Durch die Galaxy mit Wesley Chu

NERD TALK

Durch die Galaxie mit ... Autor Wesley Chu


In unserer Interviewreihe "Durch die Galaxie" haben wir regelmäßig Autoren an Bord, die uns einige mal mehr mal weniger verrückte Fragen beantworten und uns mit auf eine Reise durch ihren eigenen Kosmos nehmen. Heute hat Wesley Chu, Autor von "Die Leben des Tao", unser Raumschiff betreten. Wir starten in 3...2...1...

 

 

Bitte verrate uns etwas über dich, das noch niemand über dich weiß.

In den 70ern besaßen meine Großeltern ein kleines Lebensmittelgeschäft in Taiwan. Vorne im Haus war der Laden; wir wohnten hinten. Mit vier Jahren bin ich total auf diese Chili-Flocken abgefahren. Nun war es so, dass jeden Nachmittag ein kleines Schläfchen mit meinem Großvater anstand. Ich habe mir vorher immer heimlich diese abgepackten Ramen-Nudeln geholt und ins Schlafzimmer geschmuggelt. Dort habe ich dann die Päckchen mit den Chili-Flocken herausgenommen und ausgelutscht. Die Nudeln selbst habe ich im Wäschebehälter entsorgt. Das Ganze hatte ein Ende, als meine Großmutter eines Tages beim Saubermachen dreißig angebrochene Ramen-Packungen fand.

Ich bekam eine dieser früher üblichen Strafen aufgebrummt, was bedeutete, dass ich zehn Stunden lang in der Ecke knien musste. Vielleicht waren es auch nur fünf Minuten, aber wenn man gerade mal vier ist …

 

Wenn du dir eine eigene Erkennungsmelodie aussuchen könntest, oder einen Song, der jedes Mal gespielt wird, wenn du einen Raum betrittst, welcher wäre es?

Mein Erkennungssong wäre Joe Espositos „You're the Best Around“. Und, ja, dazu gehört unbedingt das Video vom Turnier am Ende von Karate Kid. Denn mal ehrlich, ist das Leben nicht ein einziges großes Kampfsportturnier, bei dem man ein paar Runden lang verprügelt wird, am Ende nur einer gewinnt und anschließend jeder seine Teilnahmebescheinigung bekommt??

 

Stichwort Doctor Who: Wenn du als neuer Doctor regenerieren würden, was wäre dein Erkennungszeichen oder Outfit?

Okay, hast du mal Desperado gesehen, ich meine, damals, als Antonio Banderas noch nicht wie eine ältere Ausgabe von Mr. Bean aussah? Er hatte auch eine knallharte Mariachi-Band. Also, wenn ich der frisch regenerierte Doctor wäre, würde ich so aussehen wie dieser Typ mit den Schlangenleder-Shitkickern, das Hemd aufgeknöpft bis zum Nabel und einen Gitarrenkoffer unterm Arm, der eigentlich ein Raketenwerfer ist.

 

Was wäre dein Patronus oder Vertrauter?

Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber seit ungefähr einem Jahr träume ich immer wieder von einem Airedale Terrier mit Zylinder und Monokel. Der Terrier hat die extraflauschigen Beine eines prämierten Airedale, die aussehen wie Beinstulpen aus den 1980ern. Er kommt also zu mir ins Zimmer, setzt sich hin und trinkt ganz in Ruhe eine Tasse Tee. Dann schaut er mich an und schüttelt alle paar Minuten den Kopf – genau wie meine Frau, wenn ich was Blödes sage.

 

Wenn du einen neuen Laden in der Winkelgasse eröffnen könnten, was würdest du verkaufen?

Ich würde ein Arschloch-Bekehrungs-Zentrum eröffnen und sämtliche Lorbeeren für Draco Malfoys Kehrtwendung vom Oberarschloch in Joffrey'schen Ausmaßen zur Jung-Darth-Vader-Verträglichkeit einheimsen. Ich weiß, der Junge hätte beinahe den Jar-Jar gegeben, aber wir haben ihn in allerletzter Minute gerettet. Du weißt ja, wenn einer erst mal richtig Binks geworden ist, bleibt oft nur noch die Notschlachtung.

 

Wenn wir endlich die Kommunikation mit weit entfernt lebenden Aliens hergestellt haben, was wäre das Erste, was wir ihnen über die Menschheit mitteilen sollten?

Wir schmecken furchtbar und geben schreckliche Sklaven ab. Wir sind atemberaubend inkompetent und matschig, und für harte Arbeit sind wir nicht geschaffen. Nicht nur das, wir ruinieren im Grunde alles, was wir anfassen. Und wir stinken.

Allerdings, wenn ihr darauf besteht, melde ich mich gern freiwillig, um bei der Unterdrückung meiner Mitmenschen zu helfen, o mächtige Alien-Herrscher.

 

Wenn du ein bisher unentdecktes Buch von einem nicht mehr lebenden Autor finden würdest, welches wäre es?

Die 1761 erschienene Kamasutra-Interpretation im "Poor Richard"-Almanach von Richard Saunders, besser bekannt als Benjamin Franklin. 

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