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FILM

Die wichtigsten Fantasy- und Science-Fiction-Serien 2019


In der Flut der Serien, die seit ein paar Jahren über uns hereinbricht, ist es schwierig, den Überblick zu wahren. Deshalb stellen wir euch hier die wichtigsten neu gestarteten Fantasy- und Science-Fiction-Serien-Serien 2019 vor - SuperheldInnen mit eingeschlossen.

Es gibt so einige Serien, die in diesem Jahr mit neuen Staffeln für Aufsehen sorgten, allen voran natürlich Game of Thrones, aber auch The OA, jene außergewöhnliche Mystery-Serie, die nach dieser 2. Staffel leider abgesetzt wurde. In diesem Artikel soll es aber ausschließlich um Fantasy- und Science-Fiction-Serien gehen, die 2019 ganz neu angelaufen sind, oder noch anlaufen werden.

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Love, Death + Robots

Kurzgeschichten haben es schwer in Deutschland, vor allem jene internationaler AutorInnen, die erst noch übersetzt werden müssen. Da sind wir hier praktisch von der aktuellen Szene abgeschnitten. Um so schöner, dass es jetzt eine ganze Anthologie-Serie mit Phantastikkurzgeschichten per Netflix auch nach Deutschland geschafft hat.

Love, Death + Robots (hier gibt es mehr zur Serie) wurde von Tim Miller (Deadpool) entworfen und von David Fincher produziert, die Drehbücher stammen von Philip Gelatt und setzen Kurzgeschichten von Autoren wie John Scalzi, Alastair Reynolds, Peter F. Hamilton, Joe Lansdale, Ken Lui, Marko Kloos und Michael Swanwick um. Die Folgenlänge variiert zwischen 6 und 30 Minuten, immer so lange, wie es für die Geschichte notwendig ist. In bester Tradition von Heavy Metal (Schwermetall) richtet sie sich an ein erwachsenes Publikum, mit viel Sex und Gewalt, dazwischen finden sich aber auch humorvolle und poetische Geschichten (Mein Anspieltipp ist Zuma Blue nach Alastair Reynolds). Staffel 2 ist in Arbeit, dieses Mal mit einer weiblichen Showrunnerin (Jennifer Yuh Nelson).

Verfügbar auf Netflix

Carnival Row

Carnival Row ist eine Fantasyserie, die ein dem viktorianischen London ähnelndes Setting mit keltischer und weitere europäischer Mythologie vermischt. Der Hauptfall über einige übernatürliche Morde erinnert an Ripper Street, aber eben mit allerlei Fabelwesen, die versuchen in einer industrialisierten, rauen Umgebung zu überleben. Interessant wird es, wenn auf den Krieg der beiden Parteien eingegangen wird - inklusive einer eindrucksvollen Rückblendenfolge - und die politischen Ränkespiele. Zwar weißt die erste Staffel noch diverse Schwächen auf (der Krimiplot ist eher auf Filmlänge ausgelegt, so wie Carnival Row ursprünglich geplant war), ist aber ein vielversprechender Auftakt zu einer vorlagen- und franchisefreien Fantasyserie, die aktuelle Themen wie Rassismus und Vertreibung in phantastischem Gewand verhandelt.

Verfügbar auf Amazon Prime

Dark Crystal: Age of Resistance

Eine wunderschöne Puppentrickserie der Henson-Company, in der die Vorgeschichte zum Film Der dunkle Kristall (hier im Rewatch) von 1982 erzählt wird. Davon, wie die Gelflinge einst den Skesen dienten, schließlich aber untergingen, als der Kristall korrumpiert wurde. Man setzt auf die altbewährte handgemachte Puppentricktechnik, verbindet sie aber mit moderner Tricktechnik, die für ein atemberaubendes Seherlebnis sorgt. Doch das Herz der Serie ist die bewegende Geschichte, die deutlich komplexer angelegt ist, als die die klassische Heldenreise des Films. Trotz der starren Puppengesichter erleben wir hier Figuren, die einem ans Herz wachsen.

Verfügbar auf Netflix

Good Omens

In unserer Welt angesiedelte Urban-Fantasy-Serie um Engel und Dämonen nach Vorlage des Romans von Neil Gaiman und Terry Pratchett, mit Martin Sheen und David Tennant in den Hauptrollen und einem Queen-Soundtrack. Muss ich noch mehr dazu schreiben? Erfreute sich im Sommer großer Beliebtheit, mit seinem skurrilen Humor und den brauchbaren Effekten.

Verfügbar auf Amazon Prime

The Umbrella Academy

Die Comicadaption von Netflix kam Anfang des Jahres wie aus dem Nichts und überraschte mit einer gelungenen visuellen Umsetzung und gut erzählten Geschichten über die jeweiligen Figuren in den einzelnen Folgen, auch wenn sie im Verlauf der ersten Staffel stärker auf klischeehafte Handlungsbahnen einschwenkte. Eine charmant verschrobene Superheldenverfilmung abseits der üblichen Superheldenkosmen.

Verfügbar auf Netflix

His Dark Materials

Nach dem Film von 2007, der zweite Versuch, die Jugendbuchreihe um Der goldenen Kompass von Philip Pullman zu adaptieren. Dieses Mal haben sich die BBC und HBO für eine Serie zusammengetan, die Anfang November im englischsprachigen Raum angelaufen ist, und bei uns ab dem 25. November auf Sky laufen wird. Die ersten Trailer um Lyra Listenreich und ihren Daemon wirken beeindruckend, die Kritiken sind größtenteils positiv.

Ab dem 25.11 auf Sky

Undone

Eine Amazon-Serie mit Rosa Salazar und Bob Odenkirk über eine junge Frau, die nach einem Autounfall ihren toten Vater sieht, der ihr zeigt, wie sie Zeit und Raum manipulieren kann, um ihn zu retten. Das Retroskopieverfahren, in dem echte Schauspieler in eine Art Zeichentrickwelt verfrachtet werden, ist eine perfekte Ergänzung für diese Geschichte, in der die Grenzen der Realität verschwimmen und Traum und Wirklichkeit eins werden. Eine der originellsten Serien 2019.

Verfügbar auf Amazon Prime

Watchmen

Ein gewagtes Unterfangen von Damon Lindelof (Lost, Leftovers), den Kultcomic von Alan Moore und Dave Gibbons mit einer eigenen Geschichte, die Jahrzehnte später spielt, fortzusetzen. Möglich machen es die unfairen By-Out-Verträge der Comicbranche, durch die nicht die Urheber Herr über ihr Werk sind, sondern die Comicverlage. Die Kritiken zu den ersten Folgen sind überwiegend sehr positiv, mich konnten die ersten beiden Episoden aber noch nicht so richtig überzeugen. Trotz der auszeichneten Darsteller, des treibenden Soundtracks von Trent Reznor und Atticus Ross und der eleganten Inszenierung. Thematisch bewegt sich die Serie am Puls der Zeit, mit dem Kampf rechtsextremer Terroristen gegen die liberale Gesellschaft, die hier aber auch ordentlich ihr Fett abbekommt.

Läuft seit dem 4. November wöchentlich auf Sky

The Witcher

Nach dem Ende von Game of Thrones dieses Jahr, mit dem umstrittenen Finale, liegen jetzt alle Augen und Erwartungen auf The Witcher. Die Adapation der Kurzgeschichten und Romane des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, könnte die nächste große Fantasyserie werden (zumindest bis die Herr-der-Ringe-Serie von Amazon folgt). Durch den Erfolg der drei Computerrollenspiele ist eine weltweite Fanbasis vorhanden. Die Trailer wirken sehr düster, Visual Effects Supervisor Julian Parry betonte im Interview mit SFX, man wolle sich mehr auf die Horrorelemente konzentrieren, weniger auf die Fantasy. Doch ob die Serie auch ohne Sapkowskis trockenen Humor funktioniert?

Wird am 20. Dezember auf Netflix veröffentlicht; Staffel 2 wurde bereits bestellt

Osmosis

Ist eine französische SF-Serie von Netflix, in der es um die Suche nach dem Seelenpartner geht, unterstützt durch eine App, die per Nanobots direkt im Körper operiert. Was könnte da wohl schiefgehen? Elegant gefilmte Near-Future-Serie, die wie eine längere Black Mirror-Folge wirkt, über die Vor- und vor allem Nachteile des technologischen Fortschritts und dessen Folgen auf die Gesellschaft. Aber durchaus vielschichtig erzählt, mit gut ausgearbeiteten Figuren aus der Start-up-Szene.

Verfügbar auf Netflix

Matrjoschka (Russian Doll)

Kurze, kompakte, aber doch komplexe Netflix-Serie über eine junge New Yorkerin, die immer wieder auf kuriose Weise ums Leben kommt, dann aber murmeltiertagmäßig am selben Tag auf derselben Party zu sich kommt und herausfinden muss, wie sie in dieser höllischen Zeitschleife gelandet ist. Ein bewährtes Konzept frisch aufbereitet, das vor allem vom anarchistischen Charisma der Hauptdarstellerin Natasha Lyonne lebt.

Verfügbar auf Netflix

The Boys

Einer der Überraschungshits 2019, denn bei einer Serienumsetzung der Preacher-Macher eines Comics von Garth Ennis und Darick Robertson, erwartete man vor allem bösen, grenzwertigen Humor und viel überzogene Gewalt. Beides erhielt man auch, aber so wohldosiert eingebettet in eine gelungene Superhelden- und Mediensatire, mit gut ausgearbeiteten Figuren. Wenn Superhelden böse Arschlöcher und Kriminelle sind, denen keine Grenzen gesetzt werden, und der Widerstand hoffnungslos erscheint, kommt dabei eine originelle und kurzweilige Serie heraus.

Verfügbar auf Amazon Prime

For All Mankind

Erzählt eine alternative Historie des 20. Jahrhunderts, in der die Russen zuerst auf dem Mond gelandet sind und schon in den 70er-Jahren afroamerikanische Frauen zu Astronautinnen ausgebildet werden. Zur Abwechslung also mal keine Alternativgeschichte, in der die Nazis den Krieg gewonnen haben (siehe The Man in the High Castle, vierte Staffel gerade angelaufen), sondern die Geschichte der Raumfahrt im Zentrum der Frage steht, wie der Kalte Krieg verlaufen wäre, hätte es einige kleine Abweichungen gegeben.

Erhältlich auf dem neuen Streamingdienst AppleTV+

Green Frontier (Frontera Verde)

Okay, wird sicher nicht zu den wichtigsten Serien des Jahres gehören, wurde von mir aber in die Liste aufgenommen, weil es zur Abwechslung mal ein Mysteryserie aus Kolumbien ist, die sich mit den Mythen der Ureinwohner auseinandersetzt und deren Konflikte mit der modernen Welt mittels Magie illustriert.

Verfügbar auf Netflix

Anmerkungen

An dieser Stelle hätte ich auch noch The Mandalorian erwähnen können, da damit immerhin der neue Streamingdienst Disney+ eingeführt wird. Doch bei uns in Deutschland und in den meisten anderen Ländern der Welt wird es erst ab 31. März 2020 so weit sein. Was bedeutet, dass die Hälfte der Leute die Serie dank Internetspoilerei, VPN und illegaler Downloads schon kennen wird, während die andere Hälfte bis Ende März wartet. Ebenfalls noch nicht bei uns angelaufen ist die Neuauflage der Anthologieserie The Twillight Zone.

Serienwarnungen

Neben vielen mittelmäßigen bis ganz ordentlichen Shows, gibt es leider auch einige, um die man besser einen großen Bogen macht, da sie so schlecht und, ja gar blöd geschrieben sind, dass Zusehen selbst den anspruchslosesten Zuschauer schmerzt. Im Bereich der Science Fiction taten sich da vor allem I-Land alias Lost für Doofe, und Another Life hervor, in der die ausgezeichnet spielende Katee Sackhoff zur Rettung der Welt auf eine Klassenfahrt ins All geschickt wird.

P.S. Und alls kleiner Geheimtipp zum Schluss, empfehle ich noch die Mysteryserie "Limetown" auf Facebook Watch, die zwar nicht in der Liga von Fringe und Co. spielt, aber aktuell eine der wenigen brauchbaren Serien in diesem Genre abliefert.

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