»Shrek und ich würden uns gut verstehen«: Durch die Galaxie mit Jonathan Maberry

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»Shrek und ich würden uns gut verstehen«: Interview mit Jonathan Maberry


In unserer Interviewreihe »Durch die Galaxie« nehmen uns Autoren mit auf eine Reise durch ihren eigenen Kosmos. Heute hat Jonathan Maberry, Autor von »V- Wars. Die Vampirkriege«, unser Raumschiff betreten.

TOR ONLINE: Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich eine persönliche Titelmusik aussuchen, die immer abgespielt wird, sobald Sie einen Raum betreten. Welcher Song wäre das?

Jonathan Maberry: Spontan würde ich sagen, George Thorogoods Klassiker Bad to the Bone. Aber das kommt mir ein bisschen banal vor. Also nehme ich stattdessen The Piano Has Been Drinking (Not Me) von Tom Waits.

Tom Waits: The Piano Has Been Drinking -1977

Haben Sie ein Lieblingsmärchen?

Ich liebe das Märchen-Mash-up am Ende der Shrek-Filme. Schon als Kind habe ich oft gedacht, dass die klassischen Märchen mal einen anständigen Schuss Sarkasmus vertragen könnten. Außerdem glaube ich, Shrek und ich würden uns gut verstehen. Wir sind beide überdimensionierte Griesgrame, die insgeheim eigentlich ganz nette Kerle sind.

Freaky Fairytale Mashup

Die Menschheit hat endlich Kontakt zu Außerirdischen aus einem fernen Winkel des Universums aufgenommen. Was würden Sie ihnen als Erstes über uns Menschen mitteilen?

»Falls ihr nicht gekommen seid, um alles in Ordnung zu bringen, dann ist gerade ein denkbar schlechter Zeitpunkt für einen Besuch. Ich sag’s ja nur.«

Wie sind Sie zum ersten Mal mit Horrorliteratur in Berührung gekommen?

Anfangs habe ich eher typische Heldenfantasy gelesen – die 1960er Lancer-Books-Neuauflagen der Conan-Geschichten The Tower of the Elephant und The Devil in Iron. Aber mit zwölf ergab sich für mich die Gelegenheit, Ray Bradbury persönlich zu treffen, und er empfahl mir Shirley Jacksons genialen Roman Spuk in Hill House. Die Subtilität der Geschichte und die Unzuverlässigkeit des Erzählers sorgten dafür, dass ich mich wirklich gegruselt habe. Das Buch ist heute noch meine ungeschlagene Lieblingshorrorerzählung, und die Originalverfilmung von 1963 ist mein Lieblingshorrorfilm.

Was sind Ihre Lieblingsmonster?

Lieblingsmonster – das ist eine knifflige Frage, weil ich so ein Popkultur-Nerd bin, dass ich meine Favoriten in Kategorien unterteile. Also, los geht’s: Mein Lieblingsriesenmonster ist Godzilla, ich war schon immer ein Riesenfan. Meine Lieblingsvampire sind Jesse Hookers ›Familie‹ in Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis. Lieblingswerwölfe: Das Rudel aus Neil Marshalls sträflich unterschätztem Dog Soldiers. Meine Lieblingszombies sind die schnellen Beißer aus Scott Snyders Neuinterpretation des George-Romero-Klassikers Dawn of the Dead. Mein Lieblingsalien ist der Gestaltwandler aus Das Ding aus einer anderen Welt (1951 bzw. die Neuverfilmung von 1982).

Haben Sie ein Lieblingswort?

Groovy. Ich sage es viel zu oft, und es ist mir egal. Ich bin sicher, dass Bruce Campbell daran schuld ist, und habe ihm das auch genau so gesagt. Seine Antwort lautete: „Groovy.“

Welches apokalyptische Szenario würde am besten zu Ihren Survival-Fähigkeiten passen?

In einer Zombie-Apokalypse würde ich mich tatsächlich ziemlich gut schlagen, solange die Untoten nicht schnell sind. Kämpfen kann ich, aber niemand käme auf die Idee, mich einen guten Läufer zu nennen. Mit zehn habe ich Die Nacht der lebenden Toten gesehen, das war 1968 beim offiziellen Kinostart, und ich habe viel zu viel Lebenszeit darauf verwendet, mir mein persönliches Vorgehen während einer Zombieapokalypse auszumalen. Ich habe tonnenweise Romane darüber geschrieben, von Thrillern für Erwachsene (Patient Zero) über Horror (Dead of Night) zu Jugendbüchern (Rot & Ruin), außerdem Fachliteratur, Comics und Kurzgeschichten. Und ich veranstalte Teambuilding-Workshops für Kinder, Erwachsene und Firmen, in denen die Zombie-Apokalypse als Hintergrundszenario dient. Zudem habe ich den achten Dan und kann ausgezeichnet mit stumpfen Gegenständen sowie allen nur denkbaren Klingen umgehen. Also ja, mit Zombies komme ich klar.

Welche futuristische Technologie aus Literatur oder Film sollte es am besten schon jetzt geben?

Ich will einen Teleporter. So, so sehr. Und zwar sofort und jetzt gleich. Ich bin ständig geschäftlich auf Reisen – Lesereisen, Conventions, Schulvorträge und so weiter. Es wäre toll, einfach von einem Moment auf den anderen dort zu sein, statt erst mit Flugzeug, Zug oder Auto anreisen zu müssen.

 

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Deutsch von Maike Hallmann

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