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© Dino De Laurentiis Company

Arrakis, der Wüstenplanet. Ein Name mit Geschichte … und mit allerlei Geschichten, erscheinen doch bis in die jüngere Gegenwart noch immer neue Romane zu und aus dem 1965 vom amerikanischen Schriftsteller Frank Herbert ersonnenen Dune-Kosmos. Auch Hollywood denkt immer mal wieder darüber nach, das Material fürs Pantoffel- oder sogar große Kino aufzubereiten. Bislang scheiterten diese Versuche allerdings, wenn auch mitunter erst auf der Leinwand.

Die Fans des sandreichen Universums von Paul Muad’Dib, den Fremen, den Bene Gesserit sowie den Häusern Atreides und Harkonnen, existieren ebenfalls schon seit den 1960er Jahren. Ihre Zahl mag vergleichsweise überschaubar sein, doch das Feuer, das die Erwähnung der soeben genannten Namen in ihre Augen zaubert, rührt ganz sicher nicht nur vom Spice her. Sondern vor allem von der Liebe.

Der Fanotyp

Da die filmischen Umsetzungen von Dune bislang eher misslangen, sind die meisten Fans dieser Welt natürlich automatisch Fans der Romane. Und da die Romane eher dick und zahlreich sind, dürfen wir getrost von „Leseratten“ sprechen. Dune-Anhänger lieben es, sich zwischen Buchdeckeln zu verlieren. Sie sind ruhige Gesellen, haben ein Faible für philosophische Themen, und hinterfragen alles, jeden sowie natürlich sich selbst mehrmals täglich.

Ehre und Anstand sind keine Fremdwörter für sie, und hinter ihren Denkerstirnen wütet eine immense Fantasie. So können sie beispielsweise an keinem Sandkasten vorbeigehen, ohne sich gewaltige Würmer vorzustellen. Würmer, auf denen man reiten kann, versteht sich.

Dinner for Fan

Das Spice muss fließen, und auf Wüstenwelten trocknet selbst dem erfahrenen Fremen gern mal die Kehle aus. Ein Dune-Dinner sollte daher unbedingt genügend Getränke umfassen. Die feste Nahrung richtet sich dann aber ganz nach dem Volk / der Fraktion, der sich die jeweiligen Fans am nächsten fühlen: Fremen brauchen nicht viel zum Glück, denn das Leben in der Wüste hat sie genügsam werden lassen. Ein Harkonnen schwelgt allerdings gern im Überfluss und präsentiert sogar die unansehlichste Wohlstandsplauze voller Stolz. Nur wer viel wiegt, so die suggerierte Grundregel des Hauses Harkonnen, der ist auch gewichtig.

Sag, was du willst, aber …

Herberts Schreibstil war von der eher bedächtigen Sorte. Innensicht, innere Monologe, lange Überlegungen… All das gehört in den Romanen über den Wüstenplaneten gewissermaßen buchstäblich zum guten Ton. Wer daher wie ein echter Jünger des Planeten Arrakis sprechen möchte, der spricht am besten nur in Gedanken.

Da dies allerdings nicht sonderlich kommunikativ ist, kann man sich natürlich auch in die umfangreiche Sekundärliteratur zu Herberts Kosmos einlesen. So dürfte man schon nach wenigen (aber studienintensiven) Tagen erste Fachbegriffe mit einer Leichtigkeit aus dem Ärmel schütteln können, als habe man schon seit seiner Geburt genau gewusst, was ein Höchster Bashar ist oder ein Glas voll Chaumurky füllt.

Bloß nicht nachmachen!

Frank Herberts Wüstenwelt ist ein Stoff für die eher ruhigen, gemäßigten Freunde der Phantastik. Literaten und Leseratten sind hier eher angesprochen als Krawallbrüder und Liebhaber wummsintensiver Raumschlachten. Doch auch die kann man aus der Reserve locken. Versuchen Sie’s doch mal so:

  1. Loben sie die mehrteilige TV-Adaption des Stoffes aus den Jahren 2000 und 2003, die der amerikanische Syfy-Sender produzierte. Bezeichnen Sie sie als „besonders werkgetreu“ und als „kostspielig“.

  2. Machen Sie sich über Frank Herberts Faible für mystisch-philosophische Exkurse lustig, und behaupten Sie, jeder halbwegs erfahrene Lektor hätte Herberts fünf Dune-Romane rigoros zusammenkürzen müssen. Auf die reine äußere Handlung, versteht sich. Sagen Sie, dann hätten alle fünf Geschichten auch locker in ein einziges Buch gepasst.

  3. Erklären Sie die Romanfortschreibung von Herberts Sohn Brian und SF-Vielschreiber Kevin J. Anderson für „vieeeel besser“ als das Original.

  4. Geben Sie an, David Lynchs Kino-Adaption des Dune-Stoffes von 1984 sei die ideale Umsetzung des Mythos und zugleich der mit Abstand beste Lynch-Film. So haben Sie gleich zwei Fangruppen gegen sich aufgebracht und eindrucksvoll bewiesen, wie wenig sie von gutem Kino verstehen. Glückwunsch!

 

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Das Phantastische wird immer populärer, doch längst nicht jeder Normalsterbliche weiß, wie wir Fans unendlicher Weiten und Co. so ticken. Länder, Jedi, Abenteuer will da Abhilfe schaffen und bietet einen ebenso liebe- wie humorvollen Einblick in schillernde Subkulturen und die Charaktere hinter dem Cosplay.

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