Kurzgeschichte: Die Sonne ist nur ein tagheller Stern (Michael Schneiberg)

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FICTION FRIDAY

Die Sonne ist nur ein tagheller Stern (Michael Schneiberg), Teil 2/2


In Michael Schneibergs post-apokalyptischer Kurzgeschichte „Die Sonne ist nur ein tagheller Stern“ leben die Menschen viele Jahre nach einem Asteroideneinschlag in vereinzelten Flüchtlingskommunen, immer in Furcht vor umherziehenden Warlords. Als eine dieser isolierten Siedlungen evakuiert werden soll, muss sich ein kleiner Junge einem schmerzhaften Abschied stellen, denn nicht jeder will die Dorfbewohner in ein neues Leben begleiten. Doch ist sein väterlicher Freund wirklich ein Weltenwanderer? Eine Geschichte über den Abschied von der Kindheit und die Kraft der Freundschaft.


***

Der Überfall kam völlig unerwartet.

Ich saß mit den anderen unten an der alten Kaimauer und blickte auf den grauen Strom, der sich mit unnachgiebiger Kraft durch sein steiles, grünes Tal zu einem fernen Meer schob. Das fließende Wasser war dunkel und matt, denn die tiefe Nachmittagssonne erreichte es nicht. Das Dorf hatte seine Vorbereitungen abgeschlossen. Schwarze Plastikwannen und Kisten standen oberhalb des Kais bereit. Früher musste der breite Fluss mehr Wasser geführt haben, denn er erreichte die Kaimauern nicht mehr. Am Fuß der verkrusteten Mauer schloss sich ein Kiesstrand an, auf den man über schmale Eisensprossen hinabsteigen musste, um ans Ufer zu gelangen.

Wenn der Sammler die Wahrheit erzählt hatte, dann konnte morgen schon das Boot kommen, um uns aufzunehmen. Ich hatte Stunde um Stunde bei Onkel Jaron verbringen wollen, um das Gefühl der Trennung zu verdrängen. Doch auch ich wurde in den Sog der bevorstehenden Reise gezogen und die Momente waren zerronnen, während meine innere Zerrissenheit wuchs.

Die Erwachsenen standen in Gruppen zusammen und ihre Gespräche waren so leicht und sprunghaft wie schon lange nicht mehr. Durchwoben mit Gelächter, in das stets alle einfielen, als berauschten sie sich gegenseitig an ihrer Erleichterung und dem vergessenen Geschmack der Hoffnung. Als hätte die Sonne, verborgen hinter Herbstwolken, einen Spalt gefunden, um in das feuchtkühle Tal zu scheinen, und den Wechsel der Jahreszeiten anzukündigen. Ich hatte mich nie gefragt, wie hart und trostlos das Leben für die Erwachsenen wirklich war.

Der Überfall vollzog sich wie ein böses Gerücht, das von Mund zu Mund läuft. Irgendwann fiel mir auf, dass sich die Geräuschkulisse geändert hatte. Das Gelächter war verstummt, vom Dorf erklangen Rufe. Die Stimmen wurden lauter, wie in einem Streit, hektisch und ratlos. Meine Mutter stand mit Beckfred bei unseren Sachen und an ihren Gesichtern erkannte ich, dass auch sie nicht wussten, was geschah. Einige der Erwachsenen rannten los, mit Holzlatten und Eisenstangen in den Händen. Weiter oben im Dorf waren Fackeln zu sehen. Ein trockener Schlag klang durchs Tal, sein kurzes Echo wie ein heiser bellender Hund.

»Dort wird geschossen«, rief mein Bruder und setzte sich in Bewegung.

»Bleib hier!«, rief Fay, doch Beckfred hörte nicht auf sie. Meine Mutter kam zu mir, griff mich und hielt mich fest.

»Wer hat geschossen?«, fragte ich sie. »Was ist passiert?« In unserem Dorf gab es zwei Gewehre, hatte eines von ihnen geschossen? Oder geschah gerade etwas Schlimmeres?

»Weg hier!«, rief einer der Erwachsenen und ruderte mit seinen Armen. »Vielleicht kommen sie auch vom Fluss. Hier sind wir schutzlos.«

Wir begannen zu rennen, folgten den anderen und erreichten die Häuser, blieben dicht an den Wänden. Die Rufe von oben wurden lauter, es wurde geschrien. Ein zweiter Schuss fiel. Meine Mutter zog mich zu Boden, doch ich wollte sehen, was passierte. Gab es einen Feind? War dies ein Kampf, irgendwo zwischen den Häusern und Plastikcontainern? Beckfred war den bewaffneten Männern gefolgt, und die Panik in Fays Gesicht war furchterregend neu für mich.

Eine Gestalt kam in unser Sichtfeld, rannte durch die Dämmerung die Straße hinab. Männer schrien hinter ihm her. Fackeln wurden auf den Boden geworfen, um schneller rennen zu können. Die Gestalt blieb stehen, kaum dass sie unsere Deckung passiert hatte, nur wenige Meter von uns entfernt. Atemlos keuchend blickte der Mann sich um. Trotz des schwachen Lichts konnte ich erkennen, dass dies keiner von uns war. Hager und groß und mit Haaren, die zu dicken, schmutzigen Zöpfen verklebt waren. Er sah in unsere Richtung, das Weiß in seinen Augen leuchtete hell. Sein Gesicht war mit weißer Farbe bemalt und er trug eine uniformähnliche Kleidung, die mit Bändern und Federn geschmückt war. Seine Bewegungen waren hektisch, und für einen kurzen Augenblick glaubte ich, dass er auf mich zu stürzen würde. Dann hörte ich die schlagenden Füße der Verfolger die Straße hinab kommen. Der Fremde rannte weiter bis zum Kai, während eine Gruppe von Männern an uns vorbei und hinter ihm her stürmte. Der Fremde sprang hinab und verschwand unter der Sichtkante. Die Männer des Dorfes sprangen hinterher. Ich konnte nicht sehen, was geschah, hörte nur die Bewegungen und Schritte auf dem schmalen Kiesstrand. Der Griff meiner Mutter um mein Handgelenk war schmerzhaft fest.

Sie erwischten und erschlugen ihn. Er war ein lautloser, kurzer Kampf. Vielleicht hatte er einen Moment zu lang gezögert, sich in die starke Strömung des Flusses zu werfen.

»Es ist vorbei«, rief irgendwann einer der Männer und all jene, die Deckung gesucht hatten, kamen langsam ins Freie. Beckfred tauchte auf und sein Blick war entschlossen und ernst, in seiner Hand hielt er eine krumme Eisenstange. Später erfuhr ich, dass er nur hinterher gerannt war. Alles ging viel zu schnell.

»Haben wir alle erwischt?«, wurde gefragt.

Die Männer teilten sich in kleine Trupps und fingen an, das Dorf und seine Umgebung zu durchstreifen. Die Clanskrieger waren zu dritt gewesen. Nur, wenn keiner entkommen war, hatten wir eine kleine Chance. Beckfred kam zu uns und wehrte Fays Versuche, ihn zu umarmen, mit einer unsicheren Geste ab. Dreeker war bei ihm und trug eines der beiden Gewehre, die im Besitz der Dorfgemeinschaft waren.

»Ein Spähtrupp«, sagte Beckfred. »Wahrscheinlich haben sie das Dorf nur zufällig gefunden.«

Dreeker schulterte das Gewehr und langsam beruhigten sich die Stimmen und Bewegungen der Menschen, doch die Angst in ihren Köpfen würde noch lange bestehen bleiben. »Hoffentlich ist keiner entkommen«, meinte er. »Sonst dauert es nicht lange und es kommen mehr. Der Sammler hatte Recht. Die Warlords ziehen nach Norden.«

Hoolan stieg vom Flussufer auf die Kaimauer hinauf und kam zu uns. Er war der ungewählte Anführer der Dorfes, ein großer Mann mit breiter Brust, dessen dunkle, weiche Stimme selbst dann weit trug, wenn er leise sprach.

»Bei uns ist alles ok«, sagte meine Mutter und langsam lockerte sich ihr Griff um mein Handgelenk.

Hoolan sah zu Dreeker und schüttelte den Kopf. »Auf dem Fluss ist nichts. Vielleicht haben wir Glück gehabt. Sie sind wahrscheinlich über die alte Straße gekommen, von oben. Wir müssen heute Nacht Wachen postieren.«

Schon bevor ich meinen Kopf umwandte, wusste ich, dass Beckfred mich ansah.

»Jaron«, sagte ich. »Onkel Jaron ist dort oben.«

*** 

Als ich mit Fay und Beckfred Jarons Haus erreichte, hatten sie bereits die Eingangstür ausgehängt und ihn darauf gelegt. Er sah furchtbar aus. Sein Gesicht und seine Hände waren voller Blut; er hatte eine klaffende Kopfwunde und seine Augen waren zugeschwollen. Sie hatten ihn in seinem Garten gefunden.

»Diese Schweine.« Hoolans Gesicht war verschlossen.

Die Erwachsenen waren schweigsam und beantworteten keine Fragen. Sie trugen den reglosen Körper auf der Tür ins Dorf hinab. Ich blieb zurück. Auf der Wiese lagen die Insektenfallen, die Jaron kontrolliert hatte. Sie mussten ihn dabei überrascht haben. Ein leeres Glas lag abseits am Zaun.

»Die Insekten«, murmelte ich und suchte ziellos nach dem Verschluss des Glases, griff dann nach der offenen Falle und versuchte unbeholfen, sie wieder zu verschließen. Meine Hände zitterten und meine Augen waren nass und verschleiert. »Sie sind entkommen. Wir müssen sie einsammeln.«

Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter. Beckfred ging in die Hocke und drehte mich zu sich, suchte meinen Blick. Mit seinem Ärmel versuchte er, mein Gesicht zu trocknen. »Rib. Wir gehen ins Dorf.«

»Ist er tot, Beck?«

Fay war da. »Wir wissen es nicht, Rib.« Sie nahm meine Hände. »Komm mit ins Dorf. Die Insekten sind längst weggelaufen.«

Auf dem Weg hinab war mein Kopf voller undeutlicher Bilder von früher. Ich fühlte mich unsagbar klein und sehnte mich danach, auf den Arm genommen zu werden. Aber ich musste laufen. Meine Beine waren schwach und meine Brust schmerzte vor Angst.

*** 

Onkel Jaron war nicht tot. Aber es war nicht sicher, ob er leben würde. Sie brachten ihn in Hoolans Kunststoffcontainer, und ich sah, wie im Inneren Öllampen angezündet wurden. Hoolan war bei ihm und Tajana, die früher in einem Krankenhaus gearbeitet hatte. Sie schickte Dreeker los und schnell kam er mit einem der verbliebenen Medipacks zurück. Das Medipack war eine unfassbare Kostbarkeit für uns. Selbst als Harlon seine Finger verloren hatte, war keines davon geöffnet worden.

Es war tiefe Nacht. Fay wollte mich dazu bringen, ins Bett zu gehen, aber Beckfred schüttelte den Kopf. Sie setzte sich zu uns und legte ihren Arm um mich. Dreeker und Harlon blieben ebenfalls bei uns. Vielleicht dachte Zweifinger Harlon an seinen Unfall und an fast vergessene Schmerzen. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn übergangslos standen Tajana und Hoolan vor uns.

»Er wird leben«, sagte Tajana und lächelte mich an. Etwas in ihrem Blick sagte mir, dass dies nicht die ganze Wahrheit war. Aber ich wusste, dass er leben würde und nur das zählte in diesem Moment.

»Was habt ihr gemacht?«, fragte Fay.

»Nicht viel«, antwortete Hoolan.

»Hier können wir nicht viel mehr tun«, erklärte Tajana und wusch ihre Hände unter dem Wasserstrahl aus einem Plastikkannister, den Dreeker für sie hielt. »Die Blutungen sind gestillt und wir haben die Wunden desinfiziert. Das ist das Wichtigste. Vielleicht können sie in der Stadt mehr tun. Wenn es wirklich stimmt, dass wir dort hinkommen.«

»Die meisten, die ich kenne, wären gestorben«, sagte Hoolan kopfschüttelnd. »Aber es steckt mehr Kraft in dem alten Kerl, als man glauben mag.«

Beckfred drückte meine Hand und die Erleichterung ließ seine Augen glänzen. »Siehst du, Rib! Es wird gut. Er lebt. Er wird mit uns kommen. Jetzt muss er mit uns kommen. Wir helfen ihm. Er wird wieder gesund. Alles wird gut, Rib.«

Hoolan streckte sich und gähnte. Er wirkte, als würde er eine große Last schultern. »Wir müssen Wachen aufstellen. Und wir müssen den Fluss beobachten. Morgen kommt das Boot. Oder übermorgen.« Ohne ein weiteres Wort ging er davon.

Tajana trocknete ihre Hände mit einem Tuch. »Er wird blind sein«, sagte sie leise, ohne ihren Blick von dem Tuch zu heben. »Seine Augen sind nicht zu retten.«

*** 

Der kommende Tag war klar und hell und mit ihm begann das Warten. Seit ich mich erinnern konnte, war noch nie ein Boot den Fluss hinab gekommen. Früher, berichtete Dreeker, hatte es Schiffe mit Maschinenantrieb gegeben, die den Fluss befuhren. Sie fuhren bis zum Meer, beladen mit Unmengen von Waren, die dort in riesigen Häfen auf größere Schiffe verladen wurden. Doch seit dem Asteroideneinschlag, den Unruhen und dem Rückschritt gab es keine Waren mehr und auch keine Orte, zu denen die Schiffe fahren konnten.

Die Dorfbewohner hatten sich alle an der Kaimauer versammelt. Ihre Gespräche drehten sich um den Sammler, die ferne Stadt und um den Überfall. Der Schrecken der letzten Nacht war nicht verblasst. Weitere Clanskrieger der Warlords konnten folgen, und in den Köpfen vieler Erwachsener bekamen schlimme Erinnerungen neue Kraft. Bewaffnete Männer beobachteten misstrauisch und wachsam die grünen Hänge. Keiner ging mehr hinauf bis zu Jarons Haus. Ihre Gemeinschaft hatte sich zum Fluss zurückgezogen, als hätte sie ihre jahrelange Heimat bereits preisgegeben. Jeder harrte aus und wartete.

Jaron lag immer noch in Hoolans Container. Er war noch nicht wieder zu sich gekommen. Ich ging mit Beckfred hinauf, um ihn zu besuchen, und ich verbrachte auch die kommenden Stunden bei ihm. Die obere Hälfte seines Kopfes war mit Verbänden umwickelt, ebenso wie sein rechter Unterarm, mit dem er versucht hatte, sich gegen die Machetenschläge zu schützen. In dem Kunststoffcontainer roch es nach Blut und Desinfektionsmitteln. Als der Kopfverband gewechselt werden musste, schickte Tajana uns hinaus. Dreeker half ihr dabei, und danach wirkte er verstört.

»Sein Zustand ist stabil«, sagte Tajana. »Bald wird er aufwachen. Dann muss er trinken. Und er wird Schmerzen haben.« Sie kam regelmäßig vorbei, um nach Jaron zu sehen, doch die meiste Zeit waren Beckfred und ich bei ihm. Als er erwachte, war ich unterwegs, um etwas zu Essen von Fay zu holen, die unten am Ufer mit Dreeker eine provisorische Kochstelle für das Dorf eingerichtet hatte.

Als ich eintrat, eine Schüssel Eintopf für Beckfred in den Händen, saß mein Bruder vor Jarons Lager und sprach mit ihm.

»Ich habe ihm erzählt, was geschehen ist«, sagte Beckfred. »Dass wir sie erwischt haben.«

»Ich bin es«, sagte ich leise, als mir klar wurde, dass er mich ja nicht sehen konnte obwohl er wach war.

»Rib«, begrüßte mich Jaron. »Es ist gut, dass euch nichts passiert ist. Ihr müsst dieses Dorf verlassen.« Seine Stimme war leise, aber überraschend ruhig und klar. Er streckte seine Hand aus, und Beckfred drückte ihm einen Plastikbecher in die Hand. Mühsam richtete Jaron sich auf, führte ihn zum Mund und trank in kleinen Schlucken. Er wirkte schwach. Beckfred nahm ihm den Becher ab und Jaron betastete vorsichtig den Kopfverband. »Es ist schlimm, nicht wahr?«

Beckfred nickte, obwohl Jaron das nicht sehen konnte. »Ja«, sagte er. »Du hast Glück gehabt.«

»Du bist blind«, sagte ich und mein Bruder verzog das Gesicht, schüttelte stumm den Kopf.

Jaron lachte leise. »Kein Freund schonender Worte, Rib.  Das ist gut. Immer nur die Wahrheit.« Er lehnte sich erschöpft zurück.

»Nun wirst du mit uns kommen, Onkel Jaron. Wir können dir helfen.«

Jaron drehte seinen bandagierten Kopf in Richtung meiner Stimme, als wolle er mich durch die Verbände ansehen. »Was ist mit dem Schiff?«

»Es ist nicht gekommen«, erklärte Beckfred. Er blickte hinaus durch die Tür, die ich offen gelassen hatte. »Und es ist schon später Nachmittag. Vielleicht kommt es erst morgen.«

»Vielleicht kommt es gar nicht«, entgegnete ich und sprach damit die Furcht aus, die alle Dorfbewohner erfüllte.

»Er war ein Sammler«, erwiderte Beckfred ungeduldig, als spräche er mit einem kleinen Kind. »Ich habe seine Tätowierungen gesehen.«

Seine Stimme machte mich wütend. »Die kann man nachmachen.«

»Ich denke, der Sammler war echt«, unterbrach Jaron unseren beginnenden Streit. »Wo bin ich?«

»In Hoolans Container«, antwortete Beckfred.

»Wir nehmen dich mit«, wiederholte ich. »Hier kannst du nicht bleiben.« Ich dachte an die Kammer in Jarons Haus, oben am Ende des Tals, und an die Arbeit, die seine Konstruktion gekostet haben musste. »Es ist besser so«, fügte ich hinzu, und fühlte mich dabei, als hätte ich eine lästige Ermahnung meiner Mutter nachgesprochen, die ich nicht wirklich verstand.

»Ich kann hier nicht bleiben«, sagte Jaron wie zu sich selbst. Dann blieb er eine lange Zeit still und Beckfred und ich schwiegen, weil wir annahmen, er sei wieder eingeschlafen. Beckfred löffelte leise den Eintopf, den ich mitgebracht hatte.

»Holt Tajana«, sagte Jaron unvermittelt. »Ich habe Schmerzen.«

Beckfred blickte mir fest in die Augen, bevor er ging. Er zeigt auf die Containertür und schüttelte wortlos den Kopf. Ich verstand, was er mir sagen wollte. Als seine Schritte verklungen waren, schlug Jaron seine Decke zurück, hob die Beine von der Liege und setzte sich langsam auf.

»Möchtest du etwas trinken?«, fragte ich ängstlich, weil genau das passierte, wovor Beckfred gewarnt hatte. Warum hatte er nicht mich zu Tajana geschickt?

Jaron fuhr sich mit der Zunge über seine rissigen Lippen. »Rib.«

»Wenn das Boot kommt…«, begann ich und überlegte verzweifelt, was ich tun sollte. »Leg dich wieder hin. Bitte.«

»Ich habe einen Zugang zu fremden Welten«, murmelte er. »Ich kann hier nicht bleiben, Rib.« Vorsichtig tastete er nach etwas, an dem er sich hochziehen konnte. Als er nichts fand, stand er schwankend auf. Fast wäre er zurückgekippt, doch ich trat auf ihn zu und griff nach seinem unverletzten Arm. Er fasste mich mit seiner großen Hand an der Schulter und fuhr mit der anderen über meinen Kopf.

»Rib«, wiederholte er und lächelte. »Ein tagheller Stern. Irgendwo. Erinnerst du dich?«

»Ja, Onkel Jaron.« Ich fühlte einen Kloß in meiner Kehle. »Du bist verletzt. Es werden gefährliche Männer kommen. Du musst bei uns bleiben. Bitte.«

»Dort, wo ich hingehe, kann man mir helfen, Rib.« Er fasste an seinen Kopfverband. »Dort werde ich wieder gesund, das verspreche ich dir. Ihr könnt mir nicht helfen.«

»Bitte, Jaron, ich will nicht, dass du gehst. Gleich kommt Tajana, sie hat etwas gegen die Schmerzen.« Ich löste mich von ihm und ging langsam zur Tür.

Jaron machte kleine, vorsichtige Schritte. »Niemand hat etwas gegen meine Schmerzen, Rib.«

Ich sah, wie er schwankte als wäre ihm schwindelig. Ich lief nicht zu ihm, sondern ging zur Tür.

Er blieb stehen und atmete schwer. »Rib. Du musst mir helfen. Du glaubst mir doch, oder? Ich liebe euch und dich liebe ich besonders. Aber ich möchte gehen.« Er machte einen Schritt auf die Tür zu und streckte tastend die Arme aus. »Ich habe es dir und deinem Bruder gezeigt. Von dort werde ich gehen. Dort liegt mein Zugang. Kannst du mich zu meinem Haus führen?«

»Es ist dunkel geworden, Jaron. Nacht.«

Jaron zögerte. »Du hast recht. Du solltest nicht mehr hinaufgehen. Das Tal ist nicht mehr sicher.« Er lächelte grimmig unter seinem Verband. Ich sah, dass sich rote Flecken auf dem weißen Gewebe bildeten. »Ich werde es alleine schaffen. Führe mich nur zur Straße.«

»Jaron«, flehte ich ihn an und meine Augen brannten. Ich stürzte aus dem Container und schlug die Tür zu, stemmte mich mit all meiner Kraft gegen den rauen Kunststoff und hielt vergeblich nach etwas Ausschau, mit dem ich sie blockieren konnte. Ich presste mich gegen die Tür, bis meine Schultern weh taten und meine Beine zitterten. Sicher konnte Jaron mich mit Leichtigkeit zur Seite schieben.

Als Tajana und Beckfred kamen, stand ich immer noch dort. Jaron hatte nicht einmal versucht, die Tür zu öffnen.

»Verflucht«, stieß Beckfred aus. »Er hat es tatsächlich probiert. Es tut mir leid, Rib. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet.«

»Was meint ihr damit?«, fragte Tajana alarmiert und trat hinein. Jaron saß auf dem Boden vor der Tür, sodass sie fast über ihn gestolpert wäre.

»Was machst du?«, rief sie entgeistert. »Leg dich wieder hin!«

»Ich habe einen Zugang zu fremden Welten«, murmelte er leise, doch er gehorchte. Tajana holte ein grünes Kunststoffpflaster aus einer kleinen Tasche, die sie bei sich trug. Sie zog die Schutzstreifen ab. »Für solche Pflaster würden die Krieger der Warlords töten«, sagte sie mit mildem Vorwurf. »Glaube nicht, dass du mehr davon bekommst, nur weil du hier Turnübungen veranstaltest.« Sie rollte seinen Ärmel hoch und platzierte es auf dem unverletzten Unterarm.

»So.« Sie erhob sich seufzend. »Hoolan ist nervös«, berichtete sie uns. »Wegen des Spähtrupps. Keiner weiß, was mit dem Kahn ist.«

»Was ist das für ein Pflaster?«, fragte ich.

»Ein Opiat. Armeeausrüstung. Gegen den Schmerz.« Sie blickte auf Jaron hinab und schüttelte den Kopf »Eines unser letzten. Aber er wird jetzt schlafen. Was hat er vorhin gemeint?«

Beckfred zuckte mit den Schultern und ich schwieg.

»Kommt.« Tajana schob uns zur Tür hinaus und schloss sie von außen. »Ihr könnt hier im Moment nichts machen. Hoolan schickt zwei Männer, die das Tal im Blick behalten und den Container schützen.«

*** 

Der Kahn, den der Sammler versprochen hatte, erreichte unser Ufer in der letzten Stunde vor Beginn der Morgendämmerung. Die meisten schliefen, angelehnt an ihr Gepäck oder zusammengerollt unter alten Decken.  Hoolan hatte sich dazu entschlossen, trotz des Risikos zwei niedrige Fackeln am Ufer aufzustellen, damit der Kahn unseren Steg auch in der Dunkelheit finden konnte. Ich saß in der feuchtkühlen Luft, die vom nahen Ufer aufstieg. Beckfred und meine Mutter waren bei mir. Mein Bruder schlief, doch ich hielt angestrengt meine Augen offen und kauerte mich unter eine viel zu dünne Decke. Fay hatte mir verboten, zu Jaron zurückzugehen. »Sie werden ihn ans Ufer tragen, sobald das Boot da ist.«

Mit lautloser Plötzlichkeit näherte sich eine große dunkle Masse unserem Ufer. Hoolan und einige Männer saßen unten auf dem Kiesstrand. Sie sprangen auf und ein Gewehr wurde mit einem klackenden Geräusch entsichert. Gedämpfte Stimmen klangen über das Wasser, ich hörte das klatschende Geräusch von Schritten im seichten Uferbereich.

Fay rüttelt Beckfred wach. »Es geht los.«

Licht flammte auf dem Boot auf, als dort Öllampen entzündet wurden. Es ist viel zu klein, war mein erster Gedanke, und auch die anderen verstummten enttäuscht, als sie das Boot sahen.

Hoolan stieg vom Kiesstrand hinauf und machte beruhigende Gesten mit den Händen. »Der Kahn wartet vor Anker auf der Flussmitte. Das Boot bringt uns hinüber.«

Hinter ihm folgte einer der Männer, die das Boot mit langen Ruderstangen in unsere Bucht gesteuert hatten. Seine Haut war schwarz und seine Haare wirkten gebleicht, als hätte man die ursprüngliche Farbe nur schlecht ausgewaschen. Das Gesicht war voller Narben und er trug ein Gewehr auf dem Rücken, das mit abgegriffenem Klebeband umwickelt war.

»Mein Gott«, sagte er leise und atmete langsam aus, als er die Menge der wartenden Menschen sah. Er griff nach Hoolans Oberarm. »Wir müssen vielleicht vier oder fünfmal übersetzen.« Er zog eine dickläufige Handfeuerwaffe aus dem Gürtel und lud sie mit einer Patrone aus einer Gürteltasche. In flachem Winkel schoss er einen grünen Lichtball über das Wasser auf den Fluss hinaus. Die Leuchtmunition warf mit verklingendem Zischen ein gespenstisch flackerndes Licht in das breite Flusstal. Für einen kurzen Moment konnten wir den langgestreckten Umriss des großen Transportkahnes sehen. Er war voller Menschen und versank wieder in der Dunkelheit, bevor ich genaueres erkennen konnte.

»Kein Gepäck«, rief der bleichhaarige Schwarze und hob die Arme. »Nur Personen, Waffen und medizinische Ausrüstung. Keine Gepäckstücke.«

Zwei andere Männer sprangen über die erhöhte Bordwand ins seichte Wasser und zogen das Boot näher ans Ufer. Aus Löchern in den Seiten ragten lange Ruder wie die ungelenken, viel zu dünnen Beine eines behäbigen Wasserkäfers.

»Zuerst Familien mit Kindern«, rief der fremde Mann. »Sie bleiben zusammen.«

Die Dorfbewohner lösten sich aus ihrer Erstarrung und alles um mich wurde zu Bewegung, Hektik und Stimmen. Fay zog mein altes Stofftier aus unserer Gepäckwanne und drückte es mir in die Hand.

Beckfred griff nach meiner Schulter. »Ich helfe, Onkel Jaron zu holen.« Dann lief er los, als er Tajana in der Menge erblickte.

Ich blickte das Tal hinauf. Die Morgendämmerung kroch über den Kamm der Ebene und verdrängte die ersten Sterne. Ein blasser Schein war am Rand der Ebene sichtbar und teilte sich in eine Kette winziger Lichter, die schnell den Hang herabkamen. Fackeln. Es waren die Warlords.

Mein altes Stofftier fiel auf den Beton der Kaimauer, als ich losrannte. In diesem Moment klang der erste Schuss durch das Tal. Sein Echo pendelte für einen kurzen Augenblick zwischen den Hängen und erstarrte alle Stimmen und Bewegungen. Die fremden Männer vom Kahn schrien Befehle, die ich nicht mehr verstehen konnte. Ich hörte Schreie, doch nichts davon schien mit mir zu tun zu haben. Ein weiterer Schuss ertönte. Ich wollte die Augen schließen, doch ich heftete meinen Blick auf die schattenhaften Umrisse der Häuser und Container, die im ersten Licht schärfere Konturen bekamen. Aus dem Augenwinkel sah ich eine Gestalt, die sich zwischen ihnen bewegte. War das Dreeker, der oben bei Jaron Wache gehalten hatte?

Ein helles Blitzen, gefolgt von einem Krachen und mehr Schreien. Vom Ufer klangen Schüsse, wie ich sie nie gehört hatte, wie das schnelle harte Rasseln einer Kette. Keiner achtete auf mich, keiner versuchte, mich zu stoppen. Alles um mich versank in Chaos. Ich spürte meine Beine nicht und rannte wie durch einen Albtraum die brüchige Straße hinauf.

Er schläft, hatte Tajana gesagt. Er schläft.

Vor Hoolans Container waren keine Aufpasser mehr und die Tür stand offen. Meine Schritte verlangsamten sich. Ich bekam Angst vor dem, was ich in der Hütte finden würde. Raue Schreie klangen die Straße hinab, einzelne Schüsse und das bösartige Knattern der automatischen Waffen durchstießen die Morgendämmerung. Für einen Moment wirkte alles stumm und verlangsamt. Ich spürte deutlich die Schläge meines Herzens, während ich auf die offene Tür starrte. Eine Gestalt mit bandagiertem Kopf erschien.

»Jaron!« Ich schob ihn zurück in den Container, fort von der Tür.

»Um Himmels Willen. Was machst du hier Rib?« Ein schmerzhafter Griff an meinem Arm. »Du musst zurück ans Ufer. Sofort!«

Zwei Schüsse, die sehr nah klangen, unterbrachen ihn. Er tastete zur Wand neben der Tür und zog mich mit sich, hielt mich mit seinen Armen fest.

»Still«, flüsterte er. Männer rannten am Container vorbei, hinab zum Ufer. Ich bewegte meinen Kopf und sah ihre Umrisse vor der zunehmenden Helligkeit. Es waren viele und sie trugen Waffen. Auf der anderen Straßenseite lag ein Körper auf dem Asphalt.

»Beckfred«, flüsterte ich voller Panik. »Sie wollten kommen und dich holen.«

»Ich habe das Drogenpflaster abgezogen, als ihr raus wart.« Er atmete schwer und verzog schmerzhaft das Gesicht. »Aber sie hatten Wachen postiert. Ich konnte nicht weg. Hoolan meint es gut mit mir.«

Ich spürte, wie sich sein Körper entspannte.

»Es ist Ordnung«, seufzte er. »Lass uns einen Moment hier warten, Rib. Sie werden nicht ohne dich fahren. Wir bleiben ganz ruhig.«

Ich wand mich aus seinen Armen und blickte vorsichtig hinaus.

»Komm zurück, Rib.« Er tastete an der Wand entlang.

Die Straße war leer. Ich erkannte, dass der reglose Körper auf der Straße nicht Beckfred war. Es war ein Clanskrieger. Die Straße hinunter hörte man Schüsse. Weißer Qualm zog in trägen Strähnen über den Boden und verschleierte die Sicht. Ich beschrieb es Jaron mit gepresster, atemloser Stimme. Ich erzählte ihm von dem Boot, das auf uns wartete.

»Sie kommen nicht durch.« Er schüttelte den Kopf. Ein dünner Blutfaden lief unter dem Rand des Verbands seine Wange hinab. »Ich bleibe bei dir, Rib.«

Ich griff seine Hand. »Ich bringe dich zur Zentrale.«

»Zur Zentrale«, wiederholte Jaron, als wisse er nicht, was ich meinte.

»Der Zugang zu den fremden Welten. Onkel Jaron. Ich helfe dir. Ich bringe dich hin.«

Unten aus dem Tal erklangen Schreie. »Vielleicht kommen noch mehr, Rib. Wir müssen hier bleiben, es ist zu gefährlich für dich.«

»Nein«, ich schüttelte den Kopf und zog an ihm. »Komm mit.«

»Rib«, er atmete tief. »Es stimmt nicht. Ich habe dich angelogen. Ich … es war nur ein Spiel.«

»Nein!« Ich schrie ihn an. »War es nicht! Es war kein Spiel.« Ich schlug nach ihm, um nicht zu weinen. »Fremde Welten, Jaron. Dort ist dein Zugang. Du musst zurück!«

Als ich versuchte, ihn zur Tür zu ziehen, folgte er mir zögernd. Nachdenken, ich musste nachdenken. Das Dorf war in grauweiße Nebelschwaden gehüllt. Ein metallischer Geruch lag in der Luft, ein  beißendes Gefühl in Mund und Nase. Geisterhafte Flammen erleuchteten den Dunst. Für einen Moment war es vollkommen still. »Ich verstecke mich in deinem Haus, Jaron.«

Wir stolperten die Straße hinauf und Jaron hielt meine Hand fest in seiner. Ein Geräusch hinter mir ließ mich zusammenzucken. Eine Gestalt mit einem Gewehr in Händen lief an Hoolans Container vorbei und folgte uns.

Jaron kam ins Straucheln, als ich stehenblieb. »Was ist?«, flüsterte er und griff meine Schulter.

Es war Beckfred. Er trug Dreekers Gewehr. Der Stoff seines rechten Hosenbeins war dunkel gefärbt und er hinkte. Mein Bruder war angeschossen worden.

»Was ist los? Was passiert?«, drängte Jaron und sein Griff um meine Schulter wurde fester. Angst lag in seiner Stimme.

Beckfred blieb stehen und sah zu uns hinauf. Sein Gesicht war unbewegt. Wir sahen uns an, dann drehte er sich um und hinkte langsam und im Schutz der Hauswände die Straße hinab, in Richtung der Kämpfe.

»Nichts, Onkel Jaron.« Mein Hals war trocken und rau. »Weiter.«

*** 

Es kamen keine weiteren Clanskrieger über die Ebene. Mit der Hilfe von bewaffneten Kämpfern, die mit einem weiteren Ruderboot vom Kahn aus zu Hilfe kamen, konnte der Angriff zurückgeschlagen werden. Die Evakuierung der Dorfgemeinschaft gelang. Von den Männern der Warlords überlebte niemand. Auf Seiten unserer Dorfgemeinschaft gab es nur ein Opfer. Dreeker, der mit Beckfred vorausgerannt war, um Onkel Jaron zu schützen, war an Beckfreds Seite erschossen worden.

Nachdem ich Jaron zum Haus gebracht hatte und bis hinauf zur zentralen Kammer, hatte er mich beschworen, mich sofort unter der Veranda zu verstecken. Zurück im Haus hatte seine Stimme die alte Überzeugungskraft zurückgewonnen. Ich erinnere mich noch, wie sicher er wirkte, wie ruhig und zuversichtlich. Und obwohl sein Kopfverband blutgetränkt war, schien er seine Schwäche zu unterdrücken.

Das letzte, was ich von Onkel Jaron sah, war sein verbundener Kopf und der bandagierte Arm, den er zum Abschiedsgruß hob, als er die Tür hinter sich schloss.

Ich war viel zu aufgeregt für weitere Worte. Als keine Schüsse mehr durch das Tal klangen, kroch ich unter der Veranda hervor. Beim Hubschrauberwrack kam mir Beckfred entgegen, bleich und geschwächt. Er hatte sich sein Bein mit einem Stoffstreifen abgebunden und stützte sich auf Dreekers Gewehr wie auf eine Krücke. Gemeinsam gingen wir durchs Dorf zum Ufer. Die Erleichterung unserer Mutter war geradezu hysterisch. Keiner fragte nach Jaron. Erst sehr viel später.

Der Fluss war eine graue, müde Schlange, die uns fort trug. Sie wand sich durch ihr steiles Tal und verschluckte unser Dorf und mein Leben. Später würde sie mich ans Ufer setzen, an einem anderen Ort, in ein anderes Leben.

Ich sah Beckfred, der ebenfalls zurückblickte. Erst sehr viel später, als ich erwachsen war, sprachen wir darüber. Und ich erzählte ihm davon, wie ich noch einmal zurückgegangen war, als ich schon auf der Veranda stand. Wie ich die Treppe wieder hinaufgerannt war, weil plötzlich alles so schnell gegangen war und ich nicht richtig Lebewohl gesagt hatte. Weil ich plötzlich wissen wollte, welcher Stern seiner war. Weil es Onkel Jaron war.

Ich erzählte Beckfred von der leeren Kammer und dem Metallstuhl, der ganz leicht schwankte, als hätte sich gerade jemand aus ihm erhoben. Die kleine Glühbirne leuchtete noch, als ich die Tür wieder schloss.

Irgendwann wird sie erloschen sein.


Die nächste Story erwartet dich am Freitag, den 12.  Mai 2017, genau hier.

Über den Autor

Michael Schneiberg veröffentlichte bereits einige phantastische Kurzgeschichten in verschiedenen deutschsprachigen Magazinen wie Nova oder Alien Contact. Als Mikel Lindblad schreibt er für junge Leser. Vielen Phantastikfans ist er außerdem als Mitbegründer und Co-Moderator des beliebten Literatur-Podcasts »Schriftsonar« bekannt. Mit „Die Sonne ist nur ein tagheller Stern“ schreibt er eine nachdenkliche post-apokalyptische Geschichte über eine schicksalhafte Freundschaft.

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© 2016 Michael Schneiberg
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Alle Rechte vorbehalten

 

 

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