April und die außergewöhnliche Welt

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"April und die außergewöhnliche Welt", "Blade Runner 2049" und "Wonder Woman"


Unsere Science-Fiction- und Fantasy-News sind da. Dieses Mal mit neuen Trailern und Teasern zu Wonder Woman und Blade Runner 2049, einer Buchempfehlung von Denis Scheck und der phantastischen Filmperle April und die außergewöhnliche Welt.


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"April und die außergewöhnliche Welt"

In der schier endlosen Flut aus Teasern und Trailern zu den unzähligen Superheldenfilmen und anderen Franchiseblockbustern, die unsere Kinos schon fast verstopfen, gehen die kleinen, originellen Perlen des phantastischen Films inzwischen meist unter. Ein solches kleines Meisterwerk ist der französische Steampunk-Alternativweltfilm April und die außergewöhnliche Welt, die auf einer Geschichte des bekannten französischen Comickünstlers Jaques Tardi (Adeles ungewöhnliche Abenteuer) basiert. Im Original erschien der Film bereits 2015, bei uns ist er erst jetzt verfügbar, und zwar gut versteckt in den Tiefen des Angebots von Amazon Prime, und auch nur in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Aber dafür bekommt man ein ausgezeichnetes Sprecherensemble, allen voran Marion Cotillard als April. Die Geschichte spielt in einer alternativen Zeitlinie, in der die Herrschaft der Bonapartes nach dem Tod Napoleons des Dritten weitergeht, was dazu führt, dass die Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch im Zeitalter der Dampfmaschine steckengeblieben ist, weil sämtliche führende Wissenschaftler (darunter auch Aprils Eltern) auf mysteriöse Weise verschwinden. Hier der englischsprachige Trailer:

"Wonder Woman" - finaler Trailer

In der weiter oben schon erwähnten Trailerflut hauen die Studios inzwischen so viele Teaser und Trailer zu einem Film raus, dass man das Gefühl bekommen kann, schon den kompletten Film gesehen zu haben. Und oft hat man das in dem Sinne schon, dass die besten, witzigsten und wichtigsten Szenen verraten werden. Will man sich den Spaß nicht verderben, sollte man die Trailer vielleicht besser meiden. Oft versprechen sie auch einen ganz anderen Film, als man ihn dann bekommt, wie zum Beispiel im ersten Trailer zu Star Wars: Rogue One, dessen Szenen dann fast alle noch der Schere zum Opfer fielen und nicht im Film auftauchten. Oder Suicide Squad, wo die Trailer einen viel witzigeren und spaßigeren Film versprachen. Doch es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man schon tiefe Einblicke in den Film erhalten möchte. In diesem finalen Trailer zu Wonder Woman (Kinostart 15. Juni) wird zum Beispiel einer der Bösewichte verraten.

Denis Scheck empfiehlt "Die Drei Sonnen"

Literatur hat es im Fernsehen generell schwer, die wenigen Sendungen, in denen es um Bücher geht, sind meist gut im Nachtprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender versteckt, wie Lesenswert, Buchzeit, das Literarische Quartett, das Lesenswert Quartett und Druckfrisch. Phantastische Literatur hat da kaum eine Chance; doch ein tapferer Streiter für "das Gute, Wahre und Schöne" leistet erfolgreich Widerstand und verschließt sich nicht den Qualitäten der Phantastik. In seinen Sendungen empfiehlt der Literaturkritiker Denis Scheck immer wieder mal Phantastikautoren wie Patrick Rotfhuss, James Tiptree Jr., Samuel R. Delany oder Ted Chiang. In seiner Druckfrisch-Sendung vom 7. Mai spricht er sich für den Science-Fiction-Roman Die Drei Sonnen (Heyne) von Cixin Liu aus, dem es gelingt, die chinesische Kulturrevolution mit einer äußerst originellen Erstkontaktgeschichte zu einem spannenden Verschwörungsthriller zu verbinden. Hier kann man sich die komplette Sendung online ansehen.

"Blade Runner 2049" - neuer Trailer

Phillip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep? erschien 1968, die deutsche Übersetzung von Norbert Wölfl bereits 1969 als Träumen Roboter von elektrischen Schafen? Richtig bekannt wurde das Buch aber erst 1982 durch die Verfilmung Blade Runner von Ridley Scott. Fortan wurde das Buch auch meist unter diesem Titel veröffentlicht. An den Kinokassen floppte der Film, entwickelte sich aber über die Jahre zum Kultfilm und Klassiker, was vor allem der beeindruckenden Optik des Films geschuldet ist, die auch heute noch ausgezeichnet aussieht, sowie den philosophischen Fragen über das Menschsein, dem ätherischen Soundtrack von Vangelis und dem legendären Monolog Roy Battys (Rutger Hauer) am Ende des Films. Das Studio fügte seinerzeit noch nachträglich und gegen den Willen des Regisseurs einen erklärenden Off-Kommentar ein, den Harrison Ford dann recht lustlos runtersprach. Später gab es einen Director’s Cut - dem Scott zunächst zugestimmt haben soll, dies danach aber bestritt -, in dem durch eine zusätzliche Szene die Frage aufgeworfen wird, ob Rick Deckard (Harrison Ford) nicht selbst ein Replikant sei. Außerdem wurde der Off-Kommentar wieder rausgenommen und ein alternatives Ende eingefügt. 2007 erschien dann ein von Ridley Scott erstellter Final Cut.

Was Dicks Roman angeht, erschien dazu 1995 eine Fortsetzung von K. W. Jeter (dem Miterfinder des Steampunks, Doctor Adder), der noch zwei weitere Sequels folgten. Die am 5. Oktober in die Kinos kommende Filmfortsetzung Blade Runner 2049, bei der Denis Villeneuve (Arrival) Regie führt, hat mit diesen Büchern aber nichts zutun. Hier der neue, offizielle Trailer:

Shirley-Jackson-Award: Die Nominierten

In dieser Woche wurden die Nominierten des Shirley-Jackson-Awards bekannt gegeben, der seit 2007 jedes Jahr in verschiedenen Kategorien verliehen wird. Hier die Nominierten der Kategorien "Novel", "Novelette" und "Short Story":

Novel:

  • Foxlowe, Eleanor Wasserberg (Fourth Estate-UK/Penguin Books-US)
  • The Girls, Emma Cline (Random House)
  • I’m Thinking of Ending Things, Iain Reid (Gallery/Scout)
  • Lily, Michael Thomas Ford (Lethe)
  • Mongrels, Stephen Graham Jones (William Morrow)
  • The Wonder, Emma Donoghue (Little, Brown)

Novelette:

  • Andy Kaufman Creeping Through the Trees, Laird Barron (Autumn Cthulhu)
  • Angel, Monster, Man, Sam J. Miller (Nightmare Magazine)
  • Breaking Water, Indrapramit Das (Tor.com)
  • The Night Cyclist, Stephen Graham Jones (Tor.com)
  • Presence, Helen Oyeyemi (What Is Not Yours Is Not Yours)
  • Waxy, Camilla Grudova (Granta)

Short Fiction:

  • Animal Parts, Irenosen Okojie (Speak, Gigantular)
  • The Apartments, Karen Heuler (Other Places)
  • Postcards from Natalie, Carrie Laben (The Dark)
  • Red, Katie Knoll (Masters Review)
  • Things With Beards, Sam J. Miller (Clarkesworld)


Die nächsten SFF News gibt es am Mittwoch, den 10. Mai!

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