25 Facts über Frank Miller

© Frank Miller – "Cursed"

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Geek-Wissen: 25 Facts über Frank Miller


Dass Frank Miller mit seinem Batman, Daredevil und Sin City die Comic-Welt revolutionierte, ist hinlänglich bekannt. Aber wir haben für euch 25 Facts über den legendären Zeichner, die irgendwann nach Corona als echtes Geek-Wissen für die nächste Party dienen können. Panini-Redakteur Christian Endres gewährt einen Einblick in seinen Wissensschatz.

 

Die Legion und Neal Adams

Die Abenteuer von Superboy und der Legion of Super-Heroes in der Serie „Action Comics“ bei DC waren die ersten Bildergeschichten, die Frank Miller als Kind bewusst las. Was in ihm jedoch den Drang weckte, unbedingt selbst Comics zu zeichnen, war die „Superman“-Zeichentrickserie der 1940er aus den Fleischer Studios. Dass der 1957 geborene Miller Anfang der 1970er dann tatsächlich in die Comicszene einstieg, hatte er Tipps und einer Empfehlung von Comicgröße und Batman-Legende Neal Adams zu verdanken. 

Favoriten in Film und Fernsehen

„Kojak“ rechnet Miller bis heute zu den Fernsehserien, die ihm am meisten Freude bereitet haben, doch auch „Rauchende Colts“ beeindruckte ihn schwer. Sein Lieblingsfilm aus früheren Tagen ist gleichfalls ein Western, und zwar „Zwölf Uhr mittags“ mit Gary Cooper.

König Artus

Miller war immer ein großer Fan von Robin Hood. Allerdings rechnete der „Cursed“-Illustrator als Kind vor allem den Disney-Trickfilm „Die Hexe und der Zauberer“ nach den Artus-Romanen von T. H. White zu seinen liebsten Sagen, zumal er von hier aus eine regelrechte Artus-Obsession entwickelte, die später das „Camelot“-Musical und den Film „Excalibur“ mit einschloss.

Die Hexe und der Zauberer - Trailer

Ein Solo für Wolverine

Heute ist der krallenbewehrte Mutant Wolverine einer der prominentesten und präsentesten Marvel-Recken. Er debütierte 1974 in der „Incredible Hulk“-Serie und landete danach in den Comics der X-Men. Doch erst Ende 1982 inszenierten der titanische X-Autor Chris Claremont und Zeichner Frank Miller eine vierteilige „Wolverine“-Miniserie, die Logan erstmals zum Titelhelden beförderte. Die Story spielte in Japan, und natürlich kamen reichlich Ninja darin vor.

Kingpin Wilson Fisk

Wilson Fisk begann seine Karriere als Marvel-Bösewicht und Kingpin der New Yorker Unterwelt 1967 in den klassischen „Amazing Spider-Man“-Comics von Stan Lee und John Romita Sr. Erst Frank Miller machte Anfang der 1980er aus Spideys gewichtigem, gefährlichen Gegenspieler den skrupellosen Erzfeind von Daredevil, der Matt Murdocks Leben zerstörten wollte und zuletzt in der Netflix-Interpretation des Mannes ohne Furcht Eindruck schindete.

Ninja Turtles

Miller durfte die „Daredevil“-Serie als Zeichner und Autor übernehmen, weil sie wegen mauer Verkaufszahlen praktisch so gut wie vor dem Aus stand. Darum konnte er inhaltlich machen, was er wollte. Seine Mischung aus Marvel-Superhelden, Noir-Krimi und Ninja-Action wurde bekanntlich ein Erfolg. Aber mehr noch: All die Ninja-Elemente in Daredevils Abenteuern waren einer der Gründe, wieso Kevin Eastman und Peter Laird 1984 ihre parodistischen Teenage Mutant Ninja Turtles schufen.

Herrenloser Samurai

Auch Millers 1983 und 1984 veröffentlichte Cyberpunk-Samurai-Saga „Ronin“ wirkte auf die Entstehung der anfangs herrlich kruden Turtles ein. „Ronin“ indes wurde teilweise vom Manga-Klassiker „Lone Wolf and Cub“ von Kazuo Koike und Goseki Kojima aus den 1970ern inspiriert. Als der Manga ab 1987 zum ersten Mal in den Staaten publiziert wurde, gestaltete Miller viele Titelbilder der US-Edition, die bis heute die Sammelbände zieren.

Wolverine
Lone Wolf and Cub
Ronin

Unabhängiger Pionier

Apropos herrenlos: In den frühen 1990ern erfuhr die Bewegung von Creator-Owned-Comics, deren Macher die rechtliche und kreative Kontrolle über ihre Figuren und Stoffe haben, einen enormen Aufschwung. Frank Miller leistete mit „Sin City“ seinen Beitrag und half, den Weg zu ebenen für aktuelle unabhängige Comic-Hits wie „Saga“ von Brian K. Vaughan und Fiona Staples oder „The Walking Dead“ von Robert Kirkman, Tony Moore und Charlie Adlard.

Spawn meets Batman

Die Serie „Spawn“ von Venom-Mitschöpfer Todd McFarlane, die just alle Rekorde brach mit über 300 Nummern einer Indie-Serie, war in den 1990ern eine weitere Grundfeste der modernen Creator-Owned-Bewegung. McFarlane lud schon im ersten Jahr Superstars wie Alan Moore, Neil Gaiman, Dave Sim und eben Frank Miller dazu ein, einzelne Gasthefte seiner höllischen Antihelden-Saga zu schreiben. Kurz darauf, genauer gesagt 1994, inszenierten Miller als Autor und McFarlane als Zeichner das verlagsübergreifende Crossover „Spawn/Batman“.

All Star Batman
Spawn Batman

Neudefinition nach der Krise

1985 und 1986 erschien die „Crisis on Infinite Earths“, mit der Autor Marv Wolfman und Zeichner George Pérez die fiktive Realität des DC-Multiversums neu starteten. Anschließend wurden die Anfänge und Legenden vieler Helden aufgemöbelt: John Byrne kümmerte sich um Superman, Pérez um Wonder Woman und Frank Miller mit Zeichner David Mazzucchelli 1987 um Batman – heute kennt man ihren brillanten Meilenstein als „Batman: Das Erste Jahr“. 

Millerverse

Das Multiversum von DC Comics besteht aus vielen Universen und Realitäten. Frank Miller ist der einzige Künstler, dem explizit eine eigene dieser fiktiven Wirklichkeiten „gehört“: Erde-31 ist die DC-Realität, in der seine grimmigen Superhelden-Alternativweltgeschichten seit „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ angesiedelt sind – inklusive „Spawn/Batman“ und jüngst „Superman: Das erste Jahr“. Manchmal wird auch vom „Dark Knight Universe“ oder dem „Millerverse“ gesprochen.

Psycho-Batman mit Stern

Trotz einiger Diskrepanzen im abgebildeten Zeitgeist, zählt „All Star Batman & Robin, the Boy Wonder“ ebenfalls zu diesem Kosmos. Mit Frank Miller und Jim Lee arbeiteten zwei der größten und einflussreichsten Stars des US-Comics von 2005 bis 2008 an dieser leider nicht abgeschlossenen Neuinterpretation der Geschichte von Robin Dick Grayson. Ein Herausstellungsmerkmal der Serie: ein echt psychotischer Dunkler Ritter.

Hugo Pratt und Corto Maltese

Die italienischen Comic-Größen Milo Manara und Hugo Pratt hatten einen immensen Impact auf Millers Zeichenstil. Miller studierte Pratts Pinselführung bereits, bevor dessen fantastische „Corto Maltese“-Comics überhaupt ins Englische übersetzt wurden. Darüber hinaus platzierte er die Insel Corto Maltese als Pratt-Hommage im Atlas des DC-Universums, die es bis in die gegenwärtigen DC-Fernsehserien um „Arrow“ schaffte. 

Farbenfrohe Künstler-Ehe

Lynn Varley, die seit Anfang der 1980er als Comic-Koloristin arbeitete und zunächst für das Studio von Neal Adams und Dick Giordano tätig war, hatte mit ihrer teils preisgekrönten Farbgebung erheblichen Einfluss auf viele der bekanntesten Miller-Werke, ob „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“, „Elektra Lives Again“ oder „300“. Varley und Miller waren von 1986 bis 2005 verheiratet.

Calvin und Hobbes

Bill Wattersons Zeitungsstrip „Calvin und Hobbes“, der zwischen 1985 und 1995 lief, ist ein wunderschönes, zeitloses Meisterwerk – so großartig und bedeutsam wie die wesentlich länger laufenden „Peanuts“ von Charles M. Schulz. Wenn es nach Miller geht, sollten alle Kinder die Abenteuer von Lausbub Calvin und dessen Stofftigerfreund Hobbes lesen, um zu sehen, was Comics leisten können und wie sie gemacht werden sollten.

Elektra Lives Again
Captain America

Elektra lebt!

Miller ersann die Ninja-Killerin Elektra Natchios 1981 für seinen „Daredevil“-Run und modellierte sie nach der Bodybuilderin Lisa Lyon. Angeblich hatten Miller und Marvel vereinbart, dass außer und nach Miller kein anderer Autor Elektra verwenden würde. Als Daredevils Langzeit-Flamme doch ohne Millers Input zurückkehrte, war der Comic-Gigant scheinbar recht angefressen, wenngleich er in den 1990ern selbst ein paar neue, viel beachtete Elektra-Storys realisierte. 

Frank, Dave und Martha

Fast parallel zu Millers „Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ veränderte Alan Moores und Dave Gibbons Übermeilenstein „Watchmen“ die Comic-Welt. Deshalb wird „Watchmen“ immer Gibbons wichtigstes Werk als Zeichner sein, klar. Was den Umfang angeht, kommen an zweiter Stelle jedoch gleich die Science-Fiction-Bildergeschichten über Martha Washington, die Miller und Gibbons zwischen 1990 und 2007 realisierten.

Junge Heldinnen

„Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ machte den US-Superheldencomic 1986 noch düsterer, erwachsener und anspruchsvoller, updatete sein Vokabular und seine Formensprache. Mindestens genauso bahnbrechend und seiner Zeit voraus: Carrie Kelley, die Miller als weiblichen Robin an Batmans Seite stellte – später wurde sie zu Catgirl, Batgirl, selbst Batman und schließlich Batwoman. In den letzten „Dark Knight“-Sequels rückte Lara, die Tochter von Superman und Wonder Woman, in den Vordergrund.

The Spirit (2008) - Official Trailer

Mephisto in Onyx

US-Autor Harlan Ellison (1934–2018) war einer der größten und scharfzüngigsten Neuerer der modernen Science Fiction. Miller steuerte zur Buchausgabe von Ellisons preisgekrönter Novelle „Mephisto in Onyx“ um Serienkiller und Telepathen 1993 nicht nur das Titelbild, sondern obendrein ein Vorwort bei. 

Manga und Anime

Mit dem detailversessenen Ausnahmezeichner Geof Darrow verwirklichte Miller Anfang der 1990er „Hard Boiled“ – und 1995 „The Big Guy and Rusty the Boy Robot“. Von Osamu Tezukas Mangaklassiker „Astro Boy“ durchdrungen, wurde der Comic zwischen 1999 und 2001 als Animationsserie adaptiert, die es auf 26 Folgen in zwei Staffeln brachte.

Bad Boy

Vermutlich ist „Bad Boy“ der Comic, der am seltensten genannt wird, wenn es um Frank Millers Panel-Schaffen geht. Das schmale Einzelwerk kam 1997 heraus, wurde von der britischen „Lobo“-Ikone Simon Bisley visualisiert und liegt mitunter als Album vor. Die Science-Fiction-Geschichte folgt dem jungen Jason, der mehrfach versucht, seiner falschen, künstlichen Scheinwelt zu entkommen

Bad Boy
Big Guy Rusty
Will Eisner und Frank Miller

RoboCop versus The Terminator

Das Schreiben der Drehbücher zu den Filmen „RoboCop 2“ und „RoboCop 3“, die von anderen massiv umgearbeitet wurden, war eine frustrierende Erfahrung für Miller. 1992 setzten er und der legendäre „Thor“-Zeichner Walt Simonson dennoch das Comic-Crossover „RoboCop Versus the Terminator“ in Szene. Nach dem Jahrtausendwechsel entstand überdies die Comic-Serie „Frank Miller’s RoboCop“ von Steven Grant und Juan Jose Ryp, die Millers ursprüngliche, unverfälschte Drehbücher adaptierten. 

Will Eisner

Frank Miller und Comic-Gott Will Eisner (1917–2005), nach dem die Eisner Awards benannt sind und der diese Kunstform maßgeblich prägte, waren ein ungleiches Freundespaar. 2005 kam allerdings sogar das Buch „Eisner/Miller“ heraus – mit Interviews und Gesprächen, in denen die beiden durch Zeit und Stil getrennten, durch Hingabe, Können und Respekt jedoch vereinten Comic-Genies die neunte Kunst und ihre Arbeit diskutierten. Außerdem verfilmte Miller 2008 als Regisseur den Spirit, Eisners wichtigsten Helden, wenngleich er ihm damit einen Bärendienst erwies.

Gucci und Chris Evans

Seine „Sin City“-Verfilmungen führten dazu, dass der multimediale Mr. Miller 2010 einen Werbespot für das Parfüm Gucci Guilty Black drehte. Stilisiert bis zum geht nicht mehr, durchaus nett anzuschauen, nur eine Minute lang und mit Evan Rachel Wood und Chris Evans aus heutiger Sicht geradezu hochkarätig besetzt.

Gucci Frank Miller Commercial

Holy Terror, Batman!

2011 veröffentlichte Miller den Comic „Holy Terror“, den wohl niemand gut fand und auf den er heute selbst nicht mehr allzu stolz ist. Zuvor hatte DC bereits die Notbremse gezogen, da das Projekt ursprünglich einmal „Holy Terror, Batman!“ werden sollte – mit dem Dunklen Ritter, der gegen Al-Qaida ins Feld zieht. 2014 äußerste Miller Interesse daran, einmal einen „Captain America“-Comic anzugehen. Nach „Holy Terror“ war diese Aussicht nicht verlockend. Angesichts seiner jüngsten Werke für DC klingt eine grelle Cap-Story von Miller aber wieder interessant. 2018 bebilderte Miller immerhin ein Variantcover mit Marvels Supersoldaten.

Holy Terror

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