Wir streiken für das Klima

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Wir streiken für das Klima!


Am 20.09.2019 ist weltweiter Klimastreik. Das FISCHER Tor Team hat beschlossen, TOR ONLINE unter das Zeichen des Klima-Lamas zu stellen und mitzustreiken. Wir schließen uns der Fridays-for-Future-Bewegung an und unterstützen ihre Ziele, insbesondere die Einhaltung des Pariser Abkommens und des 1,5°-Ziels. Außerdem fordern wir von der deutschen Bundesregierung, ein Maßnahmenpaket zu beschließen, das ergänzend zum Klimaschutzgesetz konkrete Vorgaben für den Klimaschutz in Deutschland enthält.

Wir veröffentlichen hier eine Rede von Greta Thunberg, die für viele Menschen stellvertretend für die Fridays-for-Future-Bewegung steht. Sie hielt diese Rede am 25.1.2019 auf dem Weltwirschaftsforum in Davos.

 

Unser Haus steht in Flammen.

Ich bin hier, um zu sagen, dass unser Haus in Flammen steht.

Laut Weltklimarat sind wir weniger als zwölf Jahre von dem Punkt entfernt, an dem wir unsere Fehler nicht mehr korrigieren können. In dieser Zeit müssen beispiellose Veränderungen in allen Aspekten der Gesellschaft erfolgen – einschließlich einer Reduktion unserer CO2-Emissionen um mindestens fünfzig Prozent.

Wohlgemerkt: Diese Zahlen schließen noch nicht einmal den Aspekt der Klimagerechtigkeit ein, die absolut notwendig ist, damit das Pariser Klimaschutzabkommen weltweit wirken kann.

Sie schließen auch Kipppunkte oder Rückkopplungsschleifen nicht ein, wie beispielsweise die extrem starke Freisetzung von Methangas durch das Auftauen der arktischen Permafrostgebiete.

An Orten wie Davos erzählen Menschen gern Erfolgsgeschichten. Aber ihr finanzieller Erfolg hat einen unvorstellbar hohen Preis. Und beim Klimawandel müssen wir zugeben, dass wir versagt haben.

Das gilt für alle politischen Bewegungen in ihrer gegenwärtigen Form.

Und die Medien haben darin versagt, ein breites öffentliches Bewusstsein zu schaffen.

Aber der Homo sapiens hat noch nicht versagt.

Ja, in der Vergangenheit haben wir versagt, aber noch ist Zeit, alles umzukehren. Wir können das noch in Ordnung bringen. Noch liegt alles in unserer Hand.

Aber wenn wir die ganzen Fehler unseres gegenwärtigen Systems nicht erkennen, haben wir höchstwahrscheinlich keine Chance.

Wir stehen vor unsagbarem Leid für eine ungeheure Menge von Menschen. Und jetzt ist nicht der Zeitpunkt, höflich zu sprechen oder darauf zu achten, was wir sagen dürfen und was nicht. Jetzt ist es an der Zeit, klar und deutlich zu sprechen.

Die Lösung der Klimakrise ist die größte und komplexeste Herausforderung, vor die der Homo sapiens je gestellt war. Die Hauptlösung ist jedoch so simpel, dass selbst ein kleines Kind sie versteht. Wir müssen unsere Treibhausgasemissionen stoppen.

Und entweder tun wir das oder nicht.

Ihr sagt, nichts im Leben ist schwarz oder weiß.

Aber das ist eine Lüge. Eine sehr gefährliche Lüge.

Entweder wir verhindern eine Erderwärmung um 1,5 Grad, oder wir verhindern sie nicht.

Entweder wir verhindern, dass eine irreversible Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, die sich menschlicher Kontrolle entzieht – oder wir verhindern es nicht.

Entweder wir entscheiden uns, als Zivilisation weiter zu existieren, oder wir tun es nicht.

Das ist so schwarz und weiß, wie es nur geht.

Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht.

Jetzt haben wir alle noch eine Wahl.

Wir können für verändernde Maßnahmen sorgen, die die Lebensbedingungen für zukünftige Generationen bewahren.

Oder wir können weitermachen wie bisher und scheitern.

Es liegt an Ihnen und mir.

Manche sagen, wir sollten keinen Aktivismus betreiben. Stattdessen sollten wir alles unseren Politikern überlassen und einfach bei Wahlen für einen Wandel stimmen. Aber was machen wir, wenn der politische Wille nicht da ist? Was machen wir, wenn die erforderliche Politik nirgendwo in Sicht ist?

Hier in Davos – wie überall sonst – reden alle über Geld. Es scheint, als sei Geld und Wachstum unsere einzige große Sorge.

Und da die Klimakrise kein einziges Mal als Krise behandelt wurde, sind sich die Menschen einfach nicht über die vollen Konsequenzen unseres Alltagslebens im Klaren. Die Menschen wissen nicht, dass es so etwas wie ein Kohlenstoffbudget gibt und wie unglaublich klein das verbleibende Kohlenstoffbudget ist. Und das muss sich heute ändern.

Keine andere heutige Herausforderung kann an die Bedeutung heranreichen, die es hat, ein breites öffentliches Bewusstsein und Verständnis für unser rapide schwindendes Kohlenstoffbudget zu schaffen, das muss unsere neue globale Währung und der eigentliche Kern unseres zukünftigen und gegenwärtigen Wirtschaftens werden.

Wir befinden uns jetzt an einem Punkt der Geschichte, an dem alle, die eine gewisse Einsicht in die Klimakrise haben, die unsere Zivilisation und die gesamte Biosphäre bedroht, sich zu Wort melden müssen.

In klaren Worten.

Egal, wie unbequem und unrentabel es sein mag.

Wir müssen nahezu alles in unseren heutigen Gesellschaften verändern.

Je größer euer Kohlenstofffußabdruck ist, umso größer ist eure moralische Verpflichtung.

Je größer eure Plattform ist, umso größer ist eure Verantwortung.

Erwachsene sagen ständig: »Wir sind es den jungen Leuten schuldig, ihnen Hoffnung zu machen.«

Aber ich will eure Hoffnung nicht.

Ich will nicht, dass ihr hoffnungsvoll seid.

Ich will, dass ihr in Panik geratet.

Ich will, dass ihr die gleiche Angst habt, die ich tagtäglich verspüre, und dann will ich, dass ihr handelt.

Ich will, dass ihr handelt, als befändet ihr euch in einer Krise.

Ich will, dass ihr handelt, als stünde euer Haus in Flammen.

Denn das ist der Fall.

 

#fridaysforfuture #allefürsklima www.allefürsklima.de (https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/)

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