Die Weisheit der Nerds: Was können wir von Rod Serling lernen?

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Rod Serling


„Fantasy ist das Unmögliche, das wahrscheinlich gemacht wird. Science-Fiction ist das Unwahrscheinliche, das möglich gemacht wird.“

Rod Serling


Wir Geeks verbringen übermäßig viel Zeit mit dem Definieren und Kategorisieren unserer Realitätsfluchten. Schaut man sich das Zitat genau an, merkt man allerdings, wie Serling die übliche Unterscheidung zwischen Fantasy und Science-Fiction unterläuft. Er betont nicht die Unterschiede dieser Genres, sondern ihre Gemeinsamkeiten. Serling sieht die Geek-Kultur als Gemeinschaft von intelligenten Tagträumern, denen es darum geht, unbekannte Welten zu entdecken und zu erforschen. Wobei sich unsere Motive durchaus unterscheiden können: Wir wollen aus dem Alltag ausbrechen, uns eine andere Welt vorstellen oder alle möglichen und unmöglichen Wünsche ausleben. Ein Bedürfnis eint uns dabei jedoch alle: die Tagträumerei. Vielleicht sind wir mit unserem Leben unzufrieden, vielleicht sind wir auch dem Phantastischen in einer ansonsten profanen Welt auf der Spur – jedenfalls teilen wir Geeks eine wichtige Charaktereigenschaft: Wir besitzen nicht nur Vorstellungskraft – denn die hat schließlich jeder. Wir haben auch keine Angst davor, Gebrauch von ihr zu machen.

 

Wie der Vorgänger Weird Tales war Serlings Twilight Zone ein Sammelbecken für abgefahrene Geschichten, in denen sich Tropen aus der Science-Fiction, der Fantasy und des Horrorgenres fröhlich miteinander vermischten. Ein Trend, der seit etwa zehn Jahren wieder verstärkt zu beobachten ist.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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