Apollo 17

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KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Apollo 17


„Möge der Geist des Friedens, in dem wir kamen, im Leben aller Menschen fortbestehen.“

Inschrift an der Mondlandefähre von Apollo 17

 

Wovon manche Geeks nur träumen, das machen andere wahr. Als die Amerikaner in den späten sechziger Jahren den Mond ins Visier nehmen, lösten sie damit einen Science-Fiction-Boom in Literatur und Film aus, der die Raumfahrtbegeisterung noch einmal zusätzlich anfachte. Die Mondlandung von 1969 hätte geradewegs aus 2001: Odyssee im Weltraum stammen können – und sie wurde von denen ermöglicht, die sich von den Träumen ganzer Generationen anstecken ließen. Leider kann das Budget solcher Projekte nicht immer mit den Träumen Schritt halten, und beim Apollo-Programm wurde schließlich der Stecker gezogen. Das Schild mit obigem Zitat hängt an den Stufen der Apollo-17-Mondlandefähre, unserer letzten bemannten Mission in eine andere Welt: ein schönes, aber auch schmerzliches Zeugnis einer vergangenen Ära; vor allem vor dem Hintergrund der NASA-Entscheidung, das Space-Shuttle-Programm zu beenden. Nie sind wir weiter gereist als 1972: Eine Ära menschlicher Entdeckungen ist vorerst an ihr Ende gelangt, und dieses Schild ist womöglich das einzige Zeugnis irdischen Lebens, das ein Alien-Raumschiff auf dem Mond finden wird.

 

Auf folgende Frage erwarten wir gar keine konkrete Antwort: Was sagt es über unsere Kultur aus, dass zwar ein Kinohit über eine gescheiterte Mond-Mission (Apollo 13) gedreht wurde, nicht jedoch über die erfolgreichen Mond-Missionen?


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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