Auf, auf und davon! Superman-Comics für Einsteiger

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Auf, auf und davon! Superman-Comics für Einsteiger


Superman, der kryptonische Mann aus Stahl und außerirdische Beschützer der Erde, eröffnete 1938 das Zeitalter der Superhelden - und zählt zu den größten Comic-Ikonen überhaupt. Das Symbol, das er auf der Brust trägt, ist überall auf der Welt bekannt. TOR ONLINE-Autor Christian Endres, der viele DC-Titel für Panini als Redakteur betreut, stellt die Superman-Comics vor, mit denen jeder Neuleser Spaß hat.

Erde Eins

Autor J. Michael Straczynski, Erfinder der wegweisenden Science-Fiction-Fernsehserie „Babylon 5“, verfasste wichtige Comics mit z. B. Spider-Man oder Thor, aber eben auch mit Superman. In der richtig erfolgreichen Graphic-Novel-Serie „Superman: Erde Eins“ lieferte Stracz eine zeitgemäße Blockbuster-Neuinterpretation von Supermans Herkunftsgeschichte und seinen Anfängen als Held mit Alien-Erbe und Menschen-Problemen. Straczynskis Alternativwelt-Modernisierung, die von Shane Davis und Ardian Syaf illustriert wurde, brachte es auf drei einsteigerfreundliche, exzellente Bände, die mit ihrer Darstellung von Clark Kent und seinen Herausforderungen Fans und Neuleser gleichermaßen ansprechen. Eine weitere, nicht minder gelungene Neufassung von Supermans frühen Jahren findet sich übrigens im Band „Superman: Secret Origin“, geschrieben von Geoff Johns und gezeichnet von Gary Frank.

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Für alle Zeiten

Wer diese Artikelserie verfolgt, der weiß, dass Autor Jeph Loeb und Zeichner Tim Sale als eingespieltes Team eine Vielzahl unvergesslicher Comic-Klassiker mit allen möglichen Helden von DC und Marvel gestalteten. Einer davon ist „Superman: For All Seasons“ von 1998, dessen einzige deutsche Ausgabe leider schon viel zu lange zurückliegt (dafür gibt es auf Englisch aktuell z. B. ein Deluxe-Hardcover und ein Paperback mit genau dem richtigen, matten Papier und drei Bonuskurzgeschichten). In „Superman: For All Seasons“ erzählen Loeb und Sale auf wahrlich kongeniale Weise, wie ein Junge aus Smallville in Metropolis zum Heilsbringer wird und was für Fragen und Probleme seine einmalige Heldenreise aufwirft. Ein Meisterwerk und die beste Superman-Geschichte. Aller Zeiten. Liest man immer wieder gerne, und jedes Mal staunt man über die Details in den Bildern sowie die gefühlvollen, charmanten Texte.

Superman Adventures

Zwischen 1996 und 2000 begeisterte die „Superman“-Trickserie – im Original „Superman: The Animated Series“ – mit ihrem reduziert-futuristischen Design des Mannes von Morgen und seiner Stadt von Morgen. Dazu kam ein traditionsbewusster, gut funktionierender Remix der bekanntesten Elemente des Supermann-Mythos, obwohl sogar neue Figuren wie Livewire eingeführt wurden. Parallel zur Animationsserie erschienen neue Comic-Geschichten, die Paul Dini, Scott McCloud, Rick Burchett, Mark Millar und andere im ikonischen Stil und Kanon der preisgekrönten TV-Abenteuer umsetzten. Auf Deutsch gibt es einen Sammelband der allseits beliebten „Superman Adventures“, auf Englisch kamen ein paar Bände mehr heraus. Die oftmals abgeschlossenen Storys fangen sowohl den Geist der phänomenalen Trickserie als auch der Legende von Superman ein. Win-Win.

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Rebirth & Action Comics 1000

Peter J. Tomasi, Patrick Gleason, Doug Mahnke und andere widmeten sich zu Beginn der „Rebirth“-Ära, die 2016 mal wieder eine Neuausrichtung des DC-Universums zur Folge hatte, Supermans kleiner Familie: also Clark, seiner Frau Lois und ihrem Sohn Jonathan, der als Superboy seine Kräfte erforschte. Ihr Leben zwischen Superheldentum und Kleinstadtmysterien stand ab „Superman Sonderband 1: Der Sohn von Superman“ im Mittelpunkt. Von allen Supie-Serien der letzten Jahre überzeugte besonders diese fantasievolle Mischung. Ende Januar beginnt dagegen eine neue Ära. Die deutsche Ausgabe der US-Rekordjubiläumsnummer „Action Comics 1000“ fliegt als „Superman Special“ mit 100 Seiten heran, wobei jeder die Storys in der Anthologie lesen kann. Anfang Februar nimmt in den deutschen Publikationen zudem Bestsellerautor Brian Michael Bendis das stählerne Zepter in die Hand. Der Schöpfer von Jessica Jones und Miles Morales wird nach rund 20 Jahren als Marvel-Motor seinen Fußabdruck in Supermans Welt hinterlassen. Los geht es mit einer Kurzgeschichte in „Action Comics 1000“ mit Artwork von Jim Lee, dem von Ivan Reis, Steve Rude, Kevin Maguire, Ryan Sook und anderen gezeichneten Band „Superman: Der Mann aus Stahl“ und im Frühjahr den neu gestarteten „Superman“-Serien in Heft und Sonderband.

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Joe Shuster – Vater der Superhelden

Die Geschichte, wie Supermans Erfinder Joe Shuster und Jerry Siegel mit ihrem Helden die Comic-Welt der späten 1930er revolutionierten und die Ära der amerikanischen Superhelden einläuteten, irgendwann aber die Kontrolle über ihre Schöpfung verloren und viele Jahre lang ohne Anerkennung und Ruhm in Vergessenheit lebten, steht fraglos auf der Schattenseite der Superman-Mythologie. In ihrem hervorragenden Comic-Roman „Joe Shuster: Vater der Superhelden“ erzählen der in Deutschland geborene Autor Julian Voloij und der international bekannte Zeichner Thomas Campi die ganze unschöne Geschichte, die heute noch viel hässlicher ist, da die Erben der Superman-Väter keinen Schlussstrich ziehen wollen. Eine bemerkenswerte Comic-Geschichtsstunde in ausgesprochen schönen Bildern, deren Anmutung unübersehbar von Norman Rockwells Gemälden inspiriert wurde.

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Weitere Tipps im Schnelldurchlauf

Superman bekam zu seinem 80. Geburtstag 2018 die Best-of-Behandlung verpasst, und wie immer ist die „Superman Anthologie“ eine gute Gelegenheit, die Geschichte des Stählernen nachzuvollziehen +++ In „Was wurde aus dem Mann von Morgen?“ warten mehrere Supie-Storys von Alan „Watchmen“ Moore, der u. a. das Ende des DC-Recken behandelte – einer von vielen Moore-Klassikern, die zur Comic-Grundausstattung gehören +++ Kurt Busiek schrieb eine lange Saga über den Kryptonier, vor allem jedoch inszenierte er mit Zeichner Stuart Immonen den Einzelband „Superman: Geheimidentität“ bzw. „Superman: Secret Identity“, eine der realistischen und besten Interpretationen des Super-Mythos +++ Der berüchtigte Meta-Schreiber Grant Morrison befasste sich ebenfalls mehrfach mit dem Mann aus Stahl, hervorzuheben ist sein Ideenfeuerwerk „All Star Superman“, das spektakulär von Frank Quitely bebildert wurde +++ Wer eher auf das Artwork von Jim Lee steht, der seit den 90ern mehr als eine Generation Leser und Zeichner konditionierte, freut sich über das Action-Spektakel im dicken Einzelband „Superman: Unchained“ +++ Und für wen Comics automatisch Heftchen bedeuten: In der abgelaufenen „Superman“-Heftserie bei Panini versteckt sich ab Ausgabe 37 von 2015 ein Highlight. Geoff Johns und John Romita jr. realisierten nämlich einen immens klassischen, aufregenden und obendrein zugänglichen Mehrteiler +++ Max Landis war u. a. an der „Dirk Gently“-Fernsehserie beteiligt. In „Superman: American Alien“ sind mehrere innovative Storys aus seiner Feder enthalten +++

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