Highlander - Es kann nur einen geben

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Der Zweite Blick (Folge 19): Highlander - Es kann nur Tausend geben


Sein Name ist Duncan McLeod, der Highlander. Geboren 1592 in den Highlands von Schottland, und er lebt noch heute. Er ist unsterblich – seit nunmehr 400 Jahren. Ein Kämpfer, ein Liebender, ein Wanderer. Immer im Kampf auf Leben und Tod mit anderen Unsterblichen. Der Sieger nimmt dem Gegner den Kopf und damit auch seine Macht.

Ich bin ein Beobachter, einer derjenigen, die jeden Schritt eines Unsterblichen verfolgen und dokumentieren, sich aber niemals einmischen. Wir kennen die Wahrheit über die Unsterblichen: Am Ende kann es nur einen geben. Möge er es sein, Duncan McLeod. Der Highlander!

Die Welt von Highlander

Eigentlich will Duncan McLeod, attraktiver Großstadtschotte in den USA, nur vor sich hin leben. Doch als Unsterblicher muss er sich – gefühlt ständig – mit anderen Unsterblichen zum Schwertkampf treffen. In der Regel sind seine Gegner aggressive Vollpfosten und von der eigenen Macht berauscht, was jede dieser Begegnungen zum Kampf Gut gegen Böse macht.

Obwohl er von Natur aus Einzelgänger ist, schart Duncan im Laufe der Serie mehrere Weggefährten um sich, die mit der Zeit hinter sein Geheimnis kommen. Richie, sein Mündel, wird selbst unsterblich. Joe gehört dem zwielichtigen Orden der Beobachter an. Methos ist der Älteste seiner Art und ebenso weise wie verschlagen. Tessa ist eine der vielen Lieben in Duncans Leben. Und spätestens nach vierzig Minuten einer jeden Geschichte folgt: der Griff zum Katana!

Highlander TV-Staffel 1 - Intro

Die nackten Fakten

Hollywood kann grausam sein. Funktioniert ein Konzept an der Kinokasse, dann wird es gemolken bis zum bitteren Ende. Highlander, die TV-Serie, ist solch ein Ende.

Sie basiert auf dem gleichnamigen Spielfilm von 1986 (Buch: Gregory Widen, Regie: Russell Mulcahy), dessen Ende eigentlich ü-ber-haupt keinen Spielraum für Fortsetzungen ließ - und prompt mehrfach fortgesetzt wurde. Das Original zählt verdientermaßen zu den Genrehighlights seines Jahrzehnts, die Nachfolger können getrost ignoriert werden. Und irgendjemand besaß auch 1992 noch die Rechte an dem Stoff.

Diese Irgendjemands waren Bill Panzer und Peter Davis. Es gelang ihnen, internationale Geldgeber für eine TV-Version des Materials zu organisieren (weswegen die späteren Staffeln zum Teil in Europa spielen mussten) und sogar den Ur-Highlander Christopher Lambert für einen Cameo im Pilotfilm zu verpflichten, der gewissermaßen die Staffelübergabe sein sollte.

Die Serie erwies sich letztlich als recht behäbig erzählte Standardunterhaltung, die gelegentlich – und in späteren Staffeln durchaus häufiger – klare Ausreißer nach oben hatte. In ihren besten Momenten nahm sie Elemente heutiger Mysteryserien vorweg und geizte nicht mit Atmosphäre. Sehenswert!

Das Erbe

Die Wahrheit schmerzt. Der TV-Highlander war absolut erfolgreich und gebar gleich mehrere Nachfolger, die leider allesamt zum Subgenre der absoluten Rohrkrepierer zählen. Highlander: The Raven baute um eine der wiederkehrenden Gastrollen eine Cop-Show und kam auf gerade mal eine Staffel. Mehrere Trickserien fürs Kinderprogramm liefen komplett unter dem Radar. Und mit Highlander: Endgame (2000) und dem über alle Maßen misslungenen Highlander: The Source (2007) schafften es Davis und Panzer sogar, den Erfolg der TV-Serie auf links zu drehen, und selbst treueste Adrian-Paul-Apologeten zu vergraulen. Der Rest ist (gnädiges) Schweigen.

 

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Manche Serien ziehen so schnell an uns vorbei, dass wir sie kaum registrieren. Andere liegen zu lange zurück – und waren zu wenig massentauglich –, als dass sie sich noch heute häufiger Wiederholungen oder gar eines DVD-Releases erfreuen könnten. Doch was, wenn sie dennoch sehenswert sind? Diesen Produktionen gewähren wir ab sofort … den zweiten Blick.

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