Die Gewinner des Hugo Awards von 1957, der auf der WorldCon in London vergeben wurden.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1957: Das waren die Gewinner



Im Jahr 1957 wurde der Hugo zum ersten Mal außerhalb der USA vergeben, nämlich während des 15. WorldCons in London (Loncon I) – allerdings dieses Mal nicht in den Rubriken, die man aus den Vorjahren kannte. Es wurde auch kein bester Roman gewählt, obwohl einige interessante Titel erschienen waren, so zum Beispiel
Nerves (dt. Nervensache) von Lester del Rey, The City and the Stars (dt. Die sieben Sonnen) von Arthur C. Clarke oder The Naked Sun (dt. Die nackte Sonne) von Isaac Asimov.

Toastmaster: John Wyndham 

American Professional Magazine

ASTOUNDING

1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London
1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London
1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London

Bereits zum vierten Mal stand ASTOUNDING in der Gunst der Fans an erster Stelle. Das Magazin wurde noch immer von John W. Campbell jr. herausgegeben, inzwischen bereits seit zwanzig Jahren. In diesem Zeitraum erschienen so wichtige Texte wie Murray Leinsters »Critical Difference« (Juli 1956; dt. »Kritische Differenz« bzw. »Die Sonnenkonstante« bzw. »Temperatursturz«), Isaac Asimovs The Naked Sun (3 Teile, Oktober bis Dezember 1956; dt. Die nackte Sonne), Poul Andersons »Call Me Joe« (April 1957; dt. »Nenn mich Joe«) oder Isaac Asimovs »Profession« (Juli 1957; dt. »Die Olympiade der Techniker«) sowie zahlreiche Erzählungen von Autoren wie Eric Frank Russell, Robert Silverberg, Algis Budrys, James H. Schmitz, James Blish, H. Beam Piper, Kate Wilhelm und Lester del Rey. 

Weitere Nominierungen:
F&SF | GALAXY | INFINITY

British Professional Magazine

NEW WORLDS

Da der Preis in London vergeben wurde, verwundert es nicht, dass auch das beste britische SF-Magazin gewählt wurde. NEW WORLDS erschien seit Juli 1946 unter der Herausgeberschaft von John Carnell. Bis zum August 1957 hatte es das Magazin auf 62 Ausgaben gebracht, hauptsächlich mit Originaltexten britischer und einiger amerikanischer Autoren; Nachdrucke aus amerikanischen Magazinen waren eher die Ausnahme. In den Jahren 1956 und 1957 erschienen vor allem Texte von Autoren wie James White, John Brunner, Brian W. Aldiss, Chad Oliver, Theodore Sturgeon, J. G. Ballard, Kenneth Bulmer und A. Bertram Chandler.

Heute ist NEW WORLDS vor allem durch die ungewöhnlichen stilistischen Experimente der späten sechziger Jahre unter der Herausgeberschaft von Michael Moorcock bekannt. In den fünfziger Jahren setzte es in erster Linie auf herkömmliche Unterhaltung und war inhaltlich mit den besseren amerikanischen Magazinen seiner Zeit vergleichbar.

Neben NEW WORLDS gab John Carnell in Großbritannien noch das Magazin SCIENCE FANTASY heraus.

Weitere Nominierung:
NEBULA 

1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London
1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London
1957 Hugo Award Preis Auszeichnung London

Fan Magazine

SCIENCE FICTION TIMES (Hrsg. James V. Taurasi, Sr., Ray Van Houten and Frank R. Prieto, Jr.)

Ausgezeichnet wurden die Herausgeber James V. Taurasi, Ray Van Houten und Frank Prieto. Die SCIENCE FICTION TIMES hieß noch zwei Jahre zuvor FANTASY TIMES und erhielt bereits 1955 einen Hugo für die hervorragende Berichterstattung über das Fandom, für Rezensionen und SF-relevante Neuigkeiten. Im betreffenden Jahr schrieb unter anderem auch James Blish Buchbesprechungen für dieses Fanzine.

Weitere Nominierungen:
HYPHEN (Walt Willis und Chuck Smith) | INSIDE (Ron Smith)

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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