5 Bücher mit slawischem Setting

BUCH

Der Bär und die Nachtigall: Fünf Fantasybücher mit slawischem Setting


Mit der Netflix-Serie von "The Witcher" belebte sich Interesse an der Original-Buchreihe. Deren vom mittelalterlichen Osteuropa inspirierte Handlungsorte heben sich erfrischend von den sonst weit verbreiteten anglophilen Schauplätzen des Genres ab. Mehr und mehr Autor*innen erkennen, dass die slawische Kultur eine prall gefüllte Schatztruhe phantastischer Mythen und Märchen ist. Christian Handel stellt fünf Fantasy-Bücher mit slawischem Setting vor.

 

Der Bär und die Nachtigall (Katherine Arden)

In einem kleinen Dorf inmitten der russischen Wälder lebt die Familie von Pjotr Wladimirowitsch. Die Religion der Christen hat zwar inzwischen den Weg von Moskau in die Grafschaft gefunden. Hier verehrt man aber noch immer Hausgeister und erzählt sich in langen Winternächten magische Geschichten. Zumindest bis Pyotr zum zweiten Mal heiratet. Seine neue Frau untersagt es dem Haushalt, den hilfreichen Geistern zu huldigen. Sie ahnt nicht, was sie damit anrichtet. Denn während die alten Fabelwesen immer schwächer werden, erwacht ein uralter Winterdämon aus seinem langen Schlaf …

Katherine Ardens Debüt überzeugt durch seine Atmosphäre. Die ganze Handlung atmet den Geist der alten russischen Sagen und Märchen. Der Autorin ist Stimmung wichtiger als Action. Wer ruhige Bücher mag, kommt hier auf seine Kosten.

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Die Grisha-Trilogie (Leigh Bardugo)

Leigh Bardugo ist derzeit in aller Munde. Nicht zuletzt, weil Netflix ihre Fantasy-Saga gerade als Serie verfilmt. Die Waise Alina Starkov, Kartografin für die Armee, hält sich selbst für eine gewöhnliche junge Frau – bis übernatürliche Kräfte in ihr erwachen. Am Hof des Zaren wird sie fortan zur magischen Waffe geschmiedet.

Der Aufhänger der Geschichte klingt sehr gewöhnlich. Was Bardugos Bücher so lesenswert macht, ist die liebevoll entwickelte Welt, in der die Handlung spielt. Das gewaltige, von Bürgerkriegen bedrohte Ravka ist spürbar an das historische Russland angelehnt und überzeugt in schillernden Details. Zudem steigert sich die Autorin von Buch zu Buch und besitzt ein Händchen für vielschichtige Figuren.

 

Das kalte Reich des Silbers (Naomi Novik)

Naomi Novik, vielen Genre-Lesern bekannt durch ihre Drachen-Reihe „Die Feuerreiter Seiner Majestät“, überraschte ihre Fans vor einigen Jahren damit, nun auch märchenhafte Fantasy zu schreiben. „Das kalte Reich des Silbers“ ist der zweite Jugendroman der US-Autorin. Mirjem ist die Tochter eines mittelalterlichen Pfandleihers. Die Familie wird von den Nachbarn sowohl wegen ihrer jüdischen Religion als auch wegen ihrer Profession geächtet. Ihr Geschick für Geldgeschäfte bringt Mirjem dennoch bald den Ruf ein, Silber in Gold verwandeln zu können. Als dieses Gerücht den feenartigen Staryks zu Ohren kommt, entführt deren König sie in die Anderswelt …

Novik erzählt „Das kalte Reich des Silbers“ aus überraschend vielen Perspektiven. Dadurch gelingt es ihr, ein wunderbar vielfältiges Bild von Osteuropa und seinen traditionellen Bräuchen zu malen.

Totenbraut
Kindsräuber

Totenbraut (Nina Blazon)

Dieser Schauerroman spielt im Serbien des Jahres 1731. Nina Blazon erzählt darin die Geschichte der jungen Jasna, die gezwungen wird, eine Fremden zu heiraten. Auf dessen abgelegenen Landsitz gehen seltsame Dinge vor sich. Knoblauch ist geächtet, die Bewohner des nächsten Dorfes meiden das Gehöft und der Zugang zu manchen Bereichen ihres neuen Zuhauses ist ihr strengstens verboten.

Totenbraut ist Nina Blazons packende, unheimliche Antwort auf den Vampirroman und streng genommen keine Fantasy. Die Geschichte ist erdiger als die opulenten Palastintrigen der vorangegangenen Bücher. Sie befasst sich intensiv mit osteuropäischem Volks- und Aberglauben und malt ein so greifbares Bild vom südlichen Slawien, dass ich sie Phantastik-Fans uneingeschränkt empfehlen kann.

 

Kindsräuber (Nora Bendzko) 

Prag während des Dreißigjährigen Krieges. In dieser Umbruchszeit vom dunklen Mittelalter in die Moderne bedrohen Hungersnöte und Seuchen das eigentlich so malerische Stadtbild. Und ein geheimnisvoller Junge, der wie aus dem Nichts auftaucht und Kinder stiehlt. Selbst die Königsfamilie lebt in Angst vor diesem Monster. Sie sucht die Hilfe der jungen Alene, die ein besonderes Talent ihr Eigen nennt. Sie kann die Geister der Verstorbenen sehen.

Nora Bendzkos Kindsräuber ist Teil ihrer Dark Fantasy-Reihe Galgenmärchen, kann aber für sich stehend gelesen werden. Darin spielt sie mit Versatzstücken aus bekannten Märchen (hier: Rumpelstilzchen), erschafft jedoch etwas völlig Neues. Bendzko beweist Gespür für das historische Setting und zeichnet ein faszinierendes Bild von der goldenen Stadt in einer dramatischen Zeit. Das Buch wurde 2018 beim SERAPH in der Kategorie „Bester Independent Titel“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

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