Die Weisheit der Nerds: Was können wir von Alan Moores V wie Vendetta lernen?

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KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: V wie Vendetta


„Ideen sind kugelsicher.“

V wie Vendetta

 

Was Alan Moore besonders gut kann, ist die Erschaffung anarchischer Figuren, die ihre Sache bis zur letzten Konsequenz durchziehen. (Und dann daran zugrunde gehen.) In V wie Vendetta braucht es eben nicht nur ein hehres Ziel, sondern auch die Bereitschaft, dafür zu sterben, um das totalitäre Regime zu stürzen. Vielleicht hat unsere Gesellschaft diesen Grad totalitärer Unterdrückung noch nicht ganz erreicht. Doch auch heute ist die Meinungsfreiheit von vielen Seiten ernsthaft bedroht. Das Internet – es kommt dem freien Informationsaustausch noch am nächsten – steht unter massivem Zensurdruck, sowohl durch Regierungen wie auch durch Konzerne; schon heute ist das Hacken von Firewalls eine Art Volkssport. Derweil steht die Privatsphäre des Einzelnen unter schwerem Beschuss. Blogger werden attackiert, weil sie brisante Themen öffentlich machen. Facebook mag zwar eines der größten sozialen Netzwerke der Erde sein, wirkt aber wie ein Typ mit Richtmikro, der im Gebüsch vor deinem Haus hockt. Ideen mögen vielleicht kugelsicher sein, das schon. Aber sie sind auch nur so stark wie diejenigen, die sie verbreiten.

 

Cory Doctorow ist einer der Übergeeks unserer Generation – und diesen Status erwarb er sich auf zwei ganz unterschiedlichen Feldern: als Science-Fiction-Autor und als Aktivist für Internetrechte bei der Electronic Frontier Foundation.

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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