Stephen Segal - Die Weisheit der Nerds - Der Wolfsmensch

© Mario Zucca

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Der Wolfsmensch


„Selbst ein Mann reinsten Herzens, der sein Nachtgebet spricht, kann zum Tier werden, wenn die Wolfsblume blüht unterm strahlend hellen Herbstmond.“

altes Zigeunersprichwort, Der Wolfsmensch

 

 


Dieses Couplet, das am Anfang von Der Wolfsmensch (1941) steht, soll uns als Einleitung für einen kurzen, tragischen Blick auf das kurze, tragische Leben von Larry Talbot dienen. Talbot war ein rechtschaffener Mann mit einem reinen Herzen. Was aber nicht verhinderte, dass ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Werwolf ihm ein äußerst haariges Problem bescherte. Curt Siodmak verwob Mysterien und Mystik der Werwolf-Sagen in seinem Film so wirkungsvoll miteinander, dass auch heute noch vielen Zuschauern nicht klar ist, dass er sich das Sprichwort selbst ausgedacht hat. In Siodmaks Worten spiegelt sich eine Furcht, die wir alle tief in uns tragen. Die Furcht nämlich, dass es – egal, wer wir sein oder welches Leben wir führen möchten – Dinge gibt, die sich unserer Kontrolle entziehen und uns zu schrecklichen Handlungen treiben können. Wir alle kennen die Furcht, nicht genug Kraft zu besitzen, um das Schlimmste zu verhindern.


Der Blick auf das tragische Leben von Larry Talbot war so lange „kurz“, bis wenige Jahre später einige Sequels erschienen.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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