Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Ripley

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Ripley


Manche Filme sind einfach unlogisch. Es macht ja auch wirklich keinen Sinn, wenn in einem Horrorfilm eine Figur nach der anderen in der Dunkelheit verschwindet, um ein seltsames Geräusch zu erforschen – schließlich ging es die letzten fünf Male ja auch schon nicht gut! Genauso dämlich ist, wenn der Oberbösewicht den wagemutigen Helden zwar gefangen nimmt, ihn dann aber in einen Raum voller praktischer Werkzeuge sperrt; jeder Schurke, der auch nur ein bisschen Grips in der Birne hat, würde den Helden einfach töten. Viel zu oft wählen Hollywood-Figuren den mühseligen, dramatischen Weg – und nicht etwa den klügsten. Genau deshalb sorgten die Alien-Filme für reichlich frischen Wind: Ripley erkannte sofort den Ernst der Lage, als sie in einer Planetenkolonie auf ein Nest von Killer-Aliens stieß. Sie versuchte erst gar nicht, ein Alien zu fangen, denn das hätte ohnehin nicht funktioniert. Stattdessen wollte Ripley das Problem simpel, umfassend und effektiv lösen. Mittlerweile verwenden Geeks den Spruch „Take off and nuke the site from orbit“, wenn sie eine gefährliche oder verworrene Situation ein für alle Mal klären wollen. Vielleicht lohnt es sich nicht immer, dafür alles plattzumachen. Aber bei manchen Dingen muss man einfach auf Nummer sicher gehen.


In unserer ganz eigenen Version des Alien-Universums leben Newt, Ripley und die Katze irgendwo glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Sie haben es sich verdient.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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