Neue Science-Fiction-Bücher im Oktober: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland

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Neuerscheinungen Science Fiction im Oktober: Lesetipps aus der Buchhandlung Otherland


Es gibt wieder Büchernachschub in der Science Fiction. Hier sind die aktuellen Lesetipps von der Berliner Fantasy-und Science-Fiction-Buchhandlung Otherland

Mike Brooks - Dark Sky (Keiko 2)

Kürzlich meinte jemand, die Cover der Keiko-Serie von Mike Brooks ließen Military SF vermuten. Dieser Eindruck führt allerdings in die Irre. Denn in der Serie werden die Abenteurer des Weltraumschmugglers Ichabod Drift und seiner zusammengewürfelten Crew erzählt. Eine Seelenverwandtschaft zur Serenity aus Firefly lässt sich nicht abstreiten. Brooks gelingt es auch in diesem zweiten Abenteuer des Schlitzohrs, seine Protagonisten ordentlich in die Bredouille zu bringen, denn in der Weite des Weltraums finden sich genügend Schurken, Gangsterbosse oder Politiker, die Drift das betrügerische Wasser reichen können. In Dark Sky gerät seine sympathische Crew in einen Arbeiteraufstand auf einem Industrieplaneten, und es wird turbulent. (geschrieben von Simon)

Kevin Barry - Dunkle Stadt Bohane

Dunkel steht drauf, dunkel ist drin in diesem Roman von 2015, dunkel ist diese vom Autor so genannte Retro-Zukunft: 2053 gibt es futuristische Trams statt Autos, keine Handys, keine Computer, dafür gedruckte Zeitungen, viel Alkohol, Zigaretten und Kaffee. In einer schillernden und geradezu barock überschwänglichen Sprache wird das alte irische Thema der Familienfehde kongenial variiert. Den dialektalen Slang des Armenviertels von Bohane überträgt Bernhard Robben (u.a. Übersetzer von Rushdie, McEwan, Burnside) mit viel Gefühl und Verstand in ein Amalgam aus Slang, Jugendsprache, Wortverschleifungen und altertümlichen Wörtern – skurril, verrucht, hineinziehend, dreckig, ein ganz besonderes Vergnügen. (geschrieben von Caro)

Mike Brooks - Dark Sky (Keiko 2)
Colson Whitehead - Zone One
Ian McDonald - Luna: Drachenmond

Colson Whitehead - Zone One

Pulitzer-Preis Gewinner Colson Whitehead schreibt einen Zombieroman. Man kratzt sich vielleicht erst mal am Kopf und denkt sich “Hähh?”. Funktionieren tut es aber trotzdem, denn dank der Qualität dieses großartigen Autoren haben wir hier keinen Abklatsch von Walking Dead oder anderen Zombie-Imaginarien. Was wir stattdessen hier lesen können, ist eine Beobachtung der Auswirkungen einer Pandemie globalen Ausmaßes. Während des Ausbruchs einer Seuche ist die eine Hälfte der Menschheit zu Zombies mutiert. Eine Gruppe Uninfizierter soll die letzten Zombies aus Manhatten vertreiben, damit die Insel wieder besiedelt werden kann. Hauptcharakter Mark ist einer dieser Uninfizierten, der zuerst nur seinen Job machen will, sich langsam aber auch mit der Gesamtsituation auseinandersetzen muss. Klasse Story! (geschrieben von Charleen)

Ian McDonald - Luna: Drachenmond

Meine neue absolute Lieblingsserie, und es ist erstmal nichts in Sicht, was sie vom Sockel stoßen könnte!Der Mond ist tödlich, auf ihm ist selbst die Luft zum Atmen teuer. Es gibt keine Politik, nur Kontrakte, ausuferndes Sexleben und gleichzeitig ausgetüftelte Eheverträge, die an Befriedungen unter den Könighäusern erinnern, fünf große Familien – die „fünf  Drachen“ (eine Anspielung an die fünf Mafia-Familien aus Puzos Der Pate?) zwischen denen nur oberflächlich keine Interessenkonflikte bestehen, wie verrückt Allianzen geschmiedet, Attentate und Hochzeiten geplant, Geiseln genommen und Rufe zum gerichtlichen Zweikampf auf Leben und Tod verlautbart werden… Die Cortas schienen am Ende, doch mit der Erde als Verbündeten gelingt Lukas Corta an der Grenze physischer Belastbarkeit eine fulminante Rückkehr auf den Mond – nun wollen die Erdvertreter natürlich ein saftiges Stückchen abhaben von der bisher unabhängigen Mondindustrie. Wie wird man diesen Geist wieder los, den man da rief? (geschrieben von Caro)

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