Die letzte Chance, jetzt noch in GAME OF THRONES einzusteigen

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FILM

Finale Staffel von Game of Thrones: Die besten Gründe, jetzt noch in GOT einzusteigen


Peter Osteried
12.03.2019

Derzeit läuft im deutschen FreeTV Staffel 8 von Game of Thrones. Redet euch nicht ein, der Zug nach Westeros sei schon längst abgefahren, wenn ihr die bisherigen sieben Staffeln von "GOT" verpasst habt. Unser Autor Peter Osteried hat 67 Stunden "Game of Thrones" nachgeholt - rechtzeitig zu Beginn der letzten Staffel.

Am 15. April 2019 startet die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones". Eine Wartezeit von fast zwei Jahren ist dann vorbei und wir erfahren, was noch nicht einmal in den "Das Lied von Eis und Feuer"-Romanen von George R. R. Martin ausfabuliert ist: Wie der Kampf um Westeros enden wird. 

Wenn man am 13. März beginnt, zwei Folgen am Tag zu schauen und das Ganze am 14. April mit drei Folgen am Stück krönt, klingen sieben Staffeln (= 67 Stunden) doch gar nicht mehr so wild, oder? 

Warum ich 67 Stunden nur allzu gern geopfert habe

Hypes waren mir immer ein wenig suspekt. Dinge, die allen gefallen, verlieren für mich ein wenig ihren Reiz. Außer, man war sehr früh dabei. Steigt man jedoch zu spät ein, hat man ein wenig das Gefühl, als würde man viel zu spät zu einer Party kommen – und der größte Spaß ist längst vorbei.

Das habe ich vor wenigen Wochen selbst erlebt, denn nach Sichtung der ersten Staffel vor einigen Jahren bin ich nicht mehr dazu gekommen, "Game of Thrones" überhaupt anzusehen. Aber es gibt Hoffnung - sieben Staffeln aufzuholen ist machbar! Es funktioniert, wenn man das Privatleben für ein paar Tage außen vorlässt.

Im Januar war es nämlich auch für mich soweit. Ich hatte mich entschlossen, die komplette "Game of Thrones"-Serie nachzuholen, um vor der achten Staffel up-to-date zu sein.

Die volle Dröhnung. 67 Folgen in neun Tagen. Das ganz tiefe Ein- und Abtauchen in die Welt von Westeros.

Fazit: Es war ein zutiefst befriedigendes Erlebnis, weil "Game of Thrones" in jeder Beziehung aus allen Rohren feuert.

Achtung Spoiler! 20 Greatest Game of Thrones Moments

Gründe gegen die Abkürzung

Natürlich könnte man auch in die Serie einsteigen und sich nur Schlüsselmomente dessen ansehen, was in den sieben Jahren zuvor passiert ist. Ein paar Folgen, in denen die Figuren vorgestellt werden, ein paar Folgen, in denen Hauptfiguren sterben, die Geschichte mit der Roten Hochzeit, Daenerys Targaryens Aufstieg oder die Schlacht der Bastarde: Alles große, alles wichtige Momente, die ihre Wirkungsweise und ihre emotionale Wucht allerdings nur entfalten, wenn man voll in der Geschichte ist. Man würde sich mit dieser Strategie selbst eines Großteils des Spaßes berauben und noch dazu der eigenen Verwirrung Vorschub leisten, da im Lauf der Jahre Figuren auch neu besetzt wurden, was bei Sprüngen in den Erzählsträngen natürlich schnell unübersichtlich werden kann.

Die sieben Staffeln nicht abzukürzen, lohnt sich. Weil man sich "Game of Thrones" vorstellen muss wie das Lovechild von "Der Herr der Ringe" und "Die Tudors", mit der Größe epochaler Fantasy, aber den komplexen Ränkeschmieden und Intrigen am Hofe, gebündelt mit extrem starken Figuren – inklusive starken Frauenfiguren.

Größer als Kino

Mag die erste Staffel noch ein wenig kleinlich anmuten, so merkt man der Serie im Verlauf an, dass HBO immense Summen in jede weitere Staffel gesteckt hat. Mit Drehorten auf der grünen Insel Irland, aber auch im prächtigen Dubrovnik, hat "Game of Thrones" natürliche Schauwert. Großartige Effekte wie die Drachenszenen oder auch die Schlachtenbilder sorgen für ein Seherlebnis, das man in dieser Art früher nur im Kino gehabt hätte. Aber wo ein Kinofilm maximal drei Stunden hat, um seine Geschichte zu erzählen, werden es im Heimkino am Ende fast 80 Stunden sein, die es dem Zuschauer erlauben, sehr breit und sehr tief in die Handlung einzusteigen.

Trailer: Game of Thrones | Season 8

Ein mediales Phänomen

Schon die Romane von George R.R. Martin waren erfolgreich, die Fernsehserie hat aber noch einen ganz anderen Level erreicht – weil einfach heutzutage mehr Leute Serien anschauen als Romane lesen. Hier ist ein kulturelles Phänomen entstanden, dem etwas gelungen ist, was in der zersplitterten Medienlandschaft kaum noch vorkommt: Ein so großes Publikum an einen Erzählstoff zu binden, dass sich tatsächlich ein Gemeinschaftserlebnis ergibt, wenn man die Serie ansieht. Weil bei der Arbeit oder im Freundeskreis Menschen sind, mit denen man darüber reden kann. Bei den wenigsten Fernsehserien ist das heute noch der Fall.

Die Figuren sind vielschichtig gestaltet, die verschiedenen Handlungsstränge werden konsequent fortgeführt, das dramatische Potenzial ist enorm hoch, weil man nicht davor zurückschreckt, auch Hauptfiguren sterben zu lassen. Vielleicht nimmt am Ende der achten Staffel die Figur, die man am meisten verabscheut, ihren Platz auf dem Eisernen Thron ein. Das würde mit Konventionen brechen, wäre aber auch mutig und extrem wirkungsvoll.

Die Party ist noch nicht vorbei

Mein Fazit: Manchmal ist Zuspätkommen besser als gar nicht dabei zu sein. Bei "Breaking Bad" lohnte sich diese Strategie, bei "Game of Thrones" ist dies noch mehr der Fall. Weil die Serie mit ihrer Vielzahl an Charakteren und Handlungen extrem komplex ist, aber auch, weil sie verschiedene Genrevorlieben bedient.

Und so fiebere nun auch ich dem Ende entgegen. Natürlich könnte es ein glückliches sein mit den richtigen, den anständigen Figuren, die den Sieg davontragen. Aber in der Welt von Westeros ist alles möglich. Und ich werde es miterleben.

 

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