Die Weisheit der Nerds: Dune

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Dune


„Die Angst tötet den Geist. Die Angst ist der kleine Tod, der die völlige Vernichtung bringt.“

Litanei gegen die Angst der Bene Gesserit, Dune

 

Da steht sie, am anderen Ende des Raumes. Ihr Haar ist lang und schön, und sie ist es auch. Immer wieder suchst du ihren Blick, aber wenn sie ihn erwidert, wendest du dich ab, denn, Gott bewahre, eure Blicke könnten sich treffen. Und dann wüsste sie womöglich, was du fühlst und denkst, und das wäre unerträglich peinlich. Deine Freunde stupsen dich an. Nun geh schon hin, sagen sie. Aber du kannst nicht. Deine Gliedmaßen sind wie eingefroren, deine Zunge ist dick und schwer und geschwollen. Geh hin und sprich mit ihr, sagen sie. Aber du wirst es nicht tun. Du hast Angst, und durch diese Angst hast du schon verloren. Durch die Angst hast du dich selbst verloren. Ist sie für dich verloren. Oder ... oder vielleicht kannst du deine Angst überwinden. Kannst denken, handeln, reden; vernünftig und zuversichtlich sein, statt dich von deinen Gefühlen niederdrücken und auslöschen zu lassen. Vielleicht gelingt es dir einfach, den Raum zu durchqueren und mit ihr zu reden, so dass sie – vielleicht – antwortet.


Frank Herberts bahnbrechender Science-Fiction-Klassiker Dune (1965) wurde zwölfmal von verschiedenen Verlagen abgelehnt. Herbert ließ sich dadurch nicht ins Bockshorn jagen und schickte das Buch weiter raus – so lange, bis er einen Verleger gefunden hatte, der an das Projekt glaubte.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Share:   Facebook