KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Isaac Asimov


„Wenn mein Arzt mir sagen würde, dass ich nur noch sechs Minuten zu leben habe, würde ich nicht in depressives Grübeln geraten. Ich würde einfach etwas schneller tippen.“

Isaac Asimov

 

Dass Asimov es ernst meinte, sieht man an seinem gewaltigen literarischen Ausstoß, von dem wir noch unzählige Jahre profitieren werden. Man muss aber nicht Isaac Asimov sein, um genau so zu denken. Denn schon mit unserer Geburt beginnt der Sand, durch unsere Lebensuhr zu laufen – und wir können nur hoffen, alles Wichtige vollenden zu können, bis das letzte Sandkorn hindurchgefallen ist. Vielleicht wissen wir – wie in Asimovs Gedankenspiel – wie viel Zeit uns noch bleibt, vielleicht auch nicht. Eines ist jedenfalls klar: Das Rennen gegen die Natur können wir nur verlieren. Nun kann man darüber verzweifeln oder das Ganze als Weckruf verstehen. Asimovs Worte klingen für jeden Kreativen, der sein Innerstes nach draußen trägt, nicht einfach nur wahr. Sie klingen sehr, sehr weise.

 

 

In den 1960ern und -70ern bewies Asimov eine enorme Schaffenskraft: Er schrieb populärwissenschaftliche Bücher, landete Roman-Bestseller und war Zukunftsforscher. Unsere heutige Medienwelt ist so fragmentiert, dass wohl nie wieder eine einzelne Person auf so vielen verschiedenen Gebieten so einflussreich sein wird wie damals Asimov.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Share:   Facebook