Delany: »The Star-Pit«

(Februar 1967 in WORLDS OF TOMORROW; dt. »Das Sternenloch« in Delany: Treibglas, B 24029)

Robert Silverberg: »Hawksbill Station«

(August 1967 in GALAXY; dt. »Anpassung« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 35, UTB 3037; »Gefangene der Ewigkeit« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1985, H 4183)

 

Novelette

 

Fritz Leiber: »Gonna Roll the Bones«

(1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Würfelspiele« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34; »Ich muß mal wieder würfeln« in Leiber: Die besten Stories von Fritz Leiber, PSF 6709)

Harlan Ellisons Anthologie Dangerous Visions gehört zu den Meilensteinen der SF-Literatur und präsentierte gleich mindestens ein Dutzend Texte, die den Hugo verdient hätten. Leiber erzählt in seiner Story die Geschichte eines zwanghaften Spielers, der regelmäßig Frau und Mutter verlässt, um sein Geld beim Würfelspiel zu riskieren. Er ist äußerst geschickt beim Werfen der Würfel, aber eines Tages tritt der Teufel gegen ihn an, und der Wetteinsatz ist die Seele des Mannes.

Nun ist die Idee dieser Fantasy-Geschichte nicht unbedingt neu, aber die Erzählweise ist es sehr wohl. Leiber schrieb die Story in einem sehr blumigen, metaphernreichen Stil, wodurch er der abgegriffenen Thematik neue Seiten abgewinnt. Obwohl er weitgehend auf Dialoge verzichtet, ist die Geschichte lebendig und eindrucksvoll. Auch wenn an einer Stelle kurz Raumschiffe erwähnt werden, versuchte Leiber erst gar nicht, seine Story als Science Fiction zu »tarnen«. Trotzdem konnte sich der Text bei der Hugo-Verleihung gegen so starke Geschichten wie »Faith of Our Fathers« von Philip K. Dick durchsetzen.

 

Weitere Nominierungen:

Andre Norton: »Wizard’s World«

2. Platz – (Juni 1967 in IF; nicht auf Deutsch)

Philip K. Dick: »Faith of Our Fathers«

(1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Mr. Chiens Halluzinationen« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 32; »Der Glaube unserer Väter« in Dick: Die besten Stories von Philip K. Dick, PSF 6712; »Glaube unserer Väter« in Dick: Der Fall Rautavaara, Haffmans, Dick: Der unmögliche Planet, H 13656)

Harlan Ellison: »Pretty Maggie Moneyeyes«

(Mai 1967 in KNIGHT und 1967 in Ellison: I Have No Mouth, and I Must Scream, Pyramid; dt. »Die Puppe Maggie Moneyeyes« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1986, H 4262 und in Ellison: Die Puppe Maggie Moneyeyes, MvS; »Zauberhafte Maggie Moneyeyes« in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 53315)

 

Short Story

 

Harlan Ellison: »I Have No Mouth and I Must Scream«

(März 1967 in IF; dt. »Ich habe keinen Mund und muß schreien« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 35, UTB 3037; »Ich muß schreien und habe keinen Mund« in Ellison: Die Puppe Maggie Moneyeyes, MvS, in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96 und in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 53315)

Harlan Ellison (*1934) war Ende der sechziger Jahre auf dem ersten Höhepunkt seines Schaffens angelangt und wollte mit seiner permanenten Protesthaltung schockieren und aufrütteln. Als Herausgeber gelang ihm dies mit der noch heute herausragenden Anthologie Dangerous Visions. Aber auch als Autor konnte er immer wieder überzeugen.

»I Have No Mouth, And I Must Scream« ist ganz sicher eine der besten Geschichten des Autors. Erzählt wird von einer Gruppe von fünf Leuten, die letzten Überlebenden der Menschheit. Als der dritte Weltkrieg immer weitreichender und komplizierter wurde, benötigte man große und komplexe Computer, um ihn zu führen. Jede Weltmacht hatte einen von dieser Sorte, bis sich die Maschinen schließlich selbst zu einem riesigen, weltumspannenden Supercomputer zusammenschlossen: AM, der »Alliierte Mastercomputer«. Doch AM spielt Gott und tötet alle Menschen – bis auf fünf, die er zu seiner eigenen Belustigung nahezu unsterblich machte, sie manipuliert und quält. Die Geschichte erzählt in einem brillanten Stil vom Leidensweg der Überlebenden, die nach über hundert Jahren physisch und psychisch deformiert sind.

Ellison wendet sich von traditionellen Erzählmustern der Science Fiction ab und nutzt seine Wortgewalt, um eine irrationale Welt unter dem Einfluss eines Supercomputers zu erschaffen.

In den 1990er Jahren erschien, basierend auf dieser Erzählung, ein gleichnamiges Computerspiel.

 

Weitere Nominierungen:

Larry Niven: »The Jigsaw Man«

2. Platz – (1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Kurzer Prozeß« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34 und in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96; »Der total verpflanzte Mensch« in Niven: Der kälteste Ort, B 24281)

Samuel R. Delany: »Aye, and Gomorrah«

3. Platz – (1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Raumfahrer« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34; »Und dann war da noch Gomorrha« in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96 und Oth [Hrsg.]: Der nächste Schöpfungstag, SL 701)

 

Dramatic Presentation

 

STAR TREK: »City on the Edge of Forever«

(Desilu; Drehbuch Harlan Ellison; Regie Joseph Pevney; dt. »Griff in die Geschichte«)

Die Serie STAR TREK (dt. RAUMSCHIFF ENTERPRISE) begann 1967, die Herzen der Science-Fiction-Fans zu erobern. Gleich fünf Folgen aus der ersten und zweiten Staffel waren für den Hugo nominiert. Viele STAR TREK-Fans halten heute »The Trouble with Tribbles« von David Gerrold für die bessere Folge, aber Harlan Ellison hatte aufgrund der großartigen Geschichte und seines sonstigen Erfolges einfach die besseren Karten.

Bei »City on the Edge of Forever« handelt sich um eine Zeitreisegeschichte. Dr. McCoy verschwindet durch ein Zeittor; Captain Kirk und Mr. Spock folgen ihm und landen im New York der 1930er Jahre. Es gilt, die Vergangenheit wieder in Ordnung zu bringen und damit das temporale Gleichgewicht des Universums zu retten. Kirk verliebt sich in eine Frau (dargestellt von der jungen Joan Collins) und entdeckt, dass ihr Schicksal der Schlüssel zur Rettung des Zeitgefüges ist.

»The City on the Edge of Forever« ist die 28. STAR TREK-Folge und wurde erstmals am 6. April 1967 ausgestrahlt.

 

Weitere Nominierungen:

STAR TREK: »The Trouble with Tribbles«

(Desilu; Drehbuch David Gerrold; Regie Joseph Pevney; dt. »Kennen Sie Tribbles?«)

STAR TREK: »Mirror, Mirror«

(Desilu; Drehbuch Jerome Bixby; Regie Marc Daniels; dt. »Ein Parallel-Universum«)

STAR TREK: »The Doomsday Machine«

(Desilu; Drehbuch Norman Spinrad; Regie Marc Daniels; dt. »Planetenkiller«)

STAR TREK: »Amok Time«

(Desilu; Drehbuch Theodore Sturgeon; Regie Joseph Pevney; dt. »Weltraumfieber«)

Professional Magazine

Hugo Award 1968
Hugo Award 1968
Hugo Award 1968

IF (Frederik Pohl)

Nun schon zum dritten Mal in Folge konnte IF, noch immer unter der Herausgeberschaft von Frederik Pohl, den Hugo erringen. Highlights im Zeitraum 1967 waren u. a. Philip José Farmers »A Bowl Bigger than Earth« (September 1967; dt. »Eine Schale größer als die Erde« bzw. »Eine Kugel größer als die Erde« bzw. »Eine Schüssel größer als die Erde«), A. E. van Vogts »Enemy of the Silkies« (Oktober 1967; nicht auf Deutsch) und diverse Berserker-Storys von Fred Saberhagen. Außerdem erschienen Storys u. a. von Robert Sheckley, Roger Zelazny, A. Bertram Chandler, Harlan Ellison, Samuel R. Delany sowie Romane von Hal Clement, James White und Larry Niven.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – ANALOG (John W. Campbell, Jr.)
F&SF (Edward L. Ferman)
NEW WORLDS (Michael Moorcock)
GALAXY (Frederik Pohl)

 

Professional Artist

 

Jack Gaughan

Wie bereits im Vorjahr (siehe dort) wurde Jack Gaughan für seine grafischen Arbeiten für SF-Magazine und Buchverlage geehrt. Er schuf 1967 wiederum rund dreißig Buchcover für Autoren wie Delany, Dick, van Vogt, Le Guin, Moorcock und andere. Magazintitelbilder fertigte er für GALAXY, IF und F&SF an.

Weitere Nominierungen:

Frank Kelly Freas (2. Platz)
Chesley Bonestell
Frank Frazetta
Gray Morrow
John Schoenherr

 

Fanzine

 

AMRA (George Scithers)

Dieses Fanzine wurde bereits zum zweiten Mal mit dem Hugo ausgezeichnet. Den ersten Hugo erhielt es 1964 (siehe dort).

1967 erschienen drei Ausgaben von AMRA. Diese enthielten Beiträge unter anderem von Jerry Pournelle, Lin Carter, L. Sprague de Camp, Harry Harrison und Robert Silverberg.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – AUSTRALIAN SCIENCE FICTION REVIEW (John Bangsund)
LIGHTHOUSE (Terry Carr)
ODD (Raymond D. Fisher)
PSYCHOTIC (Richard E. Geis)
YANDRO (Robert & Juanita Coulson)

 

Fan Writer

 

Ted White

Ted White (*1938) heißt mit bürgerlichem Namen Theodore Edwin White. 1963 bis 1968 arbeitete er als Redakteur für F&SF, war 1969 bis 1978 Chefredakteur von AMAZING und FANTASTIC, wechselte dann zu HEAVY METAL (1979–1980) und war schließlich Redakteur bei STARDATE (1985–1986).

Im Fandom ist er jedoch durch polemische und teilweise aggressive Briefe und Artikel in Fanzines wie THE ALIEN CRITIC und seine Kolumne in ALGOL bekannt geworden.

Weitere Nominierungen:

Harry Warner jr. (2. Platz)
Ruth Berman
Harlan Ellison (zurückgezogen)
Alexei Panshin (zurückgezogen)

 

Fan Artist

 

George Barr

George Barr (*1937) ist mit seinen sehr exakten, feinen Zeichnungen in diversen Fanzines bekannt geworden. Er war fünfmal für den Hugo nominiert und hat ihn zweimal gewonnen.

Er zeichnete jedoch auch für professionelle Publikationen. Sein erstes farbiges Magazincover konnte er für die März-Ausgabe 1961 an FANTASTIC verkaufen. Später wurde er vor allem durch seine Taschenbuchcover bei ACE BOOKS und DAW BOOKS bekannt. Darüber hinaus zeichnete er zahlreiche Illustrationen für ISAAC ASIMOV’S SCIENCE FICTION MAGAZINE.

Weitere Nominierungen:

Bjo Trimble (2. Platz)
Johnny Chambers
Steve Stiles
Arthur »ATom« Thomson
Jack Gaughan (zurückgezogen)

 

Special Committee Award

 

Harlan Ellison, Special Plaque for Dangerous Visions

Die Anthologie Dangerous Visions gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten Science-Fiction-Anthologien aller Zeiten. Der Herausgeber Harlan Ellison hatte die Autoren aufgefordert, ungewöhnliche Erzählungen zu schreiben, die Tabus brechen und daher nicht in herkömmlichen SF-Magazinen erscheinen könnten. Die insgesamt 33 Texte legten den Grundstein für eine literarisch-stilistische Weiterentwicklung der US-amerikanischen SF-Literatur. Drei der Geschichten gewannen wichtige Preise, und zwar: »Riders of the Purple Wage« (dt. »Reiter der Purpurnen Sozialhilfe«) von Philip José Farmer, »Aye, and Gomorrah …« (dt. »Raumfahrer« bzw. »Und dann war da noch Gomorrha«) von Samuel R. Delany und »Gonna Roll the Bones« (dt. »Würfelspiele« bzw. »Ich muß mal wieder würfeln«) von Fritz Leiber.

1972 sollte ein weiterer Band folgen, Again, Dangerous Visions, der für ähnlich viel Furore sorgte. Der dritte und letzte Band Last Dangerous Visions ist seit Jahrzehnten angekündigt, aber bis heute nicht erschienen.

Gene Roddenberry, Special Plaque for the TV show STAR TREK

Gene Roddenberry (1921–1991) war der Erfinder, Vordenker und Produzent von STAR TREK. Zwar gab es vorher bereits die eine oder andere SF-Fernsehserie, allerdings waren diese meist so billig produziert, dass STAR TREK dagegen inhaltlich und formell einen riesigen Qualitätssprung darstellte.

Roddenberry hatte bereits als Autor für mehrere andere Fernsehserien (u. a. DRAGNET und HAVE GUN, WILL TRAVEL) gearbeitet und die Serie THE LIEUTENANT produziert. Aber erst durch die 1966 bis 1969 ausgestrahlte Serie STAR TREK wurde sein Name bekannt.

Die wesentlichste Leistung Roddenberrys bestand darin, die Zukunft positiv zu sehen und die Menschheit, trotz diverser Probleme, geeint zu zeigen. An Bord der Enterprise arbeiteten US-Amerikaner, Japaner, Russen und sogar eine farbige Frau (!) einträchtig miteinander. Außerdem verbreitete Roddenberry die von Theodore Sturgeon erfundene »Erste Direktive«, die die Mitglieder der Föderation der Vereinten Planeten zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Völker verpflichtete.

Roddenberry hatte eine Reihe bekannter SF-Autoren wie Harlan Ellison, Norman Spinrad oder Theodore Sturgeon für die Drehbücher der 1967 ausgestrahlten zweiten Staffel gewonnen, wodurch das Niveau der Serie deutlich stieg.

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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